Was macht eine erfolgsversprechende Werbung aus? Lehrprobe im Fach Deutsch am Gymnasium


Unterrichtsentwurf, 2010
14 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltliche Gliederung:

1. Bedingungsanalyse

2. Einordnung der Lehrprobe in die Unterrichtseinheit

3. Sachanalyse

4. Didaktische Analyse

5. Methodische Konsequenzen

6. Lernziele

7. Tabellarischer Verlaufsplan

8. Anhang
8.1 Literaturverzeichnis
8.2 Materialien

1. Bedingungsanalyse

Ich unterrichte die Lerngruppe XXX eigenverantwortlich seit Beginn des Schuljahres 2009/2010 der 11. Jahrgangsstufe bzw. E-Phase an der gymnasialen Oberstufe des XXXX Gymnasiums im vierstündigen Fach Deutsch. Die E-Phase enthält zurzeit die sogenannte Doppeljahrgangsstufen, sodass knapp die Hälfte des Kurses aus der 10. und Jahrgangsstufe besteht.

Der Deutschunterricht findet jeden Mittwoch in der 3. und 4. Stunde und jeden Donnerstag in der 1. und 2. Stunde in Raum XXX mit unterschiedlichen Sitzordnungen statt. Die Lerngruppe setzt sich aus 30 Schülern (21 Schülerinnen und 8 Schülern) im Alter von 15-18 Jahren zusammen. Die Leistungsfähigkeit der SuS ist im mündlichen Bereich sehr stark, im schriftlichen dagegen bei vielen ziemlich schwach. Dies erkläre ich mit dem unterschiedlichen Vorwissen, das die SuS aufgrund verschiedener Schulbildungen und Jahrgänge mitbringen sowie den steigenden Anforderungen des Deutschunterrichts in der Oberstufe. Zu den leistungsstärksten Schülern im Kurs gehören E, M, R und N. 20 SuS schneiden in schriftlichen und mündlichen Prüfungen befriedigend bis gut ab, der Rest liegt zwischen ausreichend und mangelhaft. Zu den leistungsschwächsten Schülern gehören B, M1, J, J1 und S. Sie kommen sehr selten zum Unterricht und werden nach diesem Schuljahr wahrscheinlich von der Schule abgehen.

Der Kurs zeichnet sich vor allem durch seine Lebhaftigkeit, „Pfiffigkeit“ und Widerständigkeit aus. In gemeinsamen Unterrichtsgesprächen oder in kooperativen Lernphasen sind die SuS zu erheblichen Leistungen fähig. Gemeinsam durchschauen sie thematische Hintergründe und Zusammenhänge sehr schnell. Sie arbeiten gern selbständig und eigenverantwortlich, übernehmen gern die Unterrichtsführung und sind sehr diskussionsfreudig. Daher kann man sie vor allem mit handlungsorientierten und produktiven Methoden motivieren, wie etwa Podiumsdiskussionen, Poetry-Slam- Wettbewerben oder Rollenspielen.

Die Differenz zwischen den leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern spiegelt sich weniger im Lerntempo als in der Qualität der Arbeitsergebnisse wieder. Die qualitativ ungleichen Ergebnisse entstehen oftmals durch gleichstarke bzw. gleichschwache Gruppenzusammensetzungen, die die Schüler selbst wählen. Um dem entgegenzuwirken, mische ich manchmal die Gruppen, jedoch stößt dies oftmals auf Protest, da es in diesem Kurs bestimmte Freundesgruppierungen gibt, die nicht getrennt werden möchten.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist respektvoll und das Unterrichtsklima normalerweise angenehm, wenngleich oftmals etwas laut. Zurzeit ist die Atmosphäre jedoch vor allem sehr träge. Dies hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass seit 1,5 Wochen die Noten feststehen und die Schüler vergangene Woche auf Studienfahrt waren. Ein Zurückfinden in den Unterrichtsalltag und begonnenen Unterrichtsstoff verläuft nur mühselig. Die Motivation der Schüler und ihre damit verbundene Lern- und Leistungsbereitschaft sind stark gesunken. In der Doppelstunde vor der Lehrprobe fehlte sogar über ein Drittel der Schüler.

2. Einordnung der Lehrprobe in die Unterrichtseinheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Sachanalyse

Lerngegenstand dieser Stunde ist die Erschließung dessen, was eine erfolgreiche Werbung ausmacht. Werbung ist ein komplexes Thema, mit dem wir alltäglich konfrontiert werden, ob in Supermärkten, auf den Straßen oder zu Hause vor dem Fernseher. Werbung ist überall. Es gibt verschiedene Werbeformen (Werbeanzeigen, Werbespots, Trailer, etc) und verschiedene Werbeträger (Printmedien, Radio, TV, etc), die mit vielfältigen sprachlichen, visuellen, akustischen und/oder audiovisuellen Gestaltungsmitteln arbeiten. In der UE geht es um die Werbung in Printmedien, genauer gesagt um Werbeanzeigen in Zeitschriften oder Magazinen. Die SuS sollen in dieser Stunde eigene Werbekonzepte entwerfen. Dafür brauchen sie grundlegende Kenntnisse über die Funktion, Gestaltung und Wirkungsweisen von Werbung.

Ziel und Funktion von Werbung ist die erfolgreiche Vermarktung eines Produktes oder einer Dienstleistung und die Imagebildung eines Unternehmens eines Vereins (etc.). Zu diesem Zweck setzt die Werbung ganz bestimmte Techniken ein, die nach dem AIDA- Prinzip darauf abzielen, die Aufmerksamkeit (attention) sowie das Interesse (interest) des Betrachters zu wecken, in ihm den Wunsch (desire) nach dem Produkt /der Dienstleistung auszulösen und ihn schließlich zur Handlung (action), also zum Kauf oder Vertragsabschluss zu bewegen.

Werbeanzeigen bestehen aus einem Bild, einer Headline, einem Lauftext (auch Copy genannt), ggf. einem Slogan und einem Logo. Die Aufmerksamkeit und das Interesse werden vor allem durch das Bild und die Headline geweckt, der Kaufanreiz durch den Lauftext. Der Slogan und das Logo erscheinen in fast allen Werbeanzeigen, wenn manchmal auch nur sehr klein gedruckt am Blattende. Sie haben eher eine Wiedererkennungsfunktion des Produkts und dienen damit vor allem der Marktbekanntheit und Imagebildung des Unternehmens.

Werbung ist auf bestimmte Zielgruppen und deren Bedürfnisse und Sehnsüchte ausgerichtet. Sie macht sich diese zunutze, um die potenziellen Käufer für ihr Produkt zu gewinnen. Zur erfolgreichen Ansprache der Zielgruppe greifen Werbeanzeigen auf visuelle und sprachliche Gestaltungsmittel zurück.

Zu den visuellen Gestaltungsmittel gehören beispielsweise Bilder von glücklichen und gut aussehenden Menschen, harmonischen Alltagsszenen, lustigen Momenten, die in der Zielgruppe den Wunsch wecken, das Produkt zu besitzen, um so zu sein wie diejenigen,die es haben. Zu den sprachlichen Gestaltungsmittel gehören rhetorische Figuren, wie etwa Neologismen („Duplomatie“), Anglizismen („Genuss im Pocket-Format“), Reime („Evolution der Revolution“), Hyperbeln („ultra“, „super“, „mega“), Vergleiche, Steigerungen („mehr Glanz, mehr Kraft, mehr Fülle“), rhetorische Fragen („Zu jung für eine Antifalten-Creme?“) oder Aufforderungen („Fragen Sie uns!“).1 Sie machen aufmerksam, wecken Neugier, und führen zur Einprägung und Idealisierung des Produktes.

Um den Blick des Betrachters „zu fangen“, sind Werbeanzeigen nach dem KISS-Prinzip (keep it short and simple) verfasst: sie sind kurz und prägnant und konzentrieren sich meistens auf ein gängiges Argument (USP: unique selling proposition). Zur Unterstreichung der Glaubwürdigkeit der Versprechen werden oftmals „Verstärker“ eingesetzt, wie z.B. wissenschaftliche Beweise, Testurteile oder Verbraucherumfragen.

Zusammenfassend kann man folgende Kennzeichen einer erfolgreichen Werbung festhalten:

1. die spezielle Ausrichtung auf die Wünsche und Bedürfnisse ihrer Zielgruppe.
2. der gezielten Einsatz von visuellen und sprachlichen Gestaltungsmitteln, die die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zielgruppe für das Produkt wecken und einen Kaufanreiz schaffen und die Marktbekanntheit steigern (bspw. durch einen einprägsamen Slogan)

4. Didaktische Analyse

In einer modernen Welt, die von Bildern und Texten bestimmt ist und in der man überall mit Werbung konfrontiert wird, ist es wichtig, dass die SuS ein kritisches Medienbewusstsein entwickeln. Laut Bildungsplan (BPL) soll im Deutschunterricht die Fähigkeit der SuS zu einer differenzierten Wahrnehmung, einem Reflexionsvermögen und Kritikfähigkeit gegenüber Medien und Sprache gefördert werden (BPL 2007:5). Die Auseinandersetzung mit Werbung und ihren Techniken eignet sich dafür besonders gut, weil sie den Schülern zeigen kann, wie Sprache zu bestimmten Zwecken, in diesem Fall zum „Überreden“ oder „Überzeugen“, eingesetzt werden kann. Die Entwicklung eines kritischen Sprach- und Medienbewusstseins sollte in den vergangenen Stunden durch die Untersuchung von „Sprache und Sprachgebrauch“ in Werbeanzeigen erreicht werden. In dieser Stunde sollen die gewonnenen Kenntnisse zur Werbesprache und ihrer Wirkung durch den Entwurf eigener Werbekonzepte umgesetzt und verinnerlicht werden. Die SuS üben sie hier zum ersten Mal im intentionalen, an die Textform der Werbung orientierten Schreiben. Damit kann der Lerngegenstand dem im BLP festgelegten Themenbereich 2 „Mit Sprache Kommunikation gestalten“ (BLP 2007: 12-13) sowie dem Themenbereich „Sprache und Medien“, der vom schulinternen Curriculum für das 2. Halbjahr der E-Phase vorgeschrieben ist, zugeordnet werden.

In der Lehrprobenstunde können nicht alle in der Sachanalyse vorgestellten Aspekte, die eine erfolgreiche bzw. ideale Werbung ausmachen aufgegriffen werden, deshalb soll das wichtigste Merkmal, nämlich die gezielte Ausrichtung von Werbebotschaften auf eine bestimmte Zielgruppe im Vordergrund stehen. Anhand der bewussten Ansprache von zielgruppenspezifischen Wünschen und Bedürfnissen können die manipulativen Tendenzen der Textsorte deutlich gemacht werden. Dazu reicht es, dass SuS sich in ihren Werbekonzepten auf den Entwurf einer Headline und eines knappen Lauftextes konzentrieren, um die gewünschte Wirkungsabsicht (AIDA) bei der jeweiligen Zielgruppe zu erreichen. In der darauf folgenden Stunde werden die fehlenden Aspekte, die eine erfolgreiche Werbung ausmachen ergänzt, wie etwa der Slogan.

[...]


1 alle Beispiele wurden aus verschiedenen Werbeanzeigen entnommen.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Was macht eine erfolgsversprechende Werbung aus? Lehrprobe im Fach Deutsch am Gymnasium
Note
1
Autor
Jahr
2010
Seiten
14
Katalognummer
V152504
ISBN (eBook)
9783668198265
ISBN (Buch)
9783668198272
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
werbung, lehrprobe, fach, deutsch, gymnasium
Arbeit zitieren
Karina Schwach (Autor), 2010, Was macht eine erfolgsversprechende Werbung aus? Lehrprobe im Fach Deutsch am Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152504

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