Slowakei - Ein geographischer Exkursionsbericht


Praktikumsbericht / -arbeit, 2004
124 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

A Einleitung
A.1 Landeskundliche Informationen zur Slowakei
A.2 Exkursionsroute

1. Tag Mittwoch, 01.09.2004
1. Standort Parkstein
2. Standort NSG Lerau
3. Standort PlzeĖ

2. Tag Donnerstag, 02.09.2004
1. Standort Comenius-Universität

3. Tag Freitag, 03.09.2004
1. Standort Sandberg
2. Standort Devín (Theben)
3. Standort Park von Janka Král’á
4. Standort Gabþíkovo

4. Tag Sonnabend, 04.09.2004
1. Standort Rohožnik
2. Standort Sološnica
3. Standort Weiße Karpaten
4. Standort Myjava (Grabmal des M. R. Štefánik)
5. Standort Pezinok (Weinmuseum)

5. Tag Sonntag, 05.09.2004

6. Tag Montag, 06.09.2004
1. Standort Pribinovo Námestie (Platz des Pribina)
2. Standort Kirche des Heiligen Emmeram
3. Standort Brücke am Hron
4. Standort Putikov VĚšok
5. Standort Aluminiumfabrik bei Žiar nad Hronom
6. Standort Banská Štiavnica

7. Tag Dienstag, 07.09.2004
1. Standort Banská Bystrica (Neusohl)
2. Standort Ivanišovo
3. Standort Burgruine Fil'akovo (Fülek)
4. Fahrt durch die südlichen Regionen der Slowakei

8. Tag Mittwoch, 08.09.2004
1. Standort Zádielska Dolina
2. Standort Silická l’adnica
3. Standort US-Steel
4. Standort Košice / Großwohnkomplex ġahanovce

9. Tag Donnerstag, 09.09.2004
1. Standort Laþnovsky KaĖon
2. Standort Laþnov
3. Standort Berg Drevenik
4. Standort Burg Spišsky Hrad
5. Standort Levoþa

10. Tag Freitag, 10.09.2004
1. Standort Starý Smokovec (Altschmecks)
2. Standort Štrbské pleso (Tschirmer See)

11. Tag Samstag, 11.09.2004
1. Standort Spišska Sobota (Georgenberg)
2. Standort OsturĖa
3. Standort Nationalpark Pieninen (Pieninsky národný park)
4. Standort Vyšné Ružbachy (Oberrauschenbach)

12. Tag Sonntag, 12.09.2004
1. Standort Kozie Chrbty
2. Standort Puste Pole (Feld ohne Leute)
3. Standort Stratenský KaĖon
4. Standort Poprad (Deutschendorf)

13. Tag Montag, 13.09.2004
1. Standort Wasserkraftwerk ýierny Váh (Schwarze Waag)
2. Standort Liptovská Mara (Liptauer See)
3. Standort Sliaþske Travertíny
4. Standort Vlkolínec
5. Standort Martin (Sankt Martin in der Turz)

14. Tag Dienstag, 14.09.2004
1. Standort Trenþin (Trentschin)
2.Standort Piešt’any (Pischtian)

15. Tag Mittwoch, 15.09.2004
1. Standort Altstädter Ring (StaromƟstské námƟstí)
2. Standort Karlsbrücke (Karluv most)
3. Standort St. Veitsdom

16. Tag Donnerstag, 16.09.2004
1. Standort Böhmisches Mittelgebirge (ýeské stĜedohoĜí)
2. Standort Grenzübergang Tschechien
3. Standort Erzgebirge (Krušné hory)
4. Elbehochwasser

Schlussbemerkung

Exkurs 1 Religion

Exkurs 2 Die Roma

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.1 Geologie in der Umgebung des Parksteins

Abb. 1.2 Basaltsäulen des Parksteins

Abb. 1.3 Entstehung der Basaltsäulen

Abb. 1.4 NSG Lerau

Abb. 1.5 Rathaus in PlzeĖ

Abb. 1.6 Synagoge in PlzeĖ

Abb. 3.1 Sandberg

Abb. 3.2 Obere Burg - Devín

Abb. 3.3 Renaissancepalais - Devín

Abb. 3.4 Jungfrauenturm - Devín

Abb. 3.5 NSG Thebener Kogel

Abb. 3.6 Zusammenfluss von Morava und Donau.

Abb. 3.7 Luftbildaufnahme vom Park Janka Král’á

Abb. 3.8 Turm der Franziskanerkirche

Abb. 3.9 Die Brücke Nový most

Abb. 3.10 Die Brücke Most vo výstavbe

Abb. 3.11 Der ýuĖovo Komplex 1

Abb. 3.12 Der ýuĖovo Komplex

Abb. 3.13 Plan C - Wasserkraftwerk Gabþíkovo

Abb. 3.14 Kanalstufe Gabþíkovo

Abb. 3.15 Schleusenbetrieb in Gabþíkovo

Abb. 4.1 Grabmal des M. R. Štefánik

Abb. 5.1 Burg von Bratislava

Abb. 5.2 Altes Rathaus

Abb. 5.3 St. Martinsdom

Abb. 5.4 Blick auf Petržalka

Abb. 6.1 Denkmal des Fürsten Pribina

Abb. 6.2 Kirche des Heiligen Emmeram

Abb. 6.3 Hron bei Brehy

Abb. 6.4 Lössüberdecktes Vulkangestein

Abb. 6.5 Lavatunnel des Putikov VĚšok

Abb. 6.6 Aluminiumfabrik bei Žiar nad Hronom

Abb. 6.7 Evolution des Štiavnica Stratovulkans

Abb. 6.8 Rathaus in Banská Štiavnica

Abb. 6.9 Dreifaltigkeitssäule in Banská Štiavnica

Abb. 7.1 Stadtplan von Banská Bystrica

Abb. 7.2 Marienkirche

Abb. 7.3 Platz des Slowakischen Nationalaufstandes

Abb. 7.4 Streusiedlung Detva

Abb. 7.5 Tephraschichten

Abb. 8.1 Totholz im Chotárny potok

Abb. 8.2 Ostslowakische Eisenwerke vor

Abb. 8.3 US-Steel in Košice, 2004

Abb. 8.4 St. Elisabeth Dom, Košice

Abb. 9.1 Rock spreading am Berg Drevenik

Abb. 9.2 Burganlage Spišsky Hrad

Abb. 9.3 Hauptaltar des Heiligen Jakobus

Abb. 10.1 Tour von Hrebienok zur Hütte Téryho chata

Abb. 10.2 Ziel - Hütte Téryho chata.

Abb. 10.3 Studený potok

Abb. 10.4 Blick in das Tal Malá Studená dolina

Abb. 10.5 Wand Žltá stena

Abb. 10.6 Das Tatragebirgsmassiv bei Poprad

Abb. 10.7 Gerlachovský štít

Abb. 10.8 Rundhöcker mit Gletscherschrammen

Abb. 10.10 Entwässerungssystem Slowakei

Abb. 10.11 Wasserfall Obrovský Vodopád

Abb. 10.12 Enzian (Gentiana clusii)

Abb. 10.13 Bergsee Štrbské pleso

Abb. 11.1 Häuser in Spišska Sobota

Abb. 11.2 Flyschauflschuss bei OsturĖa

Abb. 11.3 Haus in OsturĖa

Abb. 11.4 Aufriss Travertinkrater

Abb. 11.5 Skulptur aus Travertin

Abb. 13.1 Liptovká Mara

Abb. 13.2 Häuser in Vlkolínec

Abb. 14.1 Kartenausschnitt des oberen Váhtals

Abb. 14.2 Burg in Trenþin

Abb. 15.1 Muttergotteskirche

Abb. 15.2 Die astronomische Uhr

Abb. 15.3 Karlsbrücke

Abb. 16.1 Umweltbelastung in der Tschechischen Republik

Abb. E 1 Roma-Slum Trebišov 1.

Abb. E 2 Altersstruktur der slowakischen Bevölkerung

Abb. E 3 Roma-Slum in Trebsiov

A Einleitung

A.1 Landeskundliche Informationen zur Slowakei

Das Land

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten1

Die Menschen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Staat

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Wirtschaft

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mit dem Zerfall des Föderalstaates Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 bildeten sich die beiden Nachfolgestaaten Tschechische Republik und Slowakische Republik heraus. In einer Phase der außenpolitischen Isolierung durch die undemokratischen Praktiken der Regierung unter Meþiar von 1994 bis 1998 verlor die Slowakei den Anschluss an den europäischen Integrationsprozess. Im Gegensatz zu den Nachbarländern Ungarn, Tschechien und Polen wurde die Slowakei 1997 nicht zum NATO-Beitritt eingeladen. Seit den Wahlen 1998 besitzt das Land eine der Demokratie verpflichtete Regierung und hat die verlorenen Jahre wieder aufgeholt.

Seit dem 1. Mai 2004 ist die Slowakei Mitglied der Europäischen Union und der NATO. Die EU-Kommission lobt den politischen Fortschritt im Land, wie er sich nach der Abwahl von Ministerpräsident Meþiar entwickelt hat. Die öffentliche Verwaltung hat noch eklatante Schwächen. Eine umfassende Verwaltungsreform befindet sich derzeit noch im politischen Entscheidungsprozess.

A.2 Exkursionsroute

Die Exkursionsroute führte in einer großen Schleife durch die gesamte Slowakei. Die Anreise von Halle verlief über PlzeĖ nach Bratislava. Ausgehend von der Hauptstadt fanden in den ersten Tagen Erkundungen der Donauniederung (Podunajská nížina) sowie der Umgebung der Kleinen Karpaten (Malé Karpaty) statt. Nach einer ausführlichen Stadtexkursion durch Bratislava führte die Route über die Donauebene, durch Nitra und entlang des Tals des Flusses Hrón in das Gebirgsland der Westkarpaten mit den Bergbaustädten Banská Štiavnica und Banská Bystrica. Von dort aus ging es weiter in Richtung Südwesten bis nach Fil’akovo und dann nach Nordosten bis nach Košice. Die zweitgrößte Stadt der Slowakei bildete zum einen den Ausgangspunkt für eine Fahrt in den Slowakischen Karst (Slovenský kras) und zum anderen den östlichsten Punkt der Exkursionsroute. Die Rückfahrt Richtung Bratislava erfolgte über die nördliche Verbindungsstrecke Prešov - Martin. Auf der Rückfahrt kam es zu einem längeren Aufenthalt in Svit, in der Nähe von Poprad. Von dort aus erfolgten Abstecher in die Hohe Tatra (Vysoké Tatry), nach Norden in den Nationalpark Pieninen (Pieninsky národný park) sowie nach Süden in das Slowakische Paradies (Slovenský raj). Der Weg bis Martin führte außerdem am Liptauer Stausee (Liptovská Mara) vorbei. Von Martin verlief die Route dann über Trenþín und Piešt‘any zurück nach Bratislava. Von dort erfolgte die Rückreise nach Halle mit einem Zwischenstopp in Prag.

1. Tag Mittwoch, 01.09.2004

Route: Halle - A38 - A9 - Autohof Berg - Parkstein - NSG Lerau - PlzeĖ

Die Fahrt begann am Mittwoch, dem 01.09.2004, um 08:15 Uhr in Halle. Über die A38 und die A9 führte sie in südliche Richtung. An der Landesgrenze von Thüringen und Bayern wurde das Bayrische Vogtland durchquert, welches ein sanftwelliges Relief mit Höhen von 500 m über N.N. aufweist.

Südwestlich der Route erstreckte sich das Fichtelgebirge, eine Mittelgebirgslandschaft, dessen höchste Erhebung der Schneeberg mit 1.051 m ist. Das Fichtelgebirge besitzt ein radiales Entwässerungssystem. Nach Norden entwässert die Saale in die Elbe, nach Westen der Main in den Rhein, nach Osten die Eger in die Elbe und nach Süden die Naab in die Donau. Das Fichtelgebirge entwässert sowohl in die Nordsee als auch in das Schwarze Meer und hat somit die Funktion eines „Wasserverteilers“ für die Entwässerung in Mitteleuropa.

Danach wurde südlich von Marktredwitz die Fränkische Linie gequert (Abb. 1.1), eine tektonische Bruchlinie mit herzynischer Streichrichtung. Die Fränkische Linie trennt altes paläozoisches Gestein wie Granit und Vulkanit im Nordosten von jüngerem mesozoischem Gestein im Südwesten. Die Verwerfung hatte eine Sprunghöhe von ca. 1.000 m.

Entlang der Fahrtstrecke durch die Oberpfalz waren zahlreiche anthropogen angelegte Wasserflächen erkennbar. Diese stellen für Hochflächen mit Tonuntergrund eine typische Nutzung dar, die Teichwirtschaft bzw. Fischzucht. Der Ton ist ein tertiäres Verwitterungsprodukt von paläozoischem Gestein (Granit), welches den Untergrund abdichtet und somit die Versickerung von Wasser erschwert. Als Zentrum der Oberpfälzer Teichwirtschaft gilt der Ort Mitterteich.

Die Kaolinisierung und der daraus entstandene Kaolinton sind die Voraussetzung für eine weitere wirtschaftliche Nutzung in der Oberpfalz, die Porzellanherstellung. Ein bedeutender Standort der Porzellanherstellung ist die Ortschaft Selb. Im Gelände lagen zahlreiche Granitblöcke verstreut. Diese grob gerundeten Blöcke sind das Ergebnis der Wollsackverwitterung, bei der das Gestein entlang der Klüfte und Spalten verwittert. Nach Ausspülung des verwitterten Materials verbleiben die abgerundeten Blöcke und bilden Wollsäcke.2 In der Nähe von Marktredwitz wurde durch ein Hinweisschild auf das Geotop Luisenburg aufmerksam gemacht. Hierbei handelt es sich um ein Felsenlabyrinth aus Granitblöcken.

Bei Mitterteich wurde der südwestliche Ausläufer des Egergrabens durchfahren, der sich am südlichen Rand des Erzgebirges in variskischer Streichrichtung erstreckt. Der Egergraben verläuft somit entgegengesetzt zur Fränkischen Linie und ist mit jungtertiären klastischen Sedimenten gefüllt.3 Nahe der Ortschaft Win- discheschenbach liegt an der Oberfläche altes bzw. „tiefes“ paläozoisches Gestein frei. Da hier die mesozoischen Decken nicht mehr durchbrochen werden mussten, wurde Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts die Kontinentale Tiefenbohrung (KTB) an- gesiedelt. Die Ansiedlung der KTB erfolgte allerdings auch aus politischer Motivation, da die bayrische Grenzregion mit Lage zur Grenze der ehemaligen DDR und ýSSR wirtschaftlich benachteiligt war. Der Nutzen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1 Geologie in der Umgebung des Parksteins [Quelle: www.geologie2.bayern.de]

für die Geologie war eher gering, da die alten Gesteins- schichten senkrecht aufgestellt sind und deshalb streckenweise nur geringe wissenschaftliche Erkenntnisse zuließen. Die Bohrtechnik konnte jedoch im Verlauf der Zeit wesentliche Neuerungen und Fortschritte verzeichnen. Heute liegt die Bohrtiefe bei ca. 10 km.

Nach dem Verlassen der Autobahn wurde über die Ortschaft Buch der Parkstein mit gleichnamigem Ort erreicht.

1. Standort Parkstein

Der Parkstein ist einer der südwestlichsten Ausläufer des Vulkanitgesteins aus dem Egergraben (Abb. 1.1). Er ist ein 24 Mio. Jahre alter „spaltenförmiger Förderschlot“4 eines Vulkans aus dem Tertiär und besteht aus Basaltsäulen. Basalt ist ein feinkristallines, basisches Gestein und besteht hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat und Pyroxen. Während der alpidischen Gebirgsbildung, bei der die europäische und die afrikanische Platte mit- einander kollidierten, kam es in Mitteleuropa zu vulkanischer Aktivität. Dabei gelangte basal- tisches Magma aus dem oberen Erdmantel aus 50 km Tiefe an die Oberfläche.5

Nachdem die umge- bende Landfläche abge- Abb. 1.2 Basaltsäulen des Parksteins tragen worden war, wurde der Schlot des Vulkans freigelegt (Abb. 1.2). Da der in früheren Zeiten tiefer liegende Förderschlot heute ca. 150 m über der umgebenden Landfläche liegt, kann man im Falle des Parksteins von einer Reliefumkehr sprechen.

Das basaltische Magma hatte eine Eruptionstemperatur von 1.150 °C und wurde mit einer Geschwindigkeit von mehreren Kilometern pro Stunde an die Oberfläche befördert.

Bei der Abkühlung bildete es polygone Basaltsäulen aus, wobei die fünf- bis siebeneckigen Säulen durch Volumenschrumpfung senkrecht zur Abkühlungsfront entstanden. Ähnlich wie bei der Austrocknung einer Wasserfläche mit tonigem Untergrund entstand ein Netz von „Schwundrissen“, das sich bei weiterer Abkühlung zu „Schwundklüften“ in die Tiefe fortsetzte und dadurch voneinander separierte Säulen bildete (Abb. 1.3). Die Ausrichtung der Basaltsäulen lässt somit Rückschlüsse auf die Abkühlungsrichtung zu.6

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.3 Entstehung der Basaltsäulen [Quelle: www.geologie2.bayern.de.]

Das Basaltgestein wurde in einem Steinbruch gewonnen und als Straßenschotter, Baumaterial und Mineraldünger verwendet. Seit 1935 steht der Parkstein jedoch unter Naturschutz.7

Nach der Besichtigung des Parksteins wurde die Fahrt auf der A93 und der B14 Richtung PlzeĖ fortgesetzt. Aus der Naabsenke heraus kam es zu einem merkbaren Geländeanstieg, denn die Fränkische Linie wurde überquert.

Für die Tschechische Republik liegt die wirtschaftliche Bedeutung der tektonischen Verhältnisse des Egergrabens im Braunkohleabbau und der Nutzung von Heilquellen an dessen Randbereichen, wie in Franzensband, Karlsbad und Marienbad. Bei Leuchtenberg wurde der nächste Standort erreicht.

2. Standort NSG Lerau

Bei Leuchtenberg fließt der in die Luhe mündende Leraubach durch das Lerautal, welches ein Naturschutzgebiet ist. Im Flussbett und entlang des Flusses befinden sich viele Granitblöcke mit ausgeprägter Wollsackverwitterung (Abb. 1.4). Die Granitblöcke sind sehr groß und das Gefälle des Flusses relativ klein. Ab einem Gefälle von 2 ° könnten die Blöcke jedoch periglazial als Wanderblöcke herantransportiert worden sein. Wahrscheinlicher ist allerdings eine In-situ-Verwitterung, bei der die Blöcke vor Ort durch Ver- witterung entstanden und damit autochthonen Ursprungs sind. Die touristische Wertschöpfung des Naturschutzgebietes ist sehr gering. Eine Ausweisung von Wanderwegen wurde unterlassen, um den menschlichen Einfluss auf die Natur so gering wie möglich zu halten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.4 NSG Lerau

Nach der kurzen Wanderung durch

das Naturschutzgebiet Lerau wurde auf der B14 die Region der deutsch- tschechischen Grenze erreicht. Die Grenzregion ist auf beiden Seiten wirtschaftlich benachteiligt.

Das deutsche Grenzgebiet unterliegt wegen der kargen Böden nur einer geringen landwirtschaftlichen Nutzung. Industrie ist aufgrund der peripheren Lage ebenfalls kaum vorhanden. Der Großhandel betreibt an vereinzelten Standorten Lagerwirtschaft. Im grenznahen Raum floriert ein ausgeprägter Billigwarenhandel, der von Asiaten dominiert wird.

Auf die wirtschaftlichen Nachteile der Region wurde versucht mit Förderprogrammen zu reagieren. Dies geschah zum Beispiel mit dem Versuch, touristische Einrichtungen anzusiedeln. Der Bau von Umgehungsstraßen, der die Innenstädte vom Grenzverkehr entlasten sollte, führte zum negativen Effekt des Kaufkraftverlusts durch den wegfallenden Durchgangsverkehr.

Auf der tschechischen Seite gab es nach dem Wegfall der staatlichen landwirtschaftlichen Großbetriebe nach 1989 eine erhöhte Arbeitslosigkeit. Aus der ehemaligen Kollektivlandwirtschaft wurde eine Restlandwirtschaft herausgelöst.

Die soziale Not durch Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit drängt viele Frauen in die Prostitution. Erscheinungen des Sextourismus, wie Bordelle und Straßenprostitution, sind in den Grenzorten weit verbreitet und führen neben erhöhten Abtreibungszahlen und Erkrankungen auch zu einer Abwertung der ortsansässigen weiblichen Bevölkerung.8

Im Rahmen der EU-Öffnung kam es zu einer Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Das bestehende Lohngefälle zwischen Ost und West führt jedoch zu einem verstärkten Pendeln von Arbeitskräften und Saisonarbeitern, die in Tschechien wohnhaft sind, aber in Deutschland Geld verdienen. Auf tschechischem Gebiet wurde am späten Nachmittag PlzeĖ erreicht.

3. Standort Plze Ė

PlzeĖ ist die viertgrößte Stadt der Tschechischen Republik und hat heute 167.000 Einwohner auf einer Fläche von 125 km². Die Stadt liegt ca. 100 km südwestlich von Prag an einem alten Handelsweg zwischen der Böhmischen Hauptstadt und Bayern.

Geschichte

Im Jahre 1295 gegründet, entwickelte sich die Stadt bis zur Gegenwart zu einem starken Industrie-, Handels-, Kultur- und Verwaltungszentrum. 1507 wurde die Stadt durch ein Großfeuer zu zwei Dritteln zerstört. Der Stadtrat beschloss 1578, dass nur Katholiken Bürger der Stadt werden durften. Diese Maßnahme bringt die starke Verbundenheit der Stadt mit der Katholischen Kirche zum Ausdruck. Die Pest wütete 1635 in der Stadt. 1714 wurde das Dominikanerkloster gegründet. Ab 1795 wurden die Stadtmauern geschleift. 1842 nahm das bürgerliche Brauhaus seinen Betrieb auf. Während des preußisch-österreichischen Krieges war die Stadt im Jahre 1866 zwei Monate von preußischen Soldaten besetzt. 1899 wurden die Škoda-Werke in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Eine größere Eingemeindungswelle vollzog sich im Jahr 1924. Die Stadt zählte 1972 über 150.000 Einwohner. Im Jahre 1989 wurde der historische Stadtkern zur Stadtdenkmalzone erklärt. Die Westböhmische Universität wurde 1991 gegründet.9

Historischer Stadtkern

Zentrum des historischen Stadtkerns ist der gotische St. Bartholomäus Dom. Unweit davon steht die Pestsäule, die 1681 aus Dankbarkeit über den milden Verlauf der Pestepidemie in PlzeĖ erbaut wurde. Das Renaissancerathaus wurde vom italienischen Baumeister Giovanni de Statia von 1554-1559 erbaut (Abb. 1.5). Das Erzdechanat gehörte ursprünglich dem deutschen Ritterorden und ist eines der bedeutendsten Barockbauten PlzeĖs.10 Beeindruckend ist auch die Architektur der jüdischen Synagoge (Abb. 1.6).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.5 Rathaus in PlzeĖ Abb. 1.6 Synagoge in PlzeĖ

2. Tag Donnerstag, 02.09.2004

Route: PlzeĖ - E50 - Prag - E65 - Bratislava

Der zweite Exkursionstag bestand hauptsächlich aus der ca. 420 km langen Fahrt von PlzeĖ nach Bratislava. Auf der E50 wurde nach rund 100 km Prag erreicht, die Hauptstadt der Tschechischen Republik. Da die Autobahn nicht direkt durch das Stadtzentrum führte, wurde ein Eindruck von den Stadtrandbezirken vermittelt. An der Peripherie befinden sich zahlreiche neue Gewerbegebiete, deren gute Erreichbarkeit ein großes Einzugsgebiet begünstigt. Auf den Gewerbeflächen waren neben produzierendem Gewerbe überwiegend Einkaufszentren angesiedelt. Zu den dominierenden Supermarktketten gehören Tesco, Hypernova und Interspar.

Problematisch ist dabei die Verdrängung einheimischer Produkte durch die Handels- globalisierung. Diese hat den Verlust von Arbeitsplätzen zur Folge und eine Verteuerung der Lebensmittel, da viele Produkte Importware aus dem europäischen Ausland sind.

Weiterhin werden in den Randbezirken Prags Entlastungsstraßen gebaut, weil das hohe Verkehrsaufkommen im Stadtzentrum die Durchschnittsgeschwindigkeit herabgesenkt hat. Aufgrund des anhaltenden Wohnungsbedarfs wird in der Peripherie auch privater Wohnungsbau betrieben.

Nachdem Prag passiert war, wurde die Fahrt auf der E65 nach Brno fortgesetzt. Am späten Nachmittag wurde Bratislava erreicht. Nachdem zuerst das Quartier im Hotel Družba bezogen war, wurde der erste und einzige Standort an diesem Tag besucht, die Comenius-Universität.

1. Standort Comenius-Universität

In der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Comenius-Universität wurde die Exkursionsgruppe von Angehörigen des Fachbereichs empfangen. Professor Mládek hielt einen Vortrag über Zusammensetzung und Aufbau des Studiums.

Insgesamt studieren 2.800 Studenten an der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Von den über 700 Angestellten sind 280 in der Lehre tätig. Die Fakultät besteht aus den Fachbereichen Geologie, Geographie, Biologie, Chemie und Umweltschutz. Die Bereiche Physik, Mathematik und Informatik sind bereits 1980 ausgegliedert worden. In der Sektion Geographie gibt es 60 Lehrkräfte. Die Sektion besteht aus den Fachrichtungen Kartographie/Geoinformatik, Physische Geographie/Geoökologie, Regionale Geographie/Regionale Entwicklung und Humangeographie/ Demo- geographie.

Das Studium gliedert sich in den Studiengang Geographie plus eine von den 4 Bestandteilen der Sektion mit jeweils 15 Studenten bzw. insgesamt 60 Studenten. Geographie und Kommunale Verwaltung studieren 30 Studenten. Ebenso viele sind es in Geographie und Regionaler Entwicklung. Die Pädagogische Richtung der Geographie kann mit den Bereichen Mathematik, Biologie und Sport kombiniert werden. Für das fachwissenschaftliche Studium als auch für die pädagogische Ausrichtung, sind fünf Studienjahre vorgesehen. Neuerdings wird der Bachelorabschluss nach 3 Jahren, der Magister nach 5 Jahren und der Doktorgrad nach 8 Jahren erworben.

3. Tag Freitag, 03.09.2004

Route: Bratislava - Devínska Nova Ves - Sandberg - Devín - Park von Janka Král’á - ýuĖovo - Gabþíkovo

1. Standort Sandberg

In der Záhorská Ebene (Záhorská nížina) liegt der Sandberg nordwestlich von Bratislava, im Süden des Vorortes Devínska Nova Ves.11 Er hat eine bedeutende Lage, da er sich in der Nähe von drei geomorphologischen Großlandschaften befindet: im Nordosten grenzt er an die Kleinen Karpaten (Malé Karpaty) deren Ausläufer bis nach Österreich reichen, westlich vom Sandberg liegen die Alpen und die Region der Záhorská Ebene gehört zum Wiener Becken (Viedenská kotlina). Sie ist damit ein Teil des Pannonischen Beckens (Panónska panvas).

Der Sandberg (Abb. 3.1) besteht aus jungtertiären marinen Sanden, die auf meso- zoisches Juragestein (Kalkstein) auf- sedimentiert wurden. Ein Beweis dafür, dass das Gebiet vor rund 16 Millionen Jahren ein Küstengebiet und somit vom Meer bedeckt war, sind die gefunden tertiären Fossilien wie Schnecken, Haizähne und Walteile. Insgesamt wurden Funde von rund 300 paläozoischen Spezies entdeckt.

Auf Grund der Brandung des Meeres hat sich am Sandberg eine Abrasionsplattform gebildet.

Die Abrasion hat die Sande teilweise Abb. 3.1 Sandberg ausgespült, so dass der Kalk als lokales Gestein freigelegt wurde. Der Kalkstein steht senkrecht zur Abrasionsplattform. Die Abrasionshöhle wurde während der Mindelkaltzeit freigelegt.

Geomorphologisch betrachtet hat der Sandberg den Charakter einer Horststruktur. Es handelt sich dabei um eine gehobene Scholle. Die Hänge des Sandberges zeigen die Bruchstufen entlang einer Verwerfung. Der Stadtteil Devínska Nova Ves entstand an diesen Bruchstufen. Neben den vertikalen Bewegungen dieses tektonisch immer noch dynamischen Systems, fand seit dem Quartär zusätzlich eine horizontale Drehung mit einem Ausmaß von 200 bis 300 m statt. Die tektonisch dynamischen Erscheinungen am Sandberg sind jung, da bei einer früheren Heraushebung das leicht verwitterbare Gestein bereits abgetragen worden wäre.

Die Böden im Bereich der tertiären Sedimente sind Braunerden. Der Übergangsbodentyp auf dem Silikatgestein ist ein Ranker.

Der Sandberg zählt als Wärme liebendes Biotop mit einer reichen Flora und Fauna zum „Thebener Kogel“ (Devínska kobyla), einem Naturschutzgebiet. Unterhalb des Sandbergs, in westlicher Richtung, fließt der Fluss Morava (March)12, der westlich von Bratislava bei Devín (siehe: Standort 2) in die Donau (Dunaj) mündet. Flussmorphologische Probleme ergeben sich durch Flutwellen aus Österreich, dessen Staudämme Einfluss auf das Donauregime haben. Drei Gründe für die Flutwellen lassen sich aufzählen: Schneeschmelze in den Alpen, starke Regenperioden und Talverengungen, die als morphologische Gegebenheiten einen Rückstau erzeugen. In diesem Zusammenhang gibt es in der Slowakei jedes Jahr innerhalb von zwei Zeiträumen Überschwemmungen: im Frühjahr durch die Schneeschmelze und in der Sommermitte durch die Regenperioden und durch die Talverengungen. Beim Augusthochwasser von 2002 hatte Bratislava einen Wasserstand von 950 cm und einen Durchfluss von 10.400 m³/s. Das Hochwasser erreichte neben Bratislava auch die Stadtteile Devín und Devínska Nova Ves, wobei die Morava etwas später als die Donau durch die entstehende Wasserstauung Hochwasser führte. Für Untersuchungen zum Hochwasserschutz wurde der Fluss in Einheiten untergliedert, die sich an dem Laufmuster orientierten. Zeitgleich wurde der Hochwasserspiegel bei Bratislava analysiert. Anhand von Sedimentationsmessungen an einem Militärbunker konnte nachgewiesen werden, dass zwischen 1937 und 2003 insgesamt 110 cm aufsedimentiert worden sind. Das aufsedimentierte Material ver- kleinert den Flussquerschnitt und erhöht die Überschwemmungsgefahr. Als

Slowakei-Exkursion 01.09. - 16.09.2004

Gegenmaßnahmen wurden Baggerungen durchgeführt, welche die Sohle absenken sollen. Mit dem Absenken der Sohle sinkt auch der Wasserspiegel. Die Sohle an der Mündung der Morava (bei km 1.880) hat sich der neu entstandenen, abgesunkenen Sohlenlage angepasst. Insgesamt kam es zu einem Absinken der mitt leren Sohlenlage in Bratislava (km 1.868) von 1,5 bis 2 m.13

2. Standort Devín (Theben)

Am Zusammen- fluss von Mo- rava und Donau liegt der Ort Devín, dessen Burgruine (Abb. 3.2 - 4) gleichen Namens auf ei- nem Kalkstein- felsen westlich des Zusammen- flusses liegt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.2 Obere Burg - Devín

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.3 Renaissancepalais - Devín

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.4 Jungfrauen-

turm - Devín

Wie bereits erwähnt, grenzen Devínska Nova Ves (Standort 1) und Devín (Standort 2) das 1985 gegründete Naturschutzgebiet „Thebener Kogel“ mit seiner Wärme liebenden Flora und seiner Waldsteppe ein. Es hat eine Gesamtfläche von 101 ha (Abb. 3.5).

Vom Felsengipfel der Burgruine blickt man in nordöstlicher Richtung auf den Zusammenfluss der beiden Flüsse Morava und Donau (Abb. 3.6). Auffällig ist dabei die unterschiedliche Färbung der Flüsse. Die Ursache liegt darin begründet, dass die Donau ihre hellere Färbung durch Schwebstoffe des Inn erhält, der aus Alpen einen hohen Schwebstoffanteil, als Abtrag aus kristallinem Gestein, mitführt. Die Morava hingegen weist eine dunklere Färbung auf. Sie hat einen geringeren Schwebstoffgehalt, da sie nur durch Mittelgebirge fließt. Hier ist der Abtrag aus kristallinem Gestein geringer. Jedoch ist der Anteil der mitgeführten Huminstoffe hoch, woraus die deutlich erkennbare dunklere Färbung resultiert (Abb. 3.6, Bildrand rechts unten). Des Weiteren hält die wasserwirtschaftliche Nutzung durch Talsperren einen großen Teil der Schwebstoffe zurück. Beim Zu- sammenfluss kommt es flussabwärts die Abb. 3.5 NSG Thebener Kogel nach und nach zu einer totalen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.6 Zusammenfluss von Morava und Donau

Durchmischung von Morava und Donau.

Beim Blick auf den Zusammenfluss fällt auf, dass man von der Burgruine einen guten Gesamtblick über das Gebiet und somit eine gute strategische Lage hat. Dies ist u.a. ein Grund, warum archäologische Funde keltische14, römische, slawische und frühmittelalterliche Besiedlungsspuren aufzeigen. Noch heute stellt die Burgruine die Grenze zwischen Österreich und der Slowakei dar, welche in der Flussmitte verläuft. Neben der Grenzfunktion und der guten strategischen Lage mit dem Blick über die Landschaft, wirkten sich auch noch das Wasser als Nutzfaktor und der fruchtbare Boden begünstigend für eine Besiedlung aus. Die militärisch strategische Bedeutung der Furt führte nicht nur zum Festungsbau von Devín, sondern auch zum Bau der Festung Hainburg am gegenüberliegenden Donauufer und flussabwärts Richtung Osten zum Bau der Burg von Bratislava.

Aus der Römerzeit fand man Reste vom Limes aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., der das römische Reich nach Osten hin abgrenzte. Die erste schriftliche Erwähnung in den Fuldaer Annalen als „dowina“ geht auf das Jahr 864 zurück. Devín gehörte als wichtige Befestigungsanlage zum Großmährischen Reich, aus dessen Wurzeln die slawische Nation hervorging. Die Burg hatte aus den oben genannten Gründen die Funktion einer Grenzburg.

Im Mittelalter wirkte sich die Lage weiterhin sehr günstig auf die Entwicklung der Burg aus. An der Donaufurt kreuzten zwei Handelswege, welche die Ostsee und das Mittelmeer miteinander verbanden. Folglich wurde die Donaufurt zu einem Treffpunkt für Handelsleute und es kam zu einem wirtschaftlichen Aufstieg der Siedlungen um die Furtregion.15

Zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert, als die Burg im Besitz verschiedener ungarischer Adelsgeschlechter war, kam es zu Erweiterungsbauten.16 Im Jahr 1809 wurde sie während der Napoleonischen Kriege durch Franzosen zerstört (Abb. 3.3). Der Gelehrte L’udovít Štúr17 hat an diesem Ort 1848 seine Forderungen nach Autonomie für die Slowakei veröffentlicht und damit an das Großmährische Reich erinnert.18 Darauf begründet, wurde die Burg durch die slowakische Nationalversammlung 1961 zum nationalen Kulturdenkmal erhoben. Noch heute ist der Jungfrauenturm (Abb. 3.4), eine Polygonalbastei mit Zinnenkranz aus dem 15. Jahrhundert, auf der 50 Heller Münze abgebildet. Die Bennennung des Turmes geht auf die Legende zurück, nach der sich ein unglückliches Liebespaar von diesem Felsenturm in die Tiefe stürzte.19

Während der Zeit des Kalten Krieges war die Region der Burg durch Stacheldraht und Wachtürme gesperrt, um Fluchtversuche über die Grenze zu unterbinden. Diese Einrichtungen gehören der Vergangenheit an. Heute wird die Burganlage touristisch genutzt. Ein Museum und ein Amphitheater wurden u. a. eingerichtet.20

3. Standort Park von Janka Králá

Der „Janka-Kral-Park“ liegt am südlichen Donauufer von Bratislava (Abb. 3.9) und ist nach dem slowakischen Schriftsteller Janka Král’á benannt, der von 1822 bis 1876 lebte und den Park oft besuchte. Der Auenpark wurde 1775 angelegt. Er zählt zu den ersten öffentlichen Park- anlagen Europas und Bratislavas mit einer Größe von 21 ha.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.7 Luftbildaufnahme vom Park Janka Král’á [Quelle: GEODIS SLOVAKIA [Hrsg.] (2002): Ortofoto- mapa.Bratislava. M. 1: 10.000. WGS 48. Bratislava.]

Im Park kann man u. a. die Spitze des ursprünglichen Turms der Franziskanerkirche (Abb. 3.8) und die Statue des Dichters besichtigen, der diesem Park den Namen gab. Vom Park blickt man auf das nördlich Donauufer von Bratislava, an welchem die Besiedlung ihren Anfang nahm. Ursprünglich existierte eine Furt über die Donau. Darüber hat sich dann die Festung am südlichen Ausläufer des Granitrückens der Malé Karpaty entwickelt. Der Bergkamm tritt unter dem Wiener Tor in die Burg und fällt dann hinter der Burg in den Sattel ab.21

Die Donau hat bei Bratislava einen mittleren Abfluss von 1.993 m³/s und eine Fließgeschwindigkeit von 2 m/s.22 Die Aufschüttungskegel der Donau wurden stufenweise im Tertiär gebildet und im Quartär mit Sanden aufgefüllt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.8 Turm der Franziskanerkirche

Am Fuße der Überreste der mittleren Donauterrasse, die schützende Funktion vor Hochwasser ausnutzend, hatten sich die ersten keltischen Stämme niedergelassen.23

Die ersten weit reichenden Donauregulierungen um Bratislava gehen auf das Ende des 18. Jahrhunderts zurück, auch wenn erste kleinere Veränderungen bereits in römischer Zeit stattfanden. Es kam zum Bau von Schutzdämmen und der wilde Fluss mit seinem stark mäandrierenden Charakter wurde eingedämmt, so dass die Besiedlungsfläche sich auf die

Flussaue ausbreiten konnte. Zur Überquerung der Donau besitzt Bratislava derzeit vier Stadtbrücken. Es handelt sich dabei im Westen beginnend um die most Lafranconi, die Nový most (Abb. 3.9), die

Starý most und die Pristavný most. Eine fünfte Stadtbrücke, die most vo výstavbe (Abb. 3.10), ist derzeit im Bau und sollte im September 2004 eingeweiht werden. Sie wird eine Verlängerung der Straße Košická hin zum rechten Donau- ufer herstellen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.10 Die Brücke Most vo výstavbe

Vor den Donauregulierungen bil- dete die Fläche des Parks die Insel Brückenau, eine ursprüngliche Schotterbank. Die Insel war über eine Fährbrücke und eine südlich gelegene Holzbrücke mit dem Festland verbunden, welche später durch Eisgang zerstört worden ist. Die Vegetation auf der Kiesbank bestand aus Weiden und Pappeln. Mit der Donauregulierung wurde der südliche Flussarm durch einen Damm in den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts geschlossen und anschließend der Park als Erholungsort angelegt.

Während der Napoleonischen Kriege 1809 war der Park in die Kampfhandlungen eingeschlossen. An der nördlichen Grenze des Parks wurde eine Militärschanze errichtet. Die Legende besagt, dass einer noch heute im Park stehenden Eibe die Spitze während der Kampfhandlungen abgeschossen wurde. Im Winter des gleichen Jahres wurde auch ein Eisstauhochwasser gemeldet. Dieses entsteht, wenn Eisschollen sich zu Eisdämmen auftürmen und dadurch das ankommende Wasser gestaut wird.

4. Standort Gab þíkovo

Gebietsbeschreibung

Das Staustufensystem wirkt auf das Gebiet des Donaubeckens zwischen Bratislava und Györ, die so genannten „Schüttinseln“ Szigetkös24 und Zitni Ostrov25. Es handelt sich dabei um den größten noch weitgehend ungenutzten Trinkwasserspeicher Europas mit einer Speicherkapazität von 14 km³. Die pleistozänen Sedimente der Schwemmkegel der Donau haben dort eine Mächtigkeit von bis zu 300 m. Unter dem Donauschutt liegen rund 3.000 m mächtige Sedimente des ehemaligen pannonischen Binnenmeeres aus dem Jungtertiär.

Die Donau mäandriert in diesem Gebiet sehr stark und hat zahlreiche Nebenflüsse. Die Ursache liegt darin begründet, dass das Bett der Donau sehr stark abflacht, das Gefälle geringer wird und damit die Transportkraft nachlässt. Der Kies wird abgelagert und eine Alluviallandschaft26, ein einzigartiges Inlanddelta mit zahlreichen Inseln sowie Haupt- und Nebenarmen entsteht. An den Uferregionen konnte durch die Grundwasserschwankungen und der Nährstoffzugabe nach episodischen Überschwemmungen ein Auenwald entstehen.

Die Alt-Donau wurde zuerst um 1900 durch eine Mittel- und später durch eine Niedrigwasserkorrektur in ein einheitliches Flussbett von etwa 300 bis 350 m Breite gezwängt.

Bauvorhaben

Im Jahr 1977 kommt es zur Unterzeichnung eines Staatsvertrages zwischen den Regierungen von Ungarn und der Tschechoslowakei über ein internationales Staustufensystem Gabþíkovo-Nagymaros. Der Plan sah vor, ein Doppelprojekt aus Kipp- und Schwellbetrieb entstehen zu lassen. Das Staustufensystem sollte aus vier Teilen bestehen27:

a) Stausee Hrušov-Dunakiliti mit einem Stauwehr

Auf diese Weise sollte ein 20 km langer Stausee errichtet werden, der mit einer Oberfläche von 16 km² rund 200 Millionen m³ Wasser speichern kann.

b) Kraftwerkskanal zwischen Dunakiliti und Palkovþicovo

Vom Stausee kommend verläuft der Kraftwerkskanal als künstlich angelegtes ausbetoniertes Donaubett. Es sollte 25 km lang werden und eine Breite von 300 bis 700 m haben. Das Wasser sollte so zur Staustufe Gabþikovo geführt werden und bei Palkoviþovo wieder ins ursprüngliche Bett der Donau münden. Damit spaltet sich der Kanal in 17 km Oberwasserkanal bis zur Staustufe und 8 km Unterwasserkanal bis

Slowakei-Exkursion 01.09. - 16.09.2004

zur Einmündung. Der Altarm sollte eine Menge von 50 bis höchstens 200 m³/s er- halten.

c) Staustufe Gabþíkovo (Abb. 3.14 bis 3.15)

Das Kraftwerk mit Schleusensystem sollte als Speicherkraftwerk Spitzenstrom erzeugen. Acht Kaplan-Turbinen von je 90 MW sollten bei einer maximalen Fallhöhe von 23,27 m zweimal täglich aus dem aufgestauten Wasser Strom im Schwellbetrieb zu Spitzenzeiten erzeugen. Die zwei Schleusen sollten einen Schiffsverkehr von bis zu 1.500 t Tragkraft möglich machen.

d) Staustufe Nagymaros

115 km unterhalb der Einmündung des Kraftwerkskanals in die Donau, sollte zum Ausgleich der Flutwelle die Staustufe Nagymaros entstehen. Mit sechs Turbinen sollte Strom im Sinne eines herkömmlichen Flusskraftwerkes erzeugt werden.

Ziele des Projektes waren neben der Energiegewinnung28 die ganzjährige Schiffbarmachung des Donauraumes und der Hochwasserschutz. Die Kosten als auch der Gewinn sollten zwischen beiden Staaten geteilt werden.

Die folgende Aufzählung benennt wichtige Zeitereignisse bis zum Austritt Ungarns aus dem Projekt:

-1977 tschechoslowakisch-ungarischer Staatsvertrag über die

Nutzbarmachung der Donau

-1985 Bauarbeiten werden in der Öffentlichkeit bekannt

-1986 österreichische Donaukraftwerke übernehmen den Bau des

Kraftwerks Nagymaros, da Ungarn Finanzprobleme hat

-1988 Demonstrationen in Budapest gegen das Bauvorhaben

-1989 freie Parlamentswahlen in Ungarn, Reformregierung stellt

Bauarbeiten ein29

Nachdem Ungarn die Bauarbeiten eingestellt hatte, beschließt die föderative Regierung in Prag 1991 den Plan C der Donauumleitung umzusetzen. Ein Jahr später tritt Ungarn vom Vertrag zurück.30

Slowakei-Exkursion 01.09. - 16.09.2004

Umsetzung von Plan C (Abb. 3.13)

Der Plan C wurde mit folgenden Ver- änderungen umgesetzt: Der bereits fertig- gestellte Kanal von Gabþíkovo wurde um 8 km in Richtung Bratislava verlängert, um die Donau dort anzuzapfen, wo sie noch über slowakisches Gebiet fließt. Die Zuführung erfolgt jetzt bei ýuĖovo (Abb. 3.11 und Abb. 3.12). Der Kraftwerkskanal ist heute 25 km lang und bis zu 730 m breit. Die Dämme sind 20 m hoch. Die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.11 Der ýuĖovo Komplex 1

Donau erhält noch bis zu 15 % der ursprünglichen Wassermenge, was einen Fall der Wasserstände bewirkt hat. Das Einschneidenste ist, dass doch keine Spitzenenergie, sondern Bandenergie erzeugt wird. Auf ungarischer Seite wurden alle bisher getätigten Bauten wieder zurückgestuft und der ursprüngliche Zustand wieder- hergestellt.

Seit 1992 versuchte die EU zwischen beiden Staaten zu vermitteln. Ein Jahr später wurde der internationale Gerichts- hof in Den Haag angerufen. Das Gericht empfahl 1997 die bestehende technische Variante gemeinsam zu nutzen. Es bestätigte, dass auf Grund der fehlenden Klausel auf Kündigung im Vertrag von 1977 Ungarn nicht hätte kündigen dürfen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.12 ýuĖovo Komplex 2

Aber das Gericht bestätigte auch, dass die Variante C der Slowakei ein unilaterales Abkommen ist und ohne ungarische Beteiligung gebaut wurde. Das Urteil steht für das Prinzip der „guten Nachbarschaft“ und der gemeinsamen Nutzung. Ab dem 13. Januar 2004 gab es eine Erneuerung der Gespräche zwischen beiden Staaten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3.13 Plan C - Wasserkraftwerk Gabþíkovo [Quelle: LEHOTSKÝ 1996, S. 20.]

Probleme / Einwände gegen das Projekt 31 :

Das Bauprojekt änderte alle im Ökosystem Aue wirkenden Faktoren, das gespeist wurde vom dynamischen Gleichgewicht der episodischen Wasserschwankungen. Mit dem Kraftwerk entstanden ökologisch, ethnisch, wirtschaftlich und staatspolitisch unterschiedliche Interessenfelder, die gegeneinander aufgebracht wurden. Der erste Blick richtet sich auf die ökologischen Folgen. Für das Schwemmland bedeutet die neue Situation, dass die hydrologische Dynamik verloren gegangen ist. Die Wasserstände im alten Flussbett sind gefallen und ein Teil der Auenwälder droht auszutrocknen, was zu einer Gefährdung der bestehenden Tier- und Pflanzen- gemeinschaften führt. Ungarische Messungen ergaben, dass der Grundwasser- spiegel bereits um 1 bis 1,5 m gesunken ist. Ein weiteres Problem ist die Akkumulation von Sedimenten im Hrušov-Dunakiliti Stausee. Bei verschmutzten Sedimenten besteht die Gefahr, dass Keime und Schadstoffe aus dem stehenden Gewässer durch Versickerung in das Grundwasser gelangen.

Bezug nehmend auf den Faktor Boden kam es durch den Bau direkt zu Flächenverlusten und indirekt durch die Veränderung des Wasserhaushaltes zu einer Ver- änderung der Vegetation, so dass fruchtbare landwirtschaftliche Böden verloren gingen. Parallel dazu konnten aber durch den Bau von Bewässerungsanlagen land-

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Abb. 3.14 Kanalstufe Gabþíkovo

wirtschaftlich nutzbare Flächen durch künstliche Bewässerung weitergenutzt werden. Eine Auswirkung, die bei der Fahrt von ýuĖovo nach Gabþíkovo auffällt, ist die baumlose und steril-monotone Uferbefestigung. Durch den Bau wurden 4.000 ha Auenwald zerstört. Nach ungarischen Angaben drohen weitere 42.000 ha Auenwald durch Wassermangel verloren zu gehen.32

Neben den ökologischen Problemen gibt es auch wirtschaftliche Einwände, besonders auf Seiten der vor Ort lokalisierten Bevölkerung. Für sie gingen Einnahmen aus der Fischerei verloren und auch der Ackerbau ist eingeschränkt worden, wenn auch durch den Hochwasserschutz auf der anderen Seite intensivere Land- wirtschaft praktiziert werden kann. Die Ortschaften Dobrohšt', Vojka Abb. 3.15 Schleusenbetrieb in Gabþíkovo

nad Dunajom und Bodíky sind zwischen Kanal und Donau eingeschlossen und es wird geschätzt, dass es in den nächsten Jahren zu einer erhöhten Abwanderung kommen wird.

Trotz dieser oben benannten, ökologisch bedenklichen Folgeerscheinungen wurde das Kraftwerk gebaut und so die ökologischen Bedingungen des Schwemmlandes stark beeinträchtigt. Für die Slowakei war der Bau des Kraftwerkes von großer Bedeutung. Nach 1948 war die Slowakei einseitig auf energieintensive Produktionsstufen, auf Rüstungsindustrie33 und auf den Außenhandel mit dem ehemaligen Ostblock ausgerichtet. Mit der Unabhängigkeit von Tschechien stoppten die Nettotransferleistungen. Das Kraftwerk stand folglich für eine Verminderung der Energieabhängigkeit von Tschechien und war gleichzeitig ein slowakisches Prestige- projekt zur Demonstration nationaler Stärke. Auch wenn das Kraftwerk keine erhoffte Spitzenenergie erzeugt, sondern nur Bandbreite, wie bereits Atomanlagen und Braunkohle, so bringt die Anlage auch einige weitere Vorteile mit sich. Das Kraftwerk erspart 4 Mio. t Braunkohle und 1,4 Mio. t Erdöl pro Jahr, ermöglicht Hoch- wasserschutz, eine ganzjährige Schifffahrt und neue Möglichkeiten für Freizeit und Sport, wie die Kanuanlage bei ýuĖovo unter Beweis stellt.

Doch auf ungarischer Seite zählten die ökologisch heute noch nicht zu belegenden Folgen mehr. Für Ungarn war der Konflikt vor allem ein ökologischer Konflikt mit starken sozialen und ethnischen Komponenten. Ungarn argumentierte gegen den Bau, da die zu erwartenden ökologischen Folgen eindeutig negativ und auch irreversibel erschienen. Auf slowakischer Seite ist dies nicht bewiesen. Eine wirklich „unabhängige“ Untersuchung steht noch aus.34 Neben dem Faktor der Neutralität ist bei der Betrachtung eine Abwägung zwischen Artenzerstörung auf der einen Seite und sauberer Stromproduktion auf der anderen Seite sehr schwer durchführbar. Ob der Staat die Nachteile und Veränderungen in der Natur akzeptiert bzw. in Kauf nimmt, ist letztendlich eine politische Entscheidung.35

4. Tag Sonnabend, 04.09.2004

Route: Bratislava - Stupava - Pernek - Rohožnik - Sološnica - Myjava - Mit dem Hügel Koliba in Bratislava nimmt der Gebirgszug der Karpaten an der Donau seinen Anfang. Die niedrigen Höhen von 500 bis 700 m bestimmen das Relief der Kleinen Karpaten.36

Das westliche Vorland der Kleinen Karpaten ist durch fluviale Sedimente und Schwemmkegel gekennzeichnet.

1. Standort Roho ž nik

Der Standort ist eine Düne bei Rohožnik in der Záhorská nižina (Záhorská Tiefebene). Diese Ebene ist ein mit quartären Sedimenten aufgefüllter Teil des Wiener Beckens. Während des Periglazials kam es aufgrund fehlenden Bewuchses zur Ausblasung des Feinstmaterials. Das zurückbleibende Material akkumulierte am Standort und bildete würmzeitliche Dünen. Der östliche Rand der Dünen entstand durch die Ausspülung der Flüsse, welche parallel zu den Kleinen Karpaten nach Süden entwässerten. Diese feuchten Depressionen sind auch heute noch erhalten und durch feuchte Schwarzerden gekennzeichnet. Diese werden in der Umgebung von Malacky im Rahmen des Gemüseanbaus landwirtschaftlich genutzt. Durch die feuchten Depressionen werden die Dünen in ihrer Wanderung eingeschränkt. Die Vegetation auf den Dünen besteht vorrangig aus Kiefern, da diese sich auch an trockenen und nährstoffarmen Standorten halten können. Durch die Kiefern- vegetation werden die Dünen stabilisiert.

Im Zentralbereich der Zahorská nižina sind die quartären Terrassen mit Sand bedeckt, worauf sich Regosol und Eisenpodsol gebildet haben. Die Depression besteht aus Torfboden und feuchten Schwarzerden.

[...]


1 Alle folgenden Datenangaben dieses Kapitels beziehen sich auf den Stand vom April 2003 und auf folgende Quelle: AWS 2004, S. 22.

2 Lexikon der Geowissenschaften (CD-ROM für Windows 98). 2002, Spektrum.

3 Vgl. Protokoll zur Exkursion Tschechien-Slowakei-Österrich-Ungarn. 1998, S. 7.

4 Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. (Jahr). Titel. Stand: URL:http://www.geologie2.bayern.de [Abrufdatum: 14.10.2004].

5 Ebd.

6 Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. (Jahr). Titel. Stand: URL:http://www.geologie2.bayern.de [Abrufdatum: 14.10.2004].

7 Ebd.

8 Vgl. BAATZ, 2004, S. 26.

9 Pecuch, M (2004): PlzeĖ - Das Zentrum der Region. Historische Übersicht. Stand: 12.08.2004. URL: http://www.info.plzen-city.cz. [Abrufdatum: 14.10.2004].

10 VanČk, E. (2004): PlzeĖ - Sehenswürdigkeiten. Stand: 13.12.2003. URL http://www.info.plzen-city. cz. [Abrufdatum: 14.10.2004].

11 Die Ortschaft Devínska Nova Ves hat rund 15.000 Einwohner.

12 Die Morava entspringt im Riesengebirge und hat eine Gesamtlänge von 358 km. Vgl. SPENGLER 2004, S. 20.

13 Vgl. JAEGGI 2003, S. 16.

14 Aus der keltischen Zeit stammen die ersten Münzen der Slowakei. Es handelt sich dabei um Silber- münzen, so genannte Biatec-Münzen, die auf eine produktive keltische Münzerei Rückschlüsse zu- lassen.

15 Vgl. HOLUBANSKA u. a. 1991, S. 8-12.

16 Im 15. Jahrhundert war die Burg im Besitz der Herren von Gara. Danach folgten als Besitzer die Herren von Sv. Jur und Pezinok und von 1527 bis 1605 die Familie Báthory. Vgl. MESTKÉ MÚZEUM BRATISLAVA [Hrsg.] (o. J.): Eintrittskarte für die Burg Devín.

17 L’udovít Štúr ist Schriftsteller und Sprachreformer und lebte von 1815-1856. Vgl. HOFER 2003, S.35.

18 Vgl. HOFFMANN, U. (2002): Die Slowakei. Das Land im Herzen Europas. Stand: 02.05.2004. URL: http://www.ulliswelt.com/dateien/htm/frame_new.htm [Abrufdatum: 19.10.2004].

19 Vgl. HOLUBANSKA u. a. 1991, S.125.

20 Vgl. HUMPHREYS 1997, S.475.

21 Vgl. FIALA u.a. 1995, S. 7-13.

22 Vgl. SPENGLER 2004, S. 20.

23 Zur Siedlungsgeschichte von Bratislava siehe Tag 5.

24 Die südliche Kleine Schütt liegt zwischen der Moson-Donau und der Alt-Donau und ist 450 km² groß.

25 Die Große Schütt liegt zwischen der Alt-Donau und der Kleinen bzw. Waag-Donau und ist als größte Flussinsel Europas 1.885 km² groß.

26 Das Wort alluvial steht für die Ablagerungen, die durch Anschwemmungen entstanden sind.

27 Siehe Abbildung.

28 Die Energiegewinnung hatte für die Tschechoslowakei und später für die Slowakei oberste Priorität, da die Slowakei davor auf Stromimporte aus der ehemaligen Sowjetunion und aus Tschechien angewiesen war. Heute ist die Slowakei sogar Exporteur von Strom.

29 Die Regierung einigt sich mit Österreich auf 220 Mio. $ Entschädigung.

30 Vgl. NEMERKÉNYI 1990, S.346-350.

31 Eine gute Reflexion über die damals noch bevorstehenden Probleme gibt folgender Aufsatz wieder: LÖSING, J. (1989): Ökologische Probleme des Donau-Staustufensystems Gabþíkovo-Nagymaros (ýSSR-Ungarn). In: Natur und Landschaft, 64. Jg., H.2, S. 64-67. Aktuelle Unter suchungen laufen besonders über den Geographen Alexander Zinke aus Österreich.

32 Vgl. KLÖTZLI 1993, S. 6-8. Wie viel Auenwald sterben wird hängt u. a. auch von der Wassermenge ab, die der Donauarm erhalten wird. Mit einem weiteren Verlust ist auf jeden Fall zu rechnen.

33 Siehe 13. Tag 2. Standort.

34 Jeder Staudamm verändert das Artenspektrum von Flora und Fauna in Fluss und Tal radikal. Nicht zu vergessen ist, dass auch neue Lebensräume durch den Stausee mit einer eigenen Flora und Fauna entstehen.

35 Eine gute Zusammenfassung über den Konfliktstoff gibt das Werk: KLÖTZLI, S. (1993): Der slowa- kisch-ungarische Konflikt um das Staustufenprojekt Gabþíkovo. Zürich, Bern.

36 Vgl. HOFER 2003, S.35.

Ende der Leseprobe aus 124 Seiten

Details

Titel
Slowakei - Ein geographischer Exkursionsbericht
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Auslandsexkursion
Note
1,0
Autoren
Jahr
2004
Seiten
124
Katalognummer
V152515
ISBN (eBook)
9783640642700
ISBN (Buch)
9783640642557
Dateigröße
4162 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr detaillierte regionalgeographiesche Arbeit über die Slowakei. Physiogeographische und anthropogeographischen Betrachtungen finden gleichermaßen Berücksichtigung. Der Exkursionsbericht wurde ausgezeichnet und fand im Geographischen Institut große Beachtung.
Schlagworte
Slowakei, Exkursion, Exkursionsbericht, Protokoll, Geographie, Bratislava, Hohe Tatra, Regionale Geographie, Wirtschaftsgeographie, Bevölkerungsgeographie, Transformation
Arbeit zitieren
Ron Klug (Autor)Kristin Eusert (Autor)Doreen Fuhrmann (Autor)Constance Kurschat (Autor), 2004, Slowakei - Ein geographischer Exkursionsbericht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152515

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