Ulrich Oevermann behandelt in seinem Beitrag „Modell der Struktur von Religiosität“ das objektiv gegebene Strukturproblem der Individuierung. Mit diesem Beitrag liefert er gleichzeitig eine Möglichkeit die Entwicklung von Identität zu erklären. Wie sich Identität nach Oevermann nun entwickelt, soll das zentrale Thema dieser Hausarbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Krisenbegriff und die Kategorie der Endlichkeit.
- Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung.
- Das Charisma .....
- Der Bewährungsmythos.......
- Fazit
- Literaturverzeichnis.....
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Identitätstheorie Ulrich Oevermanns, die er im Rahmen seines „Modells der Struktur von Religiosität“ entwickelt. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Identität nach Oevermann entwickelt und welche Rolle die Kategorien Endlichkeit, Krise und Bewährungsmythos dabei spielen.
- Der Krisenbegriff und die Kategorie der Endlichkeit
- Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung
- Das Charisma als Bewältigungsmechanismus
- Der Bewährungsmythos als Grundlage für Identität
- Die Rolle von Sprache und Kultur bei der Entwicklung von Identität
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung
Die Einleitung gibt einen Überblick über verschiedene Ansätze zur Erklärung von Identität, darunter Goffman, Erikson, Mead und Habermas. Diese Ansätze dienen als Ausgangspunkt für die Betrachtung von Oevermanns Theorie. Oevermann geht in seinem Modell von der „Dialektik von Endlichkeit und Unendlichkeit“ aus, um die Herausforderungen der Individuierung zu erklären.
2. Der Krisenbegriff und die Kategorie der Endlichkeit
Oevermann definiert die Krise als eine Entscheidungskrise, die aus dem Bewusstsein der eigenen Endlichkeit resultiert. Das Individuum ist gezwungen, Entscheidungen zu treffen, die seine Zukunft bestimmen. Die Endlichkeit des Lebens führt zu der Existenzfrage: Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich?
3. Entscheidungszwang und Begründungsverpflichtung
Die Konstruierbarkeit hypothetischer Welten führt zu einem Entscheidungszwang. Das Individuum muss sich für eine Alternative entscheiden, wobei jede Nicht-Entscheidung ebenfalls eine Entscheidung darstellt. Der Entscheidungszwang resultiert aus dem Bewusstsein der Begrenztheit des Lebens und der Unaufschiebbarkeit des Entscheidungsproblems.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Identität, Krise, Endlichkeit, Entscheidungszwang, Bewährungsmythos, Charisma, Sprache, Kultur und Individuierung. Oevermanns Modell der Struktur von Religiosität bietet einen Rahmen für die Analyse dieser Themen und zeigt auf, wie diese miteinander in Beziehung stehen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Strukturproblem der Individuierung nach Oevermann?
Es beschreibt die Herausforderung des Individuums, angesichts der eigenen Endlichkeit und des sozialen Entscheidungszwangs eine konsistente Identität zu entwickeln.
Welche Rolle spielt die „Endlichkeit“ für die Identität?
Das Bewusstsein der Begrenztheit des Lebens zwingt den Menschen zu existentiellen Entscheidungen, die seine Lebensgeschichte und damit seine Identität definieren.
Was versteht Oevermann unter einem „Bewährungsmythos“?
Ein Bewährungsmythos ist eine tief verwurzelte Erzählung oder Überzeugung, die dem Individuum hilft, seine Identität in Krisenzeiten zu begründen und zu festigen.
Wie hängen Krise und Entscheidung zusammen?
Jede Krise ist eine Entscheidungskrise; da Nicht-Entscheiden ebenfalls eine Wahl darstellt, ist das Individuum permanent verpflichtet, sein Handeln zu begründen.
Was ist „Charisma“ in Oevermanns Identitätstheorie?
Charisma dient als Bewältigungsmechanismus, der es ermöglicht, in unsicheren Situationen handlungsfähig zu bleiben und Entscheidungen eine besondere Legitimität zu verleihen.
- Arbeit zitieren
- Ron Klug (Autor:in), 2003, Identität, Krise und Bewährungsmythos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152541