Tai Chi Chuan

Meditations- und Gesundheitspraktiken


Seminararbeit, 2004
9 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Geschichtliche Entwicklung des Tai Chi Chuan

2. Philosophische Grundlagen des Tai Chi Chuan

3. Ubungen des Tai Chi Chuan
a) Der Tai-Chi-Grundschritt
b) „Bewege die Hande wie Wolken am Himmel“

4. Gesundheitliche Aspekte

5. Kritik und Anwendungsfehler des Tai Chi Chuan

6. Literaturverzeichnis

1. Geschichtliche Entwicklung des Tai Chi Chuan

Das Tai Chi Chuan ist ein Bewegungssystem der traditionellen chinesischen Medizin. Seinen Ursprung hat es in den mehrere Jahrtausende alten daoistischen Meditations- und Gesundheitspraktiken und Kampfkunsten des alten China.[1]

Chan San Feng gilt jedoch als der eigentliche Begrunder des Tai Chi Chuan. Im 12. Jhd. entwickelte er aus den verschiedenen daoistischen Wurzeln einen Stil des „Inneren Boxens“. Insgesamt gibt es heute 5 Tai Chi Stile. Der wohl wichtigste und bekannteste Stil ist der Chen-Stil und wurde von der Chen-Familie in der zentralchinesischen Provinz Henan entwickelt. Chen Wan Ting (1597-1664) hatte an der Entwicklung des Tai Chi Chen-Stils grofien Anteil. Er leistete die Zusammenfassung und Systematisie- rung verschiedener Kampfkunsttechniken. Der heute weit verbreitete Yang-Stil geht auf Yang Lu Chan (1799-1872) zuruck.[2]

Yang Lu Chan wollte sich, so die Legende, von der Chen Familie im Tai Chi unterrichten lassen. Da die Weitergabe des Wissens jedoch nur an Familienmitglieder erfolgen durfte, blieb ihm diese Moglichkeit versagt. Daraufhin liefi Yang Lu Chan sich als Knecht bei der Chen Familie anstellen. Bei jeder Gelegenheit beobachtete er daraufhin Mitglieder der Familie bei der Ausubung und beim Training der Tia Chi Praktiken. Heimlich versuchte er die Techniken nachzuahmen, bis er dabei ertappt wurde. Nach einigem Zogern konnte Yang Lu Chan durch seine Geschicklichkeit und seinen Eifer uberzeugen. Es gelang ihm dadurch in die Chen Familie als Schuler aufgenommen zu werden und uber 30 Jahre lang die Technik des Tai Chi zu studieren.[3] Yang Lu Chan gilt bis heute als einer der wichtigsten Meister des Tai Chi Chuan. Er entwickelte die Technik weiter, so dass das Tai Chi einen Funktionswandel von der Selbstverteidigung zur Gesundheitsubung vollzog. Der Yang-Stil wurde nun innerhalb der Yang Familie von Generation zu Generation weitergegeben und dadurch standig weiterentwickelt. Das Bewegungssystem ist also nicht starr und unabanderlich festgeschrieben, sondern entwickelt sich dynamisch durch die Lehr- und Praxiserfahrungen der einzelnen Generationen.[4]

Der traditionelle Yang-Stil besteht aus 85 Sequenzen. Eine Sequenz ist eine speziell festgelegte Bewegungsabfolge. Fur die Ausubung der traditionellen Technik benotigt man ungefahr 25-30 Minuten. Die einzelnen Bewegungsbilder sind jedoch teilweise sehr komplex und nur schwer zu erlernen. Die Verbreitung des Tai Ci Chuan war aus diesem Grund nur gering und schwer moglich. In den 1950er Jahren beauftragte daher das Regierungssportkomitee der VR China verschiedene chinesische Tai Chi Meister mit der Entwicklung einer leichter erlernbaren Form.[5] Ergebnis war die Peking Form, die sich nunmehr aus nur noch 24 Sequenzen zusammensetzte. Dadurch erhielt das Tai Chi Chuan eine bessere Verbreitungsfahigkeit und konnte sich in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt in anderen Landern, speziell in der westlichen Welt entwickeln.[6]

Der grofite Teil der Tai Chi Lehrer in Deutschland wurde vom IFBUB, dem Institut fur Bewegungslehre und Bewegungsforschung, ausgebildet. Bei den mittlerweile uber 300 Lehrern kann man Tai Chi in speziellen Kursen erlernen. Seine hauptsachliche Verbreitung hat das Tai Chi jedoch nach wie vor in der VR China und auf Taiwan.[7]

2. Philosophische Grundlagen des Tai Chi Chuan

Die philosophischen Grundlagen des Tai Chi Chuan sind in erster Linie im Daoismus und teilweise auch noch im Konfuzianismus zu suchen. Der Daoismus baut auf dem „Dao“ und dem „Te“ auf. Ubersetzt bedeutet „Dao“ das Absolute, welches das Universum und die Dinge der Welt hervorbringt. Unter dem „Te“ versteht man das Wirken des „Dao“ in der Welt. Der Daoismus ist keine Religion im herkommlichen Sinn, welche den Glauben an einen Schopfergott hat, sondern eine philosophisch begrundete Weltanschauung, die praktische Lebenshinweise gibt. Diese Lebenshinweise beruhen auf Beobachtungen naturlicher Vorgange und Prozesse. Der Daoismus konzentriert sich auf das Jetzt und ist nicht daran interessiert, was mit einem Menschen nach dessen Tod passiert. Das so genannte Daodejing ist das Buch des Daoismus. Es beinhaltet Aussagen zu einer rechten Lebensfuhrung im Sinn des Daoismus sowie zu Gesundheit bzw. Krankheit.

Eine weitere philosophische Grundlage des Tai Chi Chuan ist das Yin Yang Denken. Yin und Yang sind ineinander verschlungen und bilden eine Einheit, einen Kreis. Yin bildet den schwarzen Anteil, Yang den Weifien. Beiden werden jeweils Gegenstande bzw. Adjektive zugeschrieben, dem Yin etwa die Worter negativ, weiblich, dunkel, Nacht und dem Yang positiv, mannlich, hell, Tag. Diese Zuordnung sollte jedoch nicht als gegensatzlich oder gar negativ aufgefasst werden, sondern als eine Art Einheit verstanden werden. Beide bedingen einander, das eine, zum Beispiel die Nacht, ware ohne den Tag nicht vorhanden und umgekehrt. Betrachtet man das Yin Yang Symbol genauer, so stellt man fest, dass in der starksten Auspragung des Yin und in der starksten Auspragung des Yang jeweils schon der Keim, in Form eines kleineren Kreises, des anderen vorhanden ist. Fur das Wohlbefinden und die Gesundheit eines Menschen ist laut des Yin Yang Denkens wichtig, dass sich beide im Gleichgewicht und Harmonie befinden. Aufgrund der positiven Wirkung des Tai Chi Chuan auf den menschlichen Korper und Geist, ist Tai Chi Chuan ein Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin, kurz TCM genannt. In der TCM ist es wichtig, dass es einen freien Fluss der vitalen Energie „Chi“ gibt, um sich wohl zu fuhlen und in einem Gleichgewicht zu sein. Ist jedoch eine Chi Blockade vorhanden, soll Tai Chi Chuan helfen, den freien Fluss des Chi’s wieder herzustellen.

Abschliefiend kann zu dem Punkt 4 gesagt werden, dass Tai Chi Chuan durchaus auch ausgefuhrt werden kann, ohne das philosophische Hintergrundwissen zu haben bzw. hinter diesem zu stehen. Um jedoch eine optimale Wirkung erzielen zu konnen, sollte auch die Philosophie dieser Entspannungstherapie mit einbezogen werden.

3. Ubungen des Tai Chi Chuan

Die Bewegungssequenzen des Tai Chi Chuan bestehen aus uberwiegend langsamen und fliefienden Bewegungen. Entlehnt wurden die Bewegungen aus der Tierwelt, der Arbeitswelt und von Kampfkunsthandlungen. Es gibt Soloformen und Partnerubungen, Übungen mit der leeren Hand und Übungen mit Übungsgeräten, wie zum Beispiel Stock, Fächer, usw. Hier sollen zwei Übungen kurz vorgestellt werden.

[...]


[1] Moegling, 2002, S. 12

[2] ebd., S. 12

[3] Oster, 1997, S. 16

[4] Moegling, 2002, S. 13

[5] Moegling, 2002, S. 19

[6] ebd., S.19

[7] ebd., S. 9-10

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Tai Chi Chuan
Untertitel
Meditations- und Gesundheitspraktiken
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Pädagogik)
Veranstaltung
Körperliche und seelische Entspannung“
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V152543
ISBN (eBook)
9783640643431
ISBN (Buch)
9783640643158
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Meditation, Entspannung, Tai Chi, Gesundheit, Bewegung
Arbeit zitieren
Ron Klug (Autor), 2004, Tai Chi Chuan, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152543

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