Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Region: USA

Der amerikanische Neokonservatismus - ein "starker" Wilsonismus?

Titel: Der amerikanische Neokonservatismus - ein "starker" Wilsonismus?

Bachelorarbeit , 2008 , 44 Seiten , Note: 2.0

Autor:in: Alexis Fourmont (Autor:in)

Politik - Region: USA
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Zwar sind die Absichten des Präsidenten Wilson nach dem ersten Weltkrieg gescheitert, aber sie entsprangen dem Willen, eine neue moralischere zwischenstaatliche Ordnung zu schaffen. Die bedeutendsten Aspekte seiner „vierzehn Punkte“ waren der Versöhnungsfrieden, die Moralisierung des Konzerts der Nationen und das Ende des Imperialismus, die Gleichheit zwischen den Völkern, ihre Selbstbestimmung, die „open door policy“, der freie Handel und die Schaffung des Völkerbundes, das Völkerrecht, der Vorzug der öffentlichen Diplomatie gegenüber der geheimen und der Multilateralismus. Deshalb sei der Status quo in internationalen Beziehungen überhaupt nicht wünschbar und viel gefährlicher als der Wechsel. Micheal Ledeen benutzt in diesem Zusammenhang Schumpeters Begriff der „kreativen Zerstörung“, wenn er vom internationalen Vorgehen der USA spricht. „In der Welt sind wir“, sagt er, „eine große revolutionäre Gesellschaft und wir wollen die Revolution. Wir wollen nicht die Stabilität. Wir wollen die Tyrannen zu Fall bringen.“ Er möchte nicht nur Regierungswechsel, sondern auch Regimewechsel. Nach dem Forscher spielen Ideen und besonders die amerikanischen, wie Menschenrechte, Demokratie und Freiheit, eine entscheidende Rolle . Aus realistischer Perspektive erscheint dies umso paradoxer, als die Vereinigten Staaten von Amerika das internationale System dominieren. Der Begünstigte der aktuellen zwischenstaatlichen Situation lehnt den Statut quo ab, um die Welt zu verbessern. Es existieren viele Ähnlichkeiten zwischen dem Wilsonismus und dem Neokonservatismus. Aber gibt es eine Verbindung zwischen diesen beiden Strömungen? Ist der erste die Ursache des zweiten? Handelt es sich beim Neokonservatismus um einen „starken Wilsonismus“ ? Oder kann man, wie Charles Krauthammer, von einem „democratic realism“ oder „democratic globalism“ , also von einem pragmatischen Wilsonismus, sprechen? Anders gesagt, kann man von einem „Wilsonismus mit Anabolikum“ sprechen, der die Effektivität und deshalb die Legitimität des Völkerrechts anzweifelt, um die Ausweitung der offenkundig universellen Prinzipien der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu rechtfertigen? Hat Pierre Hassner Recht, wenn er von einen “wilsonisme botté“ , einem “gestiefelten“, also gewalttätigen Wilsonismus spricht? Wenn auch der Neokonservatismus in Tradition des Wilsonismus steht (I), ist diese Verbindung trotzdem ambivalent (II).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I) Der Neokonservatismus als direkter Erbe des Wilsonismus

A) Theoretische Grundlage

1) Die Grundwerte der Unabhängigkeitserklärung 1776

2) Die beschränkte Regierungsmacht

B) Außenpolitische Orientierungen

1) Die Verweigerung des Isolationismus

2) Die Verweigerung des Realismus

3) Die Verweigerung des Zusammenpralls der Kulturen

C) Normative Zielsetzungen:

1) Der Weltfriede

2) Die Weltsicherheit

3) Das Streben nach Moral in internationalen Beziehungen

II) Der Neokonservatismus als ambivalenter Erbe des Wilsonismus

A) Der Multilateralismus Wilsons

1) Die 14 Punkte

2) Die Demokratisierung der Welt und der Handel

3) Der Völkerbund

B) „Multilateralism when we can, unilateralism when we must”

1) Die Skepsis der Neokonservativen bezüglich der Effektivität der internationalen Organisationen und Regelungen

2) Die Unipolarität der Welt

3) Die Notwendigkeit der „Moral Clarity“

4) Die gerechten Kriege

5) Die Transformationsdiplomatie

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung zwischen dem historischen Wilsonismus und dem modernen amerikanischen Neokonservatismus. Dabei wird analysiert, inwiefern der Neokonservatismus als direkte Fortführung oder als ambivalente Abwandlung wilsonscher Prinzipien betrachtet werden kann, insbesondere im Hinblick auf den Anspruch zur globalen Demokratieförderung und die Anwendung militärischer Macht.

  • Theoretische Grundlagen und Grundwerte des amerikanischen Wilsonismus
  • Gegenüberstellung von Idealismus (Wilsonismus/Neokonservatismus) und Realismus in der Außenpolitik
  • Die kritische Haltung der Neokonservativen gegenüber multilateralen Institutionen
  • Die Konzepte der „Moral Clarity“, des „gerechten Krieges“ und der „Transformationsdiplomatie“

Auszug aus dem Buch

Die Notwendigkeit der „moral clarity“

“We, so Condoleezza Rice, on the right side of freedom’s divide have an obligation to help those who unlucky enough to have been born on the wrong side of this divide. […] If we make the pursuit of global freedom the organizing principle of the 21th century, we will achieve historic global advances for justice and prosperity, for liberty and peace.”77 Um die Moralisierung des Konzerts der Nationen zu erreichen, sei die amerikanische Gewalt mehr als notwendig. Außerdem behauptet Max Boot, dass eine demokratische Welt kein Wahnsinn sei.78 „Morality in foreign policy“ ist alles, was William Kristol und Robert Kagan wollen79.

Die Außenpolitik des Präsidenten Ronald Reagan entspreche dem Ideal. Deswegen haben die beiden Autoren eine „neo-reaganite foreign Policy“ im Jahre 1996 verteidigt. Die Vereinigten Staaten von Amerika hätten die Möglichkeit, die Führungsmacht einer „benevolent global hegemony zu sein. Having defeated the "evil empire," the United States enjoys strategic and ideological predominance. The first objective of U.S. foreign policy should be to preserve and enhance that predominance by strengthening America's security, supporting its friends, advancing its interests, and standing up for its principles around the world.”

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die missionarische Rolle der USA in der Welt ein und beleuchtet die ideologischen Wurzeln des Neokonservatismus, die sich an der messianischen Tradition Wilsons orientieren.

I) Der Neokonservatismus als direkter Erbe des Wilsonismus: Dieses Kapitel erläutert die gemeinsamen theoretischen und außenpolitischen Fundamente, wie den Glauben an universelle Freiheit und die Ablehnung von Isolationismus und Realismus.

II) Der Neokonservatismus als ambivalenter Erbe des Wilsonismus: Der zweite Teil analysiert die Spannungsfelder zwischen Wilsonismus und Neokonservatismus, insbesondere bezüglich des Multilateralismus, der Effektivität internationaler Organisationen und neuer Instrumente wie der Transformationsdiplomatie.

Schluss: Das Fazit stellt fest, dass eine deutliche, wenn auch ambivalente Verbindung besteht, wobei insbesondere der Irak-Krieg als Testfall für die neokonservative Strategie im 21. Jahrhundert dient.

Schlüsselwörter

Neokonservatismus, Wilsonismus, Demokratieförderung, Außenpolitik, USA, Multilateralismus, Hard Power, Soft Power, Transformationsdiplomatie, gerechter Krieg, moralische Klarheit, Totalitarismus, Hegemonie, internationale Ordnung, regime change.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob der amerikanische Neokonservatismus als eine Form des "starken" oder "modifizierten" Wilsonismus verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Felder sind die historische Entwicklung amerikanischer außenpolitischer Denkschulen, der Vergleich zwischen Idealismus und Realismus sowie die Rolle der USA als globale Hegemonialmacht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die ideologischen Kontinuitäten und Brüche zwischen der Tradition von Woodrow Wilson und der neokonservativen Außenpolitik unter George W. Bush herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, indem sie theoretische Konzepte (wie das Naturrecht oder die Theorie des demokratischen Friedens) mit den realpolitischen Strategien und Diskursen der Neokonservativen vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung theoretischer Grundlagen, die Analyse der Ablehnung von Realismus und Relativismus sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Instrumenten wie der Transformationsdiplomatie und dem Konzept des "gerechten Krieges".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Neokonservatismus, Wilsonismus, Demokratieförderung, Multilateralismus, "Hard Power", "Regime Change" und das Streben nach universellen Werten.

Inwiefern distanzieren sich Neokonservative von internationalen Institutionen?

Die Arbeit zeigt, dass Neokonservative internationalen Organisationen wie der UNO skeptisch gegenüberstehen, da sie diese oft als ineffektiv, bürokratisch oder sogar als moralisches Hindernis für die Durchsetzung legitimer amerikanischer Ziele betrachten.

Was bedeutet der Begriff "Transformationsdiplomatie" in diesem Kontext?

Dieser Begriff beschreibt einen Wandel in der amerikanischen Außenpolitik, bei dem Diplomaten nicht mehr nur beobachten, sondern aktiv an der Gestaltung und Reform von politischen Institutionen in anderen Ländern mitwirken, um deren Stabilität und Demokratisierung zu fördern.

Ende der Leseprobe aus 44 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der amerikanische Neokonservatismus - ein "starker" Wilsonismus?
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2.0
Autor
Alexis Fourmont (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
44
Katalognummer
V152551
ISBN (eBook)
9783640643738
ISBN (Buch)
9783640644230
Sprache
Deutsch
Schlagworte
USA Wilsonismus Menschenrechte Neocons Neokonservatismus G.W. Bush
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexis Fourmont (Autor:in), 2008, Der amerikanische Neokonservatismus - ein "starker" Wilsonismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152551
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  44  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum