Die Politik der Détente der Vereinigten Staaten von Amerika während des Kalten Krieges (1963 - 1973)


Forschungsarbeit, 2009

22 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltverzeichnis

Einleitung

I) Die Ursachen der Détente
A) Die Doktrinen der amerikanischen Diplomatie
1) Die Containment-Politik
2) Die Rollback-Politik
B) Die Krisen
1) Berlin
2) Kuba
C) Die inneren Schwierigkeiten der Blöcke
1) Der kapitalistische Block
2) Der kommunistische Block

II) Die Détente
A) Die Doktrin der graduierten Riposte von MacNamara
B) Die Konkretisierung dieser Doktrin
1) Die Sehnsucht nach dem Ost-West Dialog
2) Die Abrüstungskontrolle
3) Das Ende der Hallsteindoktrin
4) Die Détente in Asien

III) Die Détente, eine Chimäre
A) “The delicate balance of power”, oder das Ungleichgewicht des Schreckens
B) „Die heißen Kriege“ des Kalten Krieges

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

Nach dem Sieg der Alliierten über den Nazismus entstand eine neue Weltordnung, die von zwei Großmächten dominiert wurde. Es handelte sich einerseits um die Vereinigten Staaten von Amerika und andererseits um die Sowjetunion. Das Lager der Sieger war in der Tat nicht einheitlich. Zwei Strömungen existierten: der Block der liberalen Demokratien und der Block der kommunistischen Regime. Von daher erwähnte Churchill in Fulton den Eisernen Vorhang, der eine Quasi-Grenze zwischen den beiden Blöcken darstellte, weil er die Welt spaltete. Europa und der Rest der Welt wurden zum Schauplatz eines völlig neuartigen Konfliktes. In dieser Hinsicht veranschaulichte die deutsche Frage die Streitgegenstände dieses Kalten Krieges. Spannungen geschahen auch in Griechenland und in Asien. Der realistische[1] Politologe Raymond Aron kennzeichnete diese Lage folgendermaßen: „unmöglicher Friede, unwahrscheinlicher Krieg“[2].

Vor der Schaffung der Nuklearbombe gewann man den Krieg. Seit 1945 versuchte man eher, den Krieg zu vermeiden. Dies bedeutet nach der Meinung von Pierre Mélandri, dass man den Krieg vorbereitete und simulierte. Man erlebte in den Tag hinein die Apokalypse des Kriegs. Es ging darum, der Geschichte die Stirn zu bieten, bevor sie sich ereignet. So stellte sich Herman Kahn die Lage vor. Die Strategen des Kalten Kriegs mussten sich das Unvorstellbare vorstellen.[3] Zwischen 1945 und 1991 fand die Weltpolitik nicht immer nach dem gleichen Schema statt. Sie entwickelte viel und blieb nicht unveränderlich. Sie hing von vielen Faktoren wie namentlich den Ideologien, den Kräfteverhältnissen, den Machtwechseln und der Wirtschaft ab. Die Phasen der Turbulenzen wechselten mit den Phasen der Annäherung ab. Was trug zur Détente bei? Welche Elemente führten dazu, dass sie letztendlich scheiterte? Ist es überdies möglich die Entspannung als eine Fiktion zu betrachten?

Ein bestimmter Kontext führte zum Kalten Krieg (I) und a fortiori zur Entspannungspolitik (II), die von einigen Autoren als eine Chimäre etikettiert wurde (III).

I Die Ursachen der Détente

A) Die Doktrinen der amerikanischen Diplomatie:

Um die sowjetische Gefahr zu kontern, erstellte die amerikanische Diplomatie eine Reihe von Doktrinen. Ziel dieser Theorien war es, ein adäquates Verhalten gegenüber der UdSSR einzunehmen.

1) Die Containment -Politik:

Diese Doktrin wurde von George Kennan erstellt. Als er Diplomat in Moskau war, schrieb er ein „ long telegram “ am 22. Februar 1946, in dem er seine Theorie erklärte. Um seinen Standpunkt weiterzuverbreiten, präzisierte er im Jahre 1947 seine Gedanken in einem Artikel „ The Sources of Soviet Conduct “ für die Zeitschrift Foreign Affairs, den er als „ M. X “ unterschrieb. Diese Doktrin behauptet, dass die sowjetischen Entscheidungen zwar von einer expansionistischen Ideologie geleitet werden. Sie seien sich aber der Begrenzung ihrer Mittel bewusst. Washington müsse eine entschiedene Politik durchführen, damit die innerstaatlichen Widersprüche der Sowjetunion augenscheinlicher werden. Ziel ist es, eine langfristige Entwicklung dieses Regimes zu begünstigen. Die sowjetische Politik wird einen vorsichtigen und permanenten Druck ausüben, um die Schwächung und den Untergang jeder rivalisierenden Macht und um Einfluss zu erreichen. Russland sei aber viel schwächer als die westliche Welt und die russische Gesellschaft beinhalte Schwäche, die letztendlich ihr Potenzial vernichten wird. Die Vereinigten Staaten von Amerika können sich also zweifellos engagieren, eine starke Politik der Eindämmung durchzuführen, um Russland überall dort eine unwandelbare Gegenkraft zu widersetzen, wo es seinen Willen zeigen wird, über die Interessen einer pazifistischen und stabilen Welt hinweg zu greifen.[4]

Die Natur dieser Doktrin war im Sinne von Kennan nicht militärisch. Am 12. März 1947 wurde diese Doktrin durch die Truman Doktrin implementiert. In der Tat wurde eine finanzielle Hilfe in Griechenland abgeglichen. Der Marshallplan stellt ein anderes Beispiel für die Durchführung dieser Theorie dar. Nach der definitiven Teilung Deutschlands und vor allem nach dem Koreakrieg nahm die Politik des Containment eine militärische Dimension an. Beispielsweise wurden viele Bündnisverträge abgeschlossen (NATO, Bagdad-Pakt, SEATO, ANZUS). Die militärische Intervention in Vietnam, die im Namen der Theorie der Dominos des Präsidenten Eisenhower geführt wurde, gehört auch zum Containment. Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika blieb während des gesamten Kalten Kriegs dieser Orientierung treu.[5]

2) Die Rollback -Politik von John Dulles:

Die Theorie der massiven Vergeltung wurde von dem Präsidenten Eisenhower sowie von dem Außenminister Dulles erarbeitet. Am 12. Januar 1954 definierte Dulles die Rolle der Nuklearwaffe. Er entschied nämlich, keine Perspektive zu vernachlässigen. Die Vereinigten Staaten von Amerika mussten dazu bereit und fähig sein, augenblickliche Repressalien auszuüben, deren Mittel, Ausmaß und Ziele enorm sein können.[6]

Eisenhower akzeptierte diese Doktrin, weil er damit zwei Gefahren entfernen konnte. Erstens handelte es sich um eine permanente Erhöhung des militärischen Budgets. Zweitens ging es um ein neues Engagement in einem begrenzten Konflikt wie des Koreakriegs. Ziel der Rollback-Politik war es, die UdSSR abzuschrecken. Dies kam einer Eindämmung durch die Bedrohung gleich. Damit die Bedrohung wirkte, sollte sie glaubwürdig sein. Deswegen vermehrte die amerikanische Regierung die Erklärungen, die ihre Entschlossenheit bewiesen. Während des Frühlings im Jahre 1953 wandte die Regierung die Bedrohung einer Benutzung der Nuklearwaffen an, um den Frieden in Korea wiederzusichern. Im Dezember 1953 erklärte Eisenhower, dass die Nuklearwaffen in den amerikanischen Armeen ein konventionelles Statut bekämen.[7]

Alles suggeriert, dass die Amerikaner nicht blufften. In der Tat bewies ein offizielles Dokument von 1953[8], dass die Vereinigten Staaten von Amerika im Rahmen eines Konflikts mit der UdSSR oder mit China bereit waren, die Nuklearwaffen anzuwenden. Die Tatsache, dass die UdSSR letztendlich diese Nuklearwaffen im August 1953 besaß, führte aber zu einer Quasi-Lähmung der Vereinigten Staaten von Amerika. Diesbezüglich bemerkte Churchill, dass die Lage ironisch war, weil die Sicherheit das direkte Ergebnis des Schreckens und das Überleben die Zwillingsschwester der Vernichtung waren.[9]

Von daher beschränkte sich die amerikanische Regierung nicht nur auf die Nuklearwaffen. Die Bedrohung eines Nuklearangriffs der Vereinigten Staaten von Amerika sollte nur Unsicherheit bei der UdSSR schaffen. Um die Sowjetunion zu kontern, setzten die USA auf Bündnisse, auf militärische und wirtschaftliche Hilfe und vor allem auf „geheime“ Handlung. Eisenhower meinte aber, dass die Anwendung von Nuklearwaffen im Rahmen eines Kriegs gegen die UdSSR sowie zur Verteidigung der Alliierten der USA notwendig wäre.[10]

B) Die Krisen:

Zwischen 1957 und 1963 erfuhr die Welt zahlreiche Spannungen, die den Iran und den Irak, sowie Vietnam, China, Indien, Algerien und Kongo betrafen. Zwei Hauptkrisen trugen dazu bei, dass eine Entspannungspolitik durchgeführt wurde. Es ist die Rede von der Berliner Krise sowie der Kubakrise.[11]

1) Berlin:

Das Wirtschaftswunder der Bundesrepublik Deutschland brachte die Bevölkerung der DDR immer mehr ein. In der Tat war das Lebensniveau der Ostdeutschen ziemlich schlecht. Um den Ausdruck der Dichterin Emma Lazarus bezüglich der Vereinigten Staaten von Amerika zu benutzen, kann man behaupten, dass Berlin für die Ostdeutschen die „Goldtür“ vom Kommunismus zur Freiheit darstellte.[12] Zwischen 1952 und 1961 wanderten 2 240 000 Ostdeutsche nach Westdeutschland aus. 75% dieser Leute waren weniger als 50 Jahre alt und hoch gebildet. Dies erschütterte das demographische und wirtschaftliche Gleichgewicht von Ostdeutschland.[13]

Im Jahre 1958 erklärte andererseits der Generalsekretär der kommunistischen Partei der DDR, Walter Ulbricht, dass der Okzident die Abkommen von Postdam verletzt habe, da Westdeutschland wieder bewaffnet wurde. Dementsprechend müssten die Westpersonen Berlin verlassen. Später prangerte Chruschtschow die Spaltung Berlins in vier Sphären an. Er strebte offiziell entweder nach einer ostdeutschen Annektierung von Berlin, oder nach einer Neutralisierung der Stadt unter der Ägide der Organisation der Vereinten Nationen. Ein getrennter Friede mit Ostberlin mit einer Frist von sechs Monaten stellte eine andere Drohung von Chruschtschow dar. Die Westpersonen blieben aber standhaft. Nach einer Folge von unvorhergesehenen Ereignissen, wie die Reise von Chruschtschow nach Amerika, einer fehlgeschlagenen Konferenz in Paris im Jahre 1960[14] und einer gewaltbereiten Anklagenrede von Krouchtchev in den Vereinten Nationen im Oktober erledigte sich diese Krise überraschend. Diese schockierende Lösung besteht im Aufbau einer Mauer am 12. August 1961. Viele nannten diese Mauer „die Mauer der Schande“, die vier Meter hoch war. Sie war 46 Kilometer lang und zählte 200 Wachtürmen, 250 Betonunterstände und 10 000 Wachmänner. Der demographische Aderlass wurde auf diese vollkommen autoritäre Weise gestoppt.[15]

2) Kuba:

Im Jahre 1962 ereignete sich die zweite schlimme Krise, die beinahe zur Erklärung eines dritten Weltkrieges beigetragen hätte. Unabhängig seit 1898 wird die Insel jedoch von den Vereinigten Staaten von Amerika wirtschaftlich gesehen dominiert. Die amerikanischen Interessen wurden dort nie von den lokalen Diktatoren in Frage gestellt. In der Tat besitzen die Amerikaner eine militärische Basis auf der Insel. Seit 1952 führte Fidel Castro einen Kampf gegen den regierenden Herrscher Batista, der von den Amerikanern letztendlich verlassen wurde. Am 31. Dezember 1958 ergriff Castro die Macht und traf in Havanna ein.[16]

[...]


[1] Châtelet, François: Dictionnaire des œuvres politiques, Paris: Presses Universitaires de France 1986. S. 34-37.

[2] « Paix improbable, guerre impossible ». Gefunden am 14/06/08 unter: http://www.geostrategie.ens.fr/international/CR-2005/compte-rendu_Sabatie.pdf.

[3] Gefunden am 15/06/08 unter: http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/xxs_0294-1759_1984_num_1_1_1766?luceneQuery=%28%28%2B%28Imaginer%29+%2B%28l%27inimaginable%29%29+AND+%28+%2Baccess_right%3A%28free%29+%29%29+AND+%28indexable_type%3Aarticlepag%3F%29&words=Imaginer&words=inimaginable&words=free&words=articlepag.

[4] Vgl. Smouts, Marie-Claude: Dictionnaire des relations internationales, Paris: Presses de Sciences Po 2003. S. 181-182.

[5] Vgl. Smouts, Marie-Claude: a. a. O. S. 182.

[6] Gefunden am 15/06/08 unter: http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/xxs_0294-1759_1984_num_1_1_1766?luceneQuery=%28%28%2B%28Imaginer%29+%2B%28l%27inimaginable%29%29+AND+%28+%2Baccess_right%3A%28free%29+%29%29+AND+%28indexable_type%3Aarticlepag%3F%29&words=Imaginer&words=inimaginable&words=free&words=articlepag.

[7] Gefunden am 15/06/08 unter: http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/xxs_0294-1759_1984_num_1_1_1766?luceneQuery=%28%28%2B%28Imaginer%29+%2B%28l%27inimaginable%29%29+AND+%28+%2Baccess_right%3A%28free%29+%29%29+AND+%28indexable_type%3Aarticlepag%3F%29&words=Imaginer&words=inimaginable&words=free&words=articlepag.

[8] Es handelte sich um die NSC 162/2 Direktive.

[9] Gefunden am 15/06/08 unter: http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/xxs_0294-1759_1984_num_1_1_1766?luceneQuery=%28%28%2B%28Imaginer%29+%2B%28l%27inimaginable%29%29+AND+%28+%2Baccess_right%3A%28free%29+%29%29+AND+%28indexable_type%3Aarticlepag%3F%29&words=Imaginer&words=inimaginable&words=free&words=articlepag.

[10] Gefunden am 15/06/08 unter: http://www.persee.fr/web/revues/home/prescript/article/xxs_0294-1759_1984_num_1_1_1766?luceneQuery=%28%28%2B%28Imaginer%29+%2B%28l%27inimaginable%29%29+AND+%28+%2Baccess_right%3A%28free%29+%29%29+AND+%28indexable_type%3Aarticlepag%3F%29&words=Imaginer&words=inimaginable&words=free&words=articlepag.

[11] Vgl. Prévot, Dominique: XXe, Le siècle des illusions, Paris: Ellipses 2001. S. 364-365.

[12] Gefunden am 14/06/08 unter: http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=6359435.

[13] Vgl. Prévot, Dominique: a. a. O. S. 364-365.

[14] Wegen der Affäre des amerikanischen Spionflugzeuges U2, den über das Territorium der UdSSR niedergeschlagen wurde, fand diese Konferenz in Paris nicht statt.

[15] Vgl. Prévot, Dominique: a. a. O. S. 364-365.

[16] Vgl. Prévot, Dominique: a. a. O. S. 365.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Die Politik der Détente der Vereinigten Staaten von Amerika während des Kalten Krieges (1963 - 1973)
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Veranstaltung
Westpolitik seit 1945
Note
1.7
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V152553
ISBN (eBook)
9783640643509
ISBN (Buch)
9783640644032
Dateigröße
542 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internationale Politik, Internationale Beziehungen, Détente, Apeasement, USA, Kalter Krieg
Arbeit zitieren
Alexis Fourmont (Autor), 2009, Die Politik der Détente der Vereinigten Staaten von Amerika während des Kalten Krieges (1963 - 1973), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152553

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