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Ausgebrannt und abgestempelt?!

Straßenkinder in Deutschland - Leben im öffentlichen Raum

Titel: Ausgebrannt und abgestempelt?!

Hausarbeit , 2009 , 21 Seiten

Autor:in: M.A. Ariane Wolfram (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit bietet einen präzisen Einblick in Zusammenhänge und Unterschiede zwischen dem Phänomen „Straßenkind“ und dem Begriff Kinderarmut, welche vor allem im Jugendhilfesystem der Bundesrepublik und speziell in der Straßensozialarbeit sehr unterschiedlichen Betrachtungswinkeln unterliegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITIONSVERSUCHE ZUM TERMINUS „STRAßENKIND“

3 MÖGLICHE URSACHEN VON „STRAßENKARRIEREN“ BEI KINDERN

4 LEBENSWELT VON STRAßENKINDERN

4.1 DROGENKONSUM UND GESUNDHEITLICHE BELASTUNGEN

4.2 DELINQUENZ & GEWALT

4.3 GESCHLECHTERVERHÄLTNIS UND SPEZIFISCHE LEBENSBEWÄLTIGUNGSSTRATEGIEN

5 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

6 SOZIALPÄDAGOGISCHES UNTERSTÜTZUNGSMANAGEMENT

6.1 LEBENSWELT- UND ZIELGRUPPENORIENTIERTHEIT

6.2 RESSOURCENORIENTIERTHEIT

6.3 EMPOWERMENT - MODELL

6.4 DAS SCHWELLENSTUFENSYSTEM

7 KRITIK AM JUGENDHILFESYSTEM

8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Schnittstellen zwischen Kinderarmut und dem Phänomen der Straßenkinder in Deutschland, um aufzuzeigen, wie das aktuelle Jugendhilfesystem auf diese Zielgruppe reagiert und wo Lücken in der Unterstützung bestehen.

  • Wissenschaftliche Einordnung von "Straßenkindern" im Kontext von Kinderarmut.
  • Analyse der Ursachen für Straßenkarrieren (Push- und Pull-Faktoren).
  • Untersuchung der spezifischen Lebenswelten und Belastungsfaktoren auf der Straße.
  • Bewertung sozialpädagogischer Unterstützungsansätze und des bestehenden Jugendhilfesystems.

Auszug aus dem Buch

4.1 Drogenkonsum und gesundheitliche Belastungen

Die Bewältigung des Lebensalltags auf der Straße ist für viele Kinder nicht ohne Drogenkonsum zu realisieren. Permien / Zink stellten in ihren Untersuchungen (1998) hierzu fest, dass beinahe alle Jugendlichen mitunter exzessiv Alkohol und Cannabis konsumierten (Permien/Zink 1998, 259). Die stofflichen Abhängigkeiten betreffen neben dem Alkohol auch Mißbrauch von Psychopharmaka, Amphetaminen bis hin zum Heroinkonsum (Napolitano 2005, 76). Drogen ansich haben hierbei sehr vielschichtige Funktionen. So „können Sorgen und Nöte zumindest zeitweise verdrängt werden“, wie u. a. psychosoziale Belastungen, die sich in Angst, Ekel, Frust, Wut, Perspektivlosigkeit und Langeweile äußern (ebd., 76).

Auch Stressbelastungen, wie die permanente Suche nach einem Schlafplatz und nach Einnahmequellen werden dadurch abgefedert. (ebd., 76) Der Rausch sorgt gleichermaßen „für Spaß, Spannung, Abwechslung, bietet Platz für kurzzeitige Fluchten in Traumwelten sowie Schutz vor Kälte, ist Identifikationsmerkmal und steht für unterschiedliche subkulturelle Phillosophien“ (ebd., 77). Ein Gebrauch von Drogen ist gleichwohl abhängig von der Szenengruppierung und „demonstriert die Gruppenzugehörigkeit ebenso wie die Abgrenzung zu anderen Cliquen“, darum herrscht ein hoher Anpassungsdruck unter den einzelnen Gruppenmitgliedern (ebd., 76). In Bahnhofsgegenden mischen sich verschiedene Szenen, so dass ein manifester Abrutsch in stoffliche Abhängigkeiten schneller und häufiger geschieht als in anderen, nicht zentralen Szenen (Permien / Zink 1998, 218). Mitarbeiter der sozialpädagogischen Nothilfeeinrichtung „Freezone“ in Mannheim beobachteten, dass nur die wenigsten Straßenkinder von massiven stofflichen Abhängigkeiten bedroht seien (Napolitano 2005, 77). Allerdings ist hierbei unklar, ob von dieser und anderen Einrichtungen auch Kinder erreicht werden, die unter schweren stofflichen Abhängigkeiten leiden und Hilfe vielleicht am nötigsten bräuchten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Unterrepräsentation von Straßenkindern in der Kinderarmutsforschung und formuliert die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse sozialpädagogischer Unterstützung.

2 DEFINITIONSVERSUCHE ZUM TERMINUS „STRAßENKIND“: Dieses Kapitel diskutiert die mediale und wissenschaftliche Begriffsfindung und kritisiert die stigmatisierende Verwendung des Terminus.

3 MÖGLICHE URSACHEN VON „STRAßENKARRIEREN“ BEI KINDERN: Hier werden die vielschichtigen Hintergründe von Straßenkarrieren, unterteilt in Push- und Pull-Faktoren, untersucht.

4 LEBENSWELT VON STRAßENKINDERN: Das Kapitel beschreibt den Alltag auf der Straße, inklusive der spezifischen Problematiken wie Drogenkonsum, Gewalt und unterschiedlicher Lebensbewältigungsstrategien.

5 RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN: Es wird die Rolle des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG) analysiert und aufgezeigt, warum trotz rechtlicher Ansprüche viele Kinder durch das Hilfenetz fallen.

6 SOZIALPÄDAGOGISCHES UNTERSTÜTZUNGSMANAGEMENT: Dieses Kapitel stellt verschiedene methodische Ansätze wie Case Management, Empowerment und das Schwellenstufensystem in der praktischen Straßensozialarbeit vor.

7 KRITIK AM JUGENDHILFESYSTEM: Die Kritik fokussiert sich auf institutionelle Defizite, fehlende Kooperation zwischen Behörden und die mangelnde Flexibilität bei der Unterstützung erziehungsschwieriger Jugendlicher.

8 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Reform des KJHG sowie die Implementierung eines präventiven Frühwarnsystems.

Schlüsselwörter

Straßenkinder, Kinderarmut, Jugendhilfe, Straßensozialarbeit, Straßenkarrieren, KJHG, Sozialpädagogik, Case Management, Empowerment, Schwellenstufensystem, Lebensweltorientierung, Hilfsangebote, soziale Ausgrenzung, Suchtprävention, Delinquenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation von sogenannten Straßenkindern in Deutschland und deren Verknüpfung mit dem Forschungsfeld der Kinderarmut.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Definitionsfragen, Ursachenforschung für Straßenkarrieren, die täglichen Lebensrealitäten auf der Straße sowie das bestehende Jugendhilfesystem und dessen sozialpädagogische Methoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Lücken in der Unterstützung von Straßenkindern aufzuzeigen und zu analysieren, wie sozialpädagogische Angebote im aktuellen Jugendhilfesystem gestaltet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit theoretischen Modellen der Sozialpädagogik sowie rechtlichen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen (Push-/Pull-Faktoren), den riskanten Lebensalltag, rechtliche Rahmenbedingungen und diverse Konzepte der Straßensozialarbeit wie das Schwellenstufensystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Straßenkinder, Kinderarmut, Jugendhilfe, Empowerment und lebensweltorientierte Sozialarbeit.

Warum existieren laut der Autorin trotz gesetzlicher Ansprüche weiterhin Straßenkinder?

Die Autorin sieht die Ursache in den "Soll-" und "Kann-Bestimmungen" des KJHG, die zu wenig Verbindlichkeit bieten und oft zu langen Wartezeiten oder bürokratischen Blockaden führen.

Was versteht man unter dem "Schwellenstufensystem"?

Es handelt sich um ein abgestuftes Konzept der Straßensozialarbeit, das versucht, Jugendliche mit niederschwelligen Angeboten schrittweise aus dem Milieu der Straße in betreute Wohn- und Therapieformen zu integrieren.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ausgebrannt und abgestempelt?!
Untertitel
Straßenkinder in Deutschland - Leben im öffentlichen Raum
Hochschule
Universität Erfurt
Autor
M.A. Ariane Wolfram (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V152602
ISBN (eBook)
9783640645329
ISBN (Buch)
9783640645312
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausgebrannt Straßenkinder Deutschland Leben Raum Straßensozialarbeit Kinderarmut
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Ariane Wolfram (Autor:in), 2009, Ausgebrannt und abgestempelt?!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152602
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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