1. Einleitung
Da der Film- und Fernsehproduktionsmarkt als Teil des gesamten Film- und Fernsehmarktes betrachtet wird ist eine Abgrenzung nur schwer möglich. So gibt es bisher nicht viele wissenschaftliche Arbeiten oder Literatur die diesen Bereich gesondert betrachten Noch dazu unterliegt dieser Markt starken Schwankungen wie beispielsweise die ständige Veränderung der Anzahl der Betriebe. Aus diesen Gründen ist der Markt nicht klar definiert oder einheitlich. Der Markt ist stark abhängig von Einflussfaktoren wie den technischen Fortschritt und der wirtschaftlichen Gesamtsituation in Deutschland. Die fortschreitende Digitalisierung hat sowohl die Arbeitsweise als auch das Produkt Film / Fernsehen verändert. Der Herstellungsprozess hat sich verändert und die Art und Qualität der Rezeption, die Verwertungskette hat sich durch neue digitale Produkte erweitert. Das Internet ist als neue Verwertungsart hinzugekommen. Als wirtschaftliche Einflussfaktoren wirken internationale Produzenten auf den deutschen Markt ein, sie nutzen ihre große Marktmacht. Die wirtschaftliche Situation beeinflusst die Auftragslage und somit die Erzielung von Gewinn.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Akteure im Markt
2.1 Die Lieferanten
2.2 Die Abnehmer
3 Die Produktionsbetriebe
3.1 Die umsatzstärksten Produktionsunternehmen in Deutschland
3.1.1 Universum Film AG
3.1.2 Bavaria Film Gruppe
3.1.3 Brainpool TV GmbH
3.1.4 Endemol Gruppe
3.2 Ausländische Konzerne auf dem deutschen Produktionsmarkt
3.2.1 Time Warner Inc.
3.2.2 Walt Disney Corp.
3.2.3 Viacom
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Film- und Fernsehproduktionsmarkt in Deutschland, wobei der Fokus auf der Identifikation der Akteure sowie dem Einfluss internationaler Medienkonzerne auf die deutsche Medienlandschaft liegt. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die komplexen Wertschöpfungsketten, die wirtschaftliche Bedeutung der Produktionsbetriebe und die Abhängigkeiten von globalen Konzernen zu analysieren.
- Struktur und Definition des deutschen Film- und Fernsehproduktionsmarktes.
- Differenzierung der Rollen von Lieferanten (Produktionsfirmen) und Abnehmern (TV-Sender, Verleiher).
- Analyse bedeutender Produktionsbetriebe wie Ufa, Bavaria Film, Brainpool und Endemol.
- Untersuchung der Marktstrategien internationaler Konzerne wie Time Warner, Walt Disney und Viacom in Deutschland.
- Einfluss der Digitalisierung und technologischer Neuerungen auf Produktionsprozesse.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Universum Film AG
Universum Film AG kurz „Ufa“ genannt, wurde in Berlin 1917 als Zusammenschluss drei privater Filmproduktionsfirmen gegründet. Der Konzern von Oskar Messter, die Produktionsstätten und Kinos von Paul Davidsons Union sowie der gesamte deutsche Zweig des dänischen Unternehmens Nordisk fusionierten zusammen zu Ufa. Das Unternehmen war somit der einzige große und vertikal ausgerichtete Filmkonzern in Deutschland.
Ziele des Unternehmens waren die Produktion von Filmen in den Genres Spielfilm, Dokumentarfilm, Kulturfilm sowie damalige Wochenschaubeiträgen. Ufa war in den Bereichen Film- und Fernsehproduktion, Filmverleih und Kino tätig.
Gegenwärtig zählen zu den Tochtergesellschaften der Ufa: Ufa Cinema GmbH, Ufa Entertainment, Ufa Fernsehproduktion, Ufa Filmproduktion, Ufa Film & Medienproduktion GmbH, Ufa Interactive, GRUNDY Light Entertainment GmbH, Grundy Ufa, Phoenix Film, teamWorx sowie Passion.
Ufa hatte bereits während der Stummfilmzeit von 1918 bis 1930 eine wichtige Rolle als Filmproduktionsunternehmen. Bekannte Filme der Ufa aus der Blütezeit: „Die Feuerzangenbowle“ (1944) mit Heinz Rühmann, „Die Drei von der Tankstelle“(1930) sowie „Die Nibelungen“(1924).
Alle weltweiten Produktionsaktivitäten der RTL Group (siehe auch 4.2) sind in der Fremantle Media zusammen gefasst. Die Ufa ist die Dachgesellschaft aller Produktionsaktivitäten der FremantleMedia in Deutschland.
Ufa Film & TV Produktion gehört zum größten deutschen Produktionsunternehmen. Zu dem Produktion Portfolio der Ufa zählen Fernsehfilme, bekannte Daily Soaps und Serien, Sitcoms sowie Non-Fiction Programme.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Schwierigkeit der Marktdefinition aufgrund ständiger Veränderungen und nennt zentrale Einflussfaktoren wie Digitalisierung und internationale Marktmacht.
2 Die Akteure im Markt: Hier wird der Markt als globaler Bereich beschrieben, der von amerikanischen Major Studios dominiert wird und in dem Produzenten, Rechteinhaber und Schauspieler als Lieferanten agieren.
2.1 Die Lieferanten: Dieses Kapitel klassifiziert Produzenten in Auftragsproduzenten und freie Produzenten sowie deren jeweilige Risikostrukturen und Arbeitsweisen.
2.2 Die Abnehmer: Hier werden TV-Sender, Kinoverleiher und Rechtehändler identifiziert, wobei insbesondere die Auftragsvergabe nach Genres und die Rolle großer Sendergruppen wie der RTL Group beleuchtet wird.
3 Die Produktionsbetriebe: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung der deutschen Film- und Fernsehproduktion als Wirtschaftsfaktor und geht auf regionale Förderungsmaßnahmen ein.
3.1 Die umsatzstärksten Produktionsunternehmen in Deutschland: Hier wird das Umsatz-Ranking deutscher Medienkonzerne präsentiert, angeführt von der Bertelsmann AG.
3.1.1 Universum Film AG: Ein Überblick über die historische Entwicklung der Ufa vom Stummfilmkonzern zur heutigen Dachgesellschaft für Produktionsaktivitäten der FremantleMedia.
3.1.2 Bavaria Film Gruppe: Dieses Kapitel stellt die Struktur, die Eigentümerverhältnisse und das Produktionsvolumen der in München ansässigen Bavaria Film Gruppe dar.
3.1.3 Brainpool TV GmbH: Ein Porträt dieses Kölner Produktionsunternehmens mit Fokus auf seine Geschäftsbereiche, Künstler und bekannten Show-Formate.
3.1.4 Endemol Gruppe: Diese Darstellung beschreibt die globale Expansion der Endemol Gruppe und ihren Einfluss auf den deutschen Markt für Fernsehproduktionen.
3.2 Ausländische Konzerne auf dem deutschen Produktionsmarkt: Hier wird der Einfluss der Einführung des Privatfernsehens in den 80er Jahren auf die Präsenz internationaler Konzerne in Deutschland untersucht.
3.2.1 Time Warner Inc.: Ein Überblick über die Konzernstruktur und die Umsatzbereiche dieses weltweit führenden Medienkonzerns.
3.2.2 Walt Disney Corp.: Dieses Kapitel analysiert das Portfolio von Disney inklusive seiner Töchterfirmen wie Miramax und Touchstone und deren Aktivitäten in Deutschland.
3.2.3 Viacom: Eine Analyse der Unternehmenshistorie von Viacom und der Rolle seiner Tochtergesellschaften wie MTV Networks im deutschen TV-Geschäft.
Schlüsselwörter
Filmmarkt, Fernsehmarkt, Medienkonzern, Produktionsfirma, Auftragsproduktion, Ufa, Bavaria Film, RTL Group, Digitalisierung, Wertschöpfungskette, Medienökonomie, Time Warner, Walt Disney, Endemol, Viacom.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit analysiert die Struktur des deutschen Film- und Fernsehmarktes, insbesondere die Rollenverteilung zwischen Produktionsbetrieben und Abnehmern sowie den Einfluss globaler Konzerne.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Definition der Akteure (Lieferanten/Abnehmer), die wirtschaftliche Bedeutung der Produktionsbetriebe in Deutschland sowie die Markteintrittsstrategien internationaler Medienkonzerne.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Marktmechanismen in Deutschland aufzuzeigen und zu verdeutlichen, inwieweit deutsche Produktionsunternehmen von ausländischem Know-how und globalen Konzernstrukturen abhängig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Marktanalysestudie, die auf Geschäftsberichten, Fachpublikationen und Branchenstudien (wie z.B. Media Perspektiven) fußt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der nationalen Produktionslandschaft (Ufa, Bavaria, Brainpool) und die detaillierte Betrachtung ausländischer Konzerne wie Time Warner, Disney und Viacom.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Marktkonzentration, Auftragsproduktion, Medienkonzern, Wertschöpfung und Fernsehmarkt definiert.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung laut der Arbeit?
Die Digitalisierung hat laut Autor den Herstellungsprozess, die Archivierungsmöglichkeiten und die Verwertungskette (z.B. Internet als neuer Distributionskanal) maßgeblich verändert.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Auftragsproduktion und Eigenproduktion wichtig?
Die Unterscheidung verdeutlicht die unterschiedliche Risikoverteilung: Während Auftragsproduzenten für Sender arbeiten, tragen freie Produzenten das volle Herstellungs- und Verwertungsrisiko.
- Citar trabajo
- Frances Teuchert (Autor), 2009, Der Film- und Fernsehmarkt in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152681