Auf dem gesamten Globus rücken Menschen immer näher zusammen. In Asien ist es die ASEAN Gemeinschaft, in Europa als bisher erfolgreichste Integrationsgemeinschaft die EU. In Afrika gibt es Bestrebungen nach europäischem Vorbild (AU) und auf dem amerikanischen Kontinent wurden 2005 die Grundlinien eines FTAA Abkommen unterzeichnet. Die FTAA könnte somit zu dem weltweit mächtigsten Wirtschaftsblock aufsteigen. In vielen Fragen zeigt sich der Wirtschaftraum MERCOSUR mit Vorbildscharakter für das FTAA Abkommen, welches nach der ersten Stufe des wirtschaftlichen Integrationsprozesses weitere Stufen vorsieht.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. VERTRAGSPARTEIEN DES ABKOMMEN
3. STATIONEN DES FTAA PROZESS
3.1. HISTORIE: ZUSTANDEKOMMEN DES ABKOMMENS
3.2. DIE VERHANDLUNGSPHASE
4. PROTAGONISTEN UND ANTAGONISTEN
4.1. GEMEINSAMES ZIEL
4.2. INTERESSENSKONFLIKTE
5.HERAUSFORDERUNGEN DES FTAA ABKOMMENS
6. AUSSICHTEN: SZENARIENANALYSE
7. SCHLUSSFOLGERUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert den Prozess und das Scheitern der panamerikanischen Freihandelszone (FTAA) und untersucht die wirtschaftlichen sowie politischen Interessenkonflikte zwischen den beteiligten Akteuren auf dem amerikanischen Kontinent.
- Historische Entwicklung des panamerikanischen Freihandelsgedankens
- Analyse der Vertragsstrukturen und Verhandlungsphasen des FTAA
- Gegenüberstellung der Interessen von NAFTA-Staaten, MERCOSUR und ALBA-Bündnis
- Herausforderungen der wirtschaftlichen Integration und Liberalisierung
- Szenarienanalyse zur zukünftigen Entwicklung der Handelsbeziehungen
Auszug aus dem Buch
3.2. Die Verhandlungsphase
Die Vertragsbasis des FTAA Abkommens entstammt grundsätzlich dem Regelwerk der NAFTA. Mit übernommen wurde auch ein durchaus fragwürdige NAFTA-Paragraph, welcher es Unternehmen ermöglicht, eine Regierung gerichtlich zu verklagen. Dadurch haben vor allem multinationale Konzerne die Möglichkeit ihre Interessen einzelnen Regierungen aufzuzwingen. Des weiteren muss die Vertragsbasis, wie auch das NAFTA Abkommen, den Kriterien der WTO entsprechen. Ein Kriterium ist beispielsweise die Mehrheitsbegünstigungsklausel und die Inländerbehandlung. Eine beratende Funktion während des Verhandlungsprozesses übernahm ein Dreierausschuss, bestehend aus der IDB, der OAS und einer Kommission speziell für lateinamerikanische Interessen.
Zeitlicher Ablauf der Verhandlungsphase
Nach dem zweiten Gipfeltreffen in Santiago de Chile (1998) wurden die Verhandlungen offiziell eingeleitet. Die bestimmen- de Rolle übernahm der Handelsverhandlungsausschuss, welcher die neun Verhandlungsgruppen nach Themen aufteilte: Marktzugang, Landwirtschaft, Dienstleistungen, Direktinvestitionen, öffentliches Auftragswesen, Streitbeilegung, geistiges Eigentum, Subventionen, Antidumping, Ausgleichszölle und Wettbewerbspolitik. Eine weitere Aufgabe des Handelsverhandlungsausschusses war es Arbeitspakete zu erstellen und die zugewiesenen Verhandlungsgruppen zu leiten und zu überwachen. Alle für die Verhandlung relevanten Bereiche, welche nicht abgedeckt waren, wurden von fünf sogenannten „Special Commitees“ bearbeitet. Das dritte Gipfeltreffen in Quebec (2001) ergab keine Neuigkeiten. Es wurden lediglich alte Punkte und das Zieldatum des Abkommens bestätigt. Vertragsform und Vertragsumfang des FTAA Abkommens blieben jedoch unklar. Die deutliche Wende fand in Mexiko statt. Den Anfang machte das Treffen zu der fünften Welthandelskonferenz in Cancún (2003), bei der sich unter Führung Brasiliens ein neuer mächtiger Block von Schwellenländern bildete, welcher deutlich Stellung zu der Gestaltung des internationalen Freihandels bezog. Ein halbes Jahr später kam Brasilien, mit Unterstützung der anderen potentiellen Vertragsparteien, auf einem letzten und nicht vorhergesehenen „Gipfel der Amerikas“ in Monterrey zusammen. Die ausschlaggebenden Verhandlungsthemen, welche auch zum Abbruch der Verhandlung geführt haben, waren wie in Cancún der Marktzugang und die Landwirtschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet das Streben nach Wohlstand und Sicherheit durch wirtschaftliche Integration und definiert das FTAA als zentrales Projekt des offenen Regionalismus.
2. VERTRAGSPARTEIEN DES ABKOMMEN: Dieses Kapitel beschreibt die Akteure des 1994 initiierten Projekts und thematisiert das massive wirtschaftliche Ungleichgewicht sowie die Diskrepanzen zwischen den Vertragsparteien.
3. STATIONEN DES FTAA PROZESS: Das Kapitel zeichnet den historischen Weg der Freihandelsvision von der Monroe-Doktrin bis zu den konkreten Verhandlungsphasen nach 1994 nach.
4. PROTAGONISTEN UND ANTAGONISTEN: Hier werden die gegensätzlichen Interessen der beteiligten Blöcke – insbesondere NAFTA, MERCOSUR und ALBA – sowie deren politische Zielsetzungen analysiert.
5.HERAUSFORDERUNGEN DES FTAA ABKOMMENS: Das Kapitel untersucht die zentralen Hindernisse, wie mangelnde Wandlungsfähigkeit und die kulturell-soziale Kluft, die das Scheitern des Prozesses begünstigten.
6. AUSSICHTEN: SZENARIENANALYSE: Basierend auf der aktuellen politischen Lage werden verschiedene Szenarien, von selektivem Protektionismus bis zur vertieften Integration, erörtert.
7. SCHLUSSFOLGERUNG: Die Schlussfolgerung bewertet die ursprüngliche Vision des Panamerikanismus und empfiehlt ein realistisches, schrittweises Vorgehen unter Berücksichtigung interkultureller Faktoren.
Schlüsselwörter
FTAA, ALCA, Freihandelszone, Globalisierung, Regionalismus, NAFTA, MERCOSUR, ALBA, Integration, Handelsbarrieren, Außenpolitik, Wirtschaftsbündnis, Protektionismus, Lateinamerika, USA
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der panamerikanischen Freihandelszone (FTAA) und untersucht die Hintergründe, den Prozess und das letztliche Scheitern der Verhandlungen zwischen den amerikanischen Staaten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des panamerikanischen Integrationsgedankens, die unterschiedlichen Wirtschaftsblöcke der Region, die Struktur der Verhandlungen sowie die politischen Interessenkonflikte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für das Scheitern des FTAA-Projekts zu identifizieren und die zukünftigen Perspektiven für eine wirtschaftliche Integration auf dem Kontinent zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode sowie eine Szenarienanalyse, um die verschiedenen Entwicklungspfade der regionalen Wirtschaftspolitik darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des historischen Zustandekommens, die Detaillierung des Verhandlungsprozesses und die kritische Auseinandersetzung mit den Interessen und Konflikten der involvierten Akteure.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Charakterisierende Schlüsselwörter sind unter anderem FTAA, Panamerikanismus, Regionalismus, NAFTA, MERCOSUR, Handelsliberalisierung und wirtschaftliche Integration.
Welche Rolle spielt das ALBA-Bündnis in der Argumentation des Autors?
Das ALBA-Bündnis wird als ein polarisierendes politisches Instrument unter venezolanischer Führung beschrieben, das eher als Gegenmodell zum FTAA fungiert und strukturelle Reformen auf dem Kontinent blockiert.
Warum wird der Begriff „Spaghetti Schalen Regionalismus“ verwendet?
Der Begriff beschreibt das unübersichtliche Geflecht aus zahlreichen bilateralen und subregionalen Abkommen, welches hohe Transaktionskosten verursacht und zu Intransparenz im Welthandel führt.
- Citar trabajo
- M.Sc Josué Manuel Quintana Díaz (Autor), 2008, Free Trade Area of the Americas - Die panamerikanische Freihandelszone, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152858