Das Irrationale in der Literatur


Facharbeit (Schule), 2010

13 Seiten, Note: 12 Punkte


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1 Einleitung

Der ursprüngliche Begriff der Irrationalität entstammt aus der Mathematik und wurde im Jahre 1790 erstmals durch den Philosophen Salomon Maimon thematisiert.[1] Es folgten weitere Verwendungen im Bereich der Philosophie, der Kunst und schließlich in der Literatur.

Irrationalität bezeichnet die Darstellung oder die Idee eines Aspektes, welcher der menschlichen Vernunft widerspricht. Daher ist es verständlich, dass sie erst seit dem späten 18. Jahrhundert in der Literatur verwandt wird, da die menschliche Vernunft oft nicht ausgeprägt genug war, um an das Übernatürliche zu glauben. Erst seit der Aufklärung im 19. Jahrhundert, wagen es die Menschen, sich ihres „eigenen Verstandes zu bedienen“[2] und somit das Rationale anzuzweifeln und das Irrationale zu begreifen.

Das Übernatürliche in Lektüren entführt den Menschen in eine Scheinwelt, in der alles möglich ist. Dort werden der Phantasie keine Grenzen gesetzt und der Leser kann seine Gedanken frei entfalten.

2 Das Irrationale in der Literatur

2.1 Verwendung

Viele berühmte Romane, Novellen, Dramen oder andere Lektüren drehen sich um Irrationales, um eine Idee, die über die Grenzen des Möglichen hinausragt. Berühmte Beispiele sind „Harry Potter“, „Macbeth“ oder „Der Herr der Ringe“. Aber auch ganze Kategorien, wie beispielsweise Märchen oder Fabeln, thematisieren irrationale Figuren, Fähigkeiten oder Schauplätze. Ebenso spielen Romane deutscher Autoren mit der menschlichen Vorstellungskraft, zum Beispiel „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende.

Viele Werke, die Irrationales beinhalten, entstehen durch die Phantasien des Autors. Schriftsteller können ihre volle Inspiration oft nur dann vollständig ausschöpfen, wenn sie über die Grenzen der Realität hinausgehen und in ihren Werken Welten erschaffen, die jenseits der menschlichen Vernunft liegen.

Gestalten wie Hexen, Drachen, Vampire, Elfen oder ähnliche irreale Figuren treten in beinah jedem Fantasy-Roman auf und sind in der irrationalen Literatur nicht wegzudenken. Sie sind es, die einem literarischen Werk das Besondere verleihen. Sie unterscheiden ein gewöhnliches Buch von einer lyrischen Phantasiereise. Ebenso gibt es Werke, die nur kleine versteckte Irrationalitäten enthalten. Durch gekonntes Einsetzen wird eine scheinbar reale Handlung zu einer irrealen Geschichte, wobei der Leser sie meist dennoch als realisierbar empfindet. Beispielsweise José Saramagos Roman „Die Stadt der Blinden“, der durch das Einsetzen der Massenblindheit zwar einerseits irreal wirkt, andererseits durch die Menschlichkeit der Charaktere möglich erscheint. Der Leser befindet sich dabei auf einer abstrakten Ebene zwischen Phantasie und Wirklichkeit und kann all seinen Gedanken freien Lauf lassen.

2.2 Zweck

An dieser Aufgabe werden die Künstler, die Dichter und Schriftsteller einen wichtigen Anteil haben, denn ihre Aufgabe ist es, dem Leben Zauber und Geheimnis zu verleihen“[3] , dieses Zitat von Michael Ende beschreibt den wesentlichen Zweck des Irrationalen in der Literatur. Es soll Abwechslung und Gedankenfreiheit bieten. Außerdem soll es dem Leser etwas Außergewöhnliches und Mystisches zeigen. Dadurch kann dieser die Realität für den kurzen Augenblick des Lesens vergessen.

Die meisten Menschen nehmen ein Buch zur Hand, weil sie Unterhaltung suchen, aber auch, um dem stressigen Alltag oder plagender Langeweile zu entkommen. Das Ziel eines Buches sollte es nun sein, den Leser in eine andere Welt zu entführen, ihn zu begeistern und zu fesseln, anstatt ihm die täglichen Probleme der Welt vorzuhalten. Außerdem sollte es ihm ermöglicht werden, aus seinem Alltag auszubrechen, dabei seinen Horizont zu erweitern und träumen zu können.

Es ist nicht zwingend notwendig, dem Leser etwas zu vermitteln. Schon Michael Ende sagte: „ Dieses Hinausstarren auf die Botschaft ist eine unselige Erfindung der Literaturprofessoren und Essayisten… “[4] Außerdem sagte er: „ Man schreibt, weil einem zum Thema etwas einfällt, und nicht, weil man die Absicht oder den Drang verspürt, dem Publikum eine wichtige weltanschauliche Lehre zu erteilen.“[5] Mit diesen beiden Zitaten verdeutlicht Michael Ende die wahre Absicht eines irrationalen Buches, nämlich die Unterhaltung und die Freude, die man beim Lesen verspüren soll. Nicht die Botschaft oder die Moral steht im Vordergrund, sondern das Vergnügen. Als wichtigste Beispiele dafür nennt Ende die Stücke Shakespeares, die Odyssee, Tausendundeine Nacht und der Don Quixote[6] und sagt: „ Die größten Werke der Literatur haben keine Botschaft.“[7]

Besonders für Kinder bieten Geschichten mit irrationalen Inhalten eine passende Grundlage zur Erweiterung ihrer Kreativität. Insbesondere Märchen und Fabeln können Kleinkindern helfen, ihre Phantasie zu vergrößern und den Spaß an Büchern zu entdecken.

[...]


[1] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Irrational, Text vom 12.03.2010

[2] Immanuel Kant - „Was ist Aufklärung?“, „Sapere Aude“

[3] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Die_unendliche_Geschichte, Interpretation, Text vom 30.03.2010

[4] Ebenda

[5] Ebenda

[6] Ebenda

[7] Ebenda

13 von 13 Seiten

Details

Titel
Das Irrationale in der Literatur
Note
12 Punkte
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V152883
Dateigröße
522 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bis(s) zum Morgengrauen, Das Mangobaumwunder, Leo Perutz, Stephenie Meyer, Facharbeit Deutsch, Irrationale Literatur
Arbeit zitieren
Ivana Kettern (Autor), 2010, Das Irrationale in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152883

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