Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Gentechnologie als Beitrag einer modernen Agrarrevolution zur Hunger- und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern

Titel: Gentechnologie als Beitrag einer modernen Agrarrevolution zur Hunger- und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern

Examensarbeit , 2010 , 76 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Steffen Bauer (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach der Grünen Revolution steht die Welt erneut vor einer Erneuerung der Landwirtschaft: der gentechnischen oder auch gelben Revolution. Auf sie werden große Hoffnungen gesetzt und Befürworter versprechen, dass es durch die Gentechnik möglich sein wird, nachhaltig und ökologisch zu produzieren, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, sowie Armut und Hunger weltweit zu bekämpfen. Die Kritiker der Gentechnik sehen dagegen eine ökologische und gesundheitliche Katastrophe auf die Menschheit zukommen. Unabhängig von beiden Meinungen zeigen Statistiken, dass gentechnisch veränderte Pflanzen in einigen Ländern der Erde auf dem Vormarsch sind, während andere Länder sich weigern eine Zulassung für den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen zu erlassen. Die Fronten zwischen Gentechnik Befürwortern und Gegnern sind verhärtet. Die vorliegende Arbeit wird sich vor allem auf die Situation in Entwicklungsländern beziehen und soll dazu beitragen, die Diskussion um die Gentechnik als Hilfe zur Armuts- und Hungerbekämpfung sowie das Für und Wider einer Anwendung in der Landwirtschaft, sachlich zu betrachten. Um die aktuelle Situation zu verstehen, ist es nötig einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und das Vorgehen, sowie das Ausmaß der Grünen Revolution in Entwicklungsländern zu untersuchen. Es wird versucht, etwaige Parallelen zwischen der Grünen und der Gelben Revolution zu ziehen. In einer sachlichen Sichtweise sollen die Argumente der Befürworter sowie der Kritiker der Gentechnik dargestellt und analysiert werden. Eine Betrachtung der aktuellen Situation bezüglich Anbau und Akzeptanz von Gentechnik in Entwicklungsländern soll zeigen, in wie weit diese neue Art der Pflanzenzucht bereits zur Realität geworden ist. Natürlich ist es nicht möglich in dieser Arbeit eine gesamte Bestandsaufname darzustellen. Vielmehr wird versucht, durch Betrachtung und Analyse einzelner Ausschnitte, einen Einblick in die Diskussion und ihre Auswirkungen bezüglich der Gentechnik zur Armuts- und Hungerbekämpfung in Entwicklungsländern zu ermöglichen. Abschließend soll keine Empfehlung dargebracht werden, sondern eine sachliche Betrachtung von Vor- und Nachteilen dazu beitragen, die aktuellen Vorgänge und Diskussionen zu verstehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Grüne Revolution

2.1 Der Ablauf der Grünen Revolution am Beispiel Philippinen

2.1.1 Ausgangslage

2.1.2 Der Ablauf der Grünen Revolution

2.2 Die Grüne Revolution in Afrika

2.3 Kritik an der Grünen Revolution

2.3.1 Ausschluss der Landbevölkerung von Saatgutzucht

2.3.2 Abhängigkeit von Düngemittel

2.3.3 Einsatz von Spritzmitteln

2.3.4 Quantität statt Qualität

2.3.5 Verlust an Agrarbiodiversität

3 Zwischenfazit

4 Gentechnik in der Landwirtschaft

4.1 Die wichtigsten Verfahren in der Gentechnik

4.1.1 Insektentoleranz

4.1.2 Herbizidtoleranz

4.1.3 Stresstoleranz

4.1.4 Erhöhter Nährstoffgehalt

5 Akteure der Gentechnik

5.1 Private Firmen

5.1.1 Monopolstellung der Firmen

5.1.2 Hybridsaatgut und Terminator-Technologie

5.2 International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications (ISAAA)

6 Aktuelle Situation

6.1 Bebaute Fläche und Anzahl der Landwirte

6.2 Angebaute Pflanzen

6.3 Der Goldene Reis

6.3.1 Initiatoren des „Goldener Reis Projekts“

6.3.2 Entwicklung des Goldenen Reises

6.3.3 Gründe, die einen Anbau von gentechnisch verändertem Reis verzögern

6.4 Regionale Entwicklung

6.4.1 China

6.4.2 Indien

6.4.3 Südamerika

6.4.4 Afrika

6.4.4.1 Südafrika

6.4.4.2 Andere Länder innerhalb Afrikas

7 Argumente der Gentechnikbefürworter

7.1 Armutsbekämpfung durch höhere Gewinne

7.2 Gesundheitliche und Ökologische Vorteile durch Einsparung chemischer Pflanzenschutzmittel

7.3 Schnellere Reaktion auf Veränderungen

7.4 Gentechnisch veränderte Pflanzen als Klimaschützer

8 Kritik an der Gentechnik

8.1 Institutionen und Personen

8.2 Gefährdungspotential der Grünen Gentechnik

8.2.1 Gesundheitliche Risiken für den Menschen

8.2.2 Biologische Gefährdung durch Gentransfer

8.2.3 Gefährdung der Biodiversität

8.2.4 Keine Hungerbekämpfung durch GM-Pflanzen

9 Öffentliche Diskussion um die Gentechnik

10 Abschließende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Gentechnik als Instrument zur Bekämpfung von Hunger und Armut in Entwicklungsländern. Dabei wird analysiert, ob die als „Gelbe Revolution“ bezeichnete gentechnische Pflanzenzucht eine Fortführung oder logische Weiterentwicklung der historischen „Grünen Revolution“ darstellt und welches Potenzial sowie welche Risiken mit dieser Technologie verbunden sind.

  • Historische Analyse und Kritik der Grünen Revolution als Ausgangspunkt für die heutige Debatte.
  • Darstellung der verschiedenen gentechnischen Verfahren (Insekten-, Herbizid- und Stresstoleranz) und deren Ziele.
  • Untersuchung der Akteure und Interessenkonflikte, insbesondere der Monopolstellung privater Saatgutkonzerne.
  • Betrachtung der aktuellen Verbreitung gentechnisch veränderter Pflanzen in verschiedenen Weltregionen.
  • Kritische Reflexion der ökonomischen, ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen sowie der öffentlichen Akzeptanz der Gentechnik.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Ausschluss der Landbevölkerung von Saatgutzucht

Anfang der 1970er Jahre stellte sich auf den Philippinen heraus, dass viele neue Hochertragssorten anfälliger gegenüber Krankheiten und Schädlinge waren, als herkömmliche Landsorten. Die Bauern waren gezwungen nach sinkenden Ernteerträgen, verbessertes Saatgut zu kaufen (PELEGRINA 2001: 29). Dass Saatgut gekauft werden musste war neu. „Saatgut ist das entscheidende Bindeglied zur Produktion, wer die Kontrolle über Saatgut hat, kontrolliert die gesamte Landwirtschaft und damit das Leben der Bäuerinnen und Bauern“ (PELEGRINA 2001: 29). Während früher Saatgutzucht ausschließlich in der Hand der Bäuerinnen und Bauern lag, waren sie mit Beginn der Grünen Revolution von Zucht, Verteilung und Herstellung des Saatgutes praktisch ausgeschlossen. Eine Abhängigkeit von zunehmend privatisierten Saatgutfirmen war und ist die Folge. Zudem findet die Zucht von HYVs in Laboren oder Forschungseinrichtungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vor der Grünen Revolution wurden lokale Besonderheiten, wie etwa der Geschmack oder das Aussehen von Feldfrüchten bei der Auslese und Zucht berücksichtigt. Heute haben sich die Landwirtinnen und Landwirte von der Sortenzucht weitgehend getrennt und die Zucht wird Saatgutfirmen überlassen (PELEGRINA 2001: 28-30; LIPTON & LONGHURST, 1989: 34-42).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtet den enormen Druck auf die heutige Landwirtschaft durch wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel und steigende Energiekosten und führt in die Debatte um die Gentechnik ein.

2 Die Grüne Revolution: Analysiert den historischen Wandel der Landwirtschaft ab den 1960er Jahren, dessen Auswirkungen sowie die Kritik an Monokulturen und Abhängigkeiten.

3 Zwischenfazit: Bewertet die Grüne Revolution als langfristige Transformation, die zwar Erträge steigerte, aber auch Probleme mit hoher Geschwindigkeit einführte.

4 Gentechnik in der Landwirtschaft: Beschreibt die wissenschaftlichen Grundlagen und die wichtigsten Verfahren der Gentechnik, wie Insekten-, Herbizid- und Stresstoleranz.

5 Akteure der Gentechnik: Identifiziert die wichtigsten privaten Firmen und Organisationen, die das Feld dominieren, und diskutiert deren Einfluss sowie die Rolle des ISAAA.

6 Aktuelle Situation: Gibt einen Überblick über die Verbreitung von gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit, mit Fokus auf China, Indien, Südamerika und Afrika.

7 Argumente der Gentechnikbefürworter: Fasst die Vorteile aus Sicht der Befürworter zusammen, insbesondere ökonomische Gewinne und ökologische Potenziale durch reduzierten Pestizideinsatz.

8 Kritik an der Gentechnik: Kontrastiert die Argumente der Befürworter mit den Risiken für Gesundheit, Biodiversität und der sozioökonomischen Kritik an Konzernabhängigkeiten.

9 Öffentliche Diskussion um die Gentechnik: Untersucht, wie mediale Berichterstattung, historische Erfahrungen und gesellschaftliche Werte die Wahrnehmung von Gentechnik beeinflussen.

10 Abschließende Bewertung: Plädiert für eine sachliche, objektive Diskussion und unterstreicht, dass Gentechnik allein kein Allheilmittel gegen Armut und Hunger ist.

Schlüsselwörter

Gentechnik, Grüne Revolution, Landwirtschaft, Entwicklungsländer, Ernährungssicherheit, Saatgutmonopol, Bt-Pflanzen, Herbizidtoleranz, Biodiversität, Klimawandel, Kleinbauern, Ertragssteigerung, Wissensmanagement, Ernährung, Biotech

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob und wie Gentechnik in der Landwirtschaft dazu beitragen kann, Hunger und Armut in Entwicklungsländern zu bekämpfen, wobei sie kritisch die historischen Erfahrungen der Grünen Revolution einbezieht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Pflanzenzüchtungen, der Rolle von Saatgutmonopolen, den Auswirkungen auf Kleinbauern und der Diskussion über ökologische und gesundheitliche Risiken.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine sachliche Betrachtung der Gentechnik als mögliches Hilfsmittel zur Hungerbekämpfung, ohne dabei die negativen Auswirkungen und die sozialen Rahmenbedingungen zu ignorieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, wertet Statistiken internationaler Organisationen aus und analysiert Fallbeispiele aus Ländern wie den Philippinen, Indien und Südafrika.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Grünen Revolution, die technischen Details der Gentechnik, die Analyse der Akteure sowie eine vergleichende Gegenüberstellung von Befürworter- und Kritikerargumenten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Gentechnik, Ernährungssicherheit, Agrarbiodiversität, Saatgutmonopole und die ökologische Nachhaltigkeit der modernen Landwirtschaft.

Warum spielt der „Goldene Reis“ eine so spezielle Rolle in der Arbeit?

Er dient als Beispiel für eine gentechnische Entwicklung, die explizit für humanitäre Zwecke zur Behebung von Vitamin-A-Mangel konzipiert wurde, jedoch an regulatorischen und finanziellen Hürden scheitert.

Welche Rolle spielt die Firma Monsanto in der Argumentation des Autors?

Monsanto wird als dominanter Marktakteur analysiert, dessen Monopolstellung und Preispolitik für Saatgut von Kritikern als Barriere für die Autonomie von Kleinbauern in Entwicklungsländern gesehen wird.

Warum scheiterte die Grüne Revolution in vielen Teilen Afrikas laut dem Autor?

Das Scheitern wird auf mangelnde Infrastruktur, fehlende lokale Anpassung der Sorten an die komplexe Agrarökologie sowie auf unzureichende staatliche Agrarforschung zurückgeführt.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gentechnologie als Beitrag einer modernen Agrarrevolution zur Hunger- und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Geographie )
Note
1,3
Autor
Steffen Bauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
76
Katalognummer
V152975
ISBN (eBook)
9783640651726
ISBN (Buch)
9783640651948
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gentechnologie goldener Reis Genreis Genmais Entwicklungsländer Armutsbekämpfung Hunger Grüne Revolution gelbe Revolution Monsanto ISAAA Agrarbiodiversität Genetik GM-Food
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Bauer (Autor:in), 2010, Gentechnologie als Beitrag einer modernen Agrarrevolution zur Hunger- und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152975
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  76  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum