Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Ästhetik, Tugend und Nekrophilie. Schneewittchen als Symbol für die erotische Faszination des toten Körpers

Title: Ästhetik, Tugend und Nekrophilie. Schneewittchen als Symbol für die erotische Faszination des toten Körpers

Term Paper , 2024 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Charlotte Eckel (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Arbeit untersucht die symbolische Funktion der ästhetisierten Leiche im Märchen "Schneewittchen" der Brüder Grimm und hinterfragt die Verknüpfung zwischen Tugendhaftigkeit, Ästhetik und einer potenziell problematischen Faszination für den toten weiblichen Körper. Ausgangspunkt der Analyse ist die ikonische Szene, in der Schneewittchen reglos und scheinbar tot in einem gläsernen Sarg liegt, was Fragen nach Erotik, Reinheit und gesellschaftlichen Geschlechterrollen aufwirft.

Neben einer Analyse der Grimm’schen Fassungen (1812 und 1857) wird die Darstellung des Märchens in Disneys „Snow White and the Seven Dwarfs“ und Neil Gaimans moderner Adaption „Snow, Glass, Apples“ untersucht. Theoretische Ansätze zu Nekrophilie und der Ästhetik des toten Körpers bilden die Grundlage, um die kulturellen und psychoanalytischen Implikationen der Inszenierung zu beleuchten.

Die Arbeit zeigt, wie Märchen sowohl gesellschaftliche Werte reproduzieren als auch tiefenpsychologische Themen aufgreifen, und reflektiert kritisch, welche Botschaften über Schönheit, Tugend und Geschlechterrollen vermittelt werden. Ziel ist es, die Ambivalenz zwischen Faszination und problematischen Idealen im Märchen von Schneewittchen herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nekrophilie als ästhetisches und psychologisches Konzept

2.1 Fetischismus und die ästhetische Darstellung des toten Körpers

2.2 Der weibliche Körper und die Tugend im Märchen

3. Die Darstellung Schneewittchens im gläsernen Sarg (1857)

3.1 Vergleich der Versionen von 1812 und 1857

3.2 Disney: Snow White and the Seven Dwarfs (1937)

3.3 Neil Gaiman: Snow, Glass, Apples (2019)

4. Schneewittchen zwischen nekrophiler Faszination und tugendhafter Reinheit

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Funktion der ästhetisierten Leiche Schneewittchens im gläsernen Sarg und analysiert, inwiefern dieser Zustand eine erotische Faszination mit dem toten weiblichen Körper widerspiegelt sowie kulturelle und psychoanalytische Implikationen der Inszenierung von Tod, Erotik und Tugendhaftigkeit verdeutlicht.

  • Analyse der Fetischisierung des toten weiblichen Körpers in Literatur und Kunst
  • Vergleichende Untersuchung der Grimmschen Märchenfassungen von 1812 und 1857
  • Untersuchung der filmischen Adaption von Disney (1937) hinsichtlich Romantisierung und Rollenbildern
  • Dekonstruktion der traditionellen Schneewittchen-Figur in Neil Gaimans Comic "Snow, Glass, Apples" (2019)
  • Kritische Reflexion über patriarchale Machtstrukturen und Geschlechterrollen in Märchen

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung Schneewittchens im gläsernen Sarg (1857)

Schneewittchen wird in dem Märchen schon zu Beginn nur auf ihre Schönheit reduziert, denn „als es sieben Jahr alt war, war es so schön, wie der klare Tag, und schöner als die Königin selbst.“ Die eifersüchtige Stiefmutter beauftragt den Jäger daraufhin Schneewittchen umzubringen, dieser aber hat Mitleid mit ihr, „weil es so schön war“ und lässt sie laufen. Die Stiefmutter versucht letztendlich Schneewittchen mithilfe eines Apfels zu vergiften, der „äußerlich […] schön aus[sah], weiß mit rothen Backen, daß jeder, der ihn erblickte, Lust darnach bekam, aber wer ein Stückchen davon aß, der mußte sterben.“

Der Apfel könnte hier als Zeichen für erotische Lust fungieren, denn das Essen eines Apfels kann als ein Symbol für sexuellen Genuss stehen. Außerdem ist der Apfels selbst eine Dopplung der schönen, weiblichen Leiche, denn die Zwerge wollen sie begraben, „aber es sah noch so frisch aus, wie ein lebender Mensch, und hatte noch seine schönen rothen Backen.“ Somit ahmt Schneewittchen das Werkzeug ihrer Tötung nach und kann durch die gleichen roten Wangen die Präsenz des Todes unter ihrer schönen Oberfläche verbergen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Faszination für das Motiv der toten schönen Frau im Märchen und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Zusammenhangs von Ästhetik, Tugendhaftigkeit und Nekrophilie.

2. Nekrophilie als ästhetisches und psychologisches Konzept: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Abjektion und Nekrophilie, wobei der toten weiblichen Leiche die Rolle des fetischisierten Ersatzobjekts zugeschrieben wird.

3. Die Darstellung Schneewittchens im gläsernen Sarg (1857): Das Kapitel analysiert die Inszenierung Schneewittchens in der Grimmschen Version sowie in den Adaptionen von Disney und Neil Gaiman hinsichtlich ihrer Objektifizierung.

4. Schneewittchen zwischen nekrophiler Faszination und tugendhafter Reinheit: Hier werden die Ergebnisse der Analysen zusammengeführt und die Darstellung Schneewittchens in den Kontext von Pubertätsriten und patriarchalen Erziehungsidealen des 19. Jahrhunderts gesetzt.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Motiv des toten Mädchens eine tief verwurzelte, problematische Erotisierung und Passivität festigt, die in moderne Rezeptionen kritisch hinterfragt werden muss.

Schlüsselwörter

Schneewittchen, Nekrophilie, Fetischismus, Abjektion, Brüder Grimm, Märchenanalyse, weiblicher Körper, Ästhetik, Tod, patriarchalische Strukturen, Objektifizierung, Disney, Neil Gaiman, Literaturwissenschaft, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung der ästhetisierten Leiche Schneewittchens im gläsernen Sarg und deren tiefenpsychologische sowie kulturelle Hintergründe.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Faszination für den weiblichen toten Körper, die Begriffe der Nekrophilie und des Fetischismus sowie die Dekonstruktion von Gender-Rollen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob und wie eine Verknüpfung zwischen Ästhetik, Tugendhaftigkeit und nekrophiler Faszination im Märchen von Schneewittchen besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und psychoanalytische Analyse angewandt, die sich auf Theorien wie die Abjektion nach Julia Kristeva stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die konkrete Analyse der Märchenversionen (Grims Brüder) sowie deren Adaptionen durch Disney und Neil Gaiman.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Schneewittchen, Nekrophilie, Fetischismus, Abjektion, patriarchale Strukturen und die Symbolik des toten weiblichen Körpers.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Schneewittchens bei Disney von der Originalversion?

Disney verwandelt die unheimliche Todesszene in ein romantisiertes, fast heiliges Ereignis und entmystifiziert die nekrophilen Untertöne zugunsten einer Liebesgeschichte.

Inwiefern dekonstruiert Neil Gaiman das Märchen im Comic "Snow, Glass, Apples"?

Gaiman erzählt das Märchen aus der Sicht der Stiefmutter und stellt das Bild vom unschuldigen Opfer infrage, indem er Schneewittchen als bedrohliche, vampirartige Figur darstellt.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Ästhetik, Tugend und Nekrophilie. Schneewittchen als Symbol für die erotische Faszination des toten Körpers
College
University of Hamburg
Course
Märchen und (Anti-) Feminismus
Grade
1,0
Author
Charlotte Eckel (Author)
Publication Year
2024
Pages
18
Catalog Number
V1529993
ISBN (eBook)
9783389097595
ISBN (Book)
9783389097601
Language
German
Tags
Schneewittchen Nekrophilie Fetischisierung toter Körper
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Eckel (Author), 2024, Ästhetik, Tugend und Nekrophilie. Schneewittchen als Symbol für die erotische Faszination des toten Körpers, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1529993
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint