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Niedrigschwellige Beratung drogenkonsumierender Jugendlicher

Title: Niedrigschwellige Beratung drogenkonsumierender Jugendlicher

Term Paper , 1996 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Peter Engert (Author)

Social Work
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In Istanbul wurden Kaffeetrinker Ende des 17. Jahrhunderts verprügelt, es wurde ihnen die Zunge heraus gerissen und sie wurden bisweilen in Kaffee-Säcke eingenäht und ins Meer geworfen.

Was damals den Kaffeetrinkern widerfahren ist, geschieht heute in etwas anderer Form mit KonsumentInnen illegaler Drogen: Sie werden kriminalisiert, verfolgt, vor Gericht gestellt und in die Gefängnisse geworfen. Der Schwerpunkt der Studienarbeit sind zwar nicht Drogen im allgemeinen, doch wurde versucht im ersten Teil einen kurzen Abriss zu geben, wie weit die Forschung in Bezug auf Sucht fortgeschritten ist. Außerdem wird allgemein auf die Diskussion eingegangen, die sich um Drogen abspielt, wobei es wichtig war, gerade die ideologischen Hintergründe der Debatte aufzuzeigen. Hiermit sollte verdeutlicht werden, inwieweit immer auch das Menschenbild und der jeweilige kulturelle Hintergrund die Drogenpolitik determiniert.

Was politisch möglich ist, wo man geneigt ist, zumindest im Zusammenhang mit Drogen liberaler zu denken, zeigt das Beispiel Schweiz, dessen Drogenpolitik im ersten Teil ebenfalls kurz geschildert wird. In diesem Rahmen können auch Überlebenshilfeeinrichtungen gedeihen, wie beispielsweise Fixerräume oder Notschlafstellen mit psychosozialem Betreuungsangebot. Eine solche Einrichtung in Basel wird im zweiten und dritten Teil der Studienarbeit beschrieben. Die Überlebenshilfeeinrichtungen sind gegenwärtig leider notwendig und wichtig, um Drogen konsumierenden Menschen durch die Phase der Sucht zu helfen; - anstatt sie zu jagen und dafür zu sorgen, dass sie allmählich vergiftet werden, weil man den Drogenhandel dem organisierten Verbrechen überlässt.

Peter Engert, im Juli 1996


WICHTIGER HINWEIS: Die vorliegende Studienarbeit stammt aus dem Jahr 1996 - insofern können aktuelle Entwicklungen nicht einbezogen sein. Nichtsdestotrotz sind die meisten der gezogenen Schlüsse auch heute noch erschreckend aktuell.

Peter Engert, im Juli 2007

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Grundlegendes zu Drogen und Sucht

1. 1 Begriffsbestimmung: Abhängigkeit

1. 2 Suchttheorien

1. 3 Standpunkte aus der aktuellen Drogendiskussion

1. 4 Drogenpolitik der Schweiz

2. Die Institution

2. 1 Geschichte der Institution

2. 2 Struktur und personelle Ausstattung

2. 2. 1 Struktur

2. 2. 2 Personelle und räumliche Ausstattung

2. 2. 3 Einbettung und Vernetzung mit anderen Einrichtungen der Drogenhilfe

3. Die Praxis

3. 1 Die Jugendlichen

3. 2 Der jugendspezifische Beratungsansatz

3. 3 Ziele der Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Praxis der niedrigschwelligen Beratung von drogenkonsumierenden Jugendlichen im Kontext einer Notschlafstelle. Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie durch einen niederschwelligen Ansatz Vertrauen aufgebaut und den Jugendlichen trotz ihrer prekären Lebenslage ein würdiger Übergang und professionelle Unterstützung ermöglicht werden kann.

  • Grundlagen der Suchtentstehung und theoretische Suchtmodelle
  • Kritische Analyse der aktuellen Drogenpolitik am Beispiel der Schweiz
  • Strukturelle Organisation und personelle Ausstattung der Notschlafstelle
  • Spezifische sozialarbeiterische Beratungsansätze für Jugendliche in Krisen
  • Bedeutung der Notschlafstelle als Überlebenshilfe und niedrigschwelliges Angebot

Auszug aus dem Buch

3. 2 Der jugendspezifische Beratungsansatz

Das Hauptziel der Arbeit in der NSSJ besteht darin, die Jugendlichen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe in der Rückgewinnung von Eigenverantwortlichkeit und Autonomie zu fördern. Allerdings drängen die MitarbeiterInnen den Jugendlichen keine Hilfsangebote auf, sondern unterstützen vielmehr deren eigene Bestrebungen und Vorschläge zur Bewältigung ihrer Probleme, wobei auf den jeweiligen Einzelfall eingegangen wird und entsprechend der verschiedenen Bedürfnisse gemeinsam mit dem/der Jugendlichen Ziele erarbeitet werden, die auch erreichbar sind. Eine grundlegende Voraussetzung dafür ist die Vertrauensbasis zwischen Jugendlichen und MitarbeiterInnen. Aus diesem Grund werden von den MitarbeiterInnen restriktive Maßnahmen vermieden und die offene Auseinandersetzung, -beispielsweise bei der Durchsetzung der Hausordnung- gesucht. Auf diesem Weg wird das Handeln transparent gemacht und die Gesprächsbereitschaft zur gemeinsamen Suche nach Lösungen gefördert. Außerdem gibt es noch verschiedene sozialarbeiterische Instrumentarien, die den MitarbeiterInnen zur Verfügung stehen:

Das Eintrittsgespräch findet gleich bei Eintritt des Jugendlichen in die NSSJ statt. Dies gibt den MitarbeiterInnen die Gelegenheit, sich vorzustellen und die Personalien aufzunehmen. In diesem Zusammenhang wird oft auch die Situation abgeklärt, in welcher sich die Jugendlichen befinden. Sodann wird gemeinsam der Hotelmeldeschein ausgefüllt. Die MitarbeiterInnen erläutern die Hausordnung und die Angebote der NSSJ und zeigen dem Jugendlichen die Räumlichkeiten. Danach erhält der Jugendliche Raum, um erstmal richtig anzukommen und sich zurechtzufinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Grundlegendes zu Drogen und Sucht: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Basis über Suchtentstehung und Abhängigkeitsformen sowie eine Analyse verschiedener drogenpolitischer Ansätze, mit einem Fokus auf der liberalen Drogenpolitik der Schweiz.

2. Die Institution: Hier wird die historische Entwicklung und die organisatorische Struktur der Notschlafstelle für Jugendliche (NSSJ) in Basel sowie deren Vernetzung innerhalb der Drogenhilfe beschrieben.

3. Die Praxis: Das Kapitel erläutert die Lebenssituation der betroffenen Jugendlichen und stellt die spezifischen sozialarbeiterischen Beratungsansätze sowie die übergeordneten Ziele der Arbeit in der Notschlafstelle dar.

Schlüsselwörter

Notschlafstelle, Jugendliche, Sucht, Drogenpolitik, Schweiz, Sozialarbeit, Überlebenshilfe, Beratung, Suchtprävention, Abhängigkeit, Krisenintervention, Hilfe zur Selbsthilfe, Niedrigschwelligkeit, Autonomie, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und der praktischen Arbeit einer Notschlafstelle für drogenkonsumierende Jugendliche und analysiert deren Rolle als niedrigschwellige Überlebenshilfe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Suchtentstehung, die kritische Diskussion drogenpolitischer Ansätze, die organisatorische Struktur einer Hilfseinrichtung und die direkte Beratungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine wertschätzende und niedrigschwellige Grundhaltung das Vertrauen von Jugendlichen in einer Notschlafstelle gewonnen werden kann, um ihnen Wege zur Stabilisierung ihrer Situation zu eröffnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine fachliche Ausarbeitung im Bereich der Sozialarbeit, die sowohl theoretische Suchtmodelle als auch die konkrete institutionelle Praxis und organisationssoziologische Aspekte analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung zur Sucht, die Darstellung des schweizerischen Drogenmodells, eine detaillierte Beschreibung der Basler Notschlafstelle und eine Analyse der konkreten Beratungsansätze in der Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Niedrigschwelligkeit, Überlebenshilfe, Suchtberatung, Eigenverantwortlichkeit und jugendspezifische Sozialarbeit charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Schweiz in dieser Untersuchung?

Die Schweiz dient als positives Fallbeispiel für eine liberale und pragmatische Drogenpolitik, die insbesondere durch das Vier-Säulen-Modell innovative Wege der Schadensminderung ermöglicht.

Warum ist der vertrauensvolle Umgang in der Notschlafstelle so essentiell?

Viele der Jugendlichen haben negative Vorerfahrungen mit Institutionen gemacht; erst durch einen vertrauensvollen Aufbau ohne moralischen Druck können die Jugendlichen erreicht und bei der Bewältigung ihrer multiplen Probleme unterstützt werden.

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Details

Title
Niedrigschwellige Beratung drogenkonsumierender Jugendlicher
College
Mannheim University of Applied Sciences  (Hochschule für Sozialwesen)
Grade
1,0
Author
Peter Engert (Author)
Publication Year
1996
Pages
23
Catalog Number
V15302
ISBN (eBook)
9783638204538
ISBN (Book)
9783638643870
Language
German
Tags
Niedrigschwellige Beratung Jugendlicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Engert (Author), 1996, Niedrigschwellige Beratung drogenkonsumierender Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15302
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