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Das deutsche und italienische Wohlfahrtsstaaten-Modell: Konservative Regime? Analyse der Gesundheitssysteme im Vergleich

Title: Das deutsche und italienische Wohlfahrtsstaaten-Modell: Konservative Regime? Analyse der Gesundheitssysteme im Vergleich

Bachelor Thesis , 2010 , 54 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Antonio Ricciardi (Author)

Economy - Health Economics
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....Eine bis heute prägende Arbeit und ein Meilenstein5 für die Policy-Forschung ist das Werk von Gøsta Esping-Andersen „The Three Worlds of Welfare Capitalism“, in dem die wichtigsten kapitalistischen Ökonomien in drei Wohlfahrtsregime eingruppiert werden. Es stellt sich die Frage: Kann das italienische Sozialsystem, aufgrund seiner landesspezifischen sozio-historischen Charakteristiken, gemeinsam mit dem deutschen Wohlfahrtssystem als konservatives Regime, nach der Esping-Andersens Klassifizierung, eingestuft werden? Die folgende Arbeit wird sich mit dieser Fragestellung intensiv beschäftigen.
Im zweiten Kapitel erhält der Leser einen allgemeinen Überblick über die europäische Geschichte des Wohlfahrtsstaates und über die historischen und soziologischen Hintergründe, die zur Entwicklung und Durchsetzung der Wohlfahrt in Europa geführt haben. Im dritten Kapitel wird sich diese Arbeit mit der möglichst
ausführlichen Darstellung der Konzeption Gøsta Esping-Andersens „The three worlds of welfare capitalism“, insbesondere mit seinen drei Typologien der wohlfahrtsstaatlichen Regime, sowie mit der Erläuterung der De-Kommodifizierung und Stratifizierung10 als Wohlfahrtsindikatoren beschäftigen. Von vordergründigem
Interesse werden die Methoden und die Gründe sein, nach denen Esping-Andersen das deutsche und italienische Wohlfahrtsregime als konservativ eingestuft hat.
Danach wird die Kritik verschiedener Autoren dargelegt. Im vierten Kapitel werden zwei Klassifizierungsmodelle des Wohlfahrtsstaates von Ferrera und Trifiletti vorgestellt, die ebenfalls der Sichtweise von Esping-Andersen widersprechen.
Nach einem Überblick über die Komplexität des Internationalen Vergleiches und dessen Bedeutung im fünften Kapitel, wird es im sechsten Kapitel um eine kurze Darstellung der jeweiligen Sozialsysteme mit Fokus auf das Gesundheitssystem
gehen. Zur Analyse der jeweiligen Gesundheitswesen werden bestimmte Indikatoren ausgewählt, anhand derer die beiden Systeme analysiert werden.
Über welche sozialen Absicherungssysteme verfügen Italien und Deutschland? Auf welchen Ansätzen basieren sie? Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede weisen sie auf? Ist es realistisch, dass die beiden Wohlfahrtssysteme zusammen eingestuft werden?
Anhand des Beispiels der Gesundheitssysteme in Italien und in Deutschland wird diese Arbeit die Klassifizierung von Esping-Anderson in Frage stellen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Wohlfahrtsstaat

2.1 Definition des Wohlfahrtsstaates

2.2 Die Geschichte der europäischen Wohlfahrtsstaaten - eine Einführung

3 Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von Gøsta Esping-Andersen

3.1 Einführung

3.2 Theoretische Ansätze und Methodologie

3.3 Indikatoren zum Vergleich

3.3.1 De-Kommodifizierung

3.3.2 Stratifizierung

3.3.3 Das liberale Wohlfahrtsregime

3.3.4 Das konservative Wohlfahrtsregime

3.3.5 Das sozial-demokratische Wohlfahrtsregime

3.4 Kritik an Gøsta Esping-Andersens Wohlfahrtsstaatstypologie

4 Verschiedene Klassifikationen der Wohlfahrtsstaaten im Vergleich

4.1 Occupational and Universalistic Welfare States

4.2 Southern European Welfare Regimes

5 Die Komplexität des internationalen Vergleichs im Bereich Gesundheitssystem

5.1 Das Gesundheitssystem

5.2 Problematik des Vergleiches

6 Das Gesundheitssystem in Deutschland und Italien - ein Vergleich

6.1 Einführung

6.2 Eine Einführung in das deutsche Wohlfahrtssystem

6.3 Das Gesundheitssystem in Deutschland

6.3.1 Prinzipien und Strukturen

6.3.2 Organisation

6.4 Eine Einführung in das italienische Wohlfahrtssystem

6.5 Das Gesundheitssystem in Italien

6.5.1 Prinzipien und Strukturen

6.5.2 Organisation

6.6 Die beiden Gesundheitssysteme im Vergleich

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht, ob das italienische Wohlfahrtssystem trotz seiner spezifischen sozio-historischen Charakteristika zu Recht gemeinsam mit dem deutschen System als „konservatives Regime“ nach der Klassifizierung von Gøsta Esping-Andersen eingestuft wird, wobei der Fokus auf einem detaillierten Vergleich der jeweiligen Gesundheitssysteme liegt.

  • Analyse der Wohlfahrtsstaatsmodelle nach Esping-Andersen
  • Kritische Würdigung der Klassifizierung durch alternative Modelle
  • Vergleichende Untersuchung der Gesundheitssysteme in Deutschland und Italien
  • Evaluation von Indikatoren wie Finanzierung, Organisation und Wartezeiten
  • Diskussion über die Relevanz der Familienrolle in südeuropäischen Staaten

Auszug aus dem Buch

3.3.4 Das konservative Wohlfahrtsregime

Von Bismarck inspiriert weist dieses Modell eine enge Verbindung zwischen Sozialleistungen und Beschäftigungsstatus der Personen auf. Es konzentriert sich auf den Schutz der Arbeiter und ihrer Familien vor Pflegebedürftigkeit, Krankheit, Arbeitslosigkeit und Alter. In diesen Ländern werden ca. 27-30% des BIP für Sozialausgaben bereitgestellt. Man neigt dazu, Sozialprogramme je nach sozial- und politischem Status differenziert anzubieten, welche die Beamten oftmals großzügiger berücksichtigen. Die historische Entwicklung der Gesellschaft mit ihren Machtverhältnissen und Klassenstrukturen in Verbindung mit der einflussreichen Rolle der Kirche (und den von ihr inspirierten politischen Parteien), haben zu einem Sozialstaat beigetragen, der auf dem Subsidiaritäts-und Solidaritätsprinzip basiert. Im Gegensatz zu den liberalen Wohlfahrtsregimen basiert der konservative Regime-Type auf dem Prinzip der Verteidigung und der Aufrechterhaltung der Klassenunterschiede und des sozialen Status. Die Länder Kontinentaleuropas - Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich - stellen ein Sozialsystem dar, dass zur Anerkennung der sozialen Rechte, gebunden an die Bestätigung komparatistischer Statusunterschiede, neigt. Die Rolle des Sozialstaates ist stark und tendiert zu einer Begrenzung des Marktes als Wohlfahrtsproduzent. Von daher ist die Rolle der privaten und betrieblichen Versicherungen gering. Die Familie, und insbesondere die unbezahlten sozialen Aktivitäten der Frau in der Familiengemeinschaft, haben in der Geschichte dieser Länder im sozialen Bereich eine wichtige Rolle gespielt. Ihre Funktion als „sozialer Stoßdämpfer“ hat stets den Staat in seiner Wohlfahrtsstaatsfunktion unterstützt und erleichtert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Wohlfahrtsstaaten und Darstellung der Forschungsfrage bezüglich der Klassifizierung des italienischen Modells.

2 Der Wohlfahrtsstaat: Überblick über die Definition des Wohlfahrtsstaates sowie dessen historische Entwicklung in Europa.

3 Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus von Gøsta Esping-Andersen: Detaillierte Erläuterung der Typologie Esping-Andersens inklusive der zentralen Indikatoren De-Kommodifizierung und Stratifizierung.

4 Verschiedene Klassifikationen der Wohlfahrtsstaaten im Vergleich: Vorstellung alternativer Modelle wie jene von Ferrera und Trifiletti, die den Blick auf spezifische Differenzierungskriterien erweitern.

5 Die Komplexität des internationalen Vergleichs im Bereich Gesundheitssystem: Erörterung der methodischen Herausforderungen und Schwierigkeiten beim Vergleich von Gesundheitssystemen.

6 Das Gesundheitssystem in Deutschland und Italien - ein Vergleich: Umfangreiche Analyse und Gegenüberstellung der Strukturen, Prinzipien und Organisation der beiden nationalen Gesundheitssysteme.

7 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der Esping-Andersen-Klassifizierung.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Gesundheitssystem, Gøsta Esping-Andersen, konservatives Regime, Deutschland, Italien, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Sozialversicherung, Bismarck-Modell, Beveridge-Modell, Familienrolle, Gesundheitsreform, soziale Sicherheit, internationaler Vergleich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der vergleichenden Analyse des deutschen und italienischen Wohlfahrtsstaates, mit besonderem Fokus auf deren jeweilige Gesundheitssysteme.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten nach Esping-Andersen, die Rolle des Staates, der Familie und des Marktes sowie die Effizienz und Struktur der Gesundheitsversorgung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist zu prüfen, ob die Einordnung des italienischen Wohlfahrtssystems in das „konservative Regime“ nach Esping-Andersen angesichts landesspezifischer Charakteristika wissenschaftlich haltbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine vergleichende Analyse, die theoretische Konzepte (wie das von Esping-Andersen) mit empirischen Daten internationaler Organisationen wie der OECD und WHO kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Wohlfahrtsstaatsmodelle, eine methodische Auseinandersetzung mit dem internationalen Vergleich und eine detaillierte Analyse der Gesundheitssysteme von Deutschland und Italien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wohlfahrtsstaat, Gesundheitssystem, konservatives Regime, De-Kommodifizierung, Stratifizierung, Italien, Deutschland und Familienrolle.

Warum wird das italienische Modell als „problematisch“ in der Einstufung nach Esping-Andersen bezeichnet?

Weil das italienische System Züge aufweist, die sowohl dem korporatistischen als auch dem universalistischen Modell widersprechen oder diese erweitern, insbesondere durch die hohe Bedeutung informeller Familienleistungen.

Welchen Einfluss hat die „Familienrolle“ konkret auf den Vergleich?

In Italien fungiert die Familie als „sozialer Stoßdämpfer“, was den Mangel an staatlichen Sozialleistungen ausgleicht und die Klassifizierung als rein konservatives Regime durch die spezifische Einbindung der Frau als Betreuungsperson erschwert.

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Details

Title
Das deutsche und italienische Wohlfahrtsstaaten-Modell: Konservative Regime? Analyse der Gesundheitssysteme im Vergleich
College
University of Cologne  (Sozialpolitik)
Grade
1,7
Author
Antonio Ricciardi (Author)
Publication Year
2010
Pages
54
Catalog Number
V153043
ISBN (eBook)
9783640652471
ISBN (Book)
9783640652860
Language
German
Tags
comparazione dei sistemi sociali Das deutsche Wohlfahrtssystem Das Gesundheitssystem Das Gesundheitssystem in Deutschland Das Gesundheitssystem in Italien das italienische Wohlfahrtssystem Das konservative Wohlfahrtsregime Das liberale Wohlfahrtsregime Das sozial-demokratische Wohlfahrtsregime De-Kommodifizierung Die drei Welten des Wohlfahrtskapitalismus Gøsta Esping-Andersen Occupational and Universalis The Three Worlds of Welfare Capitalism Southern European Welfare Regimes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonio Ricciardi (Author), 2010, Das deutsche und italienische Wohlfahrtsstaaten-Modell: Konservative Regime? Analyse der Gesundheitssysteme im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153043
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