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Grundlagen und Herausforderungen von Entrepreneurship

Title: Grundlagen und Herausforderungen von Entrepreneurship

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Vocke (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Entrepreneurship, Gründungswelle, New Economy, Venture Capital. Begriffe, die der wirtschaftlich interessierte Leser während der Börsenhausse des Neuen Markts in den vergangenen Jahren in geradezu inflationärem Ausmaß zu hören bekam. Deutschland, so bekam man den Eindruck, erlebt den größten Gründerboom seit dem Deutschen Wirtschaftswunder unter Ludwig Erhard. Jede halbwegs größere Stadt veranstaltete Gründermessen, an den Hochschulen des Landes wurden Zentren für Existenzgründer eingerichtet, der Nachrichtensender n-tv etablierte die ”Wirtschaftswoche-Startup-Show“, bei der zwei Gründungsteams um die beste Geschäftsidee wetteifern und in den Wirtschaftsmagazinen wurde allwöchentlich ein neuer Jungunternehmer als Vertreter der neuen Selbstverständlichkeit der Selbständigkeit euphorisch bejubelt.

Der interessierte Beobachter musste sich zwangsläufig wundern, was sich da in seinem Land abspielte. Die Deutschen—ein Volk von Unternehmern und Existenzgründern? Was war plötzlich aus der ”Vollkasko-Mentalität“ in unserer Gesellschaft geworden, die jede Form von Eigeninitiative und Mut zum Risiko stets kritisch beäugt und das soziale Netz des Staates nicht nur engmaschig, sondern auch am liebsten so bequem hätte, dass ”soziale Hängematte“ der eigentlich treffendere Begriff wäre? Ist es wirklich so einfach geworden, ein Unternehmen zu gründen und kompetent zu führen? Braucht es dafür nicht mehr als eine vage Geschäftsidee, Grundkenntnisse in BWL, ein paar IT-Fachleute und willige Geldgeber? Das der Hausse folgende vielzitierte Platzen der Internet-Blase gab darauf in der Zwischenzeit eine eindrucksvolle und deutliche Antwort.

Diese Entwicklung gibt Anlass, einmal zu hinterfragen, was genau denn nun eigentlich ein ”Entrepreneur“ ist. Genügt es, den ”Entrepreneur“ mit dem deutschen Wort ”Unternehmer“ zu übersetzen und ihn mit ebensolchem gleichzusetzen? Woher stammt der Begriff ursprünglich und welchen Bedeutungswandel hat er im Laufe der Jahre erfahren? Wie wurde die Rolle des Entrepreneurs von den verschiedensten Wirtschaftstheoretikern
gesehen? Was bewegt einen Menschen dazu, ein eigenes Unternehmen zu gründen und welche Voraussetzungen sind dafür unabdingbar? Auf diese Fragen werde ich im ersten Teil meiner Arbeit, den Grundlagen, versuchen eine Antwort zu geben. Im zweiten Teil, den Herausforderungen, werde ich auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen eingehen, denen sich ein Entrepreneur gegenübergestellt sieht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Grundlagen

1.1 Einleitung und Motivation

1.2 Historische Entwicklung des „Entrepreneur“-Begriffs

1.2.1 Ursprung des Begriffs „Entrepreneur“

1.2.2 Der Unternehmer als Träger von Unsicherheit

1.2.3 Der Unternehmer als Koordinator im Markt

1.2.4 Der Unternehmer als Innovator

1.2.5 Der Unternehmer als Entdecker

1.2.6 Synthese und Bewertung

1.3 Beweggründe für einen Unternehmer

2 Herausforderungen von Entrepreneurship

2.1 Wirtschaftliche Herausforderungen

2.2 Gesellschaftliche Herausforderungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Begriff des „Entrepreneurs“ aus historischer und wirtschaftstheoretischer Perspektive, um eine fundierte Definition zu entwickeln und die spezifischen wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen der Unternehmensgründung, insbesondere in Deutschland, zu analysieren.

  • Historische Bedeutungswandlung des Entrepreneur-Begriffs
  • Wirtschaftstheoretische Unternehmerbilder (Risikoträger, Koordinator, Innovator, Entdecker)
  • Motivationsfaktoren für die Unternehmensgründung
  • Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Finanzierungsproblematik
  • Gesellschaftliche Risikoaversion und Unternehmenskultur

Auszug aus dem Buch

1.2.3 Der Unternehmer als Koordinator im Markt

Während im vorhergehenden Abschnitt die zentrale Rolle des Unternehmers die Übernahme von Unsicherheit war, soll nun besonderes Augenmerk auf die Koordinationsfunktion des Unternehmers gelegt werden. Bei der Darstellung dieser Funktion soll vorwiegend auf die Arbeiten des Ökonomen Mark Casson (geb. 1945) eingegangen werden, da Casson nach Ripsas „das wohl größte Potential besitzt, den Unternehmer in die Lehrbuchökonomie zu integrieren.“

Casson umschreibt in seiner Definition den Unternehmer als einen Marktteilnehmer,

„who specializes in taking judgmental decisions about the coordination of scarce resources.“

Mit „specializes“ bezeichnet Casson hierbei die Konzentration auf das Entscheiden. Der Entscheider — der Entrepreneur — kann dabei Selbständiger oder Angestellter sein, ist aber ausnahmslos immer eine Einzelperson und niemals ein Team. Als vorwiegende Handlungsgrundlage der Unternehmerperson nimmt Casson in seiner Theorie Profitmaximierung an. Unter „judgemental decisions“ versteht Casson Entscheidungen, die von verschiedenen Personen mit gleichen Zielen in vergleichbaren Situationen unterschiedlich getroffen werden. Als Grund hierfür werden Informationsassymetrien gesehen, Casson beschreibt dies so:

„Basically a judgemental decision is one where some relevant item of information has not diffused to everyone. Those who have the information would therefore decide one way and those without it would decide another way.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln des Unternehmertums und analysiert verschiedene ökonomische Modelle des Unternehmers vom frühen Verständnis bis hin zu modernen Ansätzen.

1.1 Einleitung und Motivation: Die Einleitung gibt einen Überblick über den Gründungsboom der New Economy und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle und den Voraussetzungen des Entrepreneurs.

1.2 Historische Entwicklung des „Entrepreneur“-Begriffs: Hier wird die Etymologie und der historische Bedeutungswandel des Begriffs vom frühen Verständnis bis zur wissenschaftlichen Einordnung nachgezeichnet.

1.2.1 Ursprung des Begriffs „Entrepreneur“: Dieser Abschnitt beleuchtet die französischen Wurzeln des Begriffs und seine Entwicklung als Risikoträger im 16. Jahrhundert.

1.2.2 Der Unternehmer als Träger von Unsicherheit: Fokus auf Richard Cantillon und Frank H. Knight, die das Treffen von Entscheid unter Unsicherheit als Kernaufgabe definieren.

1.2.3 Der Unternehmer als Koordinator im Markt: Analyse von Mark Casson, der den Unternehmer durch seine Spezialisierung auf Urteilsentscheidungen zur Ressourcenkoordination definiert.

1.2.4 Der Unternehmer als Innovator: Darstellung der Theorie Joseph A. Schumpeters, der den Unternehmer als denjenigen sieht, der „neue Kombinationen“ durchsetzt und „kreative Zerstörung“ bewirkt.

1.2.5 Der Unternehmer als Entdecker: Behandlung von Israel M. Kirzner, der den Unternehmer als Arbitrageur beschreibt, der ungenutzte Marktchancen durch Aufmerksamkeit entdeckt.

1.2.6 Synthese und Bewertung: Eine kritische Zusammenfassung der behandelten Theorien, die das Fehlen einer einheitlichen Theorie moniert.

1.3 Beweggründe für einen Unternehmer: Untersuchung der persönlichen Motivationen sowie der Unterscheidung zwischen „Opportunity“ und „Necessity Entrepreneurship“.

2 Herausforderungen von Entrepreneurship: Dieses Kapitel widmet sich den Hindernissen, denen Gründer nach der Entscheidung zur Selbständigkeit gegenüberstehen.

2.1 Wirtschaftliche Herausforderungen: Beleuchtung der Finanzierungslandschaft und des Bedarfs an qualifizierten Arbeitskräften in Deutschland.

2.2 Gesellschaftliche Herausforderungen: Analyse des Einflusses von Kultur, Werten und Risikoaversion auf die Gründungsmentalität in Deutschland im Vergleich zu den USA.

Schlüsselwörter

Entrepreneurship, Unternehmensgründung, Marktwirtschaft, Innovation, Kreative Zerstörung, Risikoträger, Ressourcenkoordination, Arbitrageur, Motivation, Venture Capital, Gründungskultur, Risikoaversion, New Economy, Global Entrepreneurship Monitor.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Unternehmertums und setzt sich mit den spezifischen Herausforderungen auseinander, denen Unternehmer bei einer Neugründung gegenüberstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Begriffsbestimmung, verschiedene ökonomische Unternehmerrollen, Motivationsgründe für Gründer sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Rolle des Unternehmers zu schaffen und aufzuzeigen, warum die Gründungsaktivität in Deutschland trotz bestehender Theorien hinter anderen Ländern zurückbleibt.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse der ökonomischen Theorie (u.a. Schumpeter, Casson, Kirzner) sowie auf statistische Daten des „Global Entrepreneurship Monitor“ (GEM).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung verschiedener Unternehmerbilder und die anschließende Untersuchung von Hürden für Gründer in Deutschland, unterteilt in wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Entrepreneurship, Innovation, Risikoaversion, Unternehmenskultur und Ressourcenkoordination.

Wie unterscheidet Schumpeter den Unternehmer vom Kapitalisten?

Schumpeter trennt klar zwischen beiden: Während der Kapitalist das finanzielle Risiko trägt, ist der Unternehmer derjenige, der durch die „kreative Zerstörung“ neue Kombinationen durchsetzt und Innovationen vorantreibt.

Was versteht man unter dem „homo agens“ nach Kirzner?

Im Gegensatz zum rein profitorientierten „homo oeconomicus“ betont der „homo agens“ die Kreativität und Findigkeit des Menschen, der aktiv nach Marktchancen sucht und diese entdeckt, um seine Situation zu verbessern.

Welche kulturellen Unterschiede werden zwischen den USA und Deutschland hervorgehoben?

Die Arbeit nennt eine geringere Risikoaversion, eine positivere Einstellung zum Scheitern und eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung der Selbständigkeit als wesentliche Faktoren, die den Gründungsboom in den USA begünstigen.

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Details

Title
Grundlagen und Herausforderungen von Entrepreneurship
College
University Karlsruhe (TH)  (Interfakultatives Institut für Entrepreneurship)
Course
Seminar Entrepreneurship
Grade
1,7
Author
Thomas Vocke (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V15305
ISBN (eBook)
9783638204569
ISBN (Book)
9783640386321
Language
German
Tags
Grundlagen Herausforderungen Entrepreneurship Seminar Entrepreneurship
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Vocke (Author), 2002, Grundlagen und Herausforderungen von Entrepreneurship, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15305
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