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Sozialisation und Spiel in systemtheoretischer Perspektive

Title: Sozialisation und Spiel in systemtheoretischer Perspektive

Intermediate Diploma Thesis , 2010 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jennifer Koslowski (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Sozialisation und Spiel in system-theoretischer Perspektive“. Ausschlaggebend für die Wahl des Themas waren ein Seminar zum Thema Sozialisation und eine eigene Beobachtung. Die Sichtung von Schildern mit der Aufschrift „Spielen verboten“ in anliegenden Grünanlagen von Wohngebieten, veranlasste mich zu einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema Spiel. Diese Auseinandersetzung erfolgte unter der besonderen Vermutung, dass es zwischen dem Spiel und dem Sozialisationsprozess des Kindes einen Zusammenhang geben müsste.

Kinder finden in ihren Wohngegenden anscheinend so wenig Raum zum spielen, dass in der wissenschaftlichen Literatur von einem schwinden der Straßenkindheit die Rede ist (vgl. Hohm 2006, S. 163). Zudem soll es für Kinder heutzutage mehr Möglichkeiten geben, ihre Freizeit in einem institutionellen Rahmen zu verbringen, denn je (Retter 1991, S.49). Ich halte es für nötig, diesen Sachverhalt näher zu betrachten. Zu diesem Zweck wähle ich eine systemtheoretische Perspektive, denn diese ermöglicht mir die Position eines Beobachters einzunehmen. Nach systemtheoretischer Tradition ist es für den Beobachter nur möglich zu überprü-fen, ob die Welt wie er sie sieht der Realität entspricht, wenn er sie mit den Sichtweisen eines anderen Beobachters vergleicht (vgl. Simon 2005, S.47). Die anderen Beobachter sind in diesem Fall Wissenschaftler, die sich mit dem Thema befasst haben und ihre Beobachtungen mittels der Schriftmedien für andere Be-obachter zugänglich gemacht haben.

Zunächst soll der Begriff „Sozialisation“ im Allgemeinen definiert werden. Auf die Annahme von Hurrelmann und Ulich (vgl. 1991, S.7) es gäbe die Sozialisation als ultimative Beschreibung nicht, sondern nur sozialisationstheoretische Frage-stellungen, stützt und begründet sich die Fragestellung:

Welche Bedeutung hat das Spiel für den Sozialisationsprozess von Kindern und welche Bedeutungen ergeben sich daraus für die pädagogische Praxis?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SOZIALISATION

2.1. AKTIVITÄT VON MENSCH UND UMWELT

2.1.2 Produktive Verarbeitung innerer und äußerer Realität

2.1.3 Sozialisationsinstanzen

2.2. SYSTEMTHEORETISCHE BETRACHTUNG

2.2.2. Autopoiesis

2.2.3. Leistung der Systembildung

2.2.4. Soziale Systeme

3. SPIEL ALS MEDIUM

3.1. WESEN DES SPIELS

3.2. SPIEL ALS SYSTEM

4. BEDEUTUNG FÜR DIE PÄDAGOGISCHE PRAXIS

4.1. FAMILIE

4.2. SCHULE

4.3. FREIZEIT

4.4 GLEICHALTRIGE

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Spiel von Kindern und deren Sozialisationsprozess unter einer systemtheoretischen Perspektive. Ziel ist es, durch die Analyse von Spiel als Medium und als System Erkenntnisse darüber zu gewinnen, welche Bedeutung dies für die pädagogische Praxis hat und wie das Kind als eigenständiges psychisches System agiert.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Sozialisation
  • Spiel als Medium und als autopoietisches System
  • Die Rolle der Sozialisationsinstanzen Familie, Schule und Freizeit
  • Komplexitätsreduktion im kindlichen Spiel
  • Interaktion und Selbstsozialisation bei Kindern

Auszug aus dem Buch

3.1. Wesen des Spiels

In der Literatur finden sich auf der Suche nach der einen universellen Definition von Spiel unterschiedliche Ansichten. In diesem Sinne beschreibt Okón die Definition von Spiel als schwierig und hält die gängigen Spieltheorien für einseitige Teilwahrheiten (vgl.Òkon 1991,S.36). Im Allgemeinen könne man das Spiel als eine am Vergnügen orientierte Handlung ansehen, die sich auf einen bedeutsamen Teil der Phantasie stütze. Nach seinem Verständnis ist Spiel ein Ergebnis aus dem hohen Bedürfnis nach Aktivität des Kindes, welches mit der Unfähigkeit des Umgangs mit den Gegebenheiten des Alltags kollidiert (ebd., S.25).

Kürthy sieht das Spiel isoliert als einen Bereich „heterogener Aktionsformen“, welcher von anderen Verhaltensweisen kaum abgegrenzt werden kann. Das Spiel wird hier als Aktions- und Interaktionsform betrachtet (vgl. Kürthy 1978, S.141). Ulrich Baer drückt sich hier etwas präziser aus und bezeichnet das Spiel als „so-tun-als-ob“, das heißt das Kind schafft sich im Spiel seine eigene Welt mit Hilfe seiner Gedanken und Handlungen. Es schafft Möglichkeiten, die nur durch das Ende der Fantasie begrenzt seien und bedeutet somit im weiteren Sinne eine Form von Freiheit. Neben dem „so-tun- als- ob“ besitze das Spiel als weiteres Kennzeichen eine Dynamik, die ein mittleres Spannungsniveau verursache. Der Spielende erschafft sich Aufgaben, die er lösen will, wodurch eine Wechselwirkung zwischen An- und Abspannung entstehe. Weitere Kennzeichen sind, dass das Spiel eine freiwillige Handlung ist, der Spaß oder das Vergnügen und als noch nicht genannte Kategorie, das Zusammenspiel (vgl. Baer 2008, S.155f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der persönlichen Motivation und der systemtheoretischen Fragestellung zur Bedeutung des Spiels für die kindliche Sozialisation.

2. SOZIALISATION: Einführung in die Begriffe Sozialisation und produktive Realitätsverarbeitung, ergänzt um eine fundierte systemtheoretische Betrachtung autopoietischer Systeme.

3. SPIEL ALS MEDIUM: Untersuchung des Spiels als komplexes System zur Komplexitätsreduktion und als Medium zur Kommunikation innerhalb abgegrenzter Sozialstrukturen.

4. BEDEUTUNG FÜR DIE PÄDAGOGISCHE PRAXIS: Analyse der Auswirkungen der Systemtheorie auf pädagogische Handlungsfelder wie Familie, Schule, Freizeit und Peer-Beziehungen.

5. FAZIT: Reflexion über den Erkenntnisgewinn durch die systemtheoretische Perspektive und deren Wert für beratende sowie diagnostische pädagogische Tätigkeiten.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Spiel, Systemtheorie, Autopoiesis, Kindheit, Pädagogik, Kommunikation, Komplexitätsreduktion, Realitätsverarbeitung, Sozialisationsinstanzen, Selbstsozialisation, Interaktion, Systembildung, Beobachter, Freizeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von kindlichem Spiel und Sozialisationsprozessen aus einer systemtheoretischen Perspektive nach Luhmann und weiteren Theoretikern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition von Sozialisation als produktive Realitätsverarbeitung, das Spiel als System sowie die Bedeutung verschiedener Sozialisationsinstanzen für die Entwicklung des Kindes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, welche Bedeutung das Spiel für den Sozialisationsprozess von Kindern hat und welche Konsequenzen sich daraus für das pädagogische Handeln ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt die systemtheoretische Perspektive als Beobachtungsmethode, um Sozialisationsprozesse und das Phänomen Spiel als System zu analysieren und einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung der Sozialisation und Systemtheorie, eine Analyse des Spiels als Medium sowie eine praxisbezogene Betrachtung in Familie, Schule und Freizeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sozialisation, Spiel, Systemtheorie, Autopoiesis, Komplexitätsreduktion und Selbstsozialisation.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen verschiedenen Sozialisationsinstanzen?

Es wird zwischen formellen Instanzen wie Schule und Kindergarten sowie informellen Instanzen wie Freunden und Gleichaltrigen unterschieden, die jeweils unterschiedliche Impulse für das Kind bieten.

Welche Bedeutung hat das "so-tun-als-ob" für das Kind?

Das "so-tun-als-ob" ermöglicht dem Kind einen geschützten Raum zur Erprobung von Identitäten, zur Umkehrung von Machtverhältnissen und zum freien Umgang mit Realitäten.

Wie beeinflusst die Ganztagsschule das kindliche Spiel?

Die Arbeit diskutiert, dass das Spiel in der Ganztagsschule durch festgesetzte Zeitstrukturen und konkurrenzorientierte Regeln instrumentalisiert werden kann, was im Konflikt mit der Offenheit des Spiels stehen kann.

Was bedeutet der Begriff "Beobachter zweiter Ordnung" im Kontext der Arbeit?

Ein Beobachter zweiter Ordnung ist in der Lage, die Beobachtungen anderer zu betrachten und zu reflektieren, was für die wissenschaftliche Einordnung des Spiels essentiell ist.

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Details

Title
Sozialisation und Spiel in systemtheoretischer Perspektive
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Jennifer Koslowski (Author)
Publication Year
2010
Pages
25
Catalog Number
V153084
ISBN (eBook)
9783640650958
ISBN (Book)
9783640651146
Language
German
Tags
Sozialisation Spiel Systemtheorie Luhmann Autopoiesis soziale Systeme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jennifer Koslowski (Author), 2010, Sozialisation und Spiel in systemtheoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153084
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