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Politische Verselbstständigung: Herrschaft des Beamtentums und Beamtenherrschaft

Title: Politische Verselbstständigung:   Herrschaft des Beamtentums und Beamtenherrschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Meyer (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Summary Excerpt Details

Die bürokratische Verwaltung ist seit jeher ein zentraler Akteur der Politik und Gesellschaftsordnung. Sie sorgt für die regelgebundene, kontinuierliche, sachliche und effiziente Ausübung der staatlichen Macht. Allerdings gibt es laut Max Weber in allen modernen politischen Systemen das „Bestreben anwachsender bürokratischer Apparate, sich politisch von jeglicher Herrschaft zu verselbstständigen und sich gegenüber gesellschaftlichen Impulsen abzukapseln“ , also sich jeglicher Kontrolle anderer gesellschaftlicher oder politischer Akteure zu entziehen. Dies stößt auf harte Kritik von Weber.
Diese Arbeit soll sich auf Webers politische Überlegungen zum deutschen Beamtentum im späten Kaiserreich konzentrieren, welche er in seinem Werk „Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland. Zur politischen Kritik des Beamtentums und Parteiwesens“ niedergeschrieben hat.
Bei der Periode von 1917 bis 1919 handelt es sich für Deutschland aufgrund des Übergangs von der Monarchie zur Republik um eine Periode des politischen und sozialen Umbruchs. Mit diesem Beitrag zur künftigen Verfassungsform Deutschlands nach dem ersten Weltkrieg, thematisiert er die Vorteile der modernen Bürokratie, bringt aber ebenso seine Missbilligung der genannten politischen Verselbstständigung der Bürokratie und der durch sie wirkenden Beamtenschaft zum Ausdruck. Diese aufgreifend, legt er eine Theorie unter anderem über die institutionell einzurichtende Zähmung oder Eingrenzung der faktischen Macht der Beamten, durch Kontrolle und Wahl der politischen Führer dar.
Um seine Theorie aufzuzeigen, soll in dieser Arbeit zunächst die historisch entwickelte Herrschaft des Beamtentums dargestellt und auf ihre Ursachen und Machtbasis analysiert werden. Im darauf folgenden Abschnitt soll die von Weber scharf kritisierte Beamtenherrschaft in Form der politischen Verselbstständigung der Bürokratie aufgezeigt werden. Dafür wird zunächst eine kurze historische Einordnung der Problemstellung vollzogen, um daraufhin Webers Meinung der Genese der Beamtenherrschaft als degenerierte Form der Herrschaft über das Deutsche Reich zu untersuchen. In Kapitel vier werden Webers Vorschläge für die Umstrukturierung des Systems erarbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herrschaft des Beamtentums

3. Die Beamtenherrschaft: Politische Verselbstständigung

3.1. Historische Einordnung: Das politische System des Deutschen Reichs

3.2. Der degenerierte Herrschaftstyp

4. Webers Lösungsvorschläge für ein neues System der Herrschaft

5. Fazit: Das Dilemma der Herrschaft des Beamtentums

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Max Webers politische Kritik am deutschen Beamtentum des späten Kaiserreichs, insbesondere im Hinblick auf die Gefahr einer politischen Verselbstständigung der Bürokratie. Ziel ist es, die Ursachen für die Entstehung einer unkontrollierten "Beamtenherrschaft" zu analysieren und Webers Lösungsansätze für eine demokratische Einhegung durch ein gestärktes Parlament darzustellen.

  • Die Analyse der rationalen bürokratischen Herrschaft als technischer Überlegenheit.
  • Die Untersuchung der "Beamtenherrschaft" als degenerierte Form der Machtausübung.
  • Die historische Einordnung des politischen Systems des Deutschen Reichs.
  • Die Rolle des Parlaments als notwendiges Kontrollinstrument der Exekutive.
  • Webers Forderungen nach einer parlamentarischen Rekrutierung politischer Führer.

Auszug aus dem Buch

3.2. Der degenerierte Herrschaftstyp

In diesem Abschnitt soll es um den Begriff der Beamtenherrschaft gehen, der von Weber für den im herrschenden politischen System vorliegenden, degenerierten, nicht kontrollierbaren, bürokratischen Herrschaftstyp ausgewählt wird. Das Bestreben der Verwaltung sich politisch von seinem „Herrn“ zu verselbstständigen, bezieht sich auf die Abnabelung vom Parlament als dem Ort der Volksrepräsentation. Auch heute noch gibt es oft Kritik an der Verselbstständigungstendenz der Verwaltung. Wie schon bei Weber basiert diese Kritik vor allem auf der Frage nach der Legitimation der Bürokratie zur Herrschaftsausübung.22

Bei aller formal-technischer Überlegenheit und genannten Vorteilen bezüglich der Rationalität und Effizienz der bürokratischen Herrschaft durch das Beamtentum, bemängelt Weber vor allem zwei Aspekte, die hier herausgearbeitet und untersucht werden sollen: Zum einen prangert er die fehlenden Kontrollmöglichkeiten des Parlaments gegenüber der exekutiven Verwaltung an, wodurch das Beamtentum seine Herrschaft immer weiter ausbauen kann. Zum anderen kritisiert Weber das Fehlen einer parlamentarischen Wahlmöglichkeit, damit einhergehend und daraus resultierend eine parlamentarische Verantwortlichkeit der Spitzenbeamten, sowie der politischen Führer und Kabinettsmitglieder.

Das Beamtentum glänzt aufgrund der oben genannten technischen Vorteile bei der fachlichen Arbeit einer Bürokratie. Es versagt aber, sobald es sich mit politischen Fragen befasst oder befasst wird. Hier zeigt sich der Gegensatz zwischen der entpersonalisierten Verantwortung für das Amt, also der Amtstreuepflicht, und der Eigenverantwortung für die eigene Sache im politischen Kampf um Macht.23 Weber führt dazu auf, dass es auch gar nicht Sache des Beamtentums ist, in den Kampf über Überzeugungen einzutreten und Politik zu treiben, sondern das es ganz im Gegenteil seine Überparteilichkeit zu hüten und seine persönlichen Meinungen hinter das Gemeinwohl zu stellen hat. Nichtsdestotrotz bemerkt Weber, dass die Leitung der Beamtenschaft, also Minister und Staatssekretäre, natürlich auch macht- und kulturpolitische Probleme zu bewältigen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt Max Weber als zentralen Theoretiker vor und führt in die Thematik der rationalen Bürokratie sowie das Problem der politischen Verselbstständigung im späten Kaiserreich ein.

2. Herrschaft des Beamtentums: Dieses Kapitel erläutert die technischen Vorzüge und die notwendige Rationalität des modernen Berufsbeamtentums, die Weber als überlegen gegenüber traditionellen Herrschaftsformen ansieht.

3. Die Beamtenherrschaft: Politische Verselbstständigung: Hier wird der degenerierte Zustand der Bürokratie analysiert, in dem das Beamtentum sich mangels parlamentarischer Kontrolle faktisch der demokratischen Legitimation entzieht.

4. Webers Lösungsvorschläge für ein neues System der Herrschaft: Das Kapitel präsentiert Webers Konzepte zur Reform, insbesondere die Stärkung des Parlaments und die Etablierung politischer Führungspersönlichkeiten, um die Beamtenherrschaft zu brechen.

5. Fazit: Das Dilemma der Herrschaft des Beamtentums: Das Fazit fasst das Spannungsfeld zwischen der Effizienz der bürokratischen Verwaltung und der Gefahr ihrer demokratischen Entfremdung zusammen.

Schlüsselwörter

Max Weber, Bürokratie, Beamtenherrschaft, parlamentarisches System, politische Verselbstständigung, Kaiserreich, Verwaltungslehre, Parlamentarismus, rationale Herrschaft, Fachbeamtentum, politische Führung, Machtkontrolle, Bürokratiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Max Webers Kritik an der politischen Macht des deutschen Beamtentums im späten Kaiserreich und die daraus abgeleiteten Forderungen nach einer parlamentarischen Kontrolle.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die bürokratische Rationalität, das Verhältnis zwischen Exekutive und Parlament sowie die Gefahr der politischen Abkapselung von Verwaltungsapparaten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach den Ursachen der politischen Verselbstständigung der Bürokratie und wie diese durch eine Stärkung des Parlaments und die Rekrutierung politischer Führer eingedämmt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die sich maßgeblich auf Webers Werk "Parlament und Regierung im neugeordneten Deutschland" stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen des deutschen Kaiserreichs, definiert die "Beamtenherrschaft" und leitet daraus notwendige Reformschritte ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Beamtenherrschaft, parlamentarische Kontrolle, politische Verselbstständigung und Webers Bürokratietheorie charakterisiert.

Warum hält Weber das Kaiserreich für ein Problem?

Weber kritisiert den sogenannten "Scheinkonstitutionalismus", der dem Parlament faktisch keine wirksame Macht zur Kontrolle der Exekutive ließ, was die Verselbstständigung des Beamtentums begünstigte.

Was bedeutet "Informationsasymmetrie" in diesem Kontext?

Damit ist gemeint, dass die Verwaltung ihr Fachwissen gegenüber dem Parlament als "Geheimwissen" abschirmt, um sich jeglicher kritischer Kontrolle zu entziehen.

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Details

Title
Politische Verselbstständigung: Herrschaft des Beamtentums und Beamtenherrschaft
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaften)
Course
Bürokratietheorien
Grade
1,3
Author
Michael Meyer (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V153102
ISBN (eBook)
9783640650972
ISBN (Book)
9783640651047
Language
German
Tags
Max Weber Beamtenherrschaft Bürokratie Verselbstständigung Beamtentum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Meyer (Author), 2007, Politische Verselbstständigung: Herrschaft des Beamtentums und Beamtenherrschaft , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153102
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