Brokeback Mountain Filmanalyse


Seminararbeit, 2009
11 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Naturinszenierung und Brokeback Mountain
1.1) Einleitung
1.2) Schwuler Western?
1.3) Die Naturszene des Brokeback Mountain
1.4) Die Metapher Brokeback Mountain
1.5) Szene 1: Hölle in Jacks Elternhaus
1.6) Szene 2: Am Ende ist alles verloren
1.7) Interpretation und Rezension

2.) Quellenverzeichnis

1. Naturinszenierung und Brokeback Mountain

1.1) Einleitung

In meiner Arbeit werde ich mich vor allem mit der Rolle der Natur und deren Symbolik im Film “Brokeback Mountain “ auseinandersetzen.

Die Betrachtung der Rolle der Natur in “Brokeback Mountain “ verdient meiner Meinung nach große Aufmerksamkeit, weil in der ersten halben Stunde des Filmes Naturszenen im Vordergrund stehen, diese Natur eine Vorraussetzung für die Entwicklung der Beziehung zwischen Jack und Ennis darzustellen scheint und Jack und Ennis die Naturkulisse des Brokeback Mountain als Symbol für Freiheit ansehen.

1.2 )Schwuler Western?

Durch die die erste halbe Stunde von “Brokeback Mountain “ dominierende Inszenierung der Natur knüpft Lee stark an das zentrale Element der Natur im klassischen Western an. (vgl. www.critic.de/filme/detail/film/brokeback-mountain-451.html dl: 06.02.09)

Die Meinung mancher FilkritikerInnen, dass Lee durch die Anknüpfung an zentrale Elemente des Western- Genres (wie Inszenierung der Natur, die Protagonisten, Cowboy und Landarbeiter, sind durchwegs in typischen, mit klassischer, roher Männlichkeit; Stärke und Härte assoziierten Berufen tätig) mit “Brokeback Mountain“ ein neues Genre des “romantisch-schwulen Westerns“ schafft, teile ich nicht. Meiner Meinung nach greift Lee diese Elemente nur innovativ auf ,um so die Protagonisten in “Brokeback Mountain“, Ennis und Jack, deren Empfindungen und Persönlichkeit in Diskrepanz zu den oberflächlichen, gefühlslosen Charakterisierungen der Protagonisten in klassischen Westernfilmen besonders tiefgehend darstellen zu können.

Die Thematisierung bisexueller Cowboys scheint noch aus einen anderen Grund geradezu passförmig für Lee zu sein. Lee, der in seinen Filmen stets die Diskrepanz zwischen gesellschaftlicher Intoleranz und homo/bisexuellem Individuum herausarbeitet, hat an der Figur zweier bisexueller Cowboys eine Materie gefunden, die besonders geeignet ist, erstens zu polarisieren und zweitens das Dilemma, in dem sich die Protagonisten durch die gesellschaftliche Ablehnung ihrer Liebe befinden, zu verdeutlichen.

Lee spielt gekonnt mit den Elementen des klassischen Westerns ,um anhand der Figur des Cowboys, die in der allgemeinen Meinung als stärkste Verkörperung eines traditionellen Verständnisses von Männlichkeit gilt, das aus gesellschaftlicher Intoleranz entstehende persönliche Leid der Protagonisten noch deutlicher darzustellen zu können. Lee zeigt die menschliche, subjektive Komponente hinter der sonst hohl bleibenden Fassade des Cowboys, er erweitert die glorifizierte Figur des Cowboys schlichtweg zu menschlichen Wesen.

Gerade Ennis und Jacks Erfüllung klassischer Männlichkeitsvorstellungen (beide arbeiten in körperlich anstrengenden Jobs, tragen “männliche“ Kleidung (Hüte, etc…), dann noch Ennis, der wortkarg, rauflustig und auch sehr schroff in seinem Verhalten ist, etc…) erschwert Ennis und Jack selbst, ihre Liebe zu akzeptieren und wirkt angesichts des Dogmas des männlichen Cowboys auf das Publikum besonders tief und befremdlich.

Durch die Darstellung bisexueller Cowboys, gerade durch das Erfüllen der klassischen Männlichkeitskriterien durch die beiden Protagonisten, gelingt es Lee, besonders große Entrüstung und Empörung bei konservativen GedankengutträgerInnen hervorzurufen; denen die Verknüpfung der Elemente Homosexualität und Cowboyness als Verkörperung konservativer Männlichkeit an sich als allerschlimmste Perversion anmutet, da nicht sein kann, was nicht sein darf. Die konservative, reaktionäre Leseart von “Brokeback Mountain“ erbost sich an einer angeblich im Film stattfindenden zutiefst werteverletzenden Infiltrierung von Männlichkeit durch Homosexualität.

“Brokeback Mountain“ berührt das wackelige homophobe, reaktionäre Gedankengerüst besonders; “Brokeback Mountain“ erschüttert durch die Verbindung von klassischer Männlichkeit und Homosexualität das reaktionäre Bild von Homosexualität- das homosexuelle Männer als unmännliche, andersartige Männer charakterisiert-, und stieß wohl gerade deshalb in so vielen Ländern und in konservativen Kreisen auf heftigsten Widerstand.

Das US-amerikanische glorifizierte Ideal des Cowboys greift Lee bewusst an, weicht es auf und vermenschlicht es und so wirkt “ Brokeback Mountain“ wie Zündstoff in einer zutiefst homophoben, religiös- fanatischen Gesellschaft, die dringend eine Debatte um Menschlichkeit und Toleranz nötig hätte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Brokeback Mountain Filmanalyse
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz
Note
1
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V153106
ISBN (eBook)
9783640656844
ISBN (Buch)
9783640656943
Dateigröße
457 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
19679 Zeichen
Schlagworte
Filmanalyse, brokeback mountain, cultural studies
Arbeit zitieren
Katharina Bergmaier (Autor), 2009, Brokeback Mountain Filmanalyse , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153106

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