Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Adult Education

Die Methode des Rollenspiels unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung

Title: Die Methode des Rollenspiels unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung

Diploma Thesis , 2007 , 138 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Alwine Roller (Author)

Pedagogy - Adult Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zum Gegenstand der Arbeit wurde zum einen die Methode des Rollenspiels gewählt, da diese augenscheinlich den Anforderungen zum Lernen Erwachsener entspricht. Sie stellt eine aktive Methode dar, die Interaktivität und das Subjekt selbst in den Vordergrund stellt und aufgrund reformpädagogischer Prägung einen Bezug zur Autonomieförderung aufweist.
Zum anderen wird insbesondere der Bereich der allgemeinen Erwachsenenbildung fokussiert, da die Methode des Rollenspiels in diesem Bereich kaum thematisiert wird, aber aufgrund seines emanzipatorischen Aspektes besonders in diesem Feld von Interesse sein könnte.
In der vorliegenden Arbeit soll es deshalb darum gehen zu prüfen, inwiefern sich die Methode des Rollenspiels für die allgemeine Erwachsenenbildung eignet.
Für die Beantwortung dieser Fragestellung sollen die wesentlichen didaktischen Bildungsfaktoren herangezogen werden, denn „um den Einsatz von Methoden begründen zu können, ist die Betrachtung der Bildungseinheit mit allen beteiligten Faktoren nötig“ (Becher 1998, S. 49). Zu diesen werden im Wesentlichen folgende gezählt:

1. Institutionelle Rahmenbedingungen
2. Lernziele/Inhalte
3. Die Rolle der Lehrenden
4. Die Rolle der Lernenden

Mit der Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen der Methode des Rollenspiels und den oben genannten didaktischen Eckpfeilern wird zu ergründen versucht, ob das Rollenspiel mit diesen Faktoren unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung vereinbar ist und inwiefern sie sich somit für diesen Bereich eignet. Im Vergleich dazu wird der Einsatz der Rollenspielmethode ferner für den Bereich der schulischen Allgemeinbildung und der betrieblichen Bildung beleuchtet. Damit soll die unterschiedliche Verwendung des Rollenspiels unter dem Einfluss der oben genannten Faktoren demonstriert werden.

Ausgehend von einem defizitären Methodenbewusstsein in der (allgemeinen) Erwachsenenbildung sowie einer mangelnden theoretischen Zuwendung gegenüber einzelnen Methoden soll in dieser Arbeit jedoch zunächst eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Methode des Rollenspiels erfolgen, bevor die theoretische Analyse des Methoden-Einsatzes unter den oben genannten Aspekten erfolgt. Im darstellenden Teil der Arbeit soll die Methode des Rollenspiels mit ihren möglichen Definitionen und theoretischen Hintergründen erläutert, in ihren Anwendungsmöglichkeiten dargelegt und von anderen Methoden abgegrenzt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einführung

1. Zum Forschungsproblem

2. Zum vorliegenden Methodenverständnis und zur Relevanz des Themas

2.1 Vom mechanistischen zum erweiterten Methodenverständnis

2.2 Methodenverständnis und -relevanz in der Erwachsenenbildung

3. Zum Gegenstand der Arbeit

4. Fragestellung und Vorgehensweise der Arbeit

II Die Methode des Rollenspiels

1. Grundlagen zur Methode des Rollenspiels - Versuch einer Definition

2. Herkunft und theoretische Hintergründe des Rollenspiels

2.1 Zum Begriff der Rolle

2.2 Theoretische Bezugsrahmen verschiedener Rollenspielansätze

2.3 Theoretische Begründungen des Rollenspiels

2.3.1 Rollentheoretische Begründung

2.3.1.1 Traditionelle Rollentheorie

2.3.1.2 Interaktionistische Rollentheorie

2.3.1.3 Rollentheorien und Rollenspiel

2.3.2 Spieltheoretische Begründungen des Rollenspiels

3. Formen des Rollenspiels

3.1 Das spontane Rollenspiel

3.2 Das angeleitete Rollenspiel

3.3 Vergleich

4. Lernen durch Rollenspiele

4.1 Mögliche Lernziele

4.1.1 Soziale Kompetenz

4.1.2 Kommunikative Kompetenz

4.2 Mögliche Zielsetzungen - Systematisierungsversuche

5. Rollenspiel in Abgrenzung zu anderen darstellenden Spielformen

5.1 Psychodrama

5.2 Soziodrama

5.3 Planspiel

5.4 Fallstudie

5.5 Vergleich und Abgrenzung zu dem pädagogischen Rollenspiel

6. Durchführung des Rollenspiels

6.1 Phasen des Rollenspiels

6.1.1 Anfangsphase

6.1.2 Spielphase

6.1.3 Auswertungsphase

6.2 Techniken des Rollenspiels

6.2.1 Rollentausch

6.2.2 Doppeln

6.2.3 Spiegeln

6.2.4 Innerer Monolog

7. Zwischenfazit

III Die Methode des Rollenspiels im institutionellen Vergleich – unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung

1. Allgemeine Erwachsenenbildung in Abgrenzung zu anderen Bildungsbereichen

1.1 Erwachsenenbildung und Weiterbildung

1.2 Allgemeine Erwachsenenbildung

1.3 Betriebliche Weiterbildung

1.4 Schulische Allgemeinbildung

1.5 Gegenüberstellung der Bildungsbereiche

2. Das Rollenspiel im Horizont der institutionellen Rahmenbedingungen

2.1 Institutioneller Rahmen der allgemeine Erwachsenenbildung (VHS)

2.3 Institutioneller Rahmen der betrieblichen Weiterbildung

2.4 Institutioneller Rahmen der schulischen Allgemeinbildung

2.5 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz

3. Das Rollenspiel unter dem Aspekt von Inhalten/Lernzielen

3.1 Inhalte/Lernziele in der allgemeinen Erwachsenenbildung (VHS)

3.1.1 Kommunikative und soziale Kompetenz in der allgemeinen Erwachsenenbildung

3.1.2 Bezug zum Rollenspiel

3.2 Inhalte/Lernziele betrieblicher Weiterbildung

3.3 Inhalte/Lernziele schulischer Allgemeinbildung

3.4 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz

4. Das Rollenspiel unter dem Aspekt der Lehrenden

4.1 Die Rolle der Lehrenden im Wandel der Lehr-/Lernkultur

4.2 Die Rolle des Lehrenden in Bezug auf das Rollenspiel

4.3 Lehrende in der allgemeinen Erwachsenenbildung (VHS)

4.4 Lehrende in der betrieblichen Weiterbildung

4.5 Lehrende in der schulischen Allgemeinbildung

4.6 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz

5. Das Rollenspiel unter dem Aspekt der Lernenden

5.1 Der Lernende im Wandel der Lehr-/Lernkultur

5.1.1 Annahmen zum selbstgesteuerten Lernen

5.1.2 Konstruktivistische Annahmen

5.1.3 Bezug zur Methode des Rollenspiels

5.2 Lernende in der allgemeinen Erwachsenenbildung

5.3 Lernende in der betrieblichen Weiterbildung

5.4 Lernende in der schulischen Allgemeinbildung

5.5 Bewertung in Bezug auf den Rollenspiel-Einsatz

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial der Rollenspielmethode im Kontext der allgemeinen Erwachsenenbildung. Das primäre Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit diese interaktive Methode den Anforderungen an erwachsenenpädagogisches Lernen entspricht und ob sie sich zur Förderung von Autonomie und emanzipatorischem Handeln eignet, insbesondere im Vergleich zu schulischen oder betrieblichen Weiterbildungskontexten.

  • Grundlagen und theoretische Fundierung des Rollenspiels
  • Vergleich zwischen Anpassungs- und Emanzipationsfunktion des Rollenspiels
  • Analyse institutioneller Rahmenbedingungen (VHS, Schule, Betrieb)
  • Bedeutung kommunikativer und sozialer Kompetenzen als Lernziele
  • Die Rolle der Lehrenden und Lernenden im Rollenspiel

Auszug aus dem Buch

2.3.1.2 Interaktionistische Rollentheorie

Die interaktionistische Rollentheorie basiert hauptsächlich auf den Überlegungen des Sozialpsychologen George Herbert Mead (1863-1931), die von Goffman und Blumer in den USA zu der Theorie des Symbolischen Interaktionismus, „[…] einer der wichtigsten gesellschaftskritischen Sozialisationstheorien weiterentwickelt wurde.“ (Gudjons 2001, S. 160). Deren Arbeiten wurden wiederum in der deutschsprachigen Diskussion von Krappmann und Habermas rezipiert und für eine kritische, interaktionistische Rollentheorie nutzbar gemacht (vgl. Baumgart 2000, S. 124).

„Die Theorie des Symbolischen Interaktionismus beschreibt im Kern den Kommunikationsprozeß zwischen Subjekten als einen gesellschaftlichen ‚Prozeß, aus dem heraus sich die Identität entwickelt’“ (Tillmann 1989, S. 133). Wie bereits die Bezeichung „Symbolischer Interaktionismus“ nahelegt, sind zwei Komponenten von entscheidender Bedeutung, nämlich ein gemeinsames Symbolsystem (z.B. Sprache) und die Interaktion, also ein „wechselseitige(s) Aufeinander-Bezugnehmen der Akteure durch Erwartungen an das Verhalten anderer und das antizipierende Erwarten von den Erwartungen an das eigene Verhalten“ (Blumik/Holtappels 1987, S. 91). „Entscheidend ist dabei, dass ich (Ego) mich in die Sichtweise des anderen (Alter) versetzen kann, die Kommunikation also mit dessen Augen sehen kann (Perspektivübernahme)“ (Gudjons 2001, S. 161). Mit dieser Fähigkeit können die Erwartungen des anderen eingeschätzt und das Verhalten entsprechend ausgerichtet werden. „Wir interpretieren also wechselseitig in der Interaktion unsere Rollen und handeln entsprechend“ (ebd.). Dieser Prozess, in dem die Erwartungen des anderen erkannt und angenommen werden, nennt Mead „role-taking“ (Rollenübernahme) (vgl. Tillmann 1989, S. 135).

Hier zeigt sich ein wesentlicher Unterschied zum traditionellen Rollenverständnis. Während es bei dem konventionellen Rollenbegriff um vorab festgelegte Verhaltensnormen geht, die an den jeweiligen Positionen geheftet und so zu übernehmen sind, wird das Rollenhandeln nach dem interaktionistischen Rollenbegriff erst in der Interaktion bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einführung: Erläutert das Forschungsproblem des "Defizits an Methodenbewusstsein" in der Erwachsenenpädagogik und führt in das Thema Rollenspiel als spezifische, interaktive Methode ein.

II Die Methode des Rollenspiels: Liefert eine theoretische Basis, definiert Rollenspiele (Anpassung vs. Emanzipation), beschreibt Formen (spontan vs. angeleitet) sowie Phasen und Techniken der Durchführung.

III Die Methode des Rollenspiels im institutionellen Vergleich – unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung: Analysiert den Einsatz des Rollenspiels unter institutionellen Rahmenbedingungen, Inhaltsaspekten sowie Rollen von Lehrenden und Lernenden im Vergleich zwischen Volkshochschule, Betrieb und Schule.

Schlüsselwörter

Rollenspiel, Erwachsenenbildung, Volkshochschule, interaktionistische Rollentheorie, Emanzipation, soziale Kompetenz, kommunikative Kompetenz, Gesprächsfähigkeit, Methodenbewusstsein, Lehr-Lern-Kultur, Teilnehmerorientierung, institutioneller Rahmen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Methode des Rollenspiels in der Erwachsenenbildung und untersucht, inwieweit diese Methode geeignet ist, um emanzipatorische und persönlichkeitsbildende Lernziele in der allgemeinen Erwachsenenbildung (insb. an Volkshochschulen) zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des Rollenspiels, der Vergleich verschiedener Institutionen (VHS, Betrieb, Schule), die methodische Durchführung sowie die Analyse der Rollen von Lehrenden und Lernenden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung lautet, inwiefern sich das Rollenspiel für die allgemeine Erwachsenenbildung eignet und ob es hier eine emanzipatorische Funktion erfüllen kann, die über reines Verhaltenstraining hinausgeht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse, um das theoretische Verständnis des Rollenspiels aufzuarbeiten und die Eignung der Methode unter verschiedenen institutionellen Gesichtspunkten deduktiv zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Darlegungsteil (Definition, Rollentheorien, Durchführungstechniken) und einen institutionellen Vergleichsteil, in dem der Einsatz des Rollenspiels in VHS, betrieblicher Bildung und Schule kontrastiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen das pädagogische Rollenspiel, die interaktionistische Rollentheorie, Emanzipation, soziale Kompetenz und die Teilnehmerorientierung in der Erwachsenenbildung.

Warum sieht die Autorin die Volkshochschule als besonders geeignet für Rollenspiele an?

Aufgrund der prinzipiellen institutionellen Unabhängigkeit und der Freiwilligkeit der Teilnahme bietet die Volkshochschule einen Freiraum, der es ermöglicht, Rollenspiele als emanzipatorisches Instrument zur Förderung von Persönlichkeitsbildung und Dialogfähigkeit zu nutzen, ohne den starken Leistungsdruck oder die betrieblichen Vorgaben anderer Institutionen.

Welche Kritik übt die Arbeit am schulischen oder betrieblichen Einsatz von Rollenspielen?

Die Arbeit kritisiert, dass Rollenspiele in Schule und Betrieb häufig funktionalisiert werden, um Konformität herzustellen oder Arbeitsabläufe zu optimieren, anstatt die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und kritische Reflexion des Subjekts zu stärken.

Excerpt out of 138 pages  - scroll top

Details

Title
Die Methode des Rollenspiels unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung
College
TU Dortmund
Grade
1,1
Author
Alwine Roller (Author)
Publication Year
2007
Pages
138
Catalog Number
V153158
ISBN (eBook)
9783640654109
ISBN (Book)
9783640654703
Language
German
Tags
Rollenspiel Methode des Rollenspiels Rollenspiel in der Erwachsenenbildung Rollenspiel in der Weiterbildung Rollenspiel in der Schule Methoden der Erwachsenenbildung Thema Erwachsenenbildung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alwine Roller (Author), 2007, Die Methode des Rollenspiels unter besonderer Berücksichtigung der allgemeinen Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153158
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  138  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint