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John Rawls: Das Recht der Völker

Rezension von Rawls, John. 2002. Das Recht der Völker. Enthält: Nochmals: die Idee der öffentlichen Vernunft. Übers. von Wilfried Hinsch. Berlin, New York: de Gruyter

Titel: John Rawls: Das Recht der Völker

Hausarbeit , 2009 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Maximilian Schmidt (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„We can acknowledge that oppression will always be with us, and still strive for justice. We can admit the intractability of depravation, and still strive for dignity. Clear-eyed, we can understand that there will be war, and still strive for peace.“
Mit diesem Bekenntnis zu Gerechtigkeit und Frieden beendete Barack Obama seine Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises im Dezember 2009 in Oslo. Die Eckpunkte der Osloer Rede von Obama finden sich vor allem in einem Werk wieder, dessen Autor keine Gelegenheit mehr hatte, den neuen US-Präsidenten zu erleben und zu kommentieren: Der Philosoph John Rawls ist 2002 verstorben – aber die zentralen Botschaften des dritten Teils seiner Gerechtigkeitstrilogie, „The Law of Peoples“, schimmerten in Obamas Rede deutlich durch. „Die politische Philosophie ist realistisch-utopisch, wenn sie die Grenzen dessen, was wir gewöhnlich für praktisch-politisch möglich halten, ausdehnt“ – es scheint gerade so, als ob Obama mit seiner Rede die von Rawls philosophisch „ausgedehnte Grenze“ politisch ausgefüllt hat. Diese Verknüpfung wurde bereits Mitte 2009 vom amerikanischen Historiker Jeremy Young hergestellt: „That has never been more true than today, when our President has, consciously or unconsciously, exalted Rawlsian ideas to the position of the greatest possible good.“ Die vorliegende Arbeit hat eben den dritten Teil von Rawls’ Hauptwerk zum Gegenstand: „Das Recht der Völker“ ist angesichts der heutigen Weltlage hochaktuell. Zum einen sollen Inhalt und Argumentationsgang des Rechts der Völker dargestellt werden – deswegen folgt dieser Einleitung (I) eine Analyse der Argumentation (II) im rezensierten Werk. Der Anspruch jeder Theorie ist die Validität – daher schließt sich eine Kontextualisierung des Werkes hinsichtlich der aktuellen wissenschaftlichen Debatte in den internationalen Beziehungen (III) an. In diesem Zusammenhang endet die Arbeit mit dem Versuch einer Diskussion zur Frage, ob Rawls’ Idee eines Rechts der Völker eine umfassende, aktuelle und vor allem anwendbare Konzeption bietet und welche theoretischen Leerstellen sich angesichts der aktuellen Weltpolitik ergeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Argumentationsverlauf in Rawls’ „Das Recht der Völker“

a. Grundannahmen

b. Der erste Teil der Idealtheorie

c. Der zweite Teil der Idealtheorie

d. Nichtideale Theorie

e. Ausblick und Grenzen der Konzeption

III. „Globalizing Rawls“: Das Recht der Völker als Beitrag in der Debatte in den internationalen Beziehungen

a. Realismus versus Idealismus und das Recht der Völker

b. Anwendungsprobleme, Leerstellen und offene Fragen beim Recht der Völker

c. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit John Rawls' Werk „Das Recht der Völker“ auseinander. Das primäre Ziel ist es, den Argumentationsgang des Werkes darzustellen, es in den Kontext der theoretischen Debatte in den Internationalen Beziehungen zwischen Realismus und Idealismus einzuordnen und zu diskutieren, inwieweit Rawls' Konzeption angesichts aktueller weltpolitischer Herausforderungen anwendbar ist und welche theoretischen Leerstellen dabei sichtbar werden.

  • Darstellung der Kernelemente der Rawls’schen Völkerrechtskonzeption und der Idealtheorie.
  • Kontrastierung von Rawls' „realistischer Utopie“ mit klassischen Theorien der Internationalen Beziehungen (Realismus vs. Idealismus).
  • Kritische Analyse der Anwendbarkeit des Modells auf die heutige, von Globalisierung und asymmetrischen Konflikten geprägte Weltpolitik.
  • Diskussion der Rolle von nichtstaatlichen Akteuren und ökonomischen Interessen im Rawlsschen Modell.
  • Untersuchung des Konzepts der „Unterstützungspflicht“ und der Bedingungen für einen dauerhaften Frieden.

Auszug aus dem Buch

b. Der erste Teil der Idealtheorie

Auch in seinem Recht der Völker wählt Rawls aus Ausgangspunkt seiner Konzeption das Modell des Urzustands, wie er ihn schon in seiner „Theorie der Gerechtigkeit“ beschrieben hat. Rawls’ Urzustand ist eine Verhandlungskonstellation, in der die wesentlichen Kooperationsbedingungen gefunden und vereinbart werden. Rawls greift dabei auf den „Schleier der Unwissenheit“ als Konstrukt zurück, das eine faire und symmetrische Stellung der Teilnehmer gewährleistet. Im Urzustand ausgehend von der „Theorie der Gerechtigkeit“ müssen für die teilnehmenden Parteien fünf Vorbedingungen gelten: So treffen Parteien aufeinander, die „(1.) in fairer Weise Bürger repräsentieren, (2.) rational sind und (3.) [angemessene (M.S.)] Gerechtigkeitsgrundsätze […] wählen. […] Sie treffen (4.) ihre Entscheidung aus angemessenen Gründen, […] die sich (5.) auf die grundlegenden Interessen von Bürgern beziehen. (34).“

Rawls überträgt dieses Denkmodell nun auf einen zweiten Urzustand, in dem als Parteien nun Vertreter der Völker auftreten. Auch in diesem Urzustand gilt der „Schleier der Unwissenheit“, der gewährleistet, dass die Vertreter zwar wissen, dass sie liberalen Völkern entstammen, nicht aber über Größe, Ressourcen etc. ihres jeweiligen Volkes informiert sind. Dabei geht Rawls weiterhin davon aus, dass die fünf im ersten Urzustand vorherrschenden Bedingungen auch im zweiten Urzustand modelliert werden können. Eine Grundannahme ist hier ebenfalls der Faktor der Reziprozität, d.h. dass Völker ebenfalls wie Bürger betrachtet werden, d.h. „die sich selbst als freie und gleiche in einer Gesellschaft von Völkern verstehen (37)“.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Rawls' Spätwerk ein, verknüpft dessen Grundgedanken mit aktuellen politischen Diskursen (am Beispiel Obamas) und definiert die Ziele der vorliegenden Rezension.

II. Argumentationsverlauf in Rawls’ „Das Recht der Völker“: Dieses Hauptkapitel entfaltet die systematische Darstellung von Rawls' Theorie, von den Grundannahmen über die zwei Teile der Idealtheorie bis hin zur nichtidealen Theorie und dem Ausblick.

III. „Globalizing Rawls“: Das Recht der Völker als Beitrag in der Debatte in den internationalen Beziehungen: Dieses Kapitel kontextualisiert Rawls' Werk innerhalb der fachwissenschaftlichen Debatte zwischen Realismus und Idealismus und kritisiert die Praxistauglichkeit des Modells angesichts aktueller globaler Herausforderungen.

Schlüsselwörter

John Rawls, Das Recht der Völker, Politische Philosophie, Internationale Beziehungen, Liberalismus, Idealtheorie, Realistische Utopie, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Nichtideale Theorie, Unterstützungspflicht, Völkerrecht, Globalisierung, Souveränität, Weltpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit ist eine Rezension und kritische Analyse des Werkes „Das Recht der Völker“ von John Rawls. Sie untersucht dessen Gerechtigkeitstheorie im Kontext internationaler Politik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Theorie der Ideal- und Nichtidealen Theorie nach Rawls, die Debatte zwischen Realismus und Idealismus in den Internationalen Beziehungen sowie die Anwendungsmöglichkeiten des Modells auf die heutige Weltpolitik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den Argumentationsgang des Werkes nachzuvollziehen, es theoretisch einzuordnen und kritisch zu hinterfragen, ob Rawls' Modell angesichts heutiger Herausforderungen wie asymmetrischen Kriegen oder globaler Ökonomie noch tragfähig ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textanalytische Rezension, die das Werk systematisch darstellt, in die ideengeschichtliche Tradition der Internationalen Beziehungen einbettet und mit realpolitischen Phänomenen konfrontiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Rawls'schen Argumentation (Urzustand, Menschenrechte, Umgang mit Schurkenstaaten) und eine kontextuelle Diskussion, in der Rawls' idealistische Konzeption den realpolitischen Bedingungen gegenübergestellt wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind John Rawls, Recht der Völker, politische Philosophie, Internationale Beziehungen, Liberalismus, Menschenrechte, Idealtheorie und Weltpolitik.

Wie bewertet der Autor den Begriff der „realistischen Utopie“ nach Rawls?

Der Autor erkennt den Wert von Rawls' „realistischer Utopie“ als idealistischen Orientierungsrahmen an, merkt jedoch an, dass das Modell in der realen, komplexen Weltpolitik an Grenzen stößt und manche praktische Fragen unbeantwortet lässt.

Welche spezifische Kritik äußert der Autor an Rawls' Umgang mit ökonomischen Fragen?

Der Autor kritisiert, dass Rawls die ökonomische Dimension internationaler Beziehungen weitgehend ausblendet und globale ökonomische Verflechtungen sowie die Macht global agierender Konzerne in seinem Modell nicht ausreichend berücksichtigt.

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Details

Titel
John Rawls: Das Recht der Völker
Untertitel
Rezension von Rawls, John. 2002. Das Recht der Völker. Enthält: Nochmals: die Idee der öffentlichen Vernunft. Übers. von Wilfried Hinsch. Berlin, New York: de Gruyter
Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
John Rawls: Das Recht der Völker
Note
1,3
Autor
Maximilian Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
27
Katalognummer
V153172
ISBN (eBook)
9783640652426
ISBN (Buch)
9783640652716
Sprache
Deutsch
Schlagworte
john rawls barack obama außenpolitik usa philosophie liberalismus völkerrecht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Schmidt (Autor:in), 2009, John Rawls: Das Recht der Völker, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153172
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Leseprobe aus  27  Seiten
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