Interpersonelle Kommunikation hat einen starken Einfluss auf die individuelle Meinungsbildung. Hierbei scheinen bestimmte Personen, die Meinungsführer, eine stärkere Wirkung als andere Personen zu entfalten. Gibt es bestimmte kennzeichnende Merkmale oder hervorstechende Eigenschaften, die Meinungsführer von anderen Personen unterscheiden ? Ausgehend vom klassischen "Two-step-flow of Communication-Modell" von Lazarsfeld et al. werden anhand von zwei Studien persönliche Eigenschaften von Meinungsführern und Merkmale ihrer sozialen Netzwerke untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG
2 TWO-STEP-FLOW OF COMMUNICATION
3 CHARAKTERISTIKA VON MEINUNGSFÜHRERN
4 PERSÖNLICHE EIGENSCHAFTEN VON MEINUNGSFÜHRERN
4.1 DIE FUNKTION VON EINSTELLUNGEN IN BEZUG AUF SOZIALE IDENTITÄT
4.2 HYPOTHESEN
4.3 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODIK
4.4 ERGEBNISSE
5 MERKMALE DER SOZIALEN NETZWERKE VON MEINUNGSFÜHRERN
5.1 HYPOTHESEN
5.2 UNTERSUCHUNGSDESIGN UND METHODIK
5.3 ERGEBNISSE
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Charakteristika von Meinungsführern unter Berücksichtigung des klassischen "Two-Step-Flow of Communication"-Modells. Ziel ist es, durch die Analyse zweier ausgewählter Studien sowohl die persönlichen Eigenschaften als auch die strukturellen Merkmale sozialer Netzwerke zu identifizieren, die Meinungsführer von anderen Personen abheben.
- Das "Two-Step-Flow of Communication"-Modell als theoretisches Fundament
- Einfluss persönlicher Eigenschaften und der sozialen Identitätsfunktion (SIF)
- Strukturelle und relationale Merkmale ego-zentrierter Netzwerke
- Methodische Ansätze zur Identifizierung und Erfassung von Meinungsführern
- Vergleich zwischen innovativen Verhaltensweisen und meinungsführendem Einfluss
Auszug aus dem Buch
4 Persönliche Eigenschaften von Meinungsführern
Grewald, Raj und Frank untersuchten 2000 den Einfluss persönlicher Eigenschaften eines Individuums auf Meinungsführerschaft und innovatives Verhalten. Die Autoren orientierten sich dabei am „Two-Step-Flow of Communication“-Modell. Ziel der Studie war, Faktoren zu ermitteln, anhand derer Innovatoren und Meinungsführer identifiziert werden können. Drei Faktoren wurden bezüglich ihres Einflusses auf innovatives Verhalten und Meinungsführerschaft untersucht: Kompetenz, Involvement und die Funktion von Einstellungen in Bezug auf soziale Identität (im Folgenden als SIF bezeichnet).
4.1 Die Funktion von Einstellungen in Bezug auf soziale Identität
Funktionale Theorien beschäftigen sich mit der Frage, warum Personen bestimmte Einstellungen haben. Einstellungen werden in diesem Zusammenhang in Verbindung mit bestimmten funktionalen Bedürfnissen betrachtet. Beispielsweise kann eine Einstellung die Funktion erfüllen, bestimmte Werte auszudrücken oder die eigene Person zu verteidigen. Nach funktionalen Theorien ist die Bestimmung des der Einstellung zugrundeliegenden Bedürfnisses eine Voraussetzung für eine Einstellungsänderung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG: Einleitung in die Bedeutung interpersoneller Kommunikation und die zentrale Fragestellung der Identifizierung von Meinungsführern.
2 TWO-STEP-FLOW OF COMMUNICATION: Darstellung der historischen Entwicklung des Konzepts sowie dessen empirische Einordnung anhand der "People’s Choice"-Studie.
3 CHARAKTERISTIKA VON MEINUNGSFÜHRERN: Diskussion über die Konsenspunkte in der Forschung bezüglich der spezifischen Kompetenzen und sozialen Positionen von Meinungsführern.
4 PERSÖNLICHE EIGENSCHAFTEN VON MEINUNGSFÜHRERN: Untersuchung des Einflusses von Persönlichkeitsmerkmalen und der sozialen Identitätsfunktion auf innovatives Verhalten und Meinungsführerschaft.
5 MERKMALE DER SOZIALEN NETZWERKE VON MEINUNGSFÜHRERN: Analyse struktureller Netzwerkparameter wie Dichte, Reichweite und Beziehungsqualität im Kontext der Meinungsführung.
6 FAZIT: Zusammenführende Betrachtung der Studienergebnisse und Einschätzung der Eignung des SIF-Konstrukts zur Identifizierung von Meinungsführern.
Schlüsselwörter
Meinungsführer, Two-Step-Flow, Interpersonelle Kommunikation, Soziale Identitätsfunktion, Innovationsverhalten, Netzwerkdichte, Ego-zentrierte Netzwerke, Involvement, Kompetenz, Mediennutzung, Politische Meinungsbildung, Soziale Netzwerke
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Identifizierung von Persönlichkeitsmerkmalen und Netzwerkstrukturen, die charakteristisch für Meinungsführer sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die interpersonelle Kommunikation, das Modell des Two-Step-Flow, soziale Identitätsfunktionen (SIF) und die Analyse ego-zentrierter sozialer Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Erforschung spezifischer Eigenschaften, durch die sich Meinungsführer von anderen Personen unterscheiden, basierend auf zwei wissenschaftlichen Studien.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Selbsteinschätzungsfragebögen, explorierende und konfirmatorische Faktorenanalysen sowie die strukturelle Gleichungsmodellierung (LISREL).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung persönlicher Eigenschaften (Kompetenz, Involvement, SIF) und die Analyse struktureller Netzwerkmerkmale (Größe, Dichte, Reichweite).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Meinungsführerschaft, Two-Step-Flow, soziale Netzwerke, Innovationsverhalten und die soziale Identitätsfunktion.
Warum untersuchen die Autoren Grewald et al. die "soziale Identitätsfunktion"?
Sie vermuten, dass die SIF eine bisher unentdeckte Determinante für Meinungsführerschaft darstellt und eine Verbindung zwischen dem Selbstwert und dem Konsum bestimmter Produkte herstellt.
Welches Ergebnis liefert die Studie von Schenk zu sozialen Netzwerken?
Schenk konnte keinen signifikanten Unterschied in der Netzwerkdichte zwischen Meinungsführern und anderen Personen feststellen, stellte jedoch einen Zusammenhang zwischen Netzwerkgröße und Meinungsführer-Rollen fest.
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- Dipl.-Kfm. Robert Bayerlein (Author), 2003, Charakteristika von Meinungsführern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15318