Musik im Film. Eine Analyse zu „Round Midnight“ von Bertrand Tavernier sowie ein Vergleich mit der Biografie „Dance of the Infidels“ von Francis Paudras


Hausarbeit, 2010
9 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

0 Gliederung

1. Gegenstand und Aufgabe der Arbeit

2. Handlung und Hintergründe des Films

3. Die Szenen
1. Szene: Dale in New York (0:06:11)
2. Szene: Dale in Paris (0:08:41)
3. Szene: Dales erster Auftritt im Blue Note (0:11:40)
4. Szene: Zweiter Auftritt im Blue Note (0:24:14)
5. Szene: Die nächsten Tage (0:33:43)
6. Szene: Dale verschwindet (0:48:22)

4. Fazit

1. Gegenstand und Aufgabe der Arbeit

In der vorliegenden Arbeit analysiere ich die ersten 50 Minuten des französisch-amerikanischen Spielfilms „Round Midnight“ vom Regisseur Bertrand Tavernier aus dem Jahr 1986. Meine Schwerpunkte liegen zum einen auf dem Einsatz von Musik im Film und zum anderen auf der Untersuchung von Parallelen zwischen Film und Bud Powells Biografie „Dance of the Infidels“, verfasst von Francis Paudras, einem französischen Musikliebhaber. Inhaltlich halte ich mich an die Chronologie des Filmes. Die Szenen werden nacheinander behandelt.

2. Handlung des Films

Round Midnight gilt als einer der besten Jazz-Filme. Er lebt von der treffenden Portraitierung eines genialen, aber oft verzweifelten Jazzmusikers, einem stimmigen Bild der Pariser Jazz-Szene in den 1950er und 60er Jahren und vor allem durch die Musik, die sich wie ein alles verbindender roter Faden durch den Film zieht.

Die Handlung beginnt damit, dass der Saxophonist Dale Turner (gespielt von Dexter Gordon) von New York nach Paris zieht, um dort nach einer langen Pause wieder aufzutreten. Schon am Anfang wird sein Genie, aber auch seine Abhängigkeit von den Menschen um ihn herum deutlich. So schließt ihn seine Managerin Buttercup tagsüber im Zimmer ein, nimmt seine Gagen entgegen und versucht, ihn vom Alkohol fernzuhalten. Auf der Suche nach einem Drink lernt er Francis Borier (gespielt von François Cluzet) kennen, der keinen seiner Auftritte verpasst, verrückt nach seiner Musik ist und ihm helfen will.

Zuerst ist Dale immer häufiger zu Gast bei Francis und schließlich nimmt dieser den Musiker bei sich auf, nachdem Dale wieder einmal einfach verschwunden war und sich betrunken hatte. Unter Francis’ hingebungsvoller Zuwendung bessert sich Dale Turners Zustand langsam, er hört auf zu trinken, nimmt seinen Lohn selber in Empfang und fängt wieder an zu komponieren und Platten aufzunehmen. Ganz unverhofft packt ihn aber auf einmal wieder die Sehnsucht nach New York und zusammen mit Francis kehrt er dorthin zurück. Nach einer enttäuschenden Ankunft folgen doch einige gut besuchte Auftritte und Dale trifft seine Tochter wieder. Aber auch die alten Versuchungen sind wieder zur Stelle und als Francis zurückfliegt, wartet er am Flughafen vergeblich auf Dale. Einige Zeit nachdem Francis wieder nach Paris zurück gekehrt ist, erfährt er per Telegramm, dass Dale Turner im Krankenhaus gestorben sei.

Der Film vereint mehrere Musikerschicksale. An erster Stelle steht dabei der Bebop-Pianist Bud Powell (1924 -1966) während seiner Zeit in Paris und seine Freundschaft zum Franzosen Francis Paudras. Des Weiteren finden sich auch viele Elemente aus dem Leben des Saxophonisten Lester Young (1909 - 1959) wieder, über den Tavernier ursprünglich drehen wollte. So spielt Dale Turner (Dexter Gordon) Saxophon und nicht — wie Bud Powell eigentlich — Piano. Schließlich ist auch Dexter Gordon (1923 – 1990) kein Unbekannter im Jazz. Musikalisch stark von Lester Young beeinflusst, teilt er auch seinen und Bud Powells Kampf gegen Drogen, Alkohol und Einsamkeit.

3 Die Szenen

Szene 1: Dale in New York (0:06:11)

Die erste Szene stellt einen Prolog dar und bildet eine Klammer um den gesamten Film. Dale befindet sich zusammen mit Francis in einem Hotelzimmer in New York. Man sieht Francis nicht, während er die Frage stellt „ist das das Zimmer, in dem Hershel starb?“ Die gleiche Szene begegnet uns am Ende des Films wieder (2:10:44). In einer Art verdecktem Schnitt schwenkt die Kamera von Dale, der am Fenster steht und versucht, sich zu erinnern, auf das Bett, vom dem aus die Stimme kam. Anstatt Francis befindet sich jetzt aber Hershel darin, der meint, dass Dale aus dem Geschäft sei, weil man seiner Melodie nicht folgen könne. Dale erzählt Hershel, dass er noch heute nach Paris fliegt, doch dieser entgegnet geringschätzig, dass das auch nichts an seinem Spiel ändern könne und niemand dort auf ihn warten würde.

Zu Beginn des Dialogs zwischen Hershel und Dale hört man im Hintergrund übende Trompeten und Stimmen. Als Dale Hershel verlässt, und in der nächsten Einstellung auf den East River in New York schaut setzt langsame, melancholische Off-Musik, bestehend aus Piano und kurzen Saxophoneinsätzen (Still Time von Herbie Hancock) ein. Zusätzlich hört man eine Off-Stimme, die Franzis erzählt, dass Francis’ und Hershels Zusammenspiel unvergessen bleibt.

Szene 2: Dale in Paris (0:08:41)

Off-Musik und –Stimme bleiben während der kurzen Blende über Schwarz und dem Hinweis „Paris 1959“ bestehen. Nachdem die Kamera nach einer kurzen Außenaufnahme des Hotels Louisiane langsam in einer Nahaufnahme über Gegenstände in der Küche von Ace (Bobby Hutcherson), einem Freund von Dale, fährt, hört man auch weiter Herbie Hancocks „Still Time“, nun aber nicht mehr aus dem Off, sondern gedämpft aus einem Radio oder Plattenspieler.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Musik im Film. Eine Analyse zu „Round Midnight“ von Bertrand Tavernier sowie ein Vergleich mit der Biografie „Dance of the Infidels“ von Francis Paudras
Hochschule
Universität Siegen
Veranstaltung
Filmmusik
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V153192
ISBN (eBook)
9783640653140
ISBN (Buch)
9783640653041
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eine, Filmanalyse, Films, Round, Midnight, Bertrand, Tavernier, Schwerpunkt, Einsatz, Musik, Film, Vergleich, Biografie, Infidels“, Francis, Paudras
Arbeit zitieren
Abel Hoffmann (Autor), 2010, Musik im Film. Eine Analyse zu „Round Midnight“ von Bertrand Tavernier sowie ein Vergleich mit der Biografie „Dance of the Infidels“ von Francis Paudras, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153192

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