Die Außenpolitik der USA im 20. Jahrhundert: Analyse der Hintergründe


Seminararbeit, 2007
23 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Monroe-Doktrin
1.1 Entstehung und Hintergründe der Monroe-Doktrin

2. Die politischen Ansichten im Vergleich
2.1 Die deutsche Außenpolitik
2.2 Die amerikanische Außenpolitik

3. Der Einfluss der Präsidenten
3.1 Theodore Roosevelt (1901-1909)
3.2. William Howard Taft (1909-1913)
3.3 Woodrow Wilson (1913-1921)

4. Deutsche Politiker und ihr Handeln
4.1 Bernhard Fürst von Bülow (1900-1909)
4.2 Theobald von Bethmann Hollweg (1909-1917)
4.3 Georg Michaelis (1917)

5. Der Erste Weltkrieg
5.1 Deutsch-Amerikanische Beziehungen in der Krise
5.2 Der U-Boot-Krieg
5.3 Die Stellung der USA und deren Friedensbemühungen
5.3.1 Die Spaltung der amerikanischen Bevölkerung
5.3.2 Die Beeinflussung durch England
5.4 Die Außenpolitik Deutschlands und die „Zimmermann-Depesche“
5.5 Präsident Wilson trifft eine Entscheidung

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Die Monroe-Doktrin

1.1 Entstehung und Hintergründe der Monroe-Doktrin

"Die Bürger der Vereinigten Staaten hegen die freundlichsten Gefühle für die Freiheit und das Glück ihrer Mitmenschen auf der anderen Seite des Atlantiks. An den Kriegen der europäischen Mächte [...] haben wir nie irgendwelchen Anteil genommen, noch verträgt es sich mit unserer Politik so etwas zu tun."

Diese Worte waren das Leitbild Amerikas und bestimmten das Zeitalter der Isolation. Sie definieren klar die Neutralität der USA, welche trotz internationaler Beziehungen erhalten bleiben muss. Denn die sogenannte Monroe-Doktrin[1], welche 1823 von John Quincy Adams[2] verfasst worden war, definierte die Grundzüge einer langfristigen Außenpolitik der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert. Präsident James Monroe[3] hielt darin die bedeutenden außenpolitischen Prinzipien der USA fest. Heißt es doch darin unter anderem, die USA seien irreversibel unabhängig von den europäischen Mächten, des weiteren würde eine zwei Sphären Politik (two-spheres) existieren, sowie das Prinzip der Nichteinmischung (non-intervention). Das Ziel dieser Doktrin war es also, den europäischen Staaten klarzumachen, dass sie sich erstens aus den Angelegenheiten der USA herauszuhalten hatten und zweitens versicherten die Vereinigten Staaten ihrerseits, sich nicht in Angelegenheiten der europäischen Mächte einzumischen. Das dritte Element der Doktrin war die Drohung, jeden Versuch der Rekolonisierung als Gefahr für ihre eigene Sicherheit und Frieden zu betrachten, der als Folge Maßnahmen der Abwehr nach sich ziehen werde. Die Monroe-Doktrin war eine einseitige Erklärung und kein Vertrag, denn die Autoren wollten in der Interpretation an keinen Vertragspartner gebunden sein. Dies war insofern wichtig, als das postulierte Interventionsverbot[4] noch nicht geltendes Völkerrecht war. Es war also kein völkerrechtliches Dokument im strengen Sinne, obwohl es diesen Status in der amerikanischen Außenpolitik erhielt.

Diese Doktrin ist auch unter dem Schlagwort „Amerika den Amerikanern“ bekannt.

Doch wie kam es zu dieser Doktrin?

Um auf diese Frage eine Antwort geben zu können, muss die politische Situation zur Zeit ihrer Entstehung betrachtet werden. Während Monroes Präsidentschaft stabilisierten sich die Vereinigten Staaten innenpolitisch und das Land erlebte einen wirtschaftlichen Aufschwung. Nicht umsonst ging diese Ära als „Era of Good Feeling“ in die Geschichtsbücher ein.

Außenpolitisch gesehen standen die USA jedoch enorm unter Druck. Denn die absolutistischen europäischen Mächte waren mit Unterstützung der „Heiligen Allianz“[5] und bedingt durch die Wiedereinsetzung des französischen Königs auf dem Vormarsch gegen republikanische und liberale Ideen und Institutionen vorzugehen. Auf der einen Seite fand in Spanien eine Revolution statt, bei der sowohl Russland unter Herrschaft von Zar Alexander I., wie auch Frankreich und die „Heilige Allianz“ involviert waren. Als Frankreich, welches von der „Heiligen Allianz“ zu einem militärischen Eingreifen in Spanien gedrängt worden war, die Revolution niedergeschlagen hatte, befürchtete Großbritannien eine Ausweitung des Militärs auf die früheren spanischen Kolonien in Südamerika. Dies erschien Britannien als eine Gefährdung ihrer eigenen wirtschaftlichen Interessen und florierenden Handelsbeziehungen zu Südamerika.

Zur gleichen Zeit beherrschte ein zweiter Konflikt den europäischen Kontinent. Es war der griechische Unabhängigkeitskampf gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches im Jahre 1821/22. Die griechische Regierung forderte währenddessen die europäischen Mächte sowie die Vereinigten Staaten zur formalen Annerkennung ihrer Regierung auf, was von den republikanischen und demokratischen Kreisen begeistert aufgenommen wurde. Aus diesem Grund stieg der Druck auf die amerikanische Regierung, die neue griechische Regierung anzuerkennen.

Da sowohl Großbritannien als auch die USA zu dieser Zeit unter großem politischem Druck standen, bot Großbritannien den Vereinigten Staaten bei Gesprächen zwischen dem britischen „Foreign Secretary“ Canning und dem amerikanischen Minister in London, Richard Rush, im August und September 1823 ein Bündnis an.

Gegenstand dieses Bündnisses war es, eine gemeinsame und wohlwollende Position zur Unabhängigkeit der südamerikanischen Republiken zu formulieren, die einem Eingreifen der europäischen Mächte entgegentreten sollte.

Dadurch sicherte sich Canning die Unterstützung der USA im Falle einer Rückeroberung der ehemaligen spanischen Kolonien in Südamerika, durch die französische Flotte. Umgekehrt lag es im Interesse Amerikas, Großbritannien auf seiner Seite zu haben, falls der russischen Expansion wirkungsvoll Einhalt gebeten werden musste.[6]

Cannings Vorschläge für eine gemeinsame Erklärung umfassten fünf zentrale Punkte, welchen die USA auch zum größten Teil zustimmen konnten. Jedoch äußerte John Quincy Adams gegenüber einigen Punkten sein Bedenken und brachte Präsident Monroe schließlich dazu seine eigene Erklärung zu verfassen.

Neben dem Drängen Adams gab es noch weitere Aspekte, die eine wichtige Rolle für die Entstehung der Doktrin spielten.[7]

- Einerseits gab es wirtschaftliche Gründe die den Präsidenten zu dieser Handlung trieben. Denn Amerika hoffte auf ein wirtschaftliches Handeln mit Lateinamerika und den asiatischen Staaten.
- Als weiterer Aspekt standen die ideologischen Gründe im Raum. Denn neben Adams war auch Monroe davon überzeugt, dass die Vereinigten Staaten eine außergewöhnliche Position in der Welt einnahmen und ihre Ideologie sowie ihr politisches System nach außen tragen sollten. Aus diesem Grund erschien ihm Südamerika als geeignetes Terrain und er betrachtete die Unterstützung dieses Landes als sehr wichtig.
- Auch die äußere Sicherheit der USA lag Monroe sehr am Herzen. Denn die Vereinigten Staaten wollten sich ausbreiten und als dominierende Macht der westlichen Hemisphäre aufsteigen. Um dieses Ziel zu verwirklichen musste die Einwanderung der europäischen Mächte in Süd- und Mittelamerika verhindert werden.
- Auch die territoriale Expansion der USA spielte eine Rolle für die Entscheidung des Präsidenten, eine eigene Erklärung abzugeben. Besonders Adams sah die Vorteile, die die Vereinigten Staaten bei einer Erweiterung erwarten würden.
- Des Weiteren kann man behaupten, dass sowohl innenpolitische Vorgänge, als auch persönliche Interessen des Präsidenten zu seinem Entschluss beigetragen haben. Denn Amerika stand kurz vor der Präsidentschaftswahl und nach dem Niedergang der Föderalisten war es kein Geheimnis, dass der Nachfolger Monroes ein Republikaner sein würde. Einer der Kandidaten war John Quincy Adams. Er übernahm die Rolle des Favoriten und da Monroe nicht mit seinem wahrscheinlichen Nachfolger in Konflikt treten wollte, setzte er sich sogar gegen den Rat der früheren Präsidenten Jefferson und Madison für Adams ein. Dieser stand letztendlich auch bei der Verfassung der Doktrin an Monroes Seite.

2. Die politischen Ansichten im Vergleich

Die Unterschiede in der deutschen und in der amerikanischen Außenpolitik ergeben sich zum großen Teil aus dem unterschiedlichen Handlungsspielraum der Regierungen. Dieser Handlungsspielraum wird von verschiedenen Restriktionen[8] begrenzt. Ein Vergleich der Außenpolitik der beiden Staaten muss also die verschiedenen Restriktionen, welchen die deutsche sowie auch die amerikanische Regierung in ihrem Handeln unterliegen, analysieren.

Außenpolitik lässt sich definieren als „die inhaltliche Ausformung und organisatorische Steuerung der Beziehungen einer staatlich verfassten Gesellschaft zu ihrer Umwelt.“[9]

2.1 Die deutsche Außenpolitik

In Deutschland ist die Außenpolitik Angelegenheit des Bundes. Der Kanzler repräsentiert nicht das Land als Person, sondern als ein Ganzes. Die Außenpolitik in Deutschland ist weniger auf die Leistungen einer Person, als auf das Handeln des Staates fixiert. Der Staat ist oberste Macht mit all seinen Einzelelementen. Der Kaiser gab im Deutschen Reich die Befehle und der Reichskanzler, der auch außenpolitisch bewandt war, stand dem Kaiser zur Seite und traf Entscheidungen, welche er mit dem Staatssekretär des Äußeren abstimmte.

2.2 Die amerikanische Außenpolitik

Das politische System der USA ist personenbezogen. Aus diesem Grund übernimmt der Präsident eine entscheidende Rolle. Er steht als Staatsoberhaupt als Regierungschef und als Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Amerika sieht die Entscheidungen eines Präsidenten als wichtigen Maßstab für die Leistung einer Regierung.

Auch wenn wir daran gewöhnt wurden, die außenpolitischen Phasen nach den Legislaturperioden der Präsidenten einzuteilen und ständige Doktrinenwechsel hinzunehmen, gibt es doch tief verwurzelte Kontinuitätsmerkmale in der amerikanischen Außenpolitik, die jeden Richtungswechsel überdauern.

Die Ideale der Gründerväter von Freiheit, Wohlstand und Größe haben ein amerikanisches Selbstverständnis geprägt, das die amerikanische Nation in den Mittelpunkt jeglichen staatlichen Interesses rückt. Aus diesem Grund ist die amerikanische Außenpolitik wirtschaftlich, politisch, diplomatisch und wertemäßig stark innenpolitisch verwurzelt. Die Bevölkerung zeigt Interesse an der Politik und die Präsidenten sehen das Volk als wichtigen Resonanzboden.[10]

[...]


[1] Doktrin (vom lateinischen doctrina -> Lehre) Im politischen Sprachgebrauch wird die Doktrin als politische Leitlinie der Regierung aufgefasst

[2] Außenminister im Kabinett von Präsident James Monroe

[3] Amtszeit von 1816 - 1825

[4] Geforderte Nichteinmischung der europäischen Mächte in die Angelegenheiten Amerikas

[5] Bestehend aus Russland, Österreich und Preußen

[6], Vgl. Walter Lippmann, Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten 1944, Seite 30

[7], Vgl. Walter Lippmann, Die Außenpolitik der Vereinigten Staaten 1944, Seite 32

[8] Einschränkung, Beschränkung von jmds. Rechten oder Befugnissen

[9] Jäger/Beckmann: „Die internationalen Rahmenbedingungen deutscher Außenpolitik“ S. 16f

[10] Vgl. http://www.histinst.rwth-aachen,de/default.asp?documentId=85 vom 18.07.2007

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Details

Titel
Die Außenpolitik der USA im 20. Jahrhundert: Analyse der Hintergründe
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V153238
ISBN (eBook)
9783640654123
ISBN (Buch)
9783640654536
Dateigröße
664 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Außenpolitik, Jahrhundert, Analyse, Hintergründe
Arbeit zitieren
Verena Sendelbeck (Autor), 2007, Die Außenpolitik der USA im 20. Jahrhundert: Analyse der Hintergründe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153238

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