Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem sozialdemokratischen Politiker Eduard Bernstein. Er wird auch als der „Vater des Revisionismus“ bezeichnet. Sein Wirken erstreckte sich von 1872, seinem Eintritt in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), bis 1921, als Gastredner an der Berliner Universität. Ich werde Bernsteins außenpolitische Überlegungen bis zum Kriegsbeginn 1914 thematisieren. Die Arbeit beginnt mit seiner Biographie. In dieser Biographie seien nur die wichtigsten Daten und Ereignisse genannt, die für dieses Thema relevant sind. Der Hauptteil der Arbeit konzentriert sich auf Bernsteins außenpolitisches Denken bis zum Kriegsbeginn 1914. Die Themen umfassen unter anderem die Kolonialpolitik, Bernsteins Stellungsnahme zu Polen und das Wettrüsten mit England. In der Schlussbetrachtung gehe ich auf den Einfluss Bernsteins in der Politik ein und ob er die gesellschaftliche Entwicklung erkannte.
Nach der Aufschwungphase der Wirtschaft 1895 wurde nach einer neuen revolutionsstrategischen Interpretation verlangt. Bernstein hatte den Versuch unternommen, die Theorie der Realität anzupassen, während die sich formierende Linke nach einem geschichtsphilosophischen Ansatz suchte.
Biographie
Eduard Bernstein wurde am 6. Januar 1850 in Berlin geboren. Er war ein sozialdemokratischer Theoretiker und Politiker. Aus finanziellen Gründen musste er das Gymnasium verlassen, um von 1866 bis 1878 als Bankkaufmann zu arbeiten. 1872 trat er der SDAP bei. Ausschlaggebend dafür war eine Festrede die August Bebel vor dem Demokratischen Arbeiterverein in Berlin hielt und Bernstein sehr beeindruckte. 1875 kam es zur Vereinigung mit dem 1863 von Ferdinand Lassalle, einem Radikaldemokraten, der sich für die Einführung einer demokratischen Verfassung einsetzte, gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV) und der SDAP.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG
II. BIOGRAPHIE
III. REVISIONISMUS
IV. EDUARD BERNSTEINS AUßENPOLITISCHE ÜBERLEGUNGEN BIS ZUM KRIEGSBEGINN 1914
A) KOLONIALPOLITIK
B) BERNSTEINS STELLUNGNAHME ZU POLEN
C) WETTRÜSTEN MIT ENGLAND
V. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des sozialdemokratischen Politikers Eduard Bernstein unter besonderer Berücksichtigung seiner außenpolitischen Positionierungen in der Zeit bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Ziel ist es, Bernsteins Entwicklung als Theoretiker des Revisionismus nachzuzeichnen und seine kritische Haltung gegenüber der damaligen deutschen Außenpolitik sowie seine gesellschaftspolitischen Prognosen zu analysieren.
- Biographische Grundlagen und der politische Werdegang Eduard Bernsteins
- Theoretische Fundierung und Bedeutung des Revisionismus
- Bernsteins Position zur deutschen Kolonialpolitik
- Auseinandersetzung mit der deutschen Polenpolitik
- Kritische Analyse des Wettrüstens zwischen Deutschland und England
Auszug aus dem Buch
c) Wettrüsten mit England
Bernstein brachte dem Wettrüsten mit England nur absolutes Unverständnis entgegen. Er konnte absolut keinen Nutzen aus dem Wettrüsten und einem eventuellen Krieg mit England sehen. Für ihn stellte sich überhaupt nicht die Frage, ob England der deutschen Wirtschaft Schaden zufügen könnte. Immerhin war England in einigen Wirtschaftszweigen einer der Hauptabnehmer der Waren und Handelsgüter, die in Deutschland produziert wurden. Wie konnte man da einen Handelskrieg provozieren? Zumal man ohnehin Gefahr lief, sich durch die hohen Schutzzölle von England abzugrenzen.
Weil Bernstein so viele Jahre in England lebte, die Politik studierte und stets interessiert war, entging ihm auch der Konkurrenzgedanke der Deutschen nicht. Sie glaubten, „daß der Gewinn der einen Nation notwendigerweise der Verlust der andern sein würde.“34 Ein sehr aussagekräftiges Beispiel für die Kurzsichtigkeit und auch Unwissenheit der Menschen im Deutschen Reich. Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass die Bevölkerung absichtlich in Unwissenheit gelassen wurde. Denn was wäre eine denkende Bevölkerung für eine Regierung die den Krieg um jeden Preis wollte? Bernstein konnte auch nicht nachvollziehen, warum so viele Deutsche einen Krieg mit England für unvermeidlich hielten. Er beschrieb die deutsche Bevölkerung auch als „more bellicose“, also streitsüchtiger und kriegsbereiter, als die Engländer.35
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit vor, Eduard Bernsteins Wirken und seine außenpolitischen Überlegungen bis 1914 als zentrales Thema zu behandeln.
II. BIOGRAPHIE: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Bernsteins nach, von seinem Eintritt in die SDAP über seine Zeit im Londoner Exil bis hin zu seinem späten Engagement in der Weimarer Republik.
III. REVISIONISMUS: Hier wird der Begriff des Revisionismus als theoretische Anpassung des Marxismus an die veränderte gesellschaftliche Realität und als Grundlage für den Reformismus erläutert.
IV. EDUARD BERNSTEINS AUßENPOLITISCHE ÜBERLEGUNGEN BIS ZUM KRIEGSBEGINN 1914: Dieser Abschnitt analysiert Bernsteins spezifische Ansichten zu den Themen Kolonialpolitik, Polenpolitik und das Wettrüsten mit England vor dem Hintergrund seiner kritischen Distanz zum Kaiserreich.
V. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst Bernsteins Rolle als Vordenker einer Volkspartei zusammen und bewertet seine politische Weitsicht im Kontext der historischen Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Eduard Bernstein, Revisionismus, Sozialdemokratie, SPD, Außenpolitik, Kolonialpolitik, Polen, Wettrüsten, England, Imperialismus, Reformismus, Erster Weltkrieg, Arbeiterbewegung, politische Theorie, Klassenpartei.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Leben und politische Wirken von Eduard Bernstein, insbesondere seine außenpolitischen Ansichten bis zum Jahr 1914.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Revisionismus, der Haltung zur Kolonialpolitik, der Polenfrage sowie der Kritik am deutsch-englischen Wettrüsten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Bernsteins außenpolitisches Denken zu beleuchten und aufzuzeigen, wie er als Kritiker des Kaiserreichs gesellschaftliche Fehlentwicklungen frühzeitig erkannte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse von Quellen, Biographien und zeitgenössischen Schriften sowie der Auswertung fachwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Bernsteins theoretische Begründung des Revisionismus und seine spezifische Kritik an der deutschen Außenpolitik detailliert dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Revisionismus, Sozialdemokratie, Reformismus, Kolonialpolitik, Wettrüsten und die politische Transformation Deutschlands.
Warum lehnte Bernstein das Wettrüsten mit England ab?
Er sah darin keinen wirtschaftlichen Nutzen, sondern eine Gefährdung des Friedens und eine Gefahr für die Handelsbeziehungen zwischen beiden Nationen.
Wie bewertete Bernstein die Rolle der Polenpolitik des Reiches?
Er kritisierte die Zwangsmaßnahmen und die Enteignungspolitik des Reiches als kontraproduktiv und war überzeugt, dass man die Polen als gleichberechtigte Bürger hätte gewinnen können.
- Quote paper
- Stephanie Schrön (Author), 2006, Eduard Bernsteins außenpolitische Überlegungen bis zum Kriegsbeginn 1914, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153243