In der vorliegenden Masterthesis wird die ex ante Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten untersucht. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Projektmanagements sind die Projektarten von Interesse, bei denen die existierenden qualitativen Dimensionen eine Wirtschaftlichkeitsanalyse
erschweren. Außerdem gilt eine Berücksichtigung der Projektstartphase, die einer besonderen Erfolgsrelevanz bei der Ermittlung und Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Projekten zuteil wird. Anschließend werden die notwendigen ökonomischen Termini definiert und die relevanten Verfahren zur Wirtschaftlichkeitsanalyse vorgestellt. Mit einer nachfolgenden Analyse bestehender Ansätze ist die derzeitige Ermittlung und Beurteilung der Projektwirtschaftlichkeit zu untersuchen. Quintessenz dieser Masterthesis bildet die Herleitung
und Konzeption eines generischen Frameworks, das quantitative und überdies qualitative Faktoren bei der Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten hinreichend exakt berücksichtigt. Abschließend werden in der Zusammenfassung die Erkenntnisse dieser Masterthesis reflektiert. Zugleich erfolgt ausblickend eine abstrahierende Betrachtung der Wirtschaftlichkeitsanalyse
im Kontext des generischen Frameworks.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Masterthesis
1.2 Bearbeitungsmethodik
2 Grundlagen des Projektmanagements
2.1 Argumentation für den Einsatz von Projektmanagement
2.2 Projektarten
2.3 Projektphasen
2.4 Phasenmodell
2.5 Projektinitiierung
3 Vorbetrachtung zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten
3.1 Kostenaspekte
3.1.1 Kostenbestandteile
3.1.2 Kostenverlauf
3.1.3 Kosten- und Aufwandsermittlung
3.2 Nutzenaspekte
3.2.1 Nutzenbestandteile
3.2.2 Nutzenverlauf
3.2.2 Nutzenermittlung
3.3 Wirtschaftlichkeitsaspekte
3.3.1 Wirtschaftlichkeitsbestandteile
3.3.2 Wirtschaftlichkeitsverlauf
3.3.3 Ermittlung der Projektwirtschaftlichkeit
3.3.3.1 Eindimensionale Verfahren
3.3.3.2 Mehrdimensionale Verfahren
3.3.3.3 Hilfsverfahren
4 Analyse bestehender Ansätze
4.1 Total Economic Impact
4.2 Rapid Economic Justification
4.3 Total Value of Opportunity
4.4 WiBe-Ansatz
4.5 Vergleich und Erkenntnisbeitrag der Ansätze
5 Konzeption des generischen Frameworks
5.1 Anforderungsprofil an das generisches Framework
5.2 Entwicklungsprozess des generischen Frameworks
5.2.1 Determinanten des generischen Frameworks
5.2.2 Struktur des generischen Frameworks
5.2.3 Hauptprozesse des generischen Frameworks
5.2.4 Sub- und Unterprozesse des generischen Frameworks
5.2.5 Ausrichtung des generischen Frameworks auf die relevanten Projektarten
5.2.6 Analyse und Erkenntnisbeitrag des generischen Frameworks
5.3 Handlungsempfehlungen für die Wirtschaftlichkeitsanalyse
5.3.1 Kopplung des generischen Frameworks mit dem Projektmanagement
5.3.2 Integriertes Projektmarketing
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Konzeption eines generischen Frameworks, das in der Lage ist, sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren bei der ex ante Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten – insbesondere bei Organisations- und Forschungs- und Entwicklungsprojekten – ganzheitlich und präzise zu berücksichtigen, um eine valide ökonomische Entscheidungsgrundlage zu schaffen.
- Ganzheitliche Erfassung der Projektwirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung qualitativer Dimensionen.
- Optimierung des Entscheidungsprozesses zur Autorisierung und Weiterführung von Projekten.
- Kopplung von Wirtschaftlichkeitsanalyse und Projektmanagementmethodik.
- Systematische Analyse und Vergleich bestehender Frameworks wie TEI, REJ, TVO und WiBe.
- Entwicklung eines Frameworks, das sowohl ex ante als auch ex post Anwendung findet.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Es ist nicht gesagt, dass es besser wird, wenn es anders wird. Wenn es aber besser werden soll, muss es anders werden“ [41]. Georg Christoph Lichtenberg, 1765
Aufgrund der von Dynamik und Volatilität geprägten Märkte wird der Anspruch auf professionell geführte Projekte verstärkt [91]. Zusätzlich sind die Unternehmen gezwungen, ihre limitierten Ressourcen unter immer schnelleren Innovationszyklen und dem daraus resultierenden Wettbewerbs- und Kostendruck effizient und zugleich effektiv einzusetzen [43] [66]. Die optimale Aufteilung der begrenzten Ressourcen ist jedoch den Unternehmen nur dann zugänglich, wenn einerseits ein wirkungsvolles Projektmanagement existiert und andererseits zu Projektbeginn die Projektwirtschaftlichkeit ganzheitlich erfasst wird [91].
Besonders die Startphase der Projekte impliziert eine hohe Erfolgsrelevanz, bei der Entscheidungen mit einer sehr großen Tragweite für die nachfolgenden Projektphasen getroffen werden und die Einflussnahme auf das Projekt am größten ist [60]. Fehler, die in dieser Phase entstehen, sind zumeist nur schwer reparabel und kostenintensiv [16]. Daher muss vornehmlich zu Projektbeginn das Verhältnis von Kosten und Nutzen gezielt prognostiziert werden können, um die Prosperität der Unternehmen sicherzustellen. Die Analyse der Projektwirtschaftlichkeit wird folglich als ökonomische Entscheidungsgrundlage für die Autorisierung der Projekte angewandt. Der Terminus Projektwirtschaftlichkeit bezieht sich sowohl auf das Projekt, das als Investition angesehen wird, als auch auf die daraus resultierende Lösung.
Im ökonomischen Entscheidungsprozess zur Freigabe und Weiterführung der Projekte müssen sich diese in Konkurrenz mit anderen im Ansehen des Unternehmens durchsetzen, da alle auf die limitierten Ressourcen des Unternehmens zugreifen [5]. Mit der Ermittlung und Beurteilung der Projektwirtschaftlichkeit ist es möglich, die Ressourcenzuteilung und somit die Auswahl an Projekten nach ökonomischen Kriterien sinnvoll zu gestalten. In der Praxis findet jedoch eine zumeist einseitige Wirtschaftlichkeitsanalyse statt, in der ausschließlich quantitative Maßzahlen als Entscheidungskriterium für die Freigabe und Weiterführung von Projekten dienen [72] [98].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsanalyse in dynamischen Märkten und leitet die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise her.
2 Grundlagen des Projektmanagements: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe des Projektmanagements, differenziert verschiedene Projektarten und Projektphasen und unterstreicht die Bedeutung der Projektinitiierung für den Gesamterfolg.
3 Vorbetrachtung zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten: Hier werden die ökonomischen Determinanten Kosten und Nutzen sowie deren zeitlicher Verlauf innerhalb des Projektlebenszyklus detailliert analysiert und verschiedene Bewertungsverfahren vorgestellt.
4 Analyse bestehender Ansätze: Das Kapitel analysiert und vergleicht dedizierte IT-Frameworks wie TEI, REJ, TVO und WiBe hinsichtlich ihrer Eignung für eine ganzheitliche Wirtschaftlichkeitsanalyse.
5 Konzeption des generischen Frameworks: Auf Basis der vorangegangenen Analysen wird das neue, ganzheitliche Framework entwickelt, strukturiert und durch Handlungsempfehlungen zur Kopplung mit dem Projektmanagement ergänzt.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit reflektiert die erarbeiteten Ergebnisse der Arbeit und skizziert potenzielle zukünftige Weiterentwicklungen für das Framework.
Schlüsselwörter
Wirtschaftlichkeitsanalyse, Projektmanagement, Projektwirtschaftlichkeit, Kostenaspekte, Nutzenaspekte, Investitionsrechnung, Projektlebenszyklus, Projektinitiierung, Framework, Qualitative Faktoren, Quantitative Faktoren, Entscheidungsfindung, Nutzwertanalyse, Risikoanalyse, Business Case.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterthesis befasst sich mit der ex ante Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten und entwickelt ein generisches Framework, das sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren ganzheitlich berücksichtigt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Projektmanagement-Grundlagen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen (Kosten- und Nutzenanalyse), Investitionsrechenverfahren sowie die Analyse existierender Frameworks im IT-Projektkontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie ein generisches Framework zu konzipieren ist, das quantitative und qualitative Faktoren bei der ex ante Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten hinreichend exakt berücksichtigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen prozessanalytischen Vergleich existierender Frameworks und leitet daraus deduktiv Anforderungen und Strukturen für ein neues, generisches Framework ab.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Vorbetrachtung der Kosten- und Nutzenaspekte, eine Analyse bestehender Ansätze (TEI, REJ, TVO, WiBe) sowie die eigentliche Konzeption des Frameworks unter Definition von Haupt-, Sub- und Unterprozessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wirtschaftlichkeitsanalyse, Projektmanagement, Projektwirtschaftlichkeit, Projektlebenszyklus, Risikoanalyse, Nutzwertanalyse, Business Case und Investitionsrechnung.
Warum ist die Startphase für Projekte so kritisch?
In der Startphase ist die Einflussnahme auf den Projekterfolg am größten, während gleichzeitig die Unsicherheit über das Projekt und seine Potenziale am höchsten ist; Entscheidungen in dieser Phase haben eine weitreichende Tragweite für alle folgenden Projektphasen.
Wie unterscheidet sich das generische Framework von bestehenden Ansätzen?
Das Framework ist nicht auf IT-Projekte beschränkt, sondern generisch angelegt, um ein breites Spektrum an Organisations- und F&E-Projekten zu unterstützen, indem es explizit qualitative Dimensionen und eine phasenübergreifende Kontinuität in der Analyse integriert.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. IM B.Sc. IT David Molch (Autor:in), 2010, Herleitung und Konzeption eines generischen Frameworks zur Wirtschaftlichkeitsanalyse von Projekten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153246