Diese Bachelorarbeit setzt sich mit den psychosozialen Folgen des Stotterns bei Erwachsenen auseinander. Es wurde eine Fragebogenuntersuchung mittels der Arbeitsversion des EESE (Erfassung der Erfahrungen von stotternden Erwachsenen) durchgeführt, um folgende Fragen aus Sicht stotternder Erwachsener zu beantworten: Wie nehmen stotternde Erwachsene ihre beobachtbare Stottersymptomatik, ihre Reaktionen auf das Stottern und die Schwierigkeiten, mit denen sie im täglichen Leben konfrontiert sind, wahr? Welche Kommunikationsprobleme treten im Alltag auf? Wie wirkt sich die Redeflussstörung Stottern auf die Lebensqualität dieser Erwachsenen aus?
Die Untersuchung macht deutlich, dass Stottern ein komplexes und individuelles Krankheitsbild ist und in vielen Bereichen Auswirkungen auf das Leben und Verhalten Betroffener hat. Jede/r betroffene Erwachsene hat seine/ihre ganz persönliche Stotterproblematik, reagiert in verschiedenen Lebensbereichen dementsprechend anders und fühlt sich unterschiedlich stark belastet.
Für eine erfolgreiche Therapie ist daher die ehrliche Auseinandersetzung damit, wie und in welchem Ausmaß Stottern das Leben im jeweiligen Fall beeinflusst, Voraussetzung - sowohl auf Seiten der KlientInnen als auch auf Seiten der TherapeutInnen. Dieses Bewusstsein bildet die Basis einer ganzheitlichen Therapie.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Grundlagen zum Thema Stottern
1.1. Ätiologie des Stotterns
1.2. Die Symptome des Stotterns
1.3. Der Entstehungsmechanismus von Stottern
1.4. Therapiemethoden bei Erwachsenen
2. Sozialpsychologische Aspekte des Stotterns
2.1. Stottern – ein dialogisches Problem
2.2. Stottern aus Sicht Sprachgesunder
2.3. Stottern aus Sicht chronisch Stotternder
3. Methode
3.1. Die Online-Befragung
3.2. EESE – Erfassung der Erfahrungen von stotternden Erwachsenen
3.2.1. Was untersucht der EESE?
3.2.2. Wozu wurde der EESE entwickelt?
3.2.3. Wie wird der EESE durchgeführt und ausgewertet?
3.2.4. Welche Abschnitte hat der EESE?
4. Ergebnisse
4.1. Allgemeine Informationen
4.2. Reaktionen auf das Stottern
4.3. Kommunikation in täglichen Situationen
4.4. Lebensqualität
5. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die psychosozialen Auswirkungen von Stottern bei Erwachsenen, indem sie die Erlebniswelt Betroffener durch eine Fragebogenuntersuchung analysiert und dabei hilft, die Komplexität des Stotterns für therapeutische Zwecke besser zu verstehen.
- Psychosoziale Stressfaktoren und deren Einfluss auf die Lebensqualität
- Wahrnehmung der Stottersymptomatik und Reaktionen aus Sicht Betroffener
- Kommunikationsschwierigkeiten in alltäglichen Situationen
- Vergleich zwischen subjektiver Betroffeneneinschätzung und Fremdwahrnehmung
- Bedeutung eines ganzheitlichen Verständnisses für die logopädische Therapie
Auszug aus dem Buch
2.3. Stottern aus Sicht chronisch Stotternder
As a young man in college, on those occasions when someone would ask me where my hometown was, I would do nearly anything to avoid saying the name “Williamsport”. Instead, I would often say “It’s a small town in Pennsylvania” or “It’s a city about 85 miles north of Harrisburg” or “It’s a little east of Lock Haven.” “Bloomsburg?” they would query. And I would respond, „No, actually west of Bloomsburg“. Sometimes we would go on for awhile, gradually narrowing down the possibilities, until they correctly guessed the name of the city. I would do whatever it took, including acting as though I had no idea where I lived, in order to hide my stuttering. During such moments I certainly must have appeared to be, at the very least, a little strange, or, at most, not very bright. I frequently did the same thing when asked about the schools I attended, the names of my teachers or classes, or my street address. The problems presented by stuttering went far beyond my speech. Stuttering was a way of living (Manning, 1999, S. 160).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Grundlagen zum Thema Stottern: Dieses Kapitel definiert das Stottern, erläutert dessen Ätiologie, Symptome, Entstehungsmechanismen sowie gängige Therapiemethoden für Erwachsene.
2. Sozialpsychologische Aspekte des Stotterns: Hier werden die dialogische Natur des Stotterns sowie die unterschiedlichen Perspektiven von Sprachgesunden und chronisch Stotternden beleuchtet.
3. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt die Durchführung der Online-Befragung mittels des EESE-Fragebogens sowie die Zielsetzung und Struktur dieses Instruments.
4. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragung werden detailliert dargelegt, gegliedert in allgemeine Informationen, emotionale Reaktionen, Kommunikationssituationen und die Auswirkungen auf die Lebensqualität.
5. Diskussion: Das letzte Kapitel reflektiert die erhobenen Daten, diskutiert die Bedeutung für die logopädische Praxis und betont die Notwendigkeit einer individuellen Therapieplanung.
Schlüsselwörter
Stottern, Psychosoziale Auswirkungen, Lebensqualität, EESE, Logopädie, Redeflussstörung, Kommunikation, Vermeidung, Therapie, Erwachsene, Sprechunflüssigkeit, Stottermodifikation, Fluency Shaping, Symptomatologie, Selbsthilfe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den psychosozialen Auswirkungen, die Stottern bei erwachsenen Betroffenen im Alltag und im sozialen Miteinander hervorruft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die subjektive Wahrnehmung der Stottersymptomatik, emotionale Reaktionen, Vermeidungsverhalten in der Kommunikation sowie die Auswirkungen auf die Lebensqualität.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, LogopädInnen durch die Sichtweise der Betroffenen für die Komplexität des Stotterns zu sensibilisieren, um eine ganzheitlichere und besser abgestimmte Therapie zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine Fragebogenuntersuchung unter 22 stotternden Erwachsenen unter Einsatz der deutschen Arbeitsversion des Einschätzungstests EESE durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Stotterns, die sozialpsychologischen Aspekte, das methodische Vorgehen bei der Befragung sowie die detaillierte Auswertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Stottern, Psychosoziale Auswirkungen, Lebensqualität, EESE, Kommunikation und logopädische Therapie.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Fluency Shaping" und "Stottermodifikation" für die Arbeit eine Rolle?
Diese Unterscheidung ist relevant, da sie die gegensätzlichen therapeutischen Ansätze darstellt, die den Betroffenen oft begegnen und deren Erfolgswahrnehmung in der Arbeit untersucht wird.
Welche Erkenntnis gewinnt die Arbeit bezüglich des Vermeidungshandelns?
Die Untersuchung zeigt, dass Vermeidungshandelns – sowohl nonverbal als auch verbal – ein verbreitetes und oft situationsabhängiges Phänomen ist, das für den Stotternden eine große Belastung darstellt.
Wie bewerten die Probanden ihre bisherigen Therapieerfahrungen?
Ein Großteil der Befragten bewertete die bisherigen Erfahrungen mit Stottertherapien als eher schlecht oder schlecht, was die Bedeutung einer klaren Zielsetzung und therapeutischen Beziehung unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Natascha Bradler (Autor:in), 2010, Die psychosozialen Auswirkungen von Stottern bei Erwachsenen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153297