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Schaulust im Reality TV

Título: Schaulust im Reality TV

Tesis (Bachelor) , 2010 , 40 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Katrin Hoffmann (Autor)

Medios / Comunicación - Películas y television
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Ein kurzer Blick in das Fernsehprogramm für die nächste Woche, den nächsten Tag, ja selbst die nächste Stunde, belegt schwarz auf weiß, womit sich jeder Zuschauer während des alltäglichen Fernsehkonsums konfrontiert sieht: einer riesigen Auswahl an Sendungen und Serien, die das große Wort Reality entweder schon im Titel, zumindest aber im Untertitel oder in den Sendungsbeschreibungen, in sich tragen.

Trotz des weit verbreiteten schlechten Rufs des Formats Reality TV strömen immer neue Sendungen dieser Art auf die meist nachmittäglichen Sendeplätze. Abgesehen von der Frage, welche Personengruppen sich diese Sendungen vorrangig ansehen, drängen sich hier, vor allem Fragen nach dem Warum auf: Warum interessieren sich Millionen Menschen tagtäglich für den Alltag Fremder? Warum möchte der Reality TV-Zuschauer Handlungen und Geschehnisse im Fernsehen beobachten, die er doch schon in seinem eigenen alltäglichen Leben erfährt? Woraus resultieren die Lust und das Vergnügen der Zuschauer an diesem Format? Fördert es eine Schaulust, wie sie auch im Kino zu finden ist und wenn ja, welcher Formen der Schaulust sind im Reality TV zu finden?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Reality TV? Zum Programmformat

3 Psychoanalytische Filmtheorie: Zur Apparatusdebatte und der Position des Zuschauers im Kino

4 Die Skopophilie im Kino und Reality TV

4.1 Narzissmus

4.1.1 Der Narzisst im Kino

4.1.2 Die Möglichkeiten narzisstischer Identifikation im Reality TV

4.2 Der klassische Voyeurismus

4.2.1 Der kinospezifische Voyeurismus

4.2.2 Der Reality TV-Zuschauer als Voyeur

4.2.2.1 Das Konzept der Privatheit in den Medien

4.2.2.2 Peeping into Reality – Die Lust am authentischen Privaten

4.3 Der sadistische Voyeurismus

4.3.1 Das allwahrnehmende und allmächtige Subjekt im Kino

4.3.2 Die Lust des Reality TV-Zuschauers an der Macht

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht die psychologischen Mechanismen der Schaulust im Reality TV. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, woraus die Faszination der Zuschauer resultiert und inwiefern klassische psychoanalytische Filmtheorien zur Erklärung dieses Fernsehgenres herangezogen werden können.

  • Anwendung psychoanalytischer Filmkonzepte auf das Reality TV
  • Analyse von Narzissmus, Voyeurismus und sadistischer Skopophilie
  • Untersuchung der Verschränkung von Öffentlichkeit und Privatheit
  • Gegenüberstellung von Kinosituation und Reality-TV-Rezeption
  • Bewertung des Einflusses von Authentizität und Machtgefühlen beim Zuschauer

Auszug aus dem Buch

4.2.2.2 Peeping into Reality – Die Lust am authentischen Privaten

Vor dem Hintergrund, dass das Reality TV als öffentliches „Fenster in das Privatleben“ insbesondere zu einer Vermischung von Privatheit und Öffentlichkeit beiträgt, fällt es nicht schwer, den Zuschauer in der Rolle des Voyeurs zu verstehen, der aus der heimlichen Position von zu Hause aus private Momente der Reality-TV-Teilnehmer verfolgt und daraus seine Lust schöpft. Der Voyeurismus muss also auch – genau wie im Kino – für die Skopophilie im Reality TV von Bedeutung sein, was einige Parallelen zu den Thesen der psychoanalytischen Filmtheorie zulässt.

Die von Metz erläuterte doppelte Distanz und Unerreichbarkeit des erblickten Objektes wiederholt sich, wenn auch nur begrenzt, in der Konstellation des Fernseherlebnisses. Wie die Worte fern und sehen im Begriff selbst schon verdeutlichen, basiert auch hier das Erlebnis auf audiovisuellen Reizen und spricht ausschließlich die Distanzsinne an. Zum einen muss der Fernsehzuschauer einen gewissen Abstand zur Bildröhre wahren und tritt nicht in direkten Kontakt mit dem Empfangsgerät, um das Bild erfolgreich wahrzunehmen zu können; zum anderen sind die vorgeführte Privatheit und die Szenerien des Alltags, ebenso wie im Kino, nur Abbilder einer Realität. Auf der Basis dieser – dem Kino ganz ähnlichen – Eigenschaften wird der Fernsehzuschauer also ebenso unweigerlich in die Position des Voyeurs versetzt, dessen Lust sich daraus ergibt, das begehrte Objekt aus einer unüberbrückbaren Entfernung zu betrachten und es während des Sehprozesses nie erreichen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Popularität des Reality TV ein und definiert den Rahmen der theoretischen Analyse auf Basis psychoanalytischer Filmtheorien.

2 Was ist Reality TV? Zum Programmformat: Dieses Kapitel erörtert die Schwierigkeiten einer eindeutigen Definition des Genres und grenzt die untersuchten Reality-Formate von anderen Fernsehgenres ab.

3 Psychoanalytische Filmtheorie: Zur Apparatusdebatte und der Position des Zuschauers im Kino: Die theoretischen Grundlagen der Apparatusdebatte und die psychoanalytische Perspektive auf die Kinosituation und Identifikationsprozesse des Zuschauers werden dargelegt.

4 Die Skopophilie im Kino und Reality TV: Der Hauptteil analysiert die narzisstische, voyeuristische und sadistische Skopophilie und überträgt diese Konzepte detailliert auf die Rezeption von Reality TV.

5 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die Anwendbarkeit der Filmtheorie auf das Reality TV kritisch reflektiert und die Bedeutung inhaltlicher Authentizität hervorgehoben wird.

Schlüsselwörter

Reality TV, Skopophilie, Voyeurismus, Narzissmus, Psychoanalyse, Apparatusdebatte, Filmtheorie, Privatheit, Öffentlichkeit, Zuschaueridentifikation, Medienrezeption, Machtgefühl, Authentizität, Fernsehforschung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum Zuschauer Reality-TV-Formate konsumieren und welche psychologischen Lustgewinne – insbesondere in Form von Schaulust – damit verbunden sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Psychoanalyse des Schauens, das Verhältnis von Voyeurismus und Fernsehen sowie die Dynamik zwischen narzisstischer Identifikation und dem Wunsch nach Macht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, filmtheoretische Konzepte zur Kinoschaulust auf das Genre Reality TV zu übertragen und zu prüfen, ob diese zur Erklärung der Beliebtheit des Formats geeignet sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse psychoanalytischer Filmtheorien und deren Anwendung bzw. Übertragung auf die mediale Struktur des Reality TV.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Narzissmus, klassischem Voyeurismus und sadistischem Voyeurismus im Kontext von Kino und Reality TV.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Skopophilie, Voyeurismus, Reality TV, Narzissmus, Apparatusdebatte und Zuschaueridentifikation.

Warum unterscheidet sich die voyeuristische Lust im Reality TV vom Kinofilm?

Im Gegensatz zum Kino, das Distanz und Fiktion betont, lebt das Reality TV von der Darstellung vermeintlich authentischen Privaten, was beim Zuschauer den Eindruck der Teilhabe am realen Leben anderer verstärkt.

Welche Rolle spielt die "Fliege an der Wand"-Perspektive?

Diese Perspektive suggeriert dem Zuschauer eine unbemerkte Präsenz im Geschehen, was das Gefühl von Macht und Kontrolle über die beobachteten Akteure steigert.

Final del extracto de 40 páginas  - subir

Detalles

Título
Schaulust im Reality TV
Universidad
University of Paderborn  (Medienwissenschaft)
Calificación
1,0
Autor
Katrin Hoffmann (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
40
No. de catálogo
V153401
ISBN (Ebook)
9783640657339
ISBN (Libro)
9783640658268
Idioma
Alemán
Etiqueta
Schaulust Voyeurismus Kino Reality TV Skopophilie Psychoanalytische Filmtheorie Fernsehen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Katrin Hoffmann (Autor), 2010, Schaulust im Reality TV, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153401
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