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Die prosperierende Milchwirtschaft Neuseelands im ausgehenden 19. Jahrhundert

Title: Die prosperierende Milchwirtschaft Neuseelands im ausgehenden 19. Jahrhundert

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Lena Maier (Author)

History - Australia, Oceania
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„Neuseeland ist Weltmeister beim Export verschiedener Milchprodukte. Kein Wettbewerber kann vergleichbar günstig Milch produzieren. Neuseeland ist einer der wichtigsten Akteure auf dem globalen Milchmarkt. Das Land ist zwar nur der achtgrößte Milchproduzent der Welt, aber rund 95 Prozent der verarbeiteten Milchprodukte werden exportiert. Das macht das Land neben der EU zum größten Anbieter von Milchprodukten weltweit. Am globalen Handel hat Neuseeland einen Anteil von rund einem Drittel. Beim Export von Butter, Magermilchpulver und Kasein ist Neuseeland Weltspitze, bei der Ausfuhr von Käse und Vollmilchpulver liegt es auf dem zweiten Rang.“ Die Vormachtstellung Neuseelands auf dem globalen Milchmarkt im 21. Jahrhundert wird hier deutlich. Schon 1913 war Neuseeland der größte Exporteur von Milchprodukten. Wie kam es dazu, dass die Milchwirtschaft dieses vom europäischen Markt räumlich weit entfernten Landes an solch eine Spitzenposition avancierte? Aufbauend auf den Vortrag „Milch und Milchwirtschaft in Neuseeland“ aus dem Seminar „Weltmarkt, nationale und globale Märkte. Eine ökonomische Verflechtungsge-schichte des 19. Jahrhunderts“ soll die vorliegende Arbeit untersuchen, wie sich die neuseeländische dairy industry konstituierte und welche Faktoren die Genese möglich gemacht haben. Aufbauend auf einer Untersuchung, wie die milchwirtschaftliche Arbeit in Neuseeland organisiert war und welche Auswirkungen beispielweise die spezielle Wirtschaftsform der Kooperativen mit sich brachte, soll das Thema erschlossen werden. Darüber hinaus soll sich der Blick auf die finanzpolitischen und legislativen Aktivitäten des Staates richten. Davon ausgehend können verschiedene Interpretationsebenen betreten werden, welche sich den sozialen und ideologischen Auswirkungen aus der Milchwirtschaft Neuseelands des endenden 19. und begin-nenden 20. Jahrhunderts widmen.
Die Ausführungen basieren vorwiegend auf den Forschungsergebnissen Philippa Mein-Smiths, die sich in mehreren Werken mit der politischen, wirtschaftlichen und nicht zuletzt kulturellen Landschaft Neuseelands auseinander gesetzt hat. Horace Belshaw und H. G. Philpott lieferten ebenfalls einige aufschlussreiche und detaillierte Forschungen zur neuseeländischen dairy industry ab, an denen sich die vorliegende Arbeit orientiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitend

2. Hinführend: Entstehung der modernen Milchwirtschaft

3. Grundzüge der neuseeländischen Milchwirtschaft

3.1. Neuseeland als Sieldungskolonie neuenglischen Typs

3.2. „Vorindustrielle“ Zeit in Neuseeland

3.3. Infrastrukturelle Grundlagen

3.4. Organisation des Exports

4. Organisation der Arbeit

4.1. Arbeitsverhältnisse

4.1.1. Mangel an Lohnarbeit

4.2. Kooperationen

4.2.1. Babcock-Tester

4.2.2. Vereinigungen

5. Staatseinlenkung

5.1. Darlehenspolitik

5.2. Gesetzgebung

5.3. Abwicklung der Finanzierungen

5.4. Zwischenfazit

6. Überwachungen

6.1. Ausbildung

6.2. Dairy Division

6.2.1. Aufbau der Dairy Division

7. Soziokulturelle Auswirkungen

7.1. Marketingstrategien und -maßnahmen

7.2. „The Dairy Cow as an Empire Builder“

7.3. Milch als „Body-Builder“

7.4. Yeoman-Farmer als Rückgrat des Landes

7.5. Arkadischer Mythos aus der Bibel

7.6. Verwandlung der Maoris von Kriegern zu Arbeitern

8. Abschließend

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Genese der neuseeländischen Milchwirtschaft im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert und analysiert, wie sich diese Industrie als globaler Akteur konstituierte. Dabei wird der Fokus insbesondere auf die Rolle staatlicher Eingriffe, die Organisationsform kooperativer Wirtschaftsstrukturen sowie die soziokulturelle Bedeutung des Milchsektors für die neuseeländische Identitätsbildung gelegt.

  • Die Entstehung und strukturelle Organisation der neuseeländischen Dairy Industry.
  • Die Bedeutung staatlicher Darlehenspolitik und Gesetzgebung für das industrielle Wachstum.
  • Das kooperative Organisationsmodell und dessen Einfluss auf Produktion und Qualitätskontrolle.
  • Soziokulturelle Implikationen und die stilisierte Rolle der Milch als „imperiale Ikone“.
  • Das Idealbild des Yeoman-Farmers als Rückgrat der neuseeländischen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

4.1.1. Mangel an Lohnarbeit

In seinen Ausführungen verweist Belshaw auf einige Gründe für den Mangel an Lohnarbeit, einem eigentlich wichtigen Faktor jeglicher Industrie. Erstens sei Neuseeland ein noch junges Land zu der Zeit gewesen, so dass sich die Arbeit in ihrer Fülle noch nicht ausgebildet habe. Zudem strömten die meisten Immigranten in die Städte, statt sich auf den einzelnen Farmen niederzulassen.

Zweitens waren die Arbeitsstunden in der Landwirtschaft ausgedehnt und anstrengend, dahingegen die Löhne in den industriellen und kommerziellen Zweigen recht hoch. In die Berufe in Industrie und Einzelhandel konnte man auch leicht einsteigen und das Leben in der Stadt bot vielen einiges an Attraktivität. Belshaw beschreibt die Arbeit in Neuseeland als sehr unabhängig und höchst mobil, daher seien die Lohnarbeiter selten lange geblieben.

Drittens konnte man sich in Neuseeland recht einfach Land zulegen. Der Status als Lohnarbeiter wurde oft nur für temporär angesehen auf dem Weg, selbst Eigentümer zu werden. Dazu Sinclair: „thousands of families waiting for a chance to leave the towns and begin farming“.

Ein weiterer Grund kann auch gewesen sein, dass nur wenige der Migranten aus Großbritannien – sie stammten vorwiegend aus urbanen Regionen – in Viehzucht und Landwirtschaft ausgebildet waren. Daher fehlte es ihnen an Wissen im Umgang mit dem Milchvieh.

Folglich kann man aus dem Mangel an Lohnarbeit schließen, dass die Farmen besonders effektiv arbeiten mussten um mit dem vorhandenen Land und Stamm an Mitarbeitern zufriedenstellend auszukommen. Die Arbeit konnte in vielen Fällen nicht alleine ausgeführt werden und die Schwankungen in der Qualität mussten unterbunden werden. Man könnte sagen, dass die Betreiber auch deshalb recht offen waren gegenüber fortschrittlicher Technik und Innovationen für die Produktion. Der Schritt hin zu kooperativen Zusammenschlüssen und gemeinschaftlicher Organisation der Arbeit liegt nahe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitend: Die Einleitung erläutert die globale Vormachtstellung Neuseelands bei Milchprodukten und steckt den Forschungsrahmen für die Analyse der historisch-ökonomischen Entwicklung der Branche ab.

2. Hinführend: Entstehung der modernen Milchwirtschaft: Dieses Kapitel verortet die Entwicklung im 19. Jahrhundert als notwendige Folge von Urbanisierung und technischem Fortschritt, die eine planmäßige Verwertung von Milch erforderlich machte.

3. Grundzüge der neuseeländischen Milchwirtschaft: Es wird die besondere Siedlungsstruktur Neuseelands als freiwillige Ansiedlung nach individualistischer Marktlogik sowie der Einfluss der Tiefkühltechnik auf den Export beleuchtet.

4. Organisation der Arbeit: Der Abschnitt analysiert die betriebswirtschaftliche Struktur der Familienbetriebe, den Lohnarbeitsmangel sowie den Zusammenschluss zu effizienten Kooperativen.

5. Staatseinlenkung: Dieses Kapitel untersucht das massive staatliche Engagement durch Darlehenspolitik und Gesetzgebung, die maßgeblich zum Erfolg der Branche beitrugen.

6. Überwachungen: Es wird die staatliche Qualitätskontrolle durch Experten, spezialisierte Abteilungen wie die Dairy Division und Bildungseinrichtungen dargestellt.

7. Soziokulturelle Auswirkungen: Hier wird die kulturelle und ideologische Dimension der Industrie analysiert, einschließlich der Vermarktungsstrategien und des Idealbilds des Farmers.

8. Abschließend: Die Schlussbetrachtung würdigt die Transformation Neuseelands zur florierenden „Empire Dairy Farm“ und ordnet das System als eine Sonderform des Sozialismus ein.

Schlüsselwörter

Neuseeland, Milchwirtschaft, Dairy Industry, Export, Kooperativen, Staatseinlenkung, Landwirtschaft, Babcock-Tester, Yeoman-Farmer, Siedlungskolonie, Qualitätskontrolle, Empire Dairy Farm, Sozialgeschichte, Agrarwirtschaft, Wirtschaftsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen und soziokulturellen Verflechtungsgeschichte der neuseeländischen Milchindustrie vom ausgehenden 19. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die industrielle Entwicklung, die Rolle staatlicher Finanzierungs- und Gesetzgebungsprogramme sowie die Bedeutung kooperativer Organisationsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die neuseeländische Milchwirtschaft organisierte, welche Faktoren den Erfolg auf dem Weltmarkt ermöglichten und welche sozialen bzw. ideologischen Auswirkungen diese Struktur hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die primär auf der Auswertung wissenschaftlicher Forschungsliteratur, zeitgenössischer Dokumente und Expertenmeinungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Arbeitsorganisation auf den Farmen, die Rolle des Staates, die technologische Überwachung der Produktqualität sowie soziokulturelle Werbestrategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Milchwirtschaft, Neuseeland, Kooperativen, Staatseinlenkung, Export, Yeoman-Farmer und die imperiale Rolle der Industrie.

Welche Rolle spielt die Tiefkühltechnik für das Land?

Die Einführung der Tiefkühlung im Jahr 1882 war ein Wendepunkt, da sie den Transport von Milchprodukten in hoher Qualität auf den weit entfernten englischen Markt erst ermöglichte.

Was ist mit dem „Yeoman-Farmer“ gemeint?

Der Yeoman-Farmer ist das zeitgenössische Idealbild des unabhängigen, hart arbeitenden und gesunden Kleinbauern, das zum Symbol für die neuseeländische Identität und die Milchindustrie wurde.

Warum wurde die Dairy Division gegründet?

Die Dairy Division diente als staatliche Kontrollinstanz, um durch Inspektionen, technologische Anleitung und Qualitätsstandards ein einheitlich hohes Exportniveau zu gewährleisten.

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Details

Title
Die prosperierende Milchwirtschaft Neuseelands im ausgehenden 19. Jahrhundert
College
University of Tubingen  (Historisches Seminar. Abteilung für Neuere Geschichte)
Course
Hauptseminar Weltmarkt, regionale und nationale Märkte. Eine ökonomische Verflechtungsgeschichte des 19. Jahrhunderts
Grade
1,7
Author
Lena Maier (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V153403
ISBN (eBook)
9783640656684
ISBN (Book)
9783640656738
Language
German
Tags
Geschichte 19. Jahrhundert Neuseeland Australien Milchwirtschaft Milch Wirtschaft Ozeanien Weltgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Maier (Author), 2009, Die prosperierende Milchwirtschaft Neuseelands im ausgehenden 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153403
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