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Wie lernen Kinder Normen und Werte?

Der richtige Erziehungsstil ist die Basis für die Werte- und Moralentwicklung von Kindern

Titel: Wie lernen Kinder Normen und Werte?

Studienarbeit , 2010 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Karin Preiß (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kinder lernen Normen und Werte in erster Linie durch Beobachtung und Nachahmung. Deshalb sind gerade die ersten Lebensjahre eines Kindes entscheidend für sein weiteres emotionales und moralisches Leben. Daher sollte es Eltern ein großes Bedürfnis sein, dafür Sorge zu tragen, dass ihr Kind die Möglichkeit bekommt, unter einer autoritativen Erziehung aufzuwachsen.

Der Prozess der Sozialisation sollte kein beschwerliches Unterfangen werden, sondern sich "automatisch" im Familienleben vollziehen. Wenn Eltern positive Vorbilder sind und auch das Umfeld eines Kindes sich positiv gestaltet, wird ein Kind sich auch an Regeln, sozialen Normen und Werte, die die Eltern ihm vorlebt und erklärt, anpassen. Durch gegenseitige Achtung, durch Förderung der Eigenverantwortlichkeit, durch die Bereitschaft zum Zuhören, durch die Toleranz gegenüber anderen Einstellungen und Erfahrungen, durch Kompromissbereitschaft und Gewaltverzicht können Werte, die den Eltern zur Vermittlung an ihre Kinder wichtig sind, von den Kindern internalisiert und emotional betrachtet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Normen bzw. soziale Normen?

3. Was sind Werte?

4. Der Prozess der Sozialisation

5. Sichere Bindung an die Bezugspersonen

6. Erziehung ist Beziehung

7. Kinder sind manipulierbare Wesen

8. Anlage-Umwelt-Debatten

9. Auswirkungen der autoritären Manipulation

10. Erziehung im Wandel

11. Gesellschaftliche Veränderungen

12. Der Weg des geringsten Widerstandes

13. Autonom, emotional und selbstbewusst

14. Warum ist die Internalisierung von Normen und Werten so wichtig?

15. Theorien über die Entwicklung von Normen und Werten bzw. moralischem Denken, Handeln und Urteilen

16. Soziale Perspektive im präkonventionellen Niveau (Kohlberg)

17. Ist die Abgrenzung der Moralentwicklung in Ebenen und Stufen (nach Kohlberg) wirklich realistisch?

18. Dein Kind – dein Spiegelbild

19. Änderungen vorbehalten

20. Emotionen sollten Kinder begleiten – von Anfang an!

21. Theorien auf der einen – Realitäten auf der anderen Seite

22. Was ist eigentlich Moral?

23. Lehren und Lernen

24. Regeln veranschaulichen und begründen

25. Wieso? Weshalb? Warum?

26. Normen und Werte – keine Kopfsache, sondern eine spontane Entscheidung aus dem „Bauch“ heraus?

27. Von Vorbildern, die keine sind

28. Belohnung und Bestrafung

29. Welche Werte sind „wertvoll“?

30. Auch kindliche Fantasie kann Werte beinhalten

31. Dilemma-Situationen oder moralische Dilemmata

32. Last but not least

33. Zusammenfassung

34. Persönliches Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Prozess der Normen- und Wertevermittlung bei Kindern und analysiert, wie Eltern durch ein sozial-integratives Familienleben sowie Vorbildfunktion die moralische Entwicklung ihrer Kinder nachhaltig fördern können.

  • Bedeutung der Bindungsqualität für die Internalisierung von Moral.
  • Einfluss von Erziehungsstilen auf die kindliche Autonomie und Selbstbewusstseinsentwicklung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit moralpsychologischen Theorien (Kohlberg, Piaget).
  • Die Rolle von Vorbildern im Gegensatz zu autoritären oder Laissez-faire-Erziehungsmethoden.
  • Förderung von Empathie und emotionaler Stabilität als Basis für ethisches Handeln.

Auszug aus dem Buch

Dilemma-Situationen oder moralische Dilemmata

Es gibt Situationen, in welchen der Mensch im Konflikt zwischen Recht und Gesetz und seinen Moralvorstellungen steht. Auf der einen Seite möchte man jemanden, der gegen das Gesetz verstoßen hat, verurteilt sehen und teilt die öffentliche Meinung, dass ein „Gesetzesbrecher“ eine gerechte Strafe verdient hat. Auf der anderen Seite kann aber auch emotionales Verständnis für eine Straftat entstehen.

Ich persönlich erinnere mich noch an den Fall der Marianne Bachmeier, die 1981 den mutmaßlichen Mörder ihrer Tochter im Gerichtssaal erschossen hat. Ich war Jugendliche und überall hörte ich Gespräche über diesen Fall oder las es in den Zeitungen. War es „richtig“, diesen Menschen zu töten, oder nicht? Ich weiß noch genau, dass ich damals in der Lage war, mir meine eigene moralische Meinung zu bilden und auch dazu zu stehen. Diese Vorstellung von Moral hat sich auch bis dato nicht verändert.

Für das kindliche Moralverständnis gibt es unterschiedliche Beschreibungen. Kohlberg hat 1984 das bereits beschriebene Stufenmodell der Entwicklung des moralischen Bewusstseins erarbeitet, seine Annahmen gerieten allerdings unter Kritik. Auch die These, Kinder würden Normgeltung aus Strafandrohungen und der Macht von Autoritäten ableiten, wurde - und zwar insbesondere von dem amerikanischen Psychologen Elliot Turiel (1983) – in Frage gestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Reflektiert den Wandel der Kindheit und den erhöhten Leistungsdruck durch die heutige Gesellschaft.

Was sind Normen bzw. soziale Normen?: Definiert soziale Normen als verhaltenssteuernde Vorschriften, die durch Sanktionen geschützt sind.

Was sind Werte?: Beschreibt Werte als persönliche Lebensgrundsätze, die durch Erziehung und gesellschaftliche Einflüsse geprägt werden.

Der Prozess der Sozialisation: Erläutert die Internalisierung gesellschaftlicher Denk- und Gefühlsmuster durch das Individuum.

Sichere Bindung an die Bezugspersonen: Betont die Bedeutung einer warmherzigen Bindung für die moralische Entwicklung.

Erziehung ist Beziehung: Analysiert, wie demokratische Erziehung das Vertrauen und die Lernbereitschaft fördert.

Kinder sind manipulierbare Wesen: Kritisiert autoritäre Erziehungsmethoden vergangener Zeiten.

Anlage-Umwelt-Debatten: Diskutiert, inwieweit das Kind durch Erziehung und Umwelt gegenüber genetischen Anlagen geprägt wird.

Auswirkungen der autoritären Manipulation: Beschreibt die negativen Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung bei strenger autoritärer Führung.

Erziehung im Wandel: Stellt den Übergang von autoritären Regeln zu demokratischer Erziehung dar.

Gesellschaftliche Veränderungen: Reflektiert die Sehnsucht mancher Eltern nach alten Erziehungsmustern in einer komplexen Welt.

Der Weg des geringsten Widerstandes: Kritisiert Laissez-faire-Erziehung als Symptom für mangelndes elterliches Engagement.

Autonom, emotional und selbstbewusst: Zeigt auf, wie ein positives Umfeld Kinder zur Eigenverantwortung befähigt.

Warum ist die Internalisierung von Normen und Werten so wichtig?: Erklärt die Notwendigkeit von Moral für ein respektvolles soziales Miteinander.

Theorien über die Entwicklung von Normen und Werten bzw. moralischem Denken, Handeln und Urteilen: Stellt Lawrence Kohlbergs Stufenmodell der Moralentwicklung vor.

Soziale Perspektive im präkonventionellen Niveau (Kohlberg): Analysiert das moralische Verständnis bei Kindern und bei straffälligen Personen.

Ist die Abgrenzung der Moralentwicklung in Ebenen und Stufen (nach Kohlberg) wirklich realistisch?: Hinterfragt die Starrheit des Stufenmodells unter Berücksichtigung von Piaget und emotionalen Faktoren.

Dein Kind – dein Spiegelbild: Verdeutlicht, wie Kinder durch Beobachtung und Nachahmung elterliches Verhalten internalisieren.

Änderungen vorbehalten: Diskutiert die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern in den prägenden Jahren.

Emotionen sollten Kinder begleiten – von Anfang an!: Plädiert für die Integration von Empathie in die Werteerziehung.

Theorien auf der einen – Realitäten auf der anderen Seite: Gegenüberstellung von Theorie und praktischer erzieherischer Umsetzung.

Was ist eigentlich Moral?: Definition von Moral als Gesamtheit der Regeln zur Realisierung menschlicher Werte.

Lehren und Lernen: Beschreibt die Herausforderung für Eltern, Werte jenseits von Regeln vorzuleben.

Regeln veranschaulichen und begründen: betont, dass Kinder das "Warum" hinter Regeln verstehen müssen.

Wieso? Weshalb? Warum?: Aufruf zum geduldigen Umgang mit der kindlichen Wissbegierde.

Normen und Werte – keine Kopfsache, sondern eine spontane Entscheidung aus dem „Bauch“ heraus?: Argumentiert für einen verinnerlichten Wertefundus statt starrer Kataloge.

Von Vorbildern, die keine sind: Thematisiert die Vorbildfunktion bei inkonsistentem Erwachsenenverhalten.

Belohnung und Bestrafung: Analysiert den Sinn und die Grenzen von Sanktionen in der Erziehung.

Welche Werte sind „wertvoll“?: Unterscheidet zwischen gesellschaftlichen Normen und individuellen moralischen Werten.

Auch kindliche Fantasie kann Werte beinhalten: Zeigt auf, wie Fantasiegeschichten als Mittel der Empathieförderung dienen.

Dilemma-Situationen oder moralische Dilemmata: Diskussion von Konflikten zwischen Recht, Gesetz und individueller Moral.

Last but not least: Fazit: Es ist nie zu spät, das eigene Verhalten zu reflektieren und zu ändern.

Zusammenfassung: Resümee der zentralen Erkenntnisse über Bindung, Vorbild und Sozialisation.

Persönliches Schlusswort: Die Autorin reflektiert das Ziel ihrer Arbeit zur Anregung der elterlichen Selbstreflexion.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Moralentwicklung, Erziehungsstile, Bindung, Vorbildfunktion, Werteerziehung, Normen, Empathie, Lawrence Kohlberg, Jean Piaget, elterliche Verantwortung, Internalisation, Kindererziehung, Selbstreflexion, Verhaltensnachahmung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder Normen und Werte erlernen und verinnerlichen, und welche zentrale Rolle Eltern dabei als Vorbilder spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Bedeutung der elterlichen Bindung, den Einfluss verschiedener Erziehungsstile sowie die moralpsychologische Entwicklung des Kindes.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Eltern für ihre Vorbildfunktion zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie sie Kindern helfen können, zu autonomen und moralisch handelnden Individuen heranzuwachsen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse moralpsychologischer Theorien und wird durch persönliche Beobachtungen und eine kleine Praxisstudie im Kindergarten ergänzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Ansätze wie Kohlbergs Stufenmodell kritisch hinterfragt, die Auswirkungen autoritärer Manipulation analysiert und der Prozess der Sozialisation durch Beobachtung und Nachahmung erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Sozialisation, moralische Entwicklung, Bindung, Vorbildfunktion und elterliche Verantwortung sind die zentralen Begriffe.

Warum ist laut der Autorin eine "sichere Bindung" für die moralische Entwicklung entscheidend?

Eine sichere Bindung schafft das emotionale Fundament, auf dem Kinder moralische Standards internalisieren und ein Gewissen entwickeln können.

Wie geht die Autorin mit dem Kohlberg-Modell der Moralentwicklung um?

Sie nutzt es als Grundlage, kritisiert jedoch die zu starke Fokussierung auf rationale Stufen und betont die Notwendigkeit, das emotionale und familiäre Umfeld stärker zu berücksichtigen.

Was sagt die Arbeit zur Laissez-faire-Erziehung?

Sie sieht darin eine negative Auswirkung, da sie häufig aus Resignation der Eltern resultiert und dem Kind keine notwendige Orientierung für seine Werteentwicklung bietet.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin der kindlichen Fantasie ein?

Die Autorin betrachtet kindliche Fantasie als wertvolles Instrument, um Empathie zu üben und moralische Dilemmata auf kindgerechte Weise zu reflektieren.

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Details

Titel
Wie lernen Kinder Normen und Werte?
Untertitel
Der richtige Erziehungsstil ist die Basis für die Werte- und Moralentwicklung von Kindern
Note
1,0
Autor
Karin Preiß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
29
Katalognummer
V153418
ISBN (eBook)
9783640656523
ISBN (Buch)
9783640656387
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder Normen Werte Erziehungsstil Basis Werte- Moralentwicklung Kindern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karin Preiß (Autor:in), 2010, Wie lernen Kinder Normen und Werte?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153418
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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