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Politische Konjunkturzyklen - Das Nordhaus-Modell

Title: Politische Konjunkturzyklen - Das Nordhaus-Modell

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Miriam Rinke (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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„The timing of elections influences the rate of unemployment [...] the short-term managament of
inflation and unemployment, the flow of tranfer payments, the undertaking of expansionary or
contractive economic policies, and the time perspective of economic policy-making...Economic life
vibrates with the rhythms of politics “ [Tufte (1978, S. 137)].
In der traditionellen Volkswirtschaftslehre wird unterstellt, dass sich die wirtschaftspolitischen
Entscheidungsträger auf makroökonomischer Ebene wie wohlwollende Diktatoren verhalten,
welche sich auf eine Stabilisierungspolitik konzentrieren und versuchen, extreme Konjunkturschwankungen
zu glätten. Diese normative Sichtweise berücksichtigt dabei allerdings nicht die
Frage, ob die wirtschaftspolitischen Instanzen überhaupt gewillt sind, sich allgemeinwohlorientierend
zu verhalten oder ob ihre Eigeninteressen bei dem Einsatz konjunkturpolitischer Instrumentarien
miteinfließen, was eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik erst beeinträchtigen
würde.
Im Gegenzug dazu berücksichtigt die Theorie des Politischen Konjunkturzyklus dieses Verhalten
der wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie und
untersucht die Auswirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Regierung, Wahlzeitpunkten,
Wählern und Wirtschaftslage. Diese Interdependenzen verdeutlicht auch das obige Eingangszitat
von Tufte.
Die ersten Versuche, das Politikerverhalten und die ökonomische Entwicklung miteinander zu
verbinden, fand in der Mitte des 20. Jahrhunderts statt1. Es dauerte allerdings bis 1975, dass
William D. Nordhaus seinen in dieser Hinsicht bahnbrechenden Aufsatz “The Political Business
Cycle“ veröffentlichte, in dem er den Begriff des Politischen Konjunkturzyklus aufgriff und ihn zur
Theorie des Politischen Konjunkturzyklus ausweitete. Nordhaus geht in seiner Ausführung davon
aus, dass es der Regierung möglich ist, einen Konjunkturzyklus und damit Schwankungen in der
Wirtschaft zu erzeugen.
Inhalt dieser Seminararbeit soll deshalb sein, das Konjunkturmodell von Nordhaus darzustellen und
zu erläutern, wobei das Modell im ersten Teil in den Theorienkontext eingeordnet wird.
[...]

1 Siehe dazu u.a. Schumpeter(1939), Kalecki (1943), Akerman (1947), wenngleich die Zusammenhänge von Wirtschaft
und Politik schon früher betrachtet wurden, setzte die intensive Beschäftigung erst Mitte des 20. Jhd. ein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Modellbeschreibung

2.1. Definition „Politischer Konjunkturzyklus“ und Einordnung des Modells

2.2. Annahmen des Modells

2.2.1. Phillipskurvenkonzept-Beschreibung der Wirtschaft

2.2.2. Wählerverhalten

2.2.3. Regierungsverhalten und Politiker

2.3. Analytische Modelldarstellung

3. Kritische Würdigung des Modells

3.1. Allgemeine Kritikpunkte und Problembereiche

3.2. Empirische Evidenz des Modells

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, das Nordhaus-Modell der politischen Konjunkturzyklen detailliert darzustellen und theoretisch in den Kontext der Neuen Politischen Ökonomie einzuordnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie opportunistisches Regierungsverhalten durch die bewusste Beeinflussung wirtschaftlicher Variablen zur Erzeugung von Konjunkturzyklen im Vorfeld von Wahlen genutzt wird.

  • Grundlagen der Theorie des Politischen Konjunkturzyklus nach William D. Nordhaus
  • Annahmen über das ökonomische System, das Wählerverhalten und Regierungsanreize
  • Analytische Modellierung der kurzfristigen Zusammenhänge zwischen Arbeitslosigkeit und Inflation
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Validität und empirischen Belastbarkeit des Modells

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Phillipskurvenkonzept-Beschreibung der Wirtschaft

Wie Abb.1 nachstehend skizziert, beruht der Grundmechanismus aller Modelle opportunistischer Konjunkturzyklen auf der Zweiteilung in ein ökonomisches und ein politisches System, die jeweils miteinander verbunden sind (vgl. Scheuerle, 1999, S. 9).

Während das politische System in den Punkten 2.2.2. und 2.2.3. näher erläutert wird, lassen sich für den ökonomischen Kontext folgende Aussagen bzw. Annahmen machen:

Nordhaus befasst sich in seiner Arbeit mit dem Problem intertemporaler politischer Entscheidungen zwischen verschiedenen Zielen (vgl. Nordhaus, 1975, S. 169). Konkret beinhaltet diese Auseinandersetzung die Untersuchung des dynamischen Verhältnisses zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit (Nordhaus, 1975, S. 169). Aus diesen Zusammenhängen folgt, dass die Wirtschaft und damit das ökonomische System des Nordhausmodells komplett durch die beiden Argumente Arbeitslosigkeit und Inflationsrate beschrieben werden (vgl. Gabisch/Lorenz, 1989, S. 80). Dabei ist wichtig zu beachten, dass keine weiteren Spezifikationen der Wirtschaftsstruktur angenommen bzw. vorgenommen werden. Dargestellt werden die konfliktären Interdependenzen beider Größen durch eine vereinfachte erwartungsmodifizierte Phillipskurve (vgl. Sieg, 2000, S. 5), die sich auf die Erwartungsbildungshypothese adaptiver Erwartungen stützt. Es wird somit schnell deutlich, dass der politische Konjunkturzyklus auf der Phillips-Kurve basiert (vgl. Willett, 1988, S. 88).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Hinführung zum Thema des Nordhaus-Modells und Einordnung in den theoretischen Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie.

2. Modellbeschreibung: Detaillierte Herleitung der theoretischen Grundlagen, Annahmen und der analytischen mathematischen Darstellung des Konjunkturmodells.

3. Kritische Würdigung des Modells: Fundierte Analyse der methodischen Schwachstellen, unrealistischen Annahmen und der limitierten empirischen Bestätigung des Modells.

4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Relevanz und des Impulscharakters des Nordhaus-Modells trotz seiner Defizite.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Untermauerung der Arbeit.

Schlüsselwörter

Politischer Konjunkturzyklus, Nordhaus-Modell, Opportunismus, Konjunkturpolitik, Phillipskurve, Wählerverhalten, Arbeitslosigkeit, Inflation, Neue Politische Ökonomie, rationale Akteure, Wiederwahlinteresse, Wahltaktik, adaptive Erwartungen, Regierungsnutzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das von William D. Nordhaus entwickelte Modell der politischen Konjunkturzyklen, das erklärt, wie Regierungen die Wirtschaftslage gezielt zur Maximierung ihrer Wiederwahlchancen manipulieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen das opportunistische Verhalten von Regierungen, das rationale Handeln von Wählern, das Phillipskurvenkonzept sowie die mathematische Herleitung der Interdependenzen zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den ökonomischen Mechanismus hinter politisch erzeugten Konjunkturzyklen darzustellen und kritisch zu hinterfragen, ob dieses Modell die Realität in demokratischen Staaten adäquat abbilden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die formale mathematische Modellierung (z.B. mittels Hamiltonscher Funktion), um die von Nordhaus postulierten Zusammenhänge explizit zu verdeutlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen, die Annahmen über das ökonomische System, das Modell des Wähler- und Regierungsverhaltens sowie die analytische Herleitung der optimalen Wahlpolitik im Zeitverlauf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Politischer Konjunkturzyklus, Opportunismus, Phillipskurve, Wählerverhalten und Neue Politische Ökonomie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die "opportunistische" von einer "ideologischen" Konjunkturzyklus-Theorie?

Während bei einem opportunistischen Zyklus ausschließlich der Machterhalt und das Wiederwahlinteresse im Vordergrund stehen, zielen ideologische Zyklen primär auf die Umsetzung parteispezifischer politischer Überzeugungen ab.

Warum ist das "Vergessensvermögen" der Wähler für das Modell von Nordhaus so entscheidend?

Das unterstellte myopische Verhalten und die Vergessensrate ermöglichen es der Regierung, kurz vor der Wahl Konjunkturimpulse zu setzen, die erst nach dem Wahltermin zu einer Inflation führen, ohne dass der Wähler die Regierung dafür unmittelbar abstraft.

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Details

Title
Politische Konjunkturzyklen - Das Nordhaus-Modell
College
http://www.uni-jena.de/  (Lehrstuhl Makroökonomik)
Course
Seminar Konjunkturtheorie
Grade
1,7
Author
Miriam Rinke (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V15363
ISBN (eBook)
9783638204903
Language
German
Tags
Politische Konjunkturzyklen Nordhaus-Modell Seminar Konjunkturtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Rinke (Author), 2003, Politische Konjunkturzyklen - Das Nordhaus-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15363
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