Die vorliegende Arbeit analysiert das Anwenden von DCF-Methodik in der Rechnungslegung und speziell beim Impairmenttest gemäß IAS 36. Ziel soll hierbei sein, das durch das Thema definierte Spannungsfeld zwischen den Generalnormen der Rechnungslegung
und der Bewertungstheorie im Kontext der Regelungen des IAS 36
benennen und bewerten zu können. Der Standard muss zum einen zunächst daran gemessen werden, ob er die grundsätzlichen Ideen und Prinzipien der IFRS-Rechnungslegung umsetzen kann. Andererseits wird aber zugleich zu prüfen sein, ob die im IAS 36 angewandte DCF-Methodik aus bewertungstheoretischer Sicht
korrekt umgesetzt worden ist und inwiefern diese in diesem Umfeld überhaupt zu validen Ergebnissen führen kann. Eine kritische Würdigung der Vorschriften zum Impairmenttest kann demnach nicht einseitig erfolgen, sondern muss beiden Blickwinkeln gerecht werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung
2 Grundlegende Methodik des IAS 36
2.1 Der Recoverable Amount als entscheidende Wertkategorie
2.2 Voraussetzungen für die Anwendung der DCF-Methodik zur Ermittlung des Recoverable Amount
3 Unternehmensbewertung und Rechnungslegung
3.1 Methoden der Unternehmensbewertung
3.2 Zielkonflikte bei der Anwendung der Bewertungsmethoden für Zwecke der externen Rechnungslegung
4 Würdigung der Anwendung von DCF-Methoden für Zwecke des Impairmenttests
4.1 Bewertungsparameter zur Ermittlung des Value in Use
4.2 Abgrenzung des Bewertungsobjektes beim Impairmenttest
4.3 Zur standardkonformen Ermittlung von Cashflows
4.4 Parameter des Diskontierungssatzes beim Impairmenttest
4.4.1 Der WACC als Kapitalkostensatz
4.4.2 Der Wachstumsfaktor gemäß IAS 36
4.4.3 Regelungen in IAS 36 zum Umgang mit Steuern
4.5 Zur umgesetzten Objektivierung der DCF-Methodik in IAS 36
5 Thesenförmige Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen den Generalnormen der IFRS-Rechnungslegung und der klassischen Bewertungstheorie im Kontext des Impairmenttests nach IAS 36. Dabei wird analysiert, ob die dort vorgeschriebenen DCF-Methoden theoretisch korrekt umgesetzt wurden und valide Ergebnisse für die externe Rechnungslegung liefern können.
- Grundlagen und Methodik des IAS 36
- Wechselwirkungen zwischen Unternehmensbewertung und Rechnungslegung
- Kritische Würdigung der DCF-Parameter im Impairmenttest
- Zielkonflikt zwischen Objektivität und Entscheidungsrelevanz
Auszug aus dem Buch
4.2 Abgrenzung des Bewertungsobjektes beim Impairmenttest
IAS 36 sieht zwar im Grundsatz eine Einzelbewertung vor (IAS 36.22), allerdings sind Vermögenswerte in der Unternehmensrealität meist in interne Prozesse eingebunden und können folgerichtig somit meist auch nicht einzeln zwischen Unternehmen gehandelt werden. Infolgedessen sind sowohl der Value in Use als auch der Fair Value Less Cost to Sell auf Basis einzelner Vermögenswerte oft nicht sinnvoll bestimmbar. In diesem Fall erlaubt der IAS 36 die Bildung sogenannter Cash Generating, für die grundsätzlich die gleichen Regelungen in Bezug auf den Impairmenttest gelten als für einzelne Vermögenswerte (IAS 36.66). Cash Generating Units sind Gruppen von Vermögenswerten, die unabhängige Zahlungsströme generieren (IAS 36.6). Abgegrenzt können die Cash Generating Units dadurch, dass Leistungen erbracht werden, die auf einem bestehenden Markt gehandelt werden könnten – nicht aber unbedingt werden (IAS 36.70).
Die Cash Generating Units sollten möglichst so definiert werden, dass sie die reale Unternehmensstruktur abbilden. Deshalb kommt es in der Praxis unternehmens- und branchenspezifisch zu erheblichen Unterschieden in Bezug auf die Abgrenzungskriterien und infolgedessen auch in Bezug auf die resultierende Zahl im Betrieb. Die Abgrenzung unterliegt letztendlich dem Management der bilanzierenden Unternehmen. Umso mehr Vermögenswerte jedoch gruppiert werden, desto unwahrscheinlicher wird es nötig sein den bilanziellen Ansatz der Cash Generating Unit wertmindern zu müssen. Dies resultiert daraus, dass durch das Zusammenwirken vieler Vermögenswerte zum einen Synergieeffekte realisiert werden können und andererseits daraus, dass ein Bezug auf viele Vermögenswerte durch Diversifikationswirkungen risikoreduzierend wirkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung: Einleitung in das Spannungsfeld zwischen Rechnungslegung und Bewertungstheorie bei der Anwendung von IAS 36.
2 Grundlegende Methodik des IAS 36: Erläuterung des Recoverable Amount als entscheidende Wertkategorie und der grundlegenden Anwendungsvoraussetzungen.
3 Unternehmensbewertung und Rechnungslegung: Analyse der klassischen Bewertungsmethoden und der spezifischen Zielkonflikte bei der Anwendung in der externen Rechnungslegung.
4 Würdigung der Anwendung von DCF-Methoden für Zwecke des Impairmenttests: Detaillierte Untersuchung der Parameter für den Impairmenttest, einschließlich Cashflow-Ermittlung, Kapitalkosten und Steueranpassungen.
5 Thesenförmige Zusammenfassung: Komprimierte Darstellung der zentralen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Arbeit.
Schlüsselwörter
IAS 36, Impairmenttest, DCF-Methode, Recoverable Amount, Value in Use, Fair Value, Unternehmensbewertung, Rechnungslegung, Kapitalkosten, WACC, Cash Generating Units, Objektivierung, IFRS, Bilanzierung, Bewertungstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bewertung von Vermögenswerten für Zwecke des Impairmenttests nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IAS 36.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Anwendung von Discounted Cash Flow (DCF)-Verfahren im Rahmen der externen Rechnungslegung sowie das Spannungsfeld zwischen Bewertungstheorie und den regulatorischen Anforderungen der IFRS.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen den Generalnormen der Rechnungslegung und der Bewertungstheorie zu benennen, zu bewerten und kritisch zu hinterfragen, ob die IAS 36-Vorschriften zu validen Ergebnissen führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und methodischen Würdigung der Regelungen des IAS 36 unter Einbeziehung relevanter Bewertungstheorien und aktueller Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Parametern zur Ermittlung des Nutzungswertes (Value in Use), der Abgrenzung von Cash Generating Units, der standardkonformen Cashflow-Bestimmung und der Berechnung von Diskontierungssätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen IAS 36, Impairmenttest, Recoverable Amount, WACC, DCF-Methode und das Zweckadäquanzprinzip.
Warum gibt es Zielkonflikte bei der Anwendung der Bewertungsmethoden?
Die Anforderungen der externen Rechnungslegung – insbesondere das Erfordernis hoher Objektivität für externe Adressaten – kollidieren häufig mit den Prinzipien der klassischen Unternehmensbewertung, die stärker auf spezifische Anlässe ausgerichtet ist.
Wie geht die Arbeit mit der Problematik von Steuern im Impairmenttest um?
Es wird erläutert, dass Diskontierungssätze vor Steuern zu ermitteln sind, was aufgrund marktüblicher Nachsteuerwerte komplexe Anpassungen wie das „Gross-up“ oder iterative Ansätze erfordert.
Welche Rolle spielt die Abgrenzung von Cash Generating Units?
Die Abgrenzung ist essenziell, da viele Vermögenswerte nicht einzeln bewertbar sind, wobei die Wahl der Aggregationsebene einen maßgeblichen Einfluss auf Synergieeffekte und das Risiko von Wertminderungen hat.
- Quote paper
- Tobias Zacholowsky (Author), 2010, Die Bewertung für Zwecke des Impairmenttests nach IAS 36 (2010), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153644