Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ist heute unabdingbar. Diese Technologien sind lange nicht als nützliches Instrument für die Destinationsentwicklung angesehen worden. Nichtdestotrotz entdecken Destinationsvermarkter schrittweise die potentiellen Möglichkeiten von Web 2.0 Anwendungen. Diese Instrumente ermöglichen Reisenden, sich gegenseitig, über ihre Urlaubserfahrungen und Reiseerlebnisse, auszutauschen. Diese Gespräche sind oft entscheidend für die Wahl der nächsten Urlaubsdestination. Für touristische Destinationen ist es wichtig, diesen Dialog zu verfolgen und ihn aktiv mitzugestalten. Das Ziel dieser Arbeit war, anhand von theoretischen Grundlagen und Best Practice Beispielen zu analysieren, ob und welche Web 2.0 Tools Chancen für die Kundenkommunikation touristischer Destinationen, bieten. Im ersten Teil der Arbeit wird das Thema Web 2.0 aufgegriffen und ausführlich behandelt. Die verschiedenen Instrumente werden anhand wissenschaftlicher Literatur erklärt. Im nächsten Teil der Arbeit wird die geschaffene Basis mittels praktischer Beispiele ergänzt. Anhand der gewonnenen Informationen ist am Ende ein Optionenkatalog mit Web 2.0 Technologien, die sich speziell für touristische Destinationen eignen, entstanden. Weiters wird beschrieben, wie die Web 2.0 Anwendungen erfolgreich eingesetzt werden können. Die Arbeit hat ergeben, dass sich grundsätzlich die meisten Web 2.0 Anwendungen für den Einsatz in der Kundenkommunikation touristischer Destinationen, eignen. Um diese Instrumente erfolgreich einzusetzen, ist eine individuelle Strategie zu entwickeln. Web 2.0 Strategien basieren auf langfristigen Prozessen und nicht auf einzelnen Werkzeugen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Forschungsfrage und Hypothesen
1.4 Hypothesen
1.5 Aufbau
2 Theorie
2.1 Begriffsdefinitionen
2.1.1 Web 2.0
2.1.2 Abgrenzung der Begriffe Social Software und Web 2.0
2.1.3 Destination
2.1.4 DMO
2.2 Web 2.0
2.2.1 Die sieben Kernkompetenzen des Web 2.0
2.2.2 Vom Web 1.0 zum Web 2.0
2.2.3 Tourismus 2.0
2.2.4 Relevanz für touristische Destinationen
2.2.5 Klassifikation von Web 2.0 Plattformen und Anwendungen
2.3 Content-orientierte Web 2.0 Anwendungen
2.3.1 Blogs
2.3.2 Wikis
2.3.3 Media Sharing Plattformen
2.3.4 Plattformen zum Informationsaustausch
2.3.5 Social Tagging & Social Bookmarking Plattformen
2.4 Beziehungsorientierte Web 2.0 Anwendungen
2.5 Virtuelle Welten
3 Fallbeispiele
3.1 Beispiele für content-orientierte Web 2.0 Anwendungen
3.1.1 Blog des Lammertals
3.1.2 Stadtwiki Karlsruhe
3.1.3 100% Pure New Zealand YouTube Kanal
3.1.4 Geobeats
3.1.5 Zell am See - Kaprun TV
3.1.6 HolidayCheck @ MySwitzerland.com
3.2 Beispiele für beziehungsorientierte Web 2.0 Anwendungen
3.2.1 Oberösterreich Botschaft auf Facebook
3.2.2 friends @ hihostels Applikation auf Facebook
3.3 Beispiele Virtuelle Welten
4 Ergebnisse
4.1 Beantwortung der Hypothesen
4.2 Interpretation der Ergebnisse
4.3 Optionenkatalog mit Web 2.0 Tools für touristische Destinationen
5 Schlussbetrachtung
5.1 Fazit
5.2 Kritische Reflexion
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Chancen Web 2.0-Technologien für die Kundenkommunikation touristischer Destinationen bieten. Dabei wird analysiert, wie diese Werkzeuge effektiv zur Verbesserung der Leistungsdarstellung und zur Vermarktung eingesetzt werden können, um letztlich einen praxisorientierten Optionenkatalog für DMOs zu erstellen.
- Grundlagen des Web 2.0 und Abgrenzung zu Social Software
- Klassifikation von Web 2.0 Anwendungen (Content-orientiert, Beziehungsorientiert, Virtuelle Welten)
- Analyse erfolgreicher Best-Practice-Beispiele im Tourismus
- Strategische Anforderungen für die Implementierung von Web 2.0 in Destinationen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Blog des Lammertals
Seit Mai 2008 ist der Blog der Destination Lammertal, südlich von Salzburg, online. Die verschiedensten Akteure teilen ihren Erlebnisse mit Gästen und Einheimischen. So findet man auf der Seite z.B. Gastwirte, Landwirte, Seilbahnvertreter oder auch den Geschäftsführer der DMO Lammertal, Reinhard Lanner, wie sie sich als Blogger versuchen. Das Ziel dieses Blogs ist es, Kunden anzusprechen und ihnen bei der Reiseentscheidung, zu Gunsten der Region, zu helfen. Der Lammertal Blog, als touristischer Kommunikationskanal, bietet den Kunden textuellen als auch multimedialen Inhalt, mit hohem Bezug zur Region und den Menschen. So entsteht die Grundlage für den Dialog zwischen den Kunden und zwischen den Kunden und der DMO (vgl. LammerTal.info, 2010, online).
Wie in den entsprechenden Medien berichtet ist der Bezug zum Menschen bei diesem Blog sehr gut umgesetzt worden. Ein weiteres Erfolgskriterium ist die technische Umsetzung. Basierend auf dem benutzerfreundlichen Weblog-System Wordpress, ist der Blog sehr gut für Suchmaschinen optimiert. Weiters sind viele andere Web 2.0 Anwendungen auf der Seite integriert. Unter anderem findet man Fotoalben aus FlickR, eine Tagcloud, eine GoogleMap, einen Link zur Facebook-Fanpage, einen Link zum YouTube Channel und viele weitere Elemente. Durch diese Anwendungen wird die Erstellung von User Generated Content gefördert. Ebenso sind die Beiträge durch die Begleitung von Fotos und Videos aussagekräftiger (vgl. Amersdorffer, 2008, online).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der veränderten Kommunikationsgewohnheiten ein, definiert die Problemstellung sowie die Zielsetzung und stellt die Forschungsfrage samt Hypothesen vor.
2 Theorie: Hier werden die wesentlichen Fachbegriffe definiert, die Grundprinzipien des Web 2.0 erläutert und eine Klassifikation der verschiedenen Anwendungen vorgenommen.
3 Fallbeispiele: Anhand praxisnaher Beispiele von touristischen Destinationen wird überprüft, wie verschiedene Web 2.0 Instrumente erfolgreich im Destinationsmarketing eingesetzt werden.
4 Ergebnisse: In diesem Teil werden die Hypothesen anhand der Literatur und der Beispiele evaluiert sowie ein Optionenkatalog für die Anwendung durch Destinationen entwickelt.
5 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel beantwortet die Forschungsfrage, reflektiert kritisch den Prozess der Arbeit und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungen hin zum Web 3.0.
Schlüsselwörter
Web 2.0, Tourismus, Destination, DMO, Kundenkommunikation, User Generated Content, Social Software, Marketing, Blogs, Wikis, Soziale Netzwerke, Virtuelle Welten, Online-Tourismus, Dialogmarketing, Destinationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0-Technologien innerhalb der Kundenkommunikation für touristische Destinationen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Einordnung des Web 2.0, der Klassifikation von Anwendungen und der praktischen Anwendung in touristischen Destinationen mittels Fallbeispielen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist zu analysieren, welche Web 2.0 Tools Chancen für die Kommunikation bieten und daraus einen anwendbaren Optionenkatalog für Destination Management Organisationen abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer Untersuchung von Best-Practice-Beispielen, um Hypothesen über den Nutzen von Web 2.0 im Tourismus zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen und die Analyse konkreter Fallbeispiele, unterteilt in content-orientierte Anwendungen, beziehungsorientierte Netzwerke und virtuelle Welten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Web 2.0, Destination, DMO, User Generated Content, Kundenkommunikation und Destinationsmarketing.
Warum sind virtuelle Welten wie Second Life für Destinationen laut Arbeit weniger relevant?
Die Analyse zeigt, dass die Nutzer in virtuellen Parallelwelten meist sehr werberesistent sind und ein effizientes Marketing dort nur schwer zu realisieren ist.
Welche Rolle spielt der "User Generated Content" (UGC) für Destinationen?
UGC ist ein zentrales Element des Web 2.0. Laut Arbeit vertrauen Kunden den Meinungen anderer Nutzer mehr als klassischer Werbung, weshalb eine strategische Einbindung und Koordination dieser Inhalte für DMOs entscheidend ist.
- Quote paper
- Stefan Ablinger (Author), 2010, Web 2.0 im Tourismus , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153646