Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit


Hausarbeit, 2008

23 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung der Sozialen Arbeit
2.1 Ziel derSozialen Arbeit
2.2 Grundlegende Arbeitsformen der Sozialen Arbeit
2.2.1 Einzelfallhilfe
2.2.2 Soziale Gruppenarbeit
2.2.3 Gemeinwesenarbeit

3. Humanistische Psychologie

4. Klientenzentrierte Gesprächsführung
4.1 Entwicklung derKlientenzentrierten Gesprächsführung
4.2 Menschenbild in der Klientenzentrierten Gesprächsführung
4.3 Prinzipien und Haltungen der Klientenzentrierten Gesprächsführung
4.4 Gesprächsführungstechniken des Beraters

5. Schulsozialarbeit
5.1 ZielederSchulsozialarbeit
5.2 Merkmale derSchulsozialarbeit

6. Fallbeispiel

7. kritisches Resümee

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

ln der vorliegenden Hausarbeit wird das Thema Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit behandelt. Die Klientenzentrierte Gesprächsführung ist eine von vielen Gesprächsmethodiken, die in der Sozialen Arbeit angewendet werden können.

Ich möchte genauer auf diese Gesprächsmethodik eingehen, da ich bereits ein Praktikum in der Schulsozialarbeit erbracht habe.

Die Hausarbeit ist wie folgt gliedert, einleitend wird der Begriff der Sozialen Arbeit, dessen Ziele und die grundlegenden Arbeitsformen genauer benannt. Im nachfolgenden wird Humanistische Psychologie beschrieben, welche die Grundlage für die Klientenzentrierte Gesprächsführung bildet. Dabei wird näher auf die Entwicklung, das Menschenbild und die Prinzipien der Klientenzentrierten Gesprächsführung eingegangen.

Das Thema der Schulsozialarbeit wird anhand der gesetzten Ziele und der Merkmale beschrieben.

Anhand eines Fallbeispiels wird das Konzept der Klientenzentrieten Gesprächsführung praktisch dargelegt.

Die Arbeit schließt mit einem kritische Resümee ab.

2. Begriffserklärung der Sozialen Arbeit

Die Klientenzentrierte Gesprächsführung ist nur eine von vielen Gesprächsmethodiken, die in der Sozialen Arbeit angewendet werden.

Diese dienen zur Erreichung der allgemein gültigen Ziele, welche daher im folgenden dargestellt werden.

2.1 Ziel der Sozialen Arbeit

„Das Ziel aller Sozialer Arbeit ist es, Menschen verschiedener Altersstufen in entwicklungs-, reife-, konflikt- oder notbedingten Situationen zu helfen, dass sie möglichst zur vollen Entfaltung ihrer Persönlichkeit und all ihrer Kräfte und Möglichkeiten kommen; dass sie sich aus unnötiger Abhängigkeit lösen und Sozialisationsdefizite wie Benachteiligung und Unterprevilegierung überwinden können. Selbstbestimmung, Mündigkeit, Hilfe zur Selbsthilfe und Ermöglichung einer der Würde des Menschen entsprechenden Lebens sind in Gesetzen und Richtlinien fixierte Zielformulierungen und Prinzipien der Sozialen Arbeit.“[1]

Somit ist das allgemeingültige Ziel der Sozialen Arbeit, wie oben beschrieben, Menschen in verschiedenen Lebenssituationen durch professionelle Hilfe zu unterstützen. Hierbei ist es unter anderem wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.

Die Soziale Arbeit soll den Menschen einen Weg aufzeigen, verschiedenste Problemlagen eigenständig zu lösen. Der jeweilige Hilfebedarf entsteht im persönlichen oder im gesellschaftlichen Umfeld, welcher sich auf körperliche, seelische und/oder geistige Probleme oder Schwierigkeiten im Alltag äußert.

2.2 Grundlegende Arbeitsformen der Sozialen Arbeit

Im Rahmen der Sozialen Arbeit werden drei grundlegende Arbeitsformen unterschieden. Diese lassen sich durch die Anzahl gleichzeitig betreuter Individuen und den Ablaufder jeweiligen Methoden abgrenzen.

Die Klientenzentrierte Gesprächsführung lässt sich als Form der Einzelfallhilfe zuordnen.

2.2.1 Einzelfallhilfe

Die Soziale Einzelfallhilfe ist immer an nur ein Individuum gerichtet. Das Hauptmerkmal ist es, dass sich jede Person „richtig“[2] in der Gesellschaft verhalten soll. Doch Umwelteinflüsse erschweren ein „normales“ Verhalten und somit können soziale Probleme entstehen. Die klassische Einzelfallhilfe wird als therapeutische Intervention verstanden, welche dem Individuum helfen soll, sich mit seiner Lage zu arrangieren. Das Ziel ist es eine bessere Balance zwischen Individuum und Gesellschaft zu erreichen. Diese Balance soll der Klient selbst finden, der Sozialarbeiter gibt in diesem Fall Hilfe zur Selbsthilfe.[3]

Auch in der Einzelfallhilfe gibt es verschiedene Konzepte. Es gibt den psychosozialen Ansatz, den funktionalen Ansatz und den problemlösenden Ansatz.[4]

Der psychosoziale Ansatz ist eine Problemanalyse, in der die Symptome herausgefiltert werden und somit die Krankheit erkannt werden soll. Ist der Grund erst einmal erkannt, kann man zu einer Diagnose kommen, welche eine wichtige Grundlage ist, um die Krankheit zu behandeln.[5] Der funktionale Ansatz beseitigt wachstumshemmende Faktoren und das Ziel ist es, im Individuum das subjektive Wachstum zu stärken. Der Sozialarbeiter hilft dem Individuum dabei dieses Wachstum zu stärken.[6] Der problemlösende Ansatz besagt, dass es im Leben viele Prozesse gibt die eine bestimmte Problemlösestrategie erfordern. Das Ziel hierbei ist es Ressourcen zu entwickeln, auf die ein Klient bei künftigen Problemen zurückgreifen kann. Der Sozialarbeiter soll hierbei motivieren, befähigen und Ressourcen identifizieren und erschließen.[7]

2.2.2 Soziale Gruppenarbeit

Anders als in der Einzelfallhilfe, werden in der sozialen Gruppenarbeit mehrere Klienten gleichzeitig betreut.

Die soziale Gruppenarbeit lässt sich in zwei Formen unterscheiden, und zwar in die pädagogische und die therapeutische Gruppenarbeit Beispielsweise zitiert Galuske „Die Gruppenpädagogik ist eine Methode, die bewußt die kleine überschaubare Gruppe als Mittelpunkt und Mitte der Erziehung einsetzt, und zwar beruht die pädagogische Hilfestellung auf einer Durchleuchtung und bewußten Beeinflussung des Gruppenprozesses“[8] Dabei können vier Stränge unterschieden werden. Hierzu lassen sich die Gruppendynamik, die Nachbarschaftsheime / Settlements , die Reformpädagogik und die Jugendbewegung benennen.[9] In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die Gruppendynamik zu einer eigenen Forschungsrichtung der Sozialpsychologie entwickelt. Hierbei wird die Gruppe zu einem Beeinflussungs- und Erziehungsinstrument.[10] Die Nachbarschaftsheime bzw. Settlements können als Vorformen der sozialen Gruppenarbeit angesehen werden und sind z. B. als englische Settlements entstanden, in denen Studenten gemeinsam mit „Nachbarn“ neue Formen sozialer Unterstützung erprobten oder konstituierten sich als amerikanische Nachbarschaftshäuser, die von der Pionierin der Sozialarbeit Jane Addams initiiert wurden.[11]

In der Reformpädagogik ist die Gruppe ein Erziehungsinstrument, indem den Jugendlichen gelehrt wird, ein sozial verantwortlicher Staatsbürger zu werden.[12]

In der Jugendbewegung schliessen sich gleichaltrige Jugendliche mit Gruppenführern zusammen, die meist nicht wesentlich älter sind und erziehen sich gegenseitig. Sie organisieren beispielsweise Wanderfahrten und Naturerlebnisse.

Die Zielsetzung hierbei ist es, eine soziale Anpassung oder eine Steigerung der sozialen Funktionsfähigkeit zu erreichen.[13]

Drei Bestimmungsmerkmale der sozialen Gruppenarbeit als Methode der

Sozialarbeit:

1. Die Gruppe ist nicht Selbstzweck, sondern dient als Medium psycho­sozialer Veränderung. Daher stehen im Mittelpunkt Ziele wie Wachstum, Reifung, Bildung, Heilung und/oder Integration des Einzelnen.
2. Von sozialer Gruppenarbeit wird erst dann gesprochen, wenn ein sozialpädagogisch geschulter Experte die Gruppe anleitet.
3. Die Zielsetzung bezieht sich auf gesellschaftseingliedernde (integrierende und inkludierende) Bestrebungen. Durch die Gruppen soll der Einzelne seine sozialen Anpassungsmöglichkeiten bzw. seine soziale Funktionsfähigkeit erhöhen.[14]

Weiterhin ist es für die soziale Gruppenarbeit wichtig, die Gruppe dort „abzuholen“ wo sie grad steht und von diesem Ausgangspunkt beginnen sich in Bewegung zu setzen. Es soll mit den Stärken eines jeden Einzelnen gearbeitet werden, und der Einzelwettbewerb soll der Zusammenarbeit weichen. Der Gruppenleiter soll sich als dieses überflüssig machen, trotzdem aber der Gruppe notwendige Grenzen setzen.[15]

2.2.3 Gemeinwesenarbeit

Die dritte grundlegende Arbeitsform ist die Gemeinwesenarbeit, diese findet in einem großflächigem sozialen Netzwerk statt. Sie ist territorial, kategorial und/ oder funktional abgegrenzt. Der Begriff territorial bezieht sich hierbei auf bestimmte Stadtteile, die Nachbarschaft oder eine Gemeinde. Kategorial bezieht sich hier beispielsweise auf Bevölkerungsgruppen, die altersbedingt von der Gesellschaft ausgegrenzt sind. Die funktionale Ausgrenzung geschieht unter anderem durch mangelhafte Bildung oder durch ein Leben in einer Umgebung, welche von Problemen gekennzeichnet ist.[16]

Ausgangspunkte der Gemeinwesenarbeit sind meist soziale Konflikte. Diese werden aus einer gesellschaftlichen Perspektive wahrgenommen. Der Klient wird immer in Verbindung mit den regionalen Bedarfs- und Bedarfsausgleichstrukturen gesehen. Somit kann die Gemeinwesenarbeit (GWA) als eine Art „Frühwarnsystem“ fungieren.[17]

GWA[18] koordiniert und kooperiert zwischen verschiedenen Arbeitsgruppen und sozialen Dienstleistern innerhalb eines Gemeinwesens. Gleichzeitig wird immer mit Formen der Einzelfallhilfe und der Gruppenarbeit gearbeitet, um die Bewohner zu motivieren und ihre Ressourcen zu aktivieren. Hierfür sind Bildungs- und Qualifizierungsprozesse notwendig, um die Klienten zu befähigen ihre Probleme als Gemeinschaft zu lösen.[19]

Das Ziel der GWA ist die Verbesserung des Lebensqualität durch die Mithilfe der Bewohner. Je nach Gesellschaftsbild und Horizont der Bevölkerung ergeben sich verschiedene Konzepte der Gemeinwesenarbeit.

Es gibt die Wohlfahrtstaatliche Gemeinwesenarbeit, die Integrative Gemeinwesenarbeit, die Aggressive Gemeinwesenarbeit und die Katalytische/ aktivierende Gemeinwesenarbeit.

Diese vier Konzepte werden im folgenden kurz beschrieben.

Die Wohlfahrtstaatliche Gemeinwesenarbeit dient zur Verbesserung der Infrastruktur eines Gemeinwesens und nicht zur politischen Einflussnahme der Bewohner. Die Sozialräume sollen besser und weiter ausgebaut werden.

[...]


[1] Limbrunner, Alfons: Soziale Arbeit als Beruf. Berufsinformationen und Arbeitsheft für Ausbildung und Praxis. Weinheim und München: Juventa Verlag 2004 S. 22

[2] Hierbei ist anzumerken, dass es weder ein richtiges noch falsches Verhalten im traditionellen Sinne gibt, lediglich ein den Normen entsprechendes oder davon abweichendes Verhalten.

[3] vgl. Galuske Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grundlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag 1999. S. 68

[4] vgl. Galuske, 1999. S. 69 ff

[5] vgl. Galuske, 1999. S. 70

[6] vgl. Galuske, 1999. S. 70

[7] vgl. Galuske, 1999. S.70-71

[8] Galuske, Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grundlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. WeinheimundMünchen: JuventaVerlag 1999. S. 81 zitiert nach Kelber 1965a, S.4

[9] vgl. Galuske Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grundlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag 1999. S. 77

[10] vgl. Galuske, 1999. S. 77- 78

[11] vgl. Galuske, 1999. S. 78

[12] vgl. Galuske, 1999. S. 77

[13] vgl. Galuske Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grandlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag 1999. S. 77

[14] vgl. Galuske, 1999. S. 82

[15] Vgl. Schilling, Johannes: Soziale Arbeit, Geschichte Theorie Profession, 2. Auflage. München: Ernst ReinhardtVerlage 2005. S. 229

[16] vgl. Galuske, Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grandlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag 1999. S. 91

[17] vgl. Galuske, 1999. S. 92

[18] Im Laufe der Hausarbeit werde ich aus Gründen der Einfachheit und besseren Lesbarkeit

Gemeinwesenarbeit wie folgt abkürzen: GWA

[19] vgl. Galuske, Michael: Methoden der Sozialen Arbeit, Eine Einführung, Grundlagentexte Sozialpädagogik/ Sozialarbeit, 2. Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag 1999. S. 92

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit
Hochschule
Fachhochschule Lausitz
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V153655
ISBN (eBook)
9783640912971
ISBN (Buch)
9783640913084
Dateigröße
450 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit, Methoden der Sozial Arbeit, Gesprächsführung, Schulsozialarbeit, Klienetenzentrierte Gesprächsführung
Arbeit zitieren
Heike Kurz (Autor), 2008, Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153655

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Klientenzentrierte Gesprächsführung im Rahmen der Schulsozialarbeit



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden