Breitensport in Deutschland

Ein internationales Modell?


Seminararbeit, 2009

15 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Gliederung

1. Was ist Breitensport?
1.1 Definition Sport
1.2 Definition Breitensport

2. Was macht den Breitensport in Deutschland besonders?
2.1 Geschichte des Freizeitsportes
2.2 Aktuelle Situation des Breitensports
2.2.1 Aktuelle Situation im freiwilligem Sektor
2.2.2 Aktuelle Situation im kommerziellen Sektor
2.3 Fazit

3. Ein internationales Modell?
3.1 Spanien als internationaler Vergleich

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Was ist Breitensport?

„Wo Sport beginnt und wo er aufhört, darüber werden wir uns wohl nie mehr verbindlich einigen können“[1]

Um die These dieser Hausarbeit erarbeiten zu können, müssen zuerst für diese Arbeit verbindliche Definitionen erstellt werden. Im Folgenden werde ich auf die verschiedenen Begriffe Sport und Breitensport eingehen.

1.1 Definition Sport

Alle Menschen haben ein sehr unterschiedliches Verständnis des Begriffes Sport. Für einen Leichtathleten hat Motorsport nicht viel mit Sport in seinem Sinne zu tun und beim Schachspiel gehen die Meinungen noch weiter auseinander. Auch die Wissenschaft ist sich nicht einig, wenn es um die Definition von Sport geht. “Sport ist die willkürliche Schaffung von Aufgaben, Problemen oder Konflikten, die vorwiegend mit körperlichen Mitteln gelöst werden. Die Lösungen sind beliebig wiederholbar, verbesserbar und übbar, und die Handlungsergebnisse führen nicht unmittelbar zu materiellen Veränderungen."[2]

Nach dieser Definition von Volkamer sind die Hauptelemente des Sportes die Lösung von selbst geschaffenen Aufgaben auf Grund von körperlicher Anstrengung. Diese Lösung ist nicht einmalig, sondern öfters wiederholbar und führt zu keiner materiellen Veränderung. Aber zu einer klaren Vorstellung von Sport führt diese Definition nicht. Der Landessportbund Niedersachsen ist in seiner Definition weitaus praxisorientierter:

„Motorische Aktivität

– Zum Sport gehört grundsätzlich die motorische Aktivität des Menschen– Diese Aktivität muss für den betreffenden Sport gekennzeichnet sein und ihn konstitutiv bestimmen.
- – Die zugrunde liegende motorische Aktivität erfordert mindestens eine oder mehrere koordinative und konditionelle Fähigkeiten.– Die motorische Aktivität ist auf den Erwerb, den Erhalt und/oder das Verbessern dieser Fähigkeiten ausgerichtet.
- Grundsätze sportlicher Handlungen
- – Die sportlichen Handlungen werden durch Regeln bestimmt, die einen charakteristischen und verbindlichen Handlungskodex darstellen, mit dem die sportlichen Aktivitäten hinsichtlich der Abläufe, der Organisationsstrukturen und der Handlungsnormen geregelt sind.
- – Zum sportlichen Handeln gehören Grundwerte und Leitideen wie Fairplay, Partnerschaft, soziales Handeln, Unversehrtheit des Partners, Chancengleichheit, Mannschaftsgeist; Leisten und Wettbewerb, Prävention und Rehabilitation und allgemein die Förderung des Gemeinwesens. Sportliche Handlungen vollziehen sich auf einer künstlich erzeugten Ebene. Sie sind grundsätzlich unproduktiv und fallen nicht unter überwiegend kommerzielle Nützlichkeitserwägungen. Sportliche Handlungen sind damit überwiegend konsequenzlos und vollziehen sich spielerisch.

Einbindung in die Sportorganisation

– Zur Sportausübung bedarf es entsprechender sozialer Gebilde als strukturprägende Organisationsformen (i. d. R. Vereine), die durch Satzung und Aufnahmeordnung des LSB vorgegeben werden.“[3]

Es werden drei hauptsächliche Kriterien definiert, die Sport ausmachen. Zuerst geht es um motorische Aktivität, dann um Grundsätze sportlicher Handlungen und schließlich um die Einbindung des Sports in eine Sportorganisation.

Die Europäische Kommission definiert Sport wie folgt: Sport ist „jegliche Form körperlicher Ertüchtigung, die innerhalb oder außerhalb von Vereinen betrieben wird, um die körperliche und seelische Verfassung zu verbessern,zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln oder ergebnisorientierte Wettkämpfe auf allen Ebenen zu bestreiten.[4]

Ausgehend von diesen Definitionen möchte ich im folgenden Sport für diese Hausarbeit verbindlich definieren:

Sport ist ein Sammelbegriff für die motorische Aktivität des Menschen in Hinblick auf seine konditionellen und koordinativen Fähigkeiten. Es gibt Regeln und Handlungskodexe, die je nach Sportart variieren und für die jeweilige Sportart prägend sind. Sport wird auf einer spielerischen Ebene vollzogen und zieht keine unmittelbaren Konsequenzen nach sich. Oft ist Sport in ein soziales Gebilde eingebaut und dient der Selbstentfaltung des Individuums, der Verbesserung der seelischen und körperlichen Verfassung, wobei traditionelle Nützlichkeitserwägungen nicht angewendet werden.

1.2 Definition Breitensport

Genau wie der Begriff Sport schwierig zu erfassen ist, kann auch Breiten- oder Freizeitsport aus verschiedenen Gesichtspunkten definiert werden. Wopp und Dieckert definieren Freizeitsport als „Sport für möglichst viele Menschen[5] “. Ausgehend von „Breite“, soll Breitensport ein Sport für möglichst viele Menschen verschiedenen Alters, Herkunft und mit unterschiedlichen Vorraussetzungen sein.

Auch gilt als Freizeitsport jeglicher Sport, der nicht professionell betrieben wird[6].

Noch vor einigen Jahren wurde davon ausgegangen, dass der Freizeit- und Breitensport Wettkämpfe ausschließt und nur zum Ausgleich von Bewegungsmangel, der körperlichen Fitness und dem Spaß am Sport diene. Aber auch im Breitensport findet sich der Wettkampfcharakter durchaus auf unterem und mittlerem Niveau[7] wieder. In Anlehnung an das differenzierte Sportverständnis von Lamprecht und Stamm möchte ich hier eine Definition für den Begriff Breiten–beziehungsweise Freizeitsport entwickeln.

Die Begriffe Breitensport und Freizeitsport werden aufgrund ihrer umgangssprachlichen Bedeutung synonym verwendet. Der heutige Breitensport ist nicht mehr klar vom stark wettkampfsorientierten Leistungssport abzugrenzen. Der Breitensport umfasst jegliche körperliche Betätigung und folgt den Motiven der Verbesserung der Leistungsfähigkeit, Selbsterfahrung und der Selbstbestätigung des Individuums. Die Sportlichkeit als neues Lebensgefühl bedeutet für den Breitensport, dass Spaß und Entspannung wichtige Faktoren sind. Dennoch geht es durchaus auch um sportliche Leistungen und Erfolge. Abschießend ist zu sagen, dass der Breitensport in Deutschland hauptsächlich in Sportvereinen und Verbünden organisiert ist[8].

[...]


[1] Lamprecht, Stamm „Sport zwischen Kultur, Kult und Kommerz “Zitat stammt von www.zitate.de [Stand 21.12.2008]

[2] Definition nach Volkamer „Von der Last mit der Lust im Schulsport“ S. 53

[3] http://lsb-nds.flyingdog.de/live/lsb_nds/live.php?lsb_nds_id=11 [Stand 21.12.2008]

[4] http://ec.europa.eu/sport/white-paper/doc/wp_on_sport_de.pdf [Stand 21.12.2008]

[5] Wopp, Dieckert, „Handbuch Freizeitsport“ S. 17

[6] Vgl. Leitbild des Deutschen Sportbundes 2000

[7] Vgl. Wopp, Dieckert, „Handbuch Freizeitsport“ S. 20

[8] Vgl. Sport in Deutschland S. 6 ff.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Breitensport in Deutschland
Untertitel
Ein internationales Modell?
Hochschule
Fachhochschule Stralsund
Note
2,1
Autor
Jahr
2009
Seiten
15
Katalognummer
V153672
ISBN (eBook)
9783640661527
ISBN (Buch)
9783640661497
Dateigröße
436 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Breitensport, Deutschland, Modell
Arbeit zitieren
Svenja Lis (Autor), 2009, Breitensport in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153672

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