In den letzten Jahren ist das Thema „Gewalt an Schulen“ immer mehr ins Zentrum sowohl der Öffentlichkeit, wie wissenschaftlicher Disskussionen gerückt. Die Enstehung von Gewalt wird anhand verschiedener Modelle mit unterschiedlichen Risikfaktoren erklärt. Studien zur Prävalenz von Aggressionen unter SchülerInnen belegen, das diesem Thema auch in Deutschland Relevanz zukommt, wobei nicht von einer extremen Brutalisierung die Rede sein kann. Im folgenden möchte ich zunächst einmal verschiedene Begriffe zu diesem Thema definieren. Auf Mobbing wird nicht explizit eingegangen, da dieser Begriff mittlerweile seine Abgrenzung in der Anwendung auf Erwachsene findet. Des weiteren erfolgt eine Unterteilung Gewaltpräventiver Massnahmen an und für Schulen. Hier sei erwähnt, das es eine Unzahl an verschiedensten gewaltpräventiven Programmen gibt, und dies lediglich eine Auswahl einiger davon ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition relevanter Begriffe
3. Unterteilung von Gewalt in der Schule
4. Zielformulierung der Gewaltkommission
5. Warum gewaltpräventive Massnahmen an Schulen erfolgen sollten
6. Unterteilung gewaltpräventiver Massnahmen
7. Strukturelle & organisatorische Massnahmen
8. Förderung gewaltpräventiver Kompetenzen der Lehrkräfte
9. Gewaltpräventions-Programme für SchülerInnen
10.Mehr-Ebenen-Konzepte
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der zunehmenden Problematik der Gewalt an Schulen auseinander und untersucht verschiedene präventive Ansätze sowie Interventionskonzepte. Dabei wird ein multikausales Verständnis von Gewalt zugrunde gelegt, um effektive Strategien zur Förderung eines gewaltfreien Schulklimas zu identifizieren und die Rolle von Lehrkräften und Schulleitungen zu beleuchten.
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Gewalt, Aggression und Mobbing
- Analyse der Ursachen und Erscheinungsformen von Gewalt im schulischen Kontext
- Strukturelle, organisatorische und pädagogische Präventionsmaßnahmen
- Evaluation und Darstellung von spezifischen Gewaltpräventions-Programmen für den Schulalltag
Auszug aus dem Buch
2. Unterteilung von Gewalt in der Schule
Gewalt in der Schule kann unterteilt werden in: - Gewalt von SchülerInnen gg. SchülerInnen (verbal & physisch) - Gewalt von SchülerInnen gg. Lehrkräfte (verbal oder z.B. durch Leistungsverweigerung) - Gewalt von SchülerInnen gg. die Schuleinrichtung (Vandalismus) - Gewalt von Lehrkräften gg. SchülerInnen (Schuldruck über Notenvergabe) - Gewalt von Eltern gg. SchülerInnen (als Faktor im Hintergrund) (vgl. Bundesministerium für Familie, 1995)
Hierbei wird von einem multikausalen Bedingungsgefüge ausgegangen, welches gesellschaftliche, Interpersonelle und Intrapersonelle Faktoren vereint. (Cierpa,1999; Coie & Dodge, 1998; Dadds 1997)
Langfristig gesehen scheinen Präventionskonzepte wirkungsvoller zu sein als Interventionsmassnahmen. (Bruene-Butler,1997; Slaby, 1998; Thornberry et al., 1995)
Präventionsprogramme setzten nicht nur an ganz unterschiedlichen Ebenen an, sondern unterscheiden sich auch hinsichtlich ihrer inhaltlichen Schwerpunkte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Gewaltprävention an Schulen ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Definition relevanter Begriffe: Hier werden die zentralen Termini Gewalt, Aggression und Bullying etymologisch und psychologisch definiert und differenziert.
3. Unterteilung von Gewalt in der Schule: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Gewaltformen im schulischen Kontext unter Berücksichtigung eines multikausalen Bedingungsgefüges.
4. Zielformulierung der Gewaltkommission: Es werden die von der Regierungskommission gesetzten Ziele für eine gewaltfreie Schulkultur, etwa die Stärkung des Erziehungsauftrags, dargelegt.
5. Warum gewaltpräventive Massnahmen an Schulen erfolgen sollten: Hier werden pädagogische und strukturelle Gründe genannt, warum schulinterne Präventionsprogramme langfristig am effektivsten sind.
6. Unterteilung gewaltpräventiver Massnahmen: Dieses Kapitel gibt einen systematischen Überblick über die vier zentralen Säulen präventiver Maßnahmen an Schulen.
7. Strukturelle & organisatorische Massnahmen: Hier liegt der Fokus auf der räumlichen Gestaltung und der Kooperation mit außerschulischen Institutionen zur Gewaltreduktion.
8. Förderung gewaltpräventiver Kompetenzen der Lehrkräfte: Es werden verschiedene Trainingsprogramme vorgestellt, die auf eine Steigerung der professionellen Handlungskompetenz von Lehrkräften zielen.
9. Gewaltpräventions-Programme für SchülerInnen: Dieses Kapitel stellt konkrete Programme wie „Dealing with Conflict“, „Second Step“ und „Faustlos“ sowie deren Evaluationsergebnisse vor.
10.Mehr-Ebenen-Konzepte: Hier werden umfassende Ansätze wie das „Catch Em Being Good“-Projekt oder Streitschlichtungsprogramme behandelt, die Eltern, Lehrer und Schüler gleichermaßen einbeziehen.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Schule, Aggression, Bullying, Pädagogik, Lehrertraining, Konfliktmanagement, Schulkultur, Sozialkompetenz, Interventionskonzepte, Streitschlichtung, Verhaltensmanagement, Präventionsprogramme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung von Gewalt an Schulen sowie der praktischen Darstellung und Evaluation verschiedener Präventionsansätze für den Bildungsbereich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Gewalt, die Identifikation von Risikofaktoren, die Rolle der Lehrkräfte sowie die Implementierung konkreter Programme zur Verhaltensänderung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über wirksame Strategien zur Förderung eines gewaltfreien Schulklimas zu geben und verschiedene Interventionsmethoden vergleichend darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachmodelle und der Auswertung von Evaluationsergebnissen zu diversen Präventionsprojekten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Gewaltformen, die Darstellung struktureller Maßnahmen, Lehrerfortbildungskonzepte und eine detaillierte Beschreibung schülerorientierter Präventionsprogramme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Gewaltprävention, Schulpsychologie, Konfliktmanagement und pädagogische Interventionsmodelle charakterisieren.
Was unterscheidet das „Second Step“-Programm von anderen Ansätzen?
„Second Step“ ist ein umfassendes Curriculum, das explizit auf die Förderung von Empathie, Impulskontrolle und Ärgermanagement bei Grundschulkindern über einen Zeitraum von drei Jahren ausgerichtet ist.
Welche Rolle spielt die Streitschlichtung innerhalb der behandelten Konzepte?
Streitschlichtung wird als ein zentrales Element verstanden, um Jugendlichen durch die Vermittlung unparteiischer Dritter die eigenständige Konfliktbewältigung ohne Gewaltanwendung zu ermöglichen.
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- Alexandra Fetter (Author), 2003, Gewaltprävention an Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15368