Genaue Angaben zur Häufigkeit von Kindeswohlgefährdungen in Deutschland liegen bislang nicht vor, da es an zuverlässigen und repräsentativen Studien mangelt (vgl. Nationales Zentrum Frühe Hilfen, 2008, S.8). Unumstritten ist jedoch, dass es sich um ein nicht zu unterschätzendes Problem handelt, das zur Bearbeitung jede erdenkliche Anstrengung erfordert. Betrachtet man die Entwicklungen der letzten Jahre, zeigt sich eine massive Zunahme an komplexen Problemlagen in den betroffenen Familien, die aufgrund steigender sozialer, bildungsbezogener und finanzieller Armut Unterstützung unterschiedlicher Bereiche wie Gesundheitswesen, Sozialhilfe und Jugendhilfe benötigen (vgl. Stadt Leipzig; Jugendamt, 2008, S. 5). Auch die Auswertung von Todesfällen nach Kindesmisshandlung der letzten Jahre offenbart Defizite auf dem Gebiet der Zusammenarbeit der einzelnen Institutionen, vor allem bezüglich der Weiterleitung von Informationen, der Abstimmung von Hilfeleistungen oder der Regelung von Zuständigkeiten (vgl. Orosz, 2007, S. 7 f.). Zur Ermöglichung umfassender Hilfeleistung wird daher die Vernetzung aller Akteure im Bereich Kinderschutz vorangetrieben. Bereits im SGB VIII §81 ist die Zusammenarbeit der öffentlichen Jugendhilfe mit Einrichtungen aus den entsprechenden Handlungsfeldern festgeschrieben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Leipziger Netzwerk für Kinderschutz
- Forschungsfragestellungen
- Einführung in die Evaluationsforschung
- Netzwerkarbeit
- Allgemeine Grundlagen
- Merkmale gelingender Netzwerkarbeit
- Entwicklung des Evaluationsdesigns
- Methodenwahl
- Forschungsdesign
- Fragebogenkonstruktion
- Allgemeine Grundlagen
- Entwicklung des Fragebogens
- Durchführung der empirischen Erhebung
- Ergebnisdarstellung
- Darstellung der quantitativen Daten
- Darstellung der qualitativen Daten
- Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
- Auswertung der quantitativen Daten
- Auswertung der qualitativen Daten
- Integration und Diskussion der Ergebnisse
- Kritische Betrachtung der Erhebungsmethode
- Handlungsempfehlungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Diplomarbeit evaluiert das Leipziger Netzwerk für Kinderschutz, um dessen Wirksamkeit und die Qualität seiner Struktur, Prozesse und Ergebnisse zu analysieren. Das Ziel ist es, ein umfassendes Bild des Netzwerks zu zeichnen, um Verbesserungspotenziale aufzudecken und Handlungsempfehlungen für eine Optimierung der Netzwerkarbeit zu geben.
- Die Analyse der Wirksamkeit des Netzwerks in Bezug auf Konzept, Struktur, Prozesse und Ergebnisse.
- Die Untersuchung der Effizienz des Informations- und Kommunikationssystems als Schlüsselfaktor für eine gelungene Netzwerkarbeit.
- Die Identifizierung von Stärken und Schwächen des Netzwerks aus der Perspektive aller Netzwerkpartner.
- Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Leipziger Netzwerks für Kinderschutz.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Kontext des Kinderschutzes in Deutschland und die Notwendigkeit von Netzwerken in diesem Bereich beleuchtet. Anschließend wird das Leipziger Netzwerk für Kinderschutz vorgestellt, und die Forschungsfragestellungen werden erläutert.
Kapitel 4 gibt eine Einführung in die Evaluationsforschung, bevor Kapitel 5 die Bedeutung und die Voraussetzungen gelingender Netzwerkarbeit beleuchtet. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Entwicklung des Evaluationsdesigns, der Methodenwahl, dem Forschungsdesign und der Fragebogenkonstruktion.
Kapitel 7 beschreibt die Durchführung der empirischen Erhebung, während Kapitel 8 die Ergebnisse der Studie anhand von quantitativen und qualitativen Daten darstellt.
In Kapitel 9 werden die Ergebnisse interpretiert und diskutiert, und mögliche Fehlerquellen der Erhebungsmethode werden reflektiert. Kapitel 10 präsentiert Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Netzwerkarbeit.
Schlüsselwörter
Kinderschutz, Netzwerk, Evaluation, Wirksamkeit, Informations- und Kommunikationssystem, qualitative Forschung, quantitative Forschung, Handlungsempfehlungen, Leipziger Netzwerk für Kinderschutz.
Häufig gestellte Fragen
Was war das Ziel der Evaluation des Leipziger Netzwerks für Kinderschutz?
Ziel war es, die Wirksamkeit, Struktur und Prozesse des Netzwerks zu analysieren, um Stärken und Schwächen zu identifizieren und Optimierungsvorschläge für die Zusammenarbeit der Institutionen zu entwickeln.
Warum ist Netzwerkarbeit im Kinderschutz so wichtig?
Da Familien oft komplexe Problemlagen haben, müssen verschiedene Bereiche wie Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Sozialhilfe koordiniert zusammenarbeiten, um Informationsdefizite zu vermeiden und schnelle Hilfe zu leisten.
Welche Merkmale kennzeichnen eine gelingende Netzwerkarbeit?
Wichtige Faktoren sind klare Zuständigkeiten, ein effizientes Informations- und Kommunikationssystem, gegenseitiges Vertrauen der Partner sowie eine verbindliche Kooperationsstruktur.
Welche Methoden wurden für die Evaluation genutzt?
Es wurde ein Mix aus quantitativen Methoden (Fragebögen) und qualitativen Ansätzen verwendet, um ein umfassendes Bild aus der Perspektive aller Netzwerkpartner zu erhalten.
Welche Rolle spielt das SGB VIII für den Kinderschutz?
Im SGB VIII §81 ist die gesetzliche Verpflichtung zur Zusammenarbeit der öffentlichen Jugendhilfe mit anderen Einrichtungen und Handlungsfeldern festgeschrieben, was die Basis für solche Netzwerke bildet.
- Quote paper
- Andrea Englisch (Author), 2009, Evaluation des Netzwerks für Kinderschutz Leipzig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153685