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Die heilige Inquisition: Hexenbulle und Hexenhammer

Title: Die heilige Inquisition: Hexenbulle und Hexenhammer

Term Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Verena Klein (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Jeder von uns hat wohl eine bestimmte Vorstellung wenn es um den Begriff Hexe
geht. In nahezu jedem Märchen beispielsweise taucht als Pendant zum Guten,
Reinen, das „Böse“ auf, entweder in Form des Teufels selbst, oder eben der Hexe.
Der Begriff „Hexe“ ist ein Sammelbegriff, der zum Teil auf sehr altem Zauber- und
Gespensterglauben beruht.
Unzählige Gestalten aus Märchen, Sagen und Mythen haben Teil am Bild der Hexe.
Schon die Germanen hatten komplexe Vorstellungen von ganzen Götterwelten und
–hierarchien, und damit auch von Wesen, die durch Zauber Schaden bringen.
Die Hexe stellt ein solches Wesen weiblichen Geschlechts dar.
Diese Auffassungen wurden innerhalb der Christianisierungsprozesse strikt
abgelehnt ( von seiten der Missionare) und versucht durch kirchliche Elemente zu
ersetzen.
Somit galt der Volksaberglaube nun als Missachtung des ersten Gebotes: Du sollst
keine Götter haben neben mir.
Trotzdem blieb das Bild des Bösen erhalten, jedoch wurde von nun an die
Bezeichnung „Teufel“ verwendet.
Bereits in den germanischen Hexensagen wird davon gesprochen, dass Hexen
dreierlei schädigende Tätigkeiten ausüben:
Sie fahren nachts aus, sie zaubern Wetter, sie verderben Felder und sie behexen
Menschen und Tiere mit Siechtum.
Aus Furcht, ihre soziale Stellung zu verlieren, verwandelt sich die Hexe z.B.
in Tiergestalten, nimmt Scheingestalten an oder besucht die Kirche, um nicht
erkannt zu werden.
Der Hexenglaube verdichtete sich im Spätmittelalter zu einer eigenen Lehre, wonach
die Hexe mit dem Teufel Buhlschaft trieb. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Der Hexereivorwurf

1.1) Was galt als Indiz für Ketzerei

2.) Die Hexenbulle

3.) Der Hexenhammer

3.1) Die Verfasser des Hexenhammers

3.2) Der historische Hintergrund des Hexenhammers

Zielsetzung der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Hexenverfolgung im konfessionellen Zeitalter mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der päpstlichen Inquisition, der Hexenbulle sowie der Entstehung und Wirkung des Malleus Maleficarum (Hexenhammer).

  • Evolution des Hexenbegriffs und dessen Verbindung zum christlichen Ketzereibegriff.
  • Die Funktion und rechtliche Bedeutung der päpstlichen Bulle „Summis desiderantes affectibus“.
  • Strukturanalyse des Hexenhammers als zentrales Instrument der Inquisition.
  • Der sozioökonomische und historische Kontext als Katalysator für die Hexenprozesse.

Auszug aus dem Buch

3.) Der Hexenhammer

Die systematische Hexenlehre des Spätmittelalters wurde im „Malleus maleficarum“, im sogenannten „Hexenhammer“ fixiert, in dem sich die verschiedenen Vorstellungen zu einem Hexenbegriff verbanden. (Schwaiger, S. 37)

Die Verfasser des Hexenhammers waren Jacob Sprenger und Heinrich Institoris, die wegen „negativer Berufserfahrung“ als Inquisitoren der Ansicht waren, eine „breitere, praktikablere Grundlage schaffen“ zu müssen“ (Schwaiger,S.89, Z.29 f). Dieses Werk wurde dann zum Handbuch für alle Fragen der Hexerei, „es übersetzte die Ansichten der Bulle [...] in die Praxis und weckte bei den weltlichen Gerichten die Entschlossenheit, mit den kirchlichen Tribunalen in der Verfolgung der ‚Komplizen des Teufels‘ zu wetteifern.“ (Schwaiger,S.90, Z. 26 ff)

Im Jahre 1487 wurde der Malleus Maleficarum erstmalig in Straßburg veröffentlicht und stieß bald auf großen Anklang, selbst in protestantischen Ländern.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Der Hexereivorwurf: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung des Hexenbildes von germanischen Mythen und Volksaberglauben bis hin zur systematischen christlichen Lehre der Buhlschaft mit dem Teufel.

1.1) Was galt als Indiz für Ketzerei: Es werden die verschiedenen Merkmale und Kriterien wie Hexenmale oder das Verhalten gegenüber der Kirche beschrieben, die als Beweise in Hexenprozessen herangezogen wurden.

2.) Die Hexenbulle: Hier wird die Entstehung der päpstlichen Bulle „Summis desiderantes affectibus“ von 1484 thematisiert, die das fundamentale moralische und juristische Dokument für die Hexenverfolgung in Deutschland darstellte.

3.) Der Hexenhammer: Das Kapitel analysiert den Aufbau und die Intention des Malleus Maleficarum als zentrales Handbuch der Inquisitoren, das die Hexenlehre in die gerichtliche Praxis überführte.

3.1) Die Verfasser des Hexenhammers: Diese Sektion beleuchtet die Rolle von Jacob Sprenger und Heinrich Institoris sowie deren Motive und die zweifelhafte Authentizität der Gutachten für ihr Werk.

3.2) Der historische Hintergrund des Hexenhammers: Es wird der Kontext von Klimaverschlechterung, Epidemien und sozioökonomischen Krisen dargestellt, der als Nährboden für die systematische Hexenverfolgung diente.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Inquisition, Malleus Maleficarum, Hexenhammer, Hexenbulle, Heinrich Institoris, Jacob Sprenger, Ketzerei, Schadenszauber, Teufelsglaube, Frühe Neuzeit, Hexenproben, Inquisitionsverfahren, Hexenwahn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen und theologischen Strukturen, die die Hexenverfolgung im konfessionellen Zeitalter ermöglichten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Hexereibegriff, die Hexenbulle des Papstes Innozenz VIII. und die Wirkung des Hexenhammers.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den historischen Prozess aufzuzeigen, wie ein theologisches Konstrukt durch päpstliche und schriftstellerische Maßnahmen in eine systematische staatlich-kirchliche Verfolgungspraxis überführt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Quellenarbeit, die sich auf Literaturanalysen von Fachwerken der Geschichtswissenschaft stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Hexerei, die rechtliche Legitimierung durch die Hexenbulle und die prozessuale Anwendung durch den Hexenhammer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere Hexenverfolgung, Malleus Maleficarum und Inquisition.

Warum war der Hexenhammer für weltliche Gerichte so einflussreich?

Er lieferte ein detailliertes „Criminal-Codex“-Regelwerk, das es den weltlichen Gerichten ermöglichte, Hexenprozesse standardisiert und „erfolgreich“ durchzuführen.

Welche Rolle spielte die sogenannte „Kleine Eiszeit“ bei der Hexenverfolgung?

Die Klimaverschlechterung führte zu Ernteschäden, welche wiederum von der Bevölkerung als Zauberwerk gedeutet wurden, was den Ruf nach Bestrafung der vermeintlichen Hexen verstärkte.

Warum wird die Rolle von Jacob Sprenger als unklar bezeichnet?

Es gibt Hinweise, dass Institoris den Namen von Sprenger lediglich nutzte, um das Ansehen des Werkes zu erhöhen, während die inhaltliche Arbeit und die Beispiele fast ausschließlich von Institoris stammten.

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Details

Title
Die heilige Inquisition: Hexenbulle und Hexenhammer
College
University of Koblenz-Landau  (Institut für kath. Theologie)
Course
Hexenverfolgung im konfessionellen Zeitalter
Grade
2,0
Author
Verena Klein (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V15369
ISBN (eBook)
9783638204958
ISBN (Book)
9783656519348
Language
German
Tags
Inquisition Hexenbulle Hexenhammer Hexenverfolgung Zeitalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Verena Klein (Author), 2003, Die heilige Inquisition: Hexenbulle und Hexenhammer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15369
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