Regionale Entwicklung ist längst nicht mehr Aufgabe der Regionen allein und wird außerdem nicht mehr durch administrative Grenzen bestimmt. Treibende Kräfte zunehmender Regiona-lisierung können, für Deutschland betrachtet, in der fortschreitenden Globalisierung und der Abgabe staatlicher Steuerungskompetenzen an die europäische Ebene gesehen werden. Globalisierung wird in der aktuellen Diskussion auch immer mit Regionalisierung in Verbin-dung gebracht. Nur diejenigen Regionen können einer drohenden Peripherisierung entge-genwirken, die sich mit möglichen Chancen einer globalisierten Wirtschaft auseinanderset-zen. Regionalentwicklung wurde über lange Zeit mit Wirtschaftsentwicklung gleich gesetzt. Doch im immer schärfer werdenden Wettbewerb um Investoren, der Ansiedlung von bedeu-tenden Wirtschaftsunternehmen und ferner im Wettstreit der Regionen untereinander, bedarf es bestimmter, teils konservativer, teils innovativer Konzepte um nachhaltige regionale Ent-wicklung zu betreiben. Neben Ansätzen wie der Förderung regionaler Wachstumskerne, dem Saatbeet-Inkubator-Konzept oder dem Polarisation-Ansatz findet zunehmend das Konzept des Regionalmanagements Anwendung. Der stetige Bedeutungszuwachs der regionalen Ebene und das auf kommunaler Ebene bestehende institutionelle Vakuum erforderte neue, flexiblere Möglichkeiten. Die vorliegende Arbeit stellt das Konzept des Regionalmanage-ments vor und geht auf Ziele und Akteure dieses im Laufe der Zeit mehr und mehr an Be-deutung gewinnenden Ansatzes ein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsklärung
2.1 Region
2.2 Management
3. Regionalmanagement
3.1 Definition
3.2 Grundkonzepte des Regionalmanagements
3.2.1 Regionales Projektmanagement
3.2.2 Regionalmarketing
3.2.3 Raumbezogenes Handlungskonzept
3.2.4 problembezogenes Handlungskonzept
3.3 Aufgabenfelder des Regionalmanagements
4. Akteure und Organisationsformen
4.1 Zielgruppen und Träger von Projekten
5. Fallbeispiel Oderland
5.1 Die Region
5.2 Ostbrandenburgische Wirtschaftsförderungsgesellschaft GmbH (OWF)
5.2.1 Firmenprofil der OWF mbH
5.2.2 Aktuelle Projekte in der Region Oderland
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Konzept des Regionalmanagements als moderne Entwicklungsstrategie im Kontext zunehmender Globalisierung und veränderter staatlicher Steuerungskompetenzen. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse verschiedener organisatorischer Ansätze und deren praktischer Umsetzung anhand des Fallbeispiels der Region Oderland.
- Definition und theoretische Grundlagen des Regionalmanagements
- Unterscheidung verschiedener Grundkonzepte (Projektmanagement, Marketing, handlungsorientierte Ansätze)
- Rolle der Akteure und unterschiedliche Organisationsformen
- Analyse praktischer Projektumsetzung in der Region Oderland
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Regionales Projektmanagement
Handelt es sich um Projekte, welche aus Regionalen Entwicklungskonzepten, Regionalplänen oder anderen Planungskonzepten hervorgehen (vgl. Abb.1), wird Regionalmanagement als regionales Projektmanagement verstanden. Dabei liegt der Focus auf der Koordination, der Prüfung, der Abstimmung, der Konkretisierung sowie des Managements von Maßnahmen, Initiativen und Projekten. Der entscheidende Unterschied zum reinen Projektmanagement ergibt sich aus dem speziellen regionalräumlichen Bezug, der dann besteht, wenn Aufgaben mit gesamtregionalem Bezug und einem überdurchschnittlich hohen Kommunikations und Koordinationsaufwand Gegenstand der Projekte sind. An Effektivität gewinnt dieser Ansatz, wenn es gelingt alle beteiligten Akteure voll auf das Gelingen des Projektes einzustimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Bedeutungszuwachs der regionalen Ebene im Zuge der Globalisierung und stellt das Regionalmanagement als notwendiges, flexibles Instrument zur nachhaltigen Regionalentwicklung vor.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe „Region“ als räumliche und funktionale Einheit sowie „Management“ als zielgerichtete Gestaltung und Lenkung sozialer Systeme.
3. Regionalmanagement: Hier wird der Begriff Regionalmanagement definiert und in vier gängige Grundkonzepte unterteilt, wobei die Aufgabenfelder des Regionalmanagements als Vermittler und Dienstleister im Netzwerk beleuchtet werden.
4. Akteure und Organisationsformen: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Adressatengruppen sowie die unterschiedlichen Organisationsstrukturen von Trägern, die für Regionalmanagement-Maßnahmen in Frage kommen.
5. Fallbeispiel Oderland: Anhand der Region Oderland und der Arbeit der OWF GmbH wird die praktische Anwendung des Regionalmanagements inklusive konkreter Projekte wie dem wassertouristischen Wegeleitsystem demonstriert.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass sich Regionalmanagement als modernes Instrument etabliert hat, weist jedoch auf die bestehende Unsicherheit bei der Abgrenzung zu anderen Managementformen hin.
Schlüsselwörter
Regionalmanagement, Regionalentwicklung, Regionalmarketing, Projektmanagement, Globalisierung, Region Oderland, OWF GmbH, Lokale Aktionsgruppe, Fördermittel, Standortförderung, Akteursmobilisierung, Nachhaltigkeit, Wirtschaftsförderung, Netzwerkarbeit, Raumplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Regionalmanagement als ein zunehmend wichtiges Instrument der regionalen Entwicklungsstrategie, um sich im globalen Wettbewerb der Regionen zu positionieren.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Managements in Regionen, die Differenzierung verschiedener Konzepte, die Rollen der beteiligten Akteure sowie praktische Fallbeispiele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Konzept des Regionalmanagements vorzustellen, dessen Ziele und Akteure zu beleuchten und den Nutzen des Instruments in der Praxis anhand der Region Oderland aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu regionalen Entwicklungskonzepten sowie einer Fallstudie zur Organisation und Projektdurchführung im Oderland.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundkonzepte (wie Projektmanagement oder Marketing) sowie die vielfältigen Organisationsformen und Aufgabenfelder des Regionalmanagements systematisch dargestellt.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Regionalmanagement, Regionalentwicklung, Akteursmobilisierung, Projektorientierung sowie die spezifische Anwendung durch Institutionen wie die OWF GmbH.
Welche Rolle spielt die OWF GmbH im Kontext des Fallbeispiels?
Die OWF GmbH agiert als Dienstleister für die Region Oderland und übernimmt dort das Regionalmanagement, inklusive der Beratung zur Fördermittelakquise und der Initiierung lokaler Projekte.
Was ist das Besondere am "problembezogenen Handlungskonzept"?
Es fokussiert sich auf die Lösung spezifischer Kernprobleme einer Region, indem es Akteure mobilisiert, die ein ureigenes Interesse an einer erfolgreichen Problemlösung haben.
Warum gibt es Unsicherheiten bei der Definition von Regionalmanagement?
Die Arbeit weist darauf hin, dass die Abgrenzung zwischen „reinem Projektmanagement“ und „umfassendem Regionalmanagement“ in der Praxis oft schwierig ist, was bei den Akteuren teils für Unklarheit sorgt.
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- Robert Müller (Author), 2010, Regionalmanagement als Entwicklungsstrategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153749