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Schallmayers "Generative Ethik"

Eine Erörterung zur Provenienz des Eugenischen Gedankengutes unter besonderer Betrachtung des Kantischen Würdebegriffes

Title: Schallmayers "Generative Ethik"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Janine Schuster (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Zu Beginn der dreigliedrigen Arbeit soll ein kurzer, prägnanter Überblick über den geschichtlichen Werdegang von Andersartigkeit beschrieben werden. Demzufolge wird darauf eingegangen, inwieweit sich die Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung auseinandersetzten und mit dieser empfundenen Fremdheit umgingen. Welcher soziale Status wurde Behinderten zuteil und in welchem Ausmaß erfuhren sie Sanktion oder Förderung? Im Anschluss daran soll auf das Streben nach der Perfektion des Individuums mit Hilfe der Betrachtung der Züchtungsutopien von Platon und Campanella eingegangen und somit deren Traum von der Höherentwicklung der Bürger herausgearbeitet werden.
Der zweite Punkt stellt eine Auseinandersetzung mit dem Text von Wilhelm Schallmayer „Generative Ethik“ dar, in welcher die wichtigsten Thesen des Autors wiedergegeben werden und damit vertiefende Einblicke in die eugenische Lehre erfolgen sollen. Daraufhin steht die Aufgabe, den Text kritisch auf seine Ziele zu hinterfragen. Durch welche Mittel gedenkt Schallmayer sein eugenisches Konzept zu verwirklichen? Unter Zuhilfenahme welcher Argumente begründet er seine Ausführungen?
Basierend auf den Thesen und Ansichten Schallmayers, versucht die Abhandlung im letzten Teil, unter Betrachtung des Kantschen Moral- und Würdeverständnisses die Kontroverse zwischen der Eugenik des beginnenden 20. Jahrhunderts und des aufgeklärten, humanistischen Würdebegriffes näher zu reflektieren. Hier stellt sich die Frage nach dem Gegensatz zwischen kantischer Würdehypothese und der von Schallmayer postulierten Ethik. In welchem Ausmaß bestehen hier Unterschiede oder können Parallelen festgestellt werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 EINLEITUNG

1 ENTSTEHUNG DES EUGENISCHEN GEDANKENGUTES

1.1 Umgang mit Behinderung und Andersartigkeit von der Antike bis zur Neuzeit

1.2. Verwirklichung sozialdarwinistischer Ideen bis 1918

1.3 Vorstellungen vom Perfekten Menschen in der Philosophie

1.3.1 Platons “Politeia”

1.3.2 Campanellas “La Citta del Sole”

2 “GENERATIVE ETHIK” VON W. SCHALLMAYER – EINE TEXTANALYSE

2.1 Inhaltsangabe und Kernthesen

2.1.1 Erklärungsmodell Ethik

2.1.2 Realisierungsvision der Generativen Ethik

2.2 Auslegung und Ziel des Textes

3 SCHALLMAYERS EUGENIKKONZEPT IM WIDERSTREIT MIT DEM WÜRDEBEGRIFF

3.1 Geschichte des Würdebegriffes aus philosophischer Sicht

3.2 Bewertung Schallmayers „generativer Ethik“ unter Zuhilfenahme Kantischer Argumentation

4 ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das eugenische Ideenkonzept von Wilhelm Schallmayer im Kontext historischer Züchtungsutopien und analysiert die Kompatibilität seiner „Generativen Ethik“ mit dem philosophischen Würdebegriff, insbesondere unter Rückgriff auf die Ethik Immanuel Kants.

  • Historische Entwicklung eugenischen Gedankengutes und sozialdarwinistischer Ideen.
  • Analyse von Züchtungsutopien bei Platon und Campanella.
  • Eingehende Textanalyse von Schallmayers „Generativer Ethik“.
  • Philosophische Reflexion des Würdebegriffs in Abgrenzung zum Biologismus.
  • Kritische Bewertung der Instrumentalisierung des Menschen durch staatliche Eugenikprogramme.

Auszug aus dem Buch

3.2 Bewertung Schallmayers Forderung unter Zuhilfenahme kantischer Argumentation

Nach Schallmayers Forderung sollte die gängige Sitten- und Normenansicht überarbeitet und verworfen werden. Dieser aufklärerische Ballast geht unter anderem auf Kants Moralanschauung und Würdebegriff zurück. Auch wenn Kant keine direkten Erwägungen zu den Menschenrechten vollzog, so kann man doch in seinen Schriften eine eindeutige Stellung zur Würde des Menschen erkennen. In ihm werden sowohl die stoischen, als auch die humanistischen Gedanken vereint und als ein Konstrukt reflektiert und konzipiert.

Wenn man nun Schallmayers Kernthesen kurz zusammenfasst, so lässt sich erkennen, dass in seiner „Generativen Ethik“ im Sinne des Gemeinwohles gehandelt werden soll, da dieses über dem individuellen Glück steht und aus diesem Grund mit der Auslese in Verbindung stehendes Elend akzeptiert werden muss. Dies bedeutet durch die Gesetzgebung erstellte und vermittelte sittliche Normen werden als Regulatoren für die Förderung der negativen und positiven Eugenik instrumentalisiert. Dieser bewussten Manipulation der Sitte und Norm und damit der Moralität steht das moralische Portfolio Immanuel Kants entgegen.

Sein Würdebegriff lässt sich unter anderem durch die Autonomie des Menschen eruieren: „Die Autonomie des Willens ist das alleinige Prinzip aller moralischen Gesetze und der ihnen gemäßen Pflichten; alle Heteronomie der Willkür gründet dagegen nicht allein gar keine Verbindlichkeit, sondern ist vielmehr dem Prinzip derselben und der Sittlichkeit des Willens entgegen.“

Zusammenfassung der Kapitel

0 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik ein, stellt die Relevanz des eugenischen Konzepts von Wilhelm Schallmayer dar und skizziert den dreigliedrigen Aufbau der Untersuchung.

1 ENTSTEHUNG DES EUGENISCHEN GEDANKENGUTES: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung eugenischer Ideen nach, von antiken Vorstellungen über Behinderung bis hin zu den darwinistischen Einflüssen des 19. Jahrhunderts und den Züchtungsutopien bei Platon und Campanella.

2 “GENERATIVE ETHIK” VON W. SCHALLMAYER – EINE TEXTANALYSE: Hier wird der Kerntext von Wilhelm Schallmayer inhaltlich analysiert, wobei besonders sein biologisches Verständnis von Ethik und die Forderung nach einer gezielten Steuerung der Fortpflanzung herausgearbeitet werden.

3 SCHALLMAYERS EUGENIKKONZEPT IM WIDERSTREIT MIT DEM WÜRDEBEGRIFF: In diesem Kapitel wird das eugenische Konzept philosophisch hinterfragt und mit dem kantischen Würdebegriff sowie dem kategorischen Imperativ kritisch kontrastiert.

4 ZUSAMMENFASSENDE SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die fundamentale Unvereinbarkeit von Schallmayers Biologismus mit einem humanistischen, auf Autonomie basierenden Menschenbild.

Schlüsselwörter

Eugenik, Generative Ethik, Wilhelm Schallmayer, Sozialdarwinismus, Menschenwürde, Immanuel Kant, Ethik, Züchtungsutopie, Biologismus, Gemeinwohl, Autonomie, Selektion, Philosophie, Rassedienst, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das eugenische Ideenkonzept „Generative Ethik“ von Wilhelm Schallmayer und analysiert dessen philosophische und moralische Implikationen vor dem Hintergrund des Kantischen Würdebegriffs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Eugenik, philosophische Staatsutopien, die Interpretation von Schallmayers Schriften sowie die ethische Auseinandersetzung mit den Grenzen menschlichen Lebens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schallmayers Eugenik-Konzept auf eine Biologisierung der Ethik abzielt und dabei in direkten Widerspruch zu den Prinzipien der Menschenwürde und individuellen Autonomie steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer strukturierten Analyse wissenschaftlicher und historischer Texte, kombiniert mit einer moralphilosophischen Bewertung unter Anwendung der ethischen Theorien Immanuel Kants.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung eugenischer Ideen, eine detaillierte Textanalyse von Schallmayers „Generativer Ethik“ und eine kritische Auseinandersetzung dieses Konzepts mit dem philosophischen Begriff der Menschenwürde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eugenik, Generative Ethik, Menschenwürde, Kant, Biologismus und Autonomie charakterisiert.

Wie bewertet die Autorin Schallmayers Forderung nach staatlicher Manipulation?

Die Autorin bewertet dies als Versuch, das Individuum dem Gemeinwohl zu unterordnen und durch eine wissenschaftlich legitimierte „Interventionswissenschaft“ die Menschenwürde systematisch zu annullieren.

Warum zieht die Autorin gerade Kant für den Vergleich heran?

Kant wird herangezogen, da sein Begriff der Autonomie und der kategorische Imperativ das direkte Gegenmodell zu einem fremdbestimmten, biologisch gesteuerten Handeln darstellen, wie es Schallmayer fordert.

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Details

Title
Schallmayers "Generative Ethik"
Subtitle
Eine Erörterung zur Provenienz des Eugenischen Gedankengutes unter besonderer Betrachtung des Kantischen Würdebegriffes
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie )
Course
„Moral an den Grenzen menschlichen Lebens. Schauplätze der Medizinethik“
Grade
1,7
Author
Janine Schuster (Author)
Publication Year
2010
Pages
28
Catalog Number
V153752
ISBN (eBook)
9783640663378
ISBN (Book)
9783640663354
Language
German
Tags
Schallmayers Generative Ethik Eine Erörterung Provenienz Eugenischen Gedankengutes Betrachtung Kantischen Würdebegriffes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Schuster (Author), 2010, Schallmayers "Generative Ethik", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153752
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