Welche Ziele verfolgt Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten? Welchen Herausforderungen steht sie gegenüber?


Essay, 2009

7 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Ziele, Umsetzung und Herausforderungen von Friedenskonsolidierung

3) Fazit

Literaturverzeichnis

Ausgangsfrage: Welche Ziele verfolgt Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten? Welchen Herausforderungen steht sie gegenüber?

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, welche Ziele von Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten verfolgt werden und welchen Herausforderungen Friedenskonsolidierung gegenüber steht.

Anhaltende Debatten und öffentliche Diskurse über die Interventionen im Irak und Afghanistan haben deutlich gemacht, dass die offizielle Beendigung eines Kriegszustandes nicht unmittelbar mit dem Beginn von Frieden gleichzusetzen ist. Insbesondere die Entwicklungen in diesen genannten Ländern haben verdeutlicht, dass Nachkriegsgesellschaften in erhöhtem Maße davon gefährdet sind, in einen erneuten Zustand gewaltsamer Konfliktaustragung zu verfallen. Um solche Rückfälle zu verhindern, werden sogenannte peacebuilding-Missionen begonnen, welche langfristigen Frieden in Nachkriegsgesellschaften garantieren sollen. Doch wie die Beispiele in Afghanistan und Irak aufzeigen, ist das Gelingen einer peacebuilding-Mission von äußerst vielen Faktoren abhängig, welche sich von Mission zu Mission und von Nation zu Nation unterscheiden. Solche Faktoren können bspw. ökonomischer, politischer oder auch kultureller und gesellschaftlicher Natur sein. Meiner Meinung nach ist demzufolge jede Mission, welche sich Friedenskonsolidierung zum Ziel setzt, individuellen und spezifischen Herausforderungen ausgesetzt. Diese werden im Verlauf dieser Arbeit herausgestellt und thematisiert.

2. Ziele, Umsetzung und Herausforderungen von Friedenskonsolidierung

Wie ich bereits in der Einleitung dieser Arbeit andeutete, sind Missionen mit dem Ziel der Friedenskonsolidierung in erster Linie darauf ausgerichtet, nachhaltig Frieden zu sichern und somit einen erneuten Ausbruch eines kriegerischen Zustandes zu verhindern. Ferdowski und Matthies führen in ihrem Buch „Den Frieden gewinnen“ auch den Begriff der „nachholenden Prävention“ nach Schnabel auf. Demzufolge lässt sich der Begriff Friedenskonsolidierung, welcher mit peacebuilding gleichzusetzen ist, von verwandten Begriffen wie etwa dem peacekeeping und peacemaking genau abgrenzen. Während letztere eher auf kurz- bis mittelfristige Erfolge ausgerichtet sind und zudem militärische Präsenz zwingend voraussetzen, ist der peacebuildingansatz auf langfristige Erfolge ausgerichtet. Ausgangspunkt des peacebuilding ist die Überlegung, durch politische, ökonomische, kulturelle und gesellschaftliche Maßnahmen die betroffene Nation derart zu stabilisieren, dass der erneute Ausbruch eines gewaltvollen Konfliktes verhindert wird. Schneckener führt diesbezüglich vier Dimensionen auf, an welchen Friedenskonsolidierungsmaßnahmen bzw. peacebuilding ansetzen. Er unterscheidet zwischen der sicherheitspolitischen-, politischen-, sozio-ökonomischen- und psycho-sozialen Dimension.

Auf der Grundlage dieser Dimensionen von peacebuilding formuliert Schneckener vier unterschiedliche Strategie-Ansätze aus, welche bei peacebuilding Vorhaben angewandt werden. Die Strategie des Liberalization First zielt insbesondere darauf ab, ein marktwirtschaftliches System einzuführen und auf dieser Grundlage eine demokratische politische Ordnung zu errichten. Eine dementsprechende Maßnahme ist die Organisation von frühen und freien Wahlen. Ebenso wie Liberalization First, ist die Security First- Strategie als eine kurz- bis mittelfristige Strategie anzusehen. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk allerdings eher darauf, der Bevölkerung im betroffenen Land eine möglichst hohe Sicherheitsgarantie zu gewährleisten und demnach mögliche Konfliktparteien voneinander zu trennen und zu entwaffnen. Eher mittel- bis langfristig angelegt ist dagegen die Strategie des Institutionalization First. Sie zielt insbesondere darauf ab, staatliche Institutionen zu errichten und somit Justiz, Polizei und Verwaltung zu reformieren. Ebenso langfristig ausgelegt ist die Civil Society First- Strategie. Sie geht von der Grundannahme aus, dass lediglich eine aktive Zivilgesellschaft dazu beitragen kann, dass nachhaltig Frieden in einer Nachkriegsgesellschaft herrscht. Schneckener stellt diesbezüglich besonders einen Versöhnungsprozess zwischen Konfliktparteien als Notwendigkeit heraus um somit den Konflikt auch auf der psychologischen Ebene zu beenden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Welche Ziele verfolgt Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten? Welchen Herausforderungen steht sie gegenüber?
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V153769
ISBN (eBook)
9783640662845
Dateigröße
422 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedenskonsolidierung, Post Conflict Peacebuilding, Friedens- und Konfliktforschung, Peacebuilding
Arbeit zitieren
Dennis Beschorner (Autor), 2009, Welche Ziele verfolgt Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten? Welchen Herausforderungen steht sie gegenüber?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153769

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Welche Ziele verfolgt Friedenskonsolidierung nach gewaltsamen Konflikten? Welchen Herausforderungen steht sie gegenüber?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden