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Politik als (Talk)Show?

Politische Gesprächsrunden im Fernsehen

Title: Politik als (Talk)Show?

Term Paper , 2010 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Peter Penjak (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Was haben Birgit Homburger, Karl Lauterbach, Bärbel Höhn, Sahra Wagenknecht und Ursula von der Leyen gemeinsam? Abgesehen davon, dass es sich bei den genannten Personen um Politiker handelt, scheinen sie sehr wenig gemeinsam zu haben. Sie gehören alle unterschiedlichen Parteien an und vertreten außerdem die unterschiedlichsten Aufgabengebiete in der Politik. Was also eint diese Leute? Ihre Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie im Jahr 2010 alle schon einmal in der sonntäglichen ARD-Talkshow „Anne Will“ Platz genommen haben.
In Zeiten steigender Politikverdrossenheit innerhalb der Bevölkerung ist es eigentlich nur zu befürworten, wenn Politiker vermehrt versuchen die Bürger über das Medium mit der größten Reichweite anzusprechen. Doch genau darin liegt auch die größte Gefahr: Wollen die Politiker den ihnen gebotenen Raum wirklich nur zur ernsthaften Politikvermittlung nutzen? Oder überwiegt nicht doch der Drang zur politischen Selbstinszenierung und Imagepflege? Und welche Ziele verfolgen die Medien bzw. Medienschaffenden bei diesem Prozess? Mit diesen Fragen befasst sich die vorliegende Arbeit, wobei insbesondere untersucht werden soll, ob in Polittalks tatsächlich politische Inhalte vermitteln werden, oder ob sie lediglich Politikern als selbstdarstellerische Bühne und Medienunternehmen als preisgünstige Quotenheber dienen. Jene Fragestellungen sind angesichts der immer weiter sinkenden Wahlbeteiligung der Bürger, der schleichenden Verschlechterung des Ansehens der Politiker in der Bevölkerung und der wachsenden Politikverdrossenheit sehr akut. Stellen politische Talkshows eventuell eine neue Form der Politikvermittlung dar oder können sie gar die genannten Probleme der Politik in Deutschland beheben – welche Rolle spielt dabei das Politainment?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Verhältnis der Politik und Medien zueinander

2.1 Funktion der Massenmedien in der Gesellschaft

2.2 Politikvermittlung in den Massenmedien

2.3 Politainment

3. Politische Talkshows

3.1 Die Entwicklung der politischen Talkshow

3.2 Merkmale einer politischen Talkshow

3.3 Wirkung politischer Diskussionssendungen auf den Rezipienten

4. Möglichkeiten der Inszenierung in politischen Talkshows

4.1 Leitsätze von Politikerauftritten in Polittalks

4.2 Personalisierung

4.3 Visualisierungsmöglichkeiten in Polittalks

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen seriöser Politikvermittlung und medialer Selbstinszenierung in deutschen Fernsehtalkshows, um zu analysieren, ob diese Sendungen als neue Form der politischen Kommunikation dienen oder primär Unterhaltungszwecken folgen.

  • Das Verhältnis zwischen Politik und Medien sowie der Begriff Politainment.
  • Die historische Entwicklung und Merkmale politischer Fernseh-Talkshows.
  • Inszenierungsstrategien von Politikern und deren mediale Darstellung.
  • Die Rolle der Personalisierung und Visualisierung im politischen Diskurs.
  • Die Funktion politischer Talkshows für den Zuschauer und das demokratische System.

Auszug aus dem Buch

2.3 Politainment

„Politainment“ ist ein Kofferwort aus den Wörtern Politik und Entertainment. Lange schienen sich diese beiden Begriffe gegenseitig auszuschließen. Die Politik stand für Seriosität, während das Entertainment die Sparte Unterhaltung vertrat. Die Vereinigung dieser beiden Begriffe ist nicht zuletzt der Entstehung des dualen Rundfunksystems im Jahre 1984 zu verdanken. „War das Fernsehen vorher eine quasistaatliche Angelegenheit, so hat sich in der Folge ein Marktgeschehen herausgebildet, bei dem alle Sender ständig um Quoten und Marktanteile kämpfen müssen. Der Populismus des Marktes hat dazu geführt, daß die vom Publikum hauptsächlich nachgefragten Unterhaltungsformate einen großen Anteil in der Programmstruktur der privaten, aber zunehmend auch der öffentlich-rechtlichen Anstalten ausmachen.“ (Dörner 2001: 42) Der Siegeszug des Unterhaltungselements wird klar, wenn man sich bewusst wird, dass es neben dem Politainment noch das Infotainment (Verschmelzung von Information und Entertainment), das Edutainment (Verschmelzung von Education und Entertainment), sowie das Docutainment (Verschmelzung von Documentation mit Entertainment) als Angebotsformate im TV gibt. Vereinfacht gesagt, wird „Information zunehmend in unterhaltend inszenierten Rahmungen“ (ebd.: 57) präsentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Politikverdrossenheit ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle politischer Talkshows zwischen Information und Inszenierung.

2. Verhältnis der Politik und Medien zueinander: Dieses Kapitel erläutert die Funktionen der Massenmedien, die Mechanismen der Politikvermittlung und definiert den Begriff Politainment als Verschmelzung von Politik und Unterhaltung.

3. Politische Talkshows: Hier werden die historische Entwicklung, die spezifischen Merkmale sowie die Wirkungsweise politischer Diskussionssendungen auf den Zuschauer analysiert.

4. Möglichkeiten der Inszenierung in politischen Talkshows: Das Kapitel untersucht anhand von Kriterien wie Personalisierung, Visualisierung und Verhaltensregeln für Politiker den Grad der Inszenierung in Polittalks.

5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Frage, welchen Nutzen politische Talkshows für die Demokratie und die Bevölkerung bieten können.

Schlüsselwörter

Politische Talkshows, Politainment, Medien, Politikvermittlung, Inszenierung, Fernsehen, Politische Kommunikation, Personalisierung, Visualisierung, Agenda-Setting, Öffentlichkeit, Unterhaltung, Demokratie, Wahlkampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung und die Inszenierung von politischen Talkshows im deutschen Fernsehen vor dem Hintergrund einer zunehmenden Verschmelzung von Politik und Unterhaltung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Medien und Politik, das Konzept des Politainments, die Charakteristika von Polittalks sowie die verschiedenen Strategien der medialen Selbstinszenierung durch Politiker.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Arbeit untersucht, ob politische Talkshows tatsächlich zur sachlichen Politikvermittlung beitragen oder ob sie primär als selbstdarstellerische Bühnen für Politiker und quotenorientierte Unterhaltungsmedien fungieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Untersuchung gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Auseinandersetzung mit kommunikationswissenschaftlichen Ansätzen und Sendeformaten.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Medienverhältnisses, die historische Definition politischer Talkshows und die konkrete Untersuchung von Inszenierungskriterien wie Personalisierung und Visualisierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Politainment, Politikvermittlung, Inszenierung, Politische Talkshows und der öffentliche Diskurs.

Welche Rolle spielt die Personalisierung in Talkshows?

Die Personalisierung dient dazu, politische Botschaften greifbarer zu machen, indem Politiker ihre Persönlichkeit in den Vordergrund stellen, um eine Identifikation des Wählers zu ermöglichen.

Wie beeinflusst die Kameraführung die Wahrnehmung von Politikern?

Durch gezielte Kameradramaturgie, wie Nahaufnahmen von Mimik oder die Inszenierung von Reaktionen, werden Emotionen verstärkt und der Showcharakter der Sendung betont, was die sachliche Argumentation in den Hintergrund drängen kann.

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Details

Title
Politik als (Talk)Show?
Subtitle
Politische Gesprächsrunden im Fernsehen
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaften)
Course
Wahlkampfkommunikation: Massenmedien und Politik
Grade
1,3
Author
Peter Penjak (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V153929
ISBN (eBook)
9783640664627
ISBN (Book)
9783640664375
Language
German
Tags
Politik Politische Gesprächsrunden Fernsehen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Penjak (Author), 2010, Politik als (Talk)Show?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/153929
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