In dieser Hausarbeit werden die Textmuster und Textfunktionen von Todesanzeigen sowie deren Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert analysiert. Die diachrone Untersuchung dieser Textsorte soll den textuellen Wandel von Todesanzeigen verdeutlichen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine Analyse der textuellen und visuellen Bestandteile dieser Textsorte durchzuführen und deren Veränderungen im Laufe der Zeit festzuhalten.
Der Aufbau der Hausarbeit wird so aussehen: Nach der Einleitung folgt der theoretische Teil zu Textsorten, Textsortenwandel und Definitionen. Danach wird dargestellt, wie die Daten erhoben und welche Methode genutzt wurde. Dann kommt der Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit, welcher ein selbst erstelltes Korpus mit Todesanzeigen ist. Der Zeitraum der Untersuchung ist auf das 20. Jahrhundert und 21. Jahrhundert beschränkt, sodass 28 Todesanzeigen näher analysiert werden können. Bei der Untersuchung werden zwischen sprachlichen bzw. textuellen und visuellen Eigenschaften differenziert, um ein vollständiges Verständnis der Textsorte zu erlangen. Darauf aufbauend werden im Fazit die Ergebnisse diskutiert. Zentrale Fragestellungen dieser Arbeit werden sein, welche Textfunktionen Todesanzeigen erfüllen und wie sich diese Funktion im Laufe der Zeit gewandelt hat und welche Textmuster Todes- bzw. Traueranzeigen auszeichnen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
3 Daten und Methode
4 Untersuchung
4.1 Untersuchung der visuellen Elemente
4.2 Untersuchung der textuellen Elemente
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den diachronen Wandel der Textsorte Todesanzeige im 20. und 21. Jahrhundert zu analysieren. Dabei steht die Untersuchung der Veränderung textueller und visueller Bestandteile sowie der zugrundeliegenden Textfunktionen im Fokus, um zu klären, wie sich die Darstellung von Trauer und das Textmuster über die Zeit hinweg entwickelt haben.
- Analyse des Textsortenwandels zwischen dem 20. und 21. Jahrhundert
- Untersuchung textueller Merkmale, wie Todesmetaphern und direkte Ansprachen
- Betrachtung visueller Elemente wie Trauerränder, Symbole und Fotos
- Evaluation der Verschiebung von assertiven zu expressiven Textfunktionen
- Rekonstruktion stilistischer Entwicklungen im Korpus von 28 Todesanzeigen
Auszug aus dem Buch
4 Untersuchung
Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung der Todesanzeigen. Zunächst werden die Todesanzeigen im Allgemeinen definiert und verschiedene Merkmale festgehalten. Darauf aufbauend werden zunächst die visuellen Elemente, dann die textuellen Elemente der ausgewählten Todesanzeigen analysiert.
In der Alltagssprache werden die Begriffe Todesanzeige und Traueranzeige uneinheitlich verwendet. Möller (2007) greift Sandigs (1983) Definition für die Unterscheidung der beiden Begrifflichkeiten auf. In der Todesanzeige steht der Tod bzw. die verstorbene Person im Vordergrund. In Traueranzeigen hingegen sind die Hinterbliebenen die Protagonisten der Anzeigen und ihre Trauer steht im Vordergrund (vgl. Möller 2007, S. 9f.). Das geht auf die bereits im zweiten Kapitel genannte Textfunktion in Todesanzeigen zurück. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts hatten Todesanzeigen eine assertive Funktion, sie gaben über das Ableben einer Person bekannt und informierten über die Beerdigung. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts hingegen, hatten Todesanzeigen eine expressive Funktion, die Gefühlslage der Hinterbliebenen blieb mehr im Fokus und manchmal wurde auch ein persönlicher Einblick in das Leben und in die Beziehung des Verstorbenen zu den Hinterbliebenen gegeben (vgl. Nübling 2017, S. 204f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Todesanzeigen als kulturell geprägte Textsorte ein und definiert das Ziel, den textuellen Wandel im 20. und 21. Jahrhundert zu untersuchen.
2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erörtert wissenschaftliche Definitionen von Textbegriffen, Textsorten und Textfunktionen, insbesondere unter Berücksichtigung der Sprechakttheorie.
3 Daten und Methode: Hier werden die Quellen für das selbst erstellte Korpus beschrieben, das historische Zeitungsdaten aus dem 20. und 21. Jahrhundert umfasst.
4 Untersuchung: Im Hauptteil werden die visuellen und textuellen Muster der Todesanzeigen analysiert, um den Wandel von einer offiziellen Informationsvermittlung zur individuellen Mitteilung aufzuzeigen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt den Wandel von einer formal-assertiven hin zu einer persönlich-expressiven Textfunktion in modernen Traueranzeigen.
Schlüsselwörter
Todesanzeige, Traueranzeige, Textsortenwandel, Textlinguistik, Diachrone Untersuchung, Textfunktion, Trauerrand, Todesmetaphern, assertive Funktion, expressive Funktion, Textmuster, Individualisierung, Bestattungskultur, Sprachwandel, Trauerkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Todesanzeigen und analysiert deren inhaltliche und formale Entwicklung in einem Zeitraum vom 20. bis zum 21. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Textlinguistik, die Analyse von Textsortenmerkmalen und der Wandel der kommunikativen Funktion von Todesanzeigen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den textuellen und visuellen Wandel der Todesanzeige nachzuweisen und zu beschreiben, wie sich die Anzeige von einer sachlichen Bekanntmachung zu einer individuellen Ausdrucksform der Trauer entwickelt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine diachrone korpusbasierte Analyse, bei der 28 Todesanzeigen aus verschiedenen Zeiträumen des 20. und 21. Jahrhunderts hinsichtlich ihrer sprachlichen und visuellen Gestalt verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine visuelle Analyse (z.B. Trauerränder, Symbole, Fotos) und eine textuelle Analyse (z.B. Todesmetaphern, Anredepronomen, Sprüche).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Textsortenwandel, expressive Funktion und Individualisierung der Trauer.
Warum haben sich Todesanzeigen von der assertiven zur expressiven Funktion gewandelt?
Der Wandel spiegelt eine gesellschaftliche Veränderung wider, bei der die subjektive Gefühlslage der Hinterbliebenen und die Persönlichkeit des Verstorbenen stärker in das Zentrum der öffentlichen Kommunikation rücken.
Welche Rolle spielen Symbole wie Kreuze oder Blumen?
Symbole dienten historisch oft der religiösen Einordnung; ihr Auftreten oder Verschwinden verdeutlicht den Trend zur Personalisierung, bei der religiöse Traditionen zunehmend durch individuellere Ausdrucksformen ersetzt oder ergänzt werden.
Was ist das Ergebnis bezüglich der Verwendung des Trauerrandes?
Es zeigt sich, dass der für frühe Todesanzeigen typische, breite schwarze Trauerrand im Laufe der Jahrzehnte schmaler und weniger obligatorisch geworden ist, was den allgemeinen Trend zur Abkehr von strengen formalen Normen untermauert.
Wird in modernen Todesanzeigen heute noch direkt vom Tod gesprochen?
Seltener; moderne Anzeigen bevorzugen zunehmend euphemistische Formulierungen (Todesmetaphern) oder gar keine explizite Nennung des Todes, sofern der Kontext (das Format der Traueranzeige) bereits für den Rezipienten eindeutig ist.
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- Anonym (Author), 2024, Textmuster in Todesanzeigen des 20. und 21. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1539397