Großprojekte, wie beispielsweise der Bau von Flughäfen oder Staudämmen, bringen Investitionsbedarf und Risiken mit sich, die für einzelne Unternehmen alleine nicht zu bewältigen sind. Das Hauptproblem bei derartigen Großprojekten ist die Akquise des notwendigen Kapitals. Ein weiteres Problem ist, dass in den seltensten Fällen ein Unternehmen allein das nötige Know-how besitzt um ein Großprojekt allein durchzuführen.
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Ziel dieser Ausarbeitung ist es den theoretischen Ansatz der Projektfinanzierung zu erläutern. Hierbei sollen Chancen und Risiken der Projektfinanzierung als Alternative zu konventionellen Finanzierungsformen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Projekt
2.1 Projektbegriff
2.2 Projektstruktur
2.3 Projektrisiken
3. Finanzierungsvorgang
3.1 Ablauf
3.2 Merkmale
3.3 Unterschiede zur klassischen Unternehmensfinanzierung
4. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit erläutert den theoretischen Ansatz der Projektfinanzierung, um Chancen und Risiken dieser Methode im Vergleich zu konventionellen Finanzierungsformen für Großprojekte zu analysieren.
- Grundlagen und Definitionen von Projektfinanzierungen
- Strukturierung der Projektorganisation (Sponsoren, Zweckgesellschaft/SPV)
- Kategorisierung und Management von Projektrisiken
- Ablauf und Charakteristika des Finanzierungsvorgangs
- Abgrenzung zur klassischen Unternehmensfinanzierung
Auszug aus dem Buch
2.2 Projektstruktur
Der Aufbau eines Projektes ist stets individuell, setzt sich jedoch in der Regel aus einem sog. Betreiberkonsortium, oder auch Projektträger, zusammen. Die Besetzung eines solchen Betreiberkonsortiums wird im Folgenden beschrieben und ist aus Abb.1 ersichtlich. Die Projekteigentümer werden auch als Sponsoren bezeichnet und erbringen den größten Anteil des Eigenkapitals, der in das Projekt mit einfließt. Sie gründen eine sog. Zweckgesellschaft, oder auch Special Purpose Vehicle (SPV). Während der gesamten Laufzeit des Projektes sind die Initiatoren eines Projektes, soweit nicht anders vertraglich vereinbart, zu haften.
Bereits zu einem frühen Zeitpunkt werden Bauunternehmer vertraglich an das Projekt gebunden. Diese werden im Kontext der Projektfinanzierung auch als Engeneering Contractors bezeichnet. Um den Absatz bzw. die Nutzung des Produktes sicher zu stellen werden auch Abnehmer vertraglich an deren Abnahmeverpflichtung gebunden. Eines der großen Risiken bei Großprojekten stellt die Gefahr dar, das Projekt nicht fertig stellen zu können. Damit die Grundlage für die Fertigstellung gegeben ist, werden ebenfalls Lieferanten in die Projektorganisation mit einbezogen.
Um Genehmigungen und Auskünfte rechtzeitig erteilt zu bekommen, sind Behörden und der Staat im Allgemeinen als Partei in einem Projekt angesiedelt. Versicherungen sind hier zweckmäßig Vertreten und sichern die hohen, u.a. finanziellen, Risiken ab. Da eine vollkommene Absicherung nicht realisierbar ist, bleiben jedoch stets Restrisiken. Banken und andere Kreditgeber beschäftigen sich mit dem Zufluss von Fremdkapital in das Projekt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problemstellung bei Großprojekten, der Zielsetzung der Arbeit sowie der methodischen Vorgehensweise.
2. Projekt: Erläuterung des Projektbegriffs, der komplexen Projektstruktur unter Einbindung verschiedener Akteure und der Kategorisierung typischer Projektrisiken.
3. Finanzierungsvorgang: Beschreibung des typischen Ablaufs einer Projektfinanzierung, der zentralen Merkmale wie Cashflow-Related-Lending und der Abgrenzung zur klassischen Unternehmensfinanzierung.
4. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der Projektfinanzierung als Instrument zur Realisierung kapitalintensiver Projekte und kritische Betrachtung der damit verbundenen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Projektfinanzierung, Großprojekte, Zweckgesellschaft, SPV, Risikomanagement, Cashflow, Eigenkapital, Fremdkapital, Sponsoren, Risk-Sharing, Off-Balance-Sheet-Financing, Investitionsbedarf, Bauvertrag, Kreditgeber, Finanzierungsstruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit behandelt den theoretischen Ansatz der Projektfinanzierung und untersucht diese als alternative Finanzierungsmethode für komplexe Großprojekte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Projektstruktur, dem Risikomanagement in Projekten sowie den spezifischen Mechanismen der Projektfinanzierung, wie dem Cashflow-Related-Lending.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erläuterung der Projektfinanzierung und die Aufzeigung der damit verbundenen Chancen und Risiken im Vergleich zu konventionellen Finanzierungsformen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand anhand der einschlägigen Fachliteratur wiedergibt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Projektmerkmale, die detaillierte Darstellung von Projektrisiken sowie die Analyse des Finanzierungsvorgangs inklusive der Unterscheidung zur klassischen Unternehmensfinanzierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Projektfinanzierung, Zweckgesellschaft (SPV), Risk-Sharing, Cashflow-Related-Lending und Off-Balance-Sheet-Financing.
Warum spielt die Zweckgesellschaft eine so zentrale Rolle?
Die Zweckgesellschaft fungiert als eigenständige, rechtsfähige Wirtschaftseinheit, die den Zweck der Finanzierung und Umsetzung des spezifischen Projekts erfüllt und die Bilanz der Sponsoren entlasten kann.
Wie unterscheidet sich die Projektfinanzierung von klassischer Finanzierung?
Während bei klassischer Finanzierung die Bonität des Unternehmens entscheidend ist, basiert die Projektfinanzierung primär auf der Absicherung durch den erwarteten Cashflow des Projekts selbst.
Welche Rolle spielen Versicherungen in der Projektstruktur?
Versicherungen sind ein erprobtes Mittel zur Risikoreduktion, insbesondere um "insurable risks" und unvorhersehbare Ereignisse ("Force-Majeure-Risiko") abzusichern.
Was bedeutet der Begriff „Non-Recurse-Financing“?
Dabei werden die Sponsoren mit Ausnahme ihrer Eigenkapitaleinlage vollständig aus der finanziellen Haftung entlassen, was den seltensten Fall der Rückgriffsmöglichkeit darstellt.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Theis (Autor:in), 2009, Projektfinanzierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154022