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Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts

Das Beispiel der Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907

Titel: Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2010 , 32 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Markus Hanfler (Autor:in)

Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit Menschengedenken wird über Krieg und Frieden diskutiert. Mit den Staatstheoretikern der Moderne erhält die Debatte einen Aufschwung. Erstmals wird über das Völkerrecht beim Frieden von Münster und Osnabrück verhandelt, nachdem Hugo Grotius mit seinem Werk „De jure belli ac pacis“ den Zeitgeist prägte.
Im 18. Jahrhundert, die Gruppe von international agierenden Universalgelehrten mit bürgerlichen Wurzeln wird immer größer, erreichen die Ideale der Aufklärung die politischen Entscheidungen. Auf den Haager Friedenskonferenzen werden die Ideale der Aufklärung, auf die sich die pazifistische Bewegung beruften, erstmals akzeptiert. Denn sie werden in völkerrechtliche Dokumente aufgenommen. Damit zeigt die nichtstaatliche pazifistische Bewegung, dass es möglich ist, die Ideale der Aufklärung in die Politik aufzunehmen. Die herrschende Klasse auf der ganzen Welt hatte bis dahin immer nur Argumente geliefert, warum dies nicht möglich sei.
Beispiel Friedrich II. von Preußen: In seiner Jugend beschäftigte er sich zum Ärger des Vaters mit musischen Dingen, wie Flötenspielen und Dichtkunst, und stand in Kontakt mit französischen Philosophen. Er schrieb sogar eine politische Abhandlung über Machiavelli, in der Friederich Machiavellis Argumente in der Tradition der Aufklärung stark kritisierte und ablehnte. 1740 starb der österreichische Kaiser Karl IV. Vor seinem Tod konnte er die europäischen Mächte dazu verpflichten, die Unantastbarkeit der österreichischen Besitzungen auch unter seiner Nachfolgerin Maria Theresia anzuerkennen. Weder die Unterschrift, noch der aufklärerische Appell gegen Machiavelli, noch die freundschaftlichen Beziehungen zu Maria Theresia hielten Friedrich II. davon ab, die österreichische Region Schlesien in preußischen Besitz zu nehmen (vgl. Craig, George 1984: 33 - siehe auch Lit.verz.).
Aus dem Beispiel ergibt sich die Motivation, diese Arbeit zu verfassen: Der Widerspruch zwischen den eigenen Idealen und der Realität der Politik zerreibt auch heute noch viele Staatsmänner. Umso interessanter, dass früher die Kluft zwischen Idealen und Politik noch größer war, weil der Krieg als legitimes Mittel der Politik galt. Die Haager Friedenskonferenzen liefern für diesen Analyseschwerpunkt ein gutes Beispiel.
Das Ziel der Arbeit wird sein, diese Kluft herauszuarbeiten. Dabei wird sich zeigen, welche Möglichkeiten das Völkerrecht hat. Bleibt es bei Heucheleien zur Friedensliebe oder lassen sich Erfolge in der internationalen Kooperation finden?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum historischen Kontext – Stichpunkte zur Geschichte des Völkerrechts

3. Politische Rahmenbedingungen

3.1 Globalisierung

3.2 Nationalismus

3.3 Imperialismus

4. Die Haager Friedenskonferenzen

5. Die Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts am Beispiel der Haager Friedenskonferenzen

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert, wobei die Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 als zentrales Fallbeispiel dienen. Die Arbeit analysiert dabei, inwieweit pazifistische Ideale der Aufklärung mit den machtpolitischen Realitäten und dem wachsenden Nationalismus im Deutschen Kaiserreich und anderen Mächten kollidierten.

  • Historische Entwicklung des Völkerrechts und dessen Meilensteine.
  • Einfluss von Globalisierung, Nationalismus und Imperialismus auf die internationale Politik.
  • Analyse des russischen Zarenmanifests und dessen diplomatische Hintergründe.
  • Evaluation der Haager Friedenskonferenzen hinsichtlich ihrer Erfolge und ihres Scheiterns.
  • Untersuchung der Rolle des Deutschen Kaiserreiches in den internationalen Beziehungen vor 1914.

Auszug aus dem Buch

Die Haager Friedenskonferenzen

Am 24. August 1898 übergab der russische Außenminister Michail Nikolajewitsch Mouravieff den Botschaftern und Gesandten am Hof des Zaren Nikolaus II. ein Schriftstück, in dem folgendes zu lesen war: „Die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens und eine mögliche Herabsetzung der übermäßigen Rüstungen, welche auf allen Nationen lastet, stellen sich in der gegenwärtigen Lage der ganzen Welt als ein Ideal dar, auf das die Bemühungen aller Regierungen gerichtet sein sollten.“

Und weiter: „Die Bewahrung des Friedens wurde als Ziel der internationalen Politik vorangetrieben; in seinem Namen [gemeint ist im Namen des Friedens (Anm. des Autors)] haben Großmächte miteinander mächtige Allianzen geschlossen. Um den Frieden besser zu garantieren, haben sie in bis dahin unbekanntem Ausmaß ihre Militärkräfte weiterentwickelt und setzen deren Vermehrung fort, ohne vor irgendeinem Opfer zurückzuschrecken.

All diese Bemühungen haben gleichwohl nicht dazugeführt, dass das wohltätige Ergebnis einer gewünschten Befriedung herbeigebracht wird. Die finanziellen Lasten verfolgen eine stetige Tendenz und treffen die Volkswohlfahrt an ihrer Wurzel.

Die geistigen und physischen Kräfte der Völker die Arbeit und das Kapital werden zum großen Teil von ihrer natürlichen Bestimmung abgelenkt und in unproduktiver Weise aufgezehrt. Hunderte Millionen werden aufgewendet, um furchtbare Zerstörungmaschinen zu beschaffen, die heute als das letzte Wort der Wissenschaft betrachtet werden und schon morgen, dazu verurteilt sind jeden Wert zu verlieren, in Folge irgendeiner neuen Entdeckung auf diesem Gebiet. […] Die wirtschaftlichen Krisen sind zum großen Teil hervorgerufen durch das System der Rüstungen bis aufs äußerste, und die ständige Gefahr, welche in dieser Kriegsmaterialsammlung ruht, macht die Heere unserer Tage zu einer erdrückenden Last, welche die Völker mehr und mehr nur mit Mühe tragen können.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Debatte über Krieg und Frieden und führt in die Motivation ein, den Widerspruch zwischen aufklärerischen Idealen und politischer Realität anhand der Haager Konferenzen zu untersuchen.

2. Zum historischen Kontext – Stichpunkte zur Geschichte des Völkerrechts: Dieses Kapitel skizziert die Entstehung des modernen Völkerrechts ab dem Westfälischen Frieden von 1648 und die Bedeutung des Mächtegleichgewichts.

3. Politische Rahmenbedingungen: Hier werden die Trias aus Globalisierung, Nationalismus und Imperialismus analysiert, die das internationale System vor 1914 maßgeblich prägten.

4. Die Haager Friedenskonferenzen: Das Kapitel befasst sich mit der Genese der Konferenzen, dem Zarenmanifest und den diplomatischen Herausforderungen bei deren Einberufung.

5. Die Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts am Beispiel der Haager Friedenskonferenzen: Die Analyse der Ergebnisse der Konferenzen sowie deren skeptische Aufnahme durch zeitgenössische Akteure wie Wilhelm II. oder John Fisher.

6. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Betrachtung der Problematik, dass die Haager Friedenskonferenzen zwar ihrer Zeit voraus waren, jedoch an der nationalstaatlichen Machtpolitik scheiterten.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Völkerrecht, Haager Friedenskonferenzen, Zarenmanifest, Globalisierung, Nationalismus, Imperialismus, Außenpolitik, Deutsches Kaiserreich, Balance of Power, Diplomatie, Pazifismus, Abrüstung, Rüstungswettlauf, Internationale Kooperation, Souveränität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Effektivität und die Grenzen des Völkerrechts am Beispiel der Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 sowie deren Scheitern im Kontext der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung des Völkerrechts, die politischen Rahmenbedingungen durch Nationalismus und Imperialismus sowie die ambivalente Rolle der Großmächte bei internationalen Kooperationsversuchen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt nach dem Widerspruch zwischen den Idealen der Aufklärung, die den Haager Konferenzen zugrunde lagen, und der machtpolitischen Realität, die letztlich den Weg in den Ersten Weltkrieg ebnete.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer Auswertung zeitgenössischer Dokumente sowie einer kritischen Auseinandersetzung mit der fachwissenschaftlichen Literatur zur Friedens- und Konfliktforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die politischen Bedingungen der Epoche, die Entstehung der Haager Konferenzen durch das Zarenmanifest sowie die Reaktionen der internationalen Staatengemeinschaft auf diese Friedensinitiativen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Dokument?

Zentrale Begriffe sind Völkerrecht, Haager Friedenskonferenzen, Machtpolitik, nationalstaatliche Souveränität, Rüstungswettlauf und die Rolle der pazifistischen Bewegung.

Wie bewertet der Autor die Erfolge der Haager Friedenskonferenzen?

Der Autor ordnet die Konferenzen als historisch bedeutsame Vorläufer für internationale Kooperation ein, betont jedoch, dass sie aufgrund der kriegsorientierten Mentalität der damaligen Großmächte keine wirkliche Friedenssicherung bewirken konnten.

Welche Rolle spielt das Deutsche Kaiserreich in der Untersuchung?

Das Deutsche Kaiserreich wird als aufstrebende Großmacht analysiert, deren Bündnispolitik und imperialistisches Streben maßgeblich dazu beitrugen, dass das System der „Balance of Power“ seine friedenssichernde Funktion verlor.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts
Untertitel
Das Beispiel der Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Friederich-Meinecke-Institut)
Veranstaltung
Kommunikation, Reflexion, Aktion. Europäische Öffentlichkeit und Regierungshandeln an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert
Note
2,3
Autor
Markus Hanfler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V154099
ISBN (eBook)
9783640669394
ISBN (Buch)
9783640669424
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Völkerrecht Friedenskonferenz 1899 1907 Den Haag
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Hanfler (Autor:in), 2010, Möglichkeiten und Grenzen des Völkerrechts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154099
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Leseprobe aus  32  Seiten
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