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Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus

Übermacht, Autonomie, wechselseitige Beeinflussung?

Title: Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus

Term Paper , 2008 , 17 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Jahn (Author)

Communications - Public Relations, Advertising, Marketing, Social Media
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Öffentliche Kommunikation durchzieht nahezu alle Bereiche unserer modernen Gesellschaft. Wenn man nach dem Soziologen Niklas Luhmann und seiner Systemtheorie geht, dann ist es gar die Kommunikation, welche unsere Gesellschaft als soziales System entstehen lässt und aufrecht erhält (vgl. Luhmann & Baecker 2002: 78). Zwei ausgenommen wichtige Typen öffentlicher Kommunikation - die PR und der Journalismus - und ihr Verhältnis zueinander sollen im Folgenden untersucht werden. Beide spielen in unserem alltäglichen Leben eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn nahezu jeder verspürt Tag für Tag dieses Informationsbedürfnis, das uns dazu treibt, den Fernseher einzuschalten, die Zeitung aufzublättern oder durch das Internet zu surfen, um möglichst schnell an die aktuellsten Meldungen aus aller Welt zu gelangen. Von wem aber stammen diese Informationen, die sich in den Berichten der Fernsehnachrichten, auf den Unmengen von Webseiten oder in der Tageszeitung finden lassen? Diese Frage stellt sich kaum jemand, denn in den meisten Fällen werden jene Nachrichten als Tatsachen hingenommen und nicht weiter hinterfragt, da sich das Bild des neutralen Journalisten, dem es einzig und allein an einer objektiven Berichterstattung gelegen ist, um die Öffentlichkeit über die ungeschönte Wahrheit zu informieren, noch immer hartnäckig zu halten scheint. Die Quellen, aus denen der Journalist seine Informationen auswählt, spielen hierbei nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle. In Anbetracht der Veränderungen, welche die Medienlandschaft durchlief, durchläuft und auch zukünftig noch durchlaufen wird, ist dieses Bild jedoch überholt und bedarf einer neuen Sichtweise. Allerdings ist nicht nur der traditionelle Journalismus von diesen eminenten Veränderungen betroffen, sondern auch die Public Relations befindet sich in einem ständigen Wandel. Dieser wird jedoch noch weniger wahrgenommen, da das Berufsbild des Öffentlichkeitsarbeiters längst nicht so geläufig ist wie das des Journalisten. Aufgrund dessen fällt es den meisten Laien sehr schwer zu erkennen, welche Leistungen die PR eigentlich für die Öffentlichkeit erbringt. Darüberhinaus führt eine zunehmende Verwischung der Grenzen zwischen PR und Journalismus dazu, dass es immer schwieriger wird, klare Strukturen auszumachen. Deshalb gilt es im Laufe dieser Arbeit zu klären, wie sich die PR-Journalismus-Beziehung wissenschaftlich erklären lässt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionsansätze

2.1 Public Relations

2.2 Journalismus

3. Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus

3.1 Theoretische Ansätze

3.1.1 Der steuerungstheoretische Determinationsansatz

3.1.2 Der handlungstheoretische Intereffikationsansatz

3.1.3 Der systemtheoretische Interpenetrationsansatz

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und spannungsreiche Verhältnis zwischen Public Relations und Journalismus im Kontext der modernen Medienlandschaft. Ziel ist es, wissenschaftliche Erklärungsmodelle für die gegenseitige Beeinflussung dieser beiden Akteure zu analysieren und zu prüfen, inwieweit das Bild der wechselseitigen Abhängigkeit oder Dominanz wissenschaftlich haltbar ist.

  • Grundlegende Begriffsbestimmung von PR und Journalismus
  • Analyse der Interdependenz zwischen Medienorganisationen und Öffentlichkeitsarbeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem steuerungstheoretischen Determinationsansatz
  • Erläuterung des Intereffikationsmodells nach Bentele
  • Diskussion des systemtheoretischen Interpenetrationsansatzes

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Der handlungstheoretische Intereffikationsansatz

Als Weiterentwicklung des Determinationsansatzes hat ein Forscherteam um den Leipziger Kommunikationswissenschaftler, Günter Bentele, den Intereffikationsansatz erschaffen. Der Begriff Intereffikation setzt sich aus dem lateinischen efficare und der Präposition inter zusammen. In die deutsche Sprache übersetzt bedeutet inter „zwischen, zusammen“ und efficare „etwas ermöglichen“.

Bentele hat diese Wortneuschöpfung gewählt, da sie das Verhältnis zwischen PR und Journalismus seiner Auffassung nach besser beschreibt als Interdependenz oder Determination. Denn Bentele geht nicht wie Westerbarkey, der den Begriff der Interdependenz als „Verhältnisse wechselseitiger Abhängigkeit [...] aus Sicht erlebender Systeme, also aus passiver Sicht“ (Westerbarkey 1995: 152) beschreibt, von einer derart passiven Haltung eines einzelnen Systems oder gar einer einseitigen Beeinflussung, wie Barbara Baerns sie beschrieben hat, aus.

Seiner Meinung nach basiert das Verhältnis von PR und Journalismus auf gegenseitigem Einfluss, Orientierung und Abhängigkeit, die sich wiederum aus dem beiderseitigen Ermöglichen von Leistungen ergründen.

„Die Kommunikationsleistungen jeder Seite sind nur möglich, weil die jeweils andere Seite existiert und mehr oder weniger bereitwillig mitspielt“ (Bentele & Liebert & Seeling 1997: 240)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der öffentlichen Kommunikation ein und stellt die zentrale Frage nach dem Machtverhältnis und der gegenseitigen Beeinflussung von PR und Journalismus.

2. Definitionsansätze: Dieses Kapitel stellt eine Auswahl an fachwissenschaftlichen Definitionen für Public Relations und Journalismus zusammen, um eine Grundlage für das weitere Verständnis zu schaffen.

2.1 Public Relations: Hier werden verschiedene Ansätze zur Definition von Public Relations vorgestellt, vom frühen Verständnis als Arbeitstechnik bis hin zum modernen Management-Konzept.

2.2 Journalismus: Dieser Abschnitt beleuchtet die Schwierigkeit einer einheitlichen Journalismusdefinition und stellt verschiedene theoretische Perspektiven wie die des normativen Individualismus oder der materialistischen Medientheorie dar.

3. Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus: Das Kapitel analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Disziplinen und thematisiert die zunehmende Grenzverwischung zwischen PR-Instrumenten und journalistischer Berichterstattung.

3.1 Theoretische Ansätze: Ein Überblick über die wissenschaftlichen Erklärungsversuche zur PR-Journalismus-Beziehung der letzten 30 Jahre.

3.1.1 Der steuerungstheoretische Determinationsansatz: Vorstellung der Pionierarbeit von Barbara Baerns und der Kritik an der These einer einseitigen Dominanz der PR über den Journalismus.

3.1.2 Der handlungstheoretische Intereffikationsansatz: Erläuterung des Modells von Günter Bentele, das auf gegenseitigem Einfluss, Induktion und Adaption basiert.

3.1.3 Der systemtheoretische Interpenetrationsansatz: Diskussion der systemtheoretischen Perspektive, die autopoietische Systeme und die strukturelle Kopplung als Erklärungsmodell nutzt.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Intereffikationsansatz als derzeit geeignetstes Modell zur Untersuchung der komplexen PR-Journalismus-Beziehung.

Schlüsselwörter

Public Relations, Journalismus, Kommunikation, Intereffikation, Determination, Interpenetration, Systemtheorie, Medienlandschaft, Medienarbeit, Informationsvermittlung, Grenzverwischung, Öffentlichkeitsarbeit, Induktion, Adaption, Massenmedien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und das reale Verhältnis zwischen Public Relations (PR) und Journalismus in der modernen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Arbeit befasst sich mit der Definition beider Berufsfelder, der Analyse ihrer gegenseitigen Abhängigkeiten sowie der kritischen Diskussion wissenschaftlicher Erklärungsmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, wie die Beziehung zwischen PR und Journalismus wissenschaftlich fundiert erklärt werden kann und ob ein System das andere dominiert oder eine wechselseitige Beeinflussung stattfindet.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um bestehende Modelle wie den Determinationsansatz, den Intereffikationsansatz und den Interpenetrationsansatz gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine Analyse der allgemeinen Beziehung beider Felder und eine detaillierte Auseinandersetzung mit drei bedeutenden theoretischen Ansätzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Public Relations, Journalismus, Intereffikation, Determination, Interpenetration und Medienqualität.

Was versteht man unter dem Intereffikationsansatz nach Bentele?

Der Ansatz beschreibt PR und Journalismus als voneinander abhängige Systeme, die durch Induktion und Adaption in einem ständigen wechselseitigen Austausch stehen.

Wie bewertet der Autor die Systemtheorie in Bezug auf PR und Journalismus?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die strenge Luhmannsche Systemtheorie zwar theoretisch reizvoll ist, aber für die empirische Analyse der komplexen PR-Journalismus-Beziehung Anpassungen, wie sie beispielsweise Stefan Weber vorgenommen hat, erfordert.

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Details

Title
Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus
Subtitle
Übermacht, Autonomie, wechselseitige Beeinflussung?
College
Technical University of Ilmenau  (Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft)
Course
Kommunikatorforschung
Grade
1,3
Author
Matthias Jahn (Author)
Publication Year
2008
Pages
17
Catalog Number
V154130
ISBN (eBook)
9783640666737
ISBN (Book)
9783640666805
Language
German
Tags
Verhältnis Journalismus Autonomie Beeinflussung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Jahn (Author), 2008, Das Verhältnis zwischen PR und Journalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154130
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