Stabilisierung traumatisierter Patientinnen


Hausarbeit, 2010

45 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Traumata
1.1 Der Begriff Trauma
1.2 Unterteilungen von Traumata
1.3. Symptomatik traumatisierter PatientInnen
1.4 Diagnostik traumatisierter PatientInnen bzw. Komorbidität: Einordnung im ICD-10

2 Therapie traumatisierter PatientInnen
2.1 Therapeutische Grundhaltungen gegenüber traumatisierten PatientInnen
2.2 Therapiephasen in der Traumatherapie
2.3 Therapieinhalte und –ziele in der Arbeit mit traumatisierten PatientInnen im Rahmen der Stabilisierungsphase
2.4 Interventionen im Rahmen der Stabilisierung traumatisierter PatientInnen Schlusswort

Anhang
I Endnoten
II Literaturverzeichnis
III Risikofaktoren für die Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach einem Trauma
IV Verhaltenstheoretisches Modell des Symptomkreislaufs bei traumatisierten PatientInnen
V Typische Denkfehler traumatisierter PatientInnen
VI Trauma und Persönlichkeit
VII Extreme Belastungsstörungen, nicht weiter spezifiziert (DESNOS)
VIII Victimisierungssyndrom
IX Die „Vierzehn Heilfaktoren“
X Ressourcenliste
XI Tipps zum Umgang mit dissoziativen Zuständen

Einleitung

Ziel dieser Arbeit soll es sein, sich einen

- Überblick über die mit einem nicht verarbeiteten Trauma einhergehende spezifische Symptomatik bei PatientInnen zu verschaffen,
- mit der Perspektive, innerhalb einer Praxis für Psychotherapie (als Heilpraktikerin für Psychotherapie) diagnostische Sicherheit zu gewinnen,
- betroffene PatientInnen darüber informieren zu können, wie in der Traumatherapie vorgegangen wird
- und in einer Übergangszeit bzw. Begleitung zu anderen Maßnahmen insbesondere in der Stabilisierungsphase adäquat intervenieren zu können.
- Innerhalb der aktuellen – vorrangig in deutscher Sprache erhältlichen – Standard-werke für Traumapsychotherapie sollen Literaturhinweise gegeben werden, damit im Bedarfsfall darauf zurückgegriffen werden kann.

Wegen der gebotenen Kürze der Arbeit werden viele Bereiche nicht eigens behandelt, aber in der Endnote[i] benannt.

1 Traumata

1.1 Der Begriff des Trauma

Der Begriff Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet vom Ursprung her Wunde oder Verletzung. Er kann in der Medizin bezogen sein auf körperliche oder psychische Schädigungen.[ii] Viele AutorInnen stützen sich bei der Definition des Begriffs auf Fischer/Riedesser (2008):

„Ein Trauma ist ein „ vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt“[iii].

Sowohl im DSM-IV als auch im ICD-10 wird das katastrophenartige Ausmaß des auslösenden Ereignisses betont. Herman weist darauf hin, dass Traumata – leider - für viele Frauen übliche Alltagserfahrungen darstellen.[iv]

Es gibt verschiedene Erklärungen, was während eines Traumas passiert. Hier sollen drei Modelle[v] vorgestellt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1.2 Unterteilungen von Traumata

Es gibt verschiedene formale Unterteilungen von Traumata, z. B. nach Art des Traumas, nach individuellen Parametern (z. B. Alter, soziales Umfeld beim Auftreten des Traumas), und der sozialen Situation (individuelles bzw. kollektives Trauma). Auch kann unterschieden werden, ob das traumatische Erlebnis selbst – als direktes „Opfer“ - durchlebt oder jemand Zeuge/-in einer Traumaerfahrung war (als Beobachter/-in oder Helfer/-in).[vi] Weiterhin sind z. B. in Betracht zu ziehen die Rolle als Täter/-in (bzw. Verantwortliche/r)[vii], das Zusammenleben als Kind mit traumatisierten Eltern[viii] oder der Fall von Angehörigen eines/r Suizidanten/-in.[ix]

Bezüglich möglicher Chronifizierungen oder der Reviktimisierungsfrage kann eine Rolle spielen, ob es sich um eine kurz dauernde auslösende Situation handelt (Mono-, Makrotraumata bzw. Typ-I-Traumata wie z. B. einmalige Vergewaltigung, Verkehrsunfall, Geburtstrauma, Naturkatastrophe) oder um komplexe, lang anhaltende bzw. sich wiederholende Traumatisierungen (Multitraumata, Vielzahl an Mikrotraumata bzw. Typ-II-Traumata wie z. B. Misshandlungen in der Kindheit, Gewalterfahrungen in der Partnerschaft, Gefangenschaft, Kriegserfahrungen).[x]

Eine eher inhaltliche Unterteilung von Traumata nach Existenz-, Verlust-, Bindungs- und Bindungssystemtraumata nimmt Ruppert vor: Im Fokus sind das zentrale Gefühl und der emotionale Konflikt, der daraus resultiert.[xi]

Die folgende Auflistung soll bewusst machen, welche Kriterien bei der Beschreibung unterschiedlicher traumatischer Erfahrungen außerdem angewandt werden:

- kollektive Traumata, also Gruppenkatastrophen wie z. B. Naturkatastrophen, Krieg, Vertreibung, Staatsgewalt[xii] (Möglichkeit von Solidargemeinschaft, Betroffenengruppen),
- individuelle Traumata, z. B. durch medizinischen Eingriff, Verlust einer nahestehenden Bezugsperson, Autounfall,
- personale Traumata, z. B. bei Geiselnahme,
- apersonale Traumata, z. B. durch Naturkatastrophe[xiii]
- Traumata im Kindesalter (da hier eine Unterbrechung der Identitätsfindung statt-findet)[xiv],
- Gewalterfahrungen wie z. B. Folter[xv], Mobbing[xvi],
- sexualisierte Formen der Gewalt wie z. B. Vergewaltigung[xvii],
- innerfamiliäre Gewalt durch enge Bezugs- und Vertrauenspersonen wie z. B. sexualisierte Gewalt in der Kindheit oder in der Ehe/Partnerschaft.[xviii]

Genderspezifisch fällt auf, dass Männer häufiger Opfer von Gewalt werden, Frauen häufiger Opfer von sexualisierter Gewalt – und zwar weil sie Frauen sind, also wegen ihres Geschlechts, während Männer eher wegen anderer Attribute (z. B. Hautfarbe oder sexuelle Ausrichtung) zu Opfern werden.[xix]

In Studien konnte festgestellt werden, dass äußere Merkmale häufig Auswirkungen auf die Verarbeitung haben.[xx] So kann ein einmaliges Ereignis im Erwachsenen-alter in der Regel besser verarbeitet werden als über Jahre andauernde Traumata in der Kindheit, ein durch äußere Faktoren ausgelöstes Trauma besser als eines, das durch Menschen entstanden ist, insbesondere durch nahestehende Bezugs-personen. Ebenfalls können protektive Faktoren (soziales Netz, unterstützendes Umfeld, persönliche Fähigkeiten) dazu beitragen, die Integration von Traumata zu bewältigen.[xxi] Eine Auflistung der Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Posttraumatischen Belastungsstörung nach einem Trauma erhöhen, findet sich als Beispiel im Anhang (III).

Eine Einteilung von Traumata nach Schweregraden macht keinen Sinn, da der Schweregrad von Traumata sich nicht an Einzelmerkmalen festmachen lässt.[xxii]

1.3 Symptomatik traumatisierter PatientInnen

Traumabewältigung erfolgt laut Fischer/Riedesser langfristig in zwei Formen:

- traumakompensatorisches Schema: Versuch, das Trauma zu negieren, zu verdrängen, um sich der Illusion hinzugeben, Kontrolle über sein Leben zu haben,
- Desillusionierungsschema: Resignation, Gefühl, dass es keine Hoffnung gibt, dem Trauma jemals zu entkommen[xxiii].

Verbleibt der-/diejenige laut Ruppert im Traumaschema (egal in welchem), wird es oft mit der Zeit schlimmer, da mehr Funktionen beeinträchtigt werden, Auf- und Abspaltungsprozesse zum Fernhalten des Traumas aus dem Bewusstsein immer mehr psychische Kraft verbrauchen und die Energiereserven erschöpfen, so dass der innere Zusammenhalt der psychischen Strukturen nicht möglich wird und die Verarbeitung des Traumas nicht zum Abschluss kommt, im Gegenteil.[xxiv]

Im Folgenden sollen mögliche Symptome, die aus einem Trauma resultieren, benannt werden, zu Beginn die am häufigsten auftretenden. Auf besonders typische psychische Auffälligkeiten soll etwas ausführlicher eingegangen werden.

Das Traumagedächtnis

Es wird unterschieden zwischen einem expliziten (früher deklarativen bzw. episodischen) und einem impliziten (früher nicht-deklarativen bzw. prozeduralen) Gedächtnis. Das explizite Gedächtnis ist gekennzeichnet durch Beteiligung des Bewusstseins, darauf fokussierte Aufmerksamkeit und willentliche Kontrolle. Das implizite Gedächtnis hat eine direkte Verbindung zu den Sinnesmodalitäten, unterliegt keiner bzw. kaum der Kontrolle und ist daher auch schwerer veränderbar (nur bei vielen Wiederholungen der neuen Lernerfahrungen). Wenn Anteile überhaupt bewusst werden, dann nur sehr unscharf und kaum in Worte zu fassen (daher hieß es ursprünglich nicht-deklaratives Gedächtnis).

Ein Trauma wird in das implizite Gedächtnis besonders gut eingespeichert, was sich im intrusiven Erleben widerspiegelt, bei dem Betroffene ungewollt an das Trauma wiedererinnert werden, wobei die Wiedererinnerungen sehr lebendig und von starken Emotionen und körperlichen Reaktionen begleitet sind. In das explizite Gedächtnis wird das Trauma auf defizitäre Weise aufgenommen, was den willentlichen Abruf vollständiger Erinnerungen an das Trauma erschwert und sich in amnestischen Symptomen zeigt.[xxv] Dieses Erklärungsmuster passt strukturell zu den Erklärungen aus der Neurophysiologie.

Mittlerweile gilt in der Fachwelt als anerkannt, dass das Gedächtnis bei Traumatisierten daher folgende Charakteristika aufweist:

- Erinnerungen verblassen nicht mit der Zeit,
- die Intensität von Affekten ist gleichbleibend (was auch z. B. heißen kann, dass emotionale Empfindungen zu den erinnerten Erlebnissen fehlen),
- Erinnerungen werden automatisch (z. B. durch Trigger) aktiviert bzw. ausgelöst,
- sie werden als unkontrollierbar empfunden,
- es besteht das Gefühl, das Trauma im Hier und Jetzt zu erleben.[xxvi]

Dysfunktionale Denkmuster, Interpretationen und Verhaltensweisen sind die Folge.[xxvii] Eine Zusammenstellung typischer Denkfehler bei traumatisierten PatientInnen findet sich im Anhang (V).

Dissoziation

In der Traumaliteratur der letzten drei Jahre wird die Dissoziation von vielen Autoren als entscheidendes, herausragendes Symptom beschrieben, während es im ICD-10 noch als eines unter vielen Symptomen genannt wird. Van der Hart/Nijenhuis/Steele stellen sogar die These auf, dass die Dissoziation die dem gesamten Syndromkomplex von Traumatisierten zu Grunde liegende Organisationsform ist, was Huber in ihren Veröffentlichungen übernimmt mit dem Hinweis, dass die Dissoziation als „trait“ (Persönlichkeitsmerkmal) gilt.[xxviii]

Bourgault stellt die These auf, dass von der Dissoziierung während eines Traumas als Bewältigungsstrategie abhängt, ob ein Trauma eine Posttraumatische Belastungsstörung nach sich zieht.[xxix]

Es gibt unterschiedliche Formen des „inneren Weggehens“:

- emotionale Taubheit bzw. Einfrieren der Gefühle,
- Wahrnehmungsblockaden,
- Selbstentfremdung,
- Depersonalisation und Derealisation,
- Somatisierungsstörungen wie z. B. Konstriktionen,
- dissoziative Flashbacks,
- (Teil-)Amnesien,
- Aufspaltung der Persönlichkeit (ein Persönlichkeitsanteil befasst sich mit der Bewältigung des Alltags, während andere Persönlichkeitsanteile auf traumabezogene Handlungen fixiert sind).[xxx]

Amnesien

Amnesien lassen sich hirnphysiologisch so erklären: Während eines Traumas schaltet sich der Hippocampus (die Hirnregion, in der Gedächtnisinhalte sprachlich und chronologisch gespeichert werden) aus, und die Amygdala (in der emotional extrem bedrohliche oder extrem bedeutsame Ereignisse besonders auf der sensorischen und Empfindungsebene in fragmentierter Form gespeichert werden) übernimmt die Kodierung im Gedächtnis. Die Gedächtnisfragmente werden nicht in den Hippocampus überführt, so dass es nicht zu einer sprachlichen und zeitlichen Repräsentation des Ereignisses im Gedächtnis kommt. Nicht immer sind PatientInnen ihre (Teil-)Amnesien bewusst.[xxxi]

Intrusionen

Intrusionen, auch Flashbacks, Erinnerungsblitze oder positive dissoziative Symptome genannt, sind laut ICD-10 das entscheidende Kriterium der Posttraumatischen Belastungsstörung. Bei Intrusionen handelt es sich um unvollständige Erinnerungen an die Traumatisierung im Sinne einer Reinszenierung, einer Repräsentation (keine Reproduktion), die fast immer die emotionalen oder sensorischen Reaktionen des betreffenden traumatischen Ereignisses enthalten.[xxxii] Die Erinnerungsspur an das Trauma bleibt im gesamten Körper oder in bestimmten Körperteilen erhalten; in manchen Situationen, die an die frühere Traumasituation erinnern, wird die „Abwehrschicht“, die das Trauma vom Eindringen in die bewusstseinsfähigen Gehirnstrukturen fernhält, durchbrochen. Das Erleben des Hier und Jetzt vermischt sich mit dem früheren traumatisch Erlebten. Bilder aus der Traumasituation drängen sich auf und überfluten das Bewusstsein, wobei es kein Bewusstsein darüber gibt, dass es sich um eine Erinnerung handelt. In Intrusionen werden die „Hot-Spots“, die „Momente im Traumagedächtnis, die von starken Emotionen begleitet sind und für die Betroffenen die schlimmsten Momente der Traumatisierung darstellen“[xxxiii], wiedererlebt.

Kennzeichen sind:

- Wiedererinnerungen auf allen Sinneskanälen (besonders visuell, akustisch, sensorisch),
- keine explizite semantische Verknüpfung, also keine Kontexterinnerung,
- psychische Wiedererinnerungen,
- eine Vielzahl von Auslösereizen (Triggern),
- „Hier und Jetzt-Qualität“.[xxxiv]
Es kommt dadurch zu einer zwanghaften Wiederaussetzung an das Trauma und zur Wiederholung des Traumas, was einer Retraumatisierung gleichkommt.[xxxv]
Für TherapeutInnen ist das dissoziative Verhalten von PatientInnen erkennbar:
- „Gesichtsausdruck ändert sich (einfrieren und erstarren, Augen ängstlich aufreißen, zusammensinken)
- sichtbare muskuläre Anspannung
- Veränderung der Sitzhaltung
- Veränderungen der Stimme (höher, leiser, schneller)
- Veränderung des Blickkontaktes mit dem/der Therapeuten/-in
- psychophysiologische Erregung nimmt zu (zittern, rot werden, schwitzen)“.[xxxvi]

Vermeidung

Um einer möglichen Retraumatisierung durch Intrusionen entgegenzuwirken und ein subjektives Sicherheitsgefühl zu erhöhen, kommt es zur Vermeidung von Situationen, Aktivitäten, Orten, Menschen, Stichworten, die eine Triggerwirkung haben. Vermeidungsverhalten wird in der Regel generalisiert. Boos betont, dass jemand, der/die sich in diesen Teufelskreis (s. Anhang IV) begibt, kaum Chancen hat, zu einer Reduzierung der störenden Symptome zu kommen.[xxxvii] Die Behandlung spezifischer Phobien, die im Zusammenhang mit einer Traumatisierung stehen, kann daher einem Behandlungsfehler gleichkommen.[xxxviii]

Persönlichkeitsveränderungen

Selbst wenn sich keine Persönlichkeitsstörungen oder –veränderungen aus einem Trauma ergeben, so zeigen sich doch oft Tendenzen in diese Richtung, und zwar folgende Aspekte betreffend:

- Täter-Introjekte, auch Täter-Identifikation oder -verinnerlichung genannt, von Butollo/Hagl/Krüsmann eindrücklich als „psychischer Kannibalismus“ beschrieben: „Der Aggressor erobert psychisches Territorium, er vervielfältigt sich gleichsam im Opfer. [...S]eine kognitive Präsenz im Opfer ‚frisst’ buchstäblich das, was im Selbst des Opfers noch genuin es selbst war.“[xxxix] Selbstzerstörerisches Verhalten in Form von Selbstverletzendem Verhalten, von Essstörungen, Substanzmissbrauch oder Suizidalität kann als Folge dieser Täter-Introjekte angesehen werden.[xl]
- gestörtes, insbesondere erhöhtes Erregungsniveau mit unzureichender Selbstregulation: Reizbarkeit, Wutausbrüche bzw. Übererregungssymptome, Konzentrationsschwierigkeiten, Hypervigilanz, Schreckhaftigkeit (laut Butollo/Hagl/Krüsmann eines der Kernsymptome), Ein-/Durchschlafstörungen[xli],
- Störungen der Affekt- und Impulskontrolle: Risiko-, Suchtverhalten, Zwangsrituale, Wutausbrüche, Gefühlsschwankungen, Ambivalenzen[xlii],
- Gefühlstaubheit (Numbing, Gefühl der Leere), die auch als Vermeidungsverhalten gedeutet werden kann[xliii],
- Störung der Beziehungsfähigkeit (Objektbeziehungsstörung) – Fischer/
Riedesser sprechen vom „Riss zwischen Individuum und Umwelt“ [xliv] -,
- kognitive Verzerrungen, bei chronisch traumatisierten Menschen oft in Form von sehr rigiden, negativen Grundannahmen, die z. B. ein generalisiertes Erleben von Machtlosigkeit, erschüttertes (Selbst-)Vertrauen, (Selbst-)Vorwürfe, Scham-/
Schuldgefühle und Grübelzwang und ein vermindertes Selbst(wert)gefühl bedingen[xlv]
- Störungen im Bereich Konzentration und Leistungsfähigkeit[xlvi],
- Tendenz zur Reviktimisierung[xlvii]
- Veränderungen der Abwehrmechanismen und des Identitätsgefühls[xlviii]

Sonstige Symptome[xlix]

Viele Symptome hängen mit den oben genannten Symptomen zusammen, ergeben sich aber oft eher aus Folgeproblemen:

Abhängigkeit[l], Angststörungen[li], Depressive Verstimmungen[lii] (z. B. Reaktion auf die Überflutung durch Intrusionen), Erschöpfungszustände[liii] mit Antriebs-losigkeit/-mangel und Anhedonie, Schlafstörungen[liv] (z.B. Pavor nocturnus oder Albträume), Essstörungen[lv], sexuelle Störungen[lvi], Zwänge[lvii], Somatisierung[lviii] , körperliche Symptome[lix], morphologische Veränderungen[lx] insbesondere im limbischen System.[lxi] Van der Hart/Nijenhuis/Steele weisen auf den möglichen dissoziativen Ursprung vieler dieser Symptome hin.[lxii]

Je mehr komorbide Störungen bestehen, desto länger dauern Behandlung bzw. desto geringer ist der Therapieerfolg.[lxiii]

Aus dem Leiden unter bestimmten Symptomen können sich Therapieziele entwickeln, da eine einseitige Fokussierung auf die Traumabearbeitung den Abbau des momentanen Leidensdrucks des/der Patienten/-in verhindern und seine/ihre Bewältigungsmöglichkeiten überfordern kann.[lxiv] Das Bewusstmachen des Traumas als externer Auslöser kann aber eine Entlastung für PatientInnen darstellen, die zum

Internalisieren neigen, da es letztlich alle Puzzle-Teile der bestehenden Probleme zu einem Ganzen zusammenzufügen helfen kann und die Verantwortlichkeiten klar verteilt.[lxv]

In der Therapie traumatisierter PatientInnen werden insbesondere die Dissoziation (besonders Intrusionen, Amnesie und dissoziierte Persönlichkeitsanteile), das Vermeidungsverhalten und die dysfunktionalen Kognitionen zu berücksichtigen sein.

1.4 Diagnostik traumatisierter PatientInnen bzw. Komorbidität Einordnung im ICD-10

Jede Krankheit bzw. Störung ist eine Definitionssache, ein Konstrukt. Die Grenzen zwischen Syndromen und Störungen, zwischen Normalität und pathologischem Symptom sind fließend. So kann es nach einem Trauma zu einzelnen Symptomen kommen, die für die/den Betroffene/n oder andere sehr störend sein können, ohne dass schon von einer Störung die Rede ist.[lxvi] So erklärt sich letztlich auch, dass viele Störungen kontrovers diskutiert werden, insbesondere auch die Posttraumatische Belastungsstörung, die z. Z. - vielleicht noch - als Auffangbecken für die meisten denkbaren posttraumatischen psychischen Störungen dient, ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Folgen der verschiedenen Arten von Traumata.

Im Folgenden sollen die psychischen Störungen aus dem ICD-10 benannt werden, die am häufigsten mit einem Trauma als Auslöser in Verbindung gebracht werden, wobei auch hier kein Anspruch auf Vollständigkeit besteht[lxvii]:

- Akute Belastungsreaktion[lxviii] F 43.0,

- Anpassungsstörungen F 43.2[lxix],

Es gibt – gerade in der Verhaltenstherapie – das Konzept, dass die Anpassungs- und Belastungsstörungen im Grunde genommen Angststörungen sind; auch van der Hart/Nijenhuis/Stelle (2008) gehen davon aus, dass es in der Therapie um den Abbau von Phobien geht.[lxx]

- Posttraumatische Belastungsstörung[lxxi] F 43.1,

Nach einem verhaltenstheoretischen Modell besteht die Posttraumatische Belastungsstörung auf Grund eines ungünstigen Kreislaufs zwischen Charakteristika des Traumas, kognitiver Verarbeitung des Traumas, Charakteristika des Trauma-Gedächtnisses, aus allem folgenden Interpretationen des Traumas und/oder seiner

Konsequenzen, Auslösern, die zu Intrusionen und einem gegenwärtigen Gefühl von Bedrohung führen und dysfunktionalem Verhalten bzw. kognitiven Strategien (vgl. Skizze im Anhang IV).[lxxii] Auf Fragebögen zur Erkennung der Posttraumatischen Belastungs-störung bei Boos (2007) und Ehlers (1999) sei hingewiesen.[lxxiii]

- Dissoziative Störungen[lxxiv] F 44 inklusive der

dissoziativen Amnesie F 44.0 und der

dissoziativen Identitätsstörung[lxxv] F 44.81 (im ICD-10 noch multiple Persönlich-keitsstörung genannt),

- Persönlichkeitsstörungen[lxxvi] F 60/F61, insbesondere

Borderline[lxxvii] F 60.31 und

Veränderungen der Persönlichkeit nach Extrembelastung[lxxviii] F 62.0.

Die Skizze im Anhang (VI) von Jatzko (2007) macht den Zusammenhang zwischen Trauma und Persönlichkeit deutlich. Während eine Stress- oder Trauersituation höchstens eine Schutzschicht der Persönlichkeit durchdringt (die äußere), verletzt eine traumatische Erfahrung die Person bis ins Innerste – durch alle Schutzschichten hindurch.[lxxix] Huber betont, dass 80% aller Persönlichkeitsstörungen laut Studien auf traumatischen Erfahrungen beruhen, wobei Borderline als Auffangbecken für drei Viertel der Persönlichkeitsstörungen dient. Sie weist auch auf die Stigmatisierung und mögliche materielle Nachteile hin, die für die PatientInnen mit einer Diagnose „Persönlichkeitsstörung“ einhergehen.[lxxx]

[...]


[i] In dieser Arbeit werden auf Grund des vorgegebenen Umfangs folgende Aspekte nicht behandelt:

- Geschichte der Psychotraumatologie – vgl. Huber (2007c) S. 29f.; Ruppert (2007) S. 66f. -,
- Epidemiologie traumabedingter Erkrankungen,
- Verlauf/Prognose traumabedingter Erkrankungen: Laut Schnyder verlaufen z. B. ein Drittel der Fälle Posttraumatischer Belastungsstörung chronisch. - vgl. Schnyder (2007) S. 498 -,
- biologische Prozesse: Der wichtige Zusammenarbeit zwischen neurophysiologischen Prozesse während eines traumatischen Ereignisses einerseits und daraus resultierender Symptomatik andererseits kann in einer auch für die Vermittlung an Laien innerhalb der Aufklärungsphase geeigneten leicht nachvollziehbaren Weise bei Dehner-Rau/Reddemann nachgelesen werden - s. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 32-35; vgl. auch Claas (2007) S. 11f.; Diegelmann (2007) S. 24-27; Flor/Wessa (2006) S. 18-24; Heinerth (2007) S. 121/4; van der Kolk (2000a) S. 195-217, s. bes. Liste S. 201, S. 233-240; Maercker/Rosner (2006) S. 14 -,
- die Abgrenzung des Traumabegriffs zum Stressbegriff - vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 31f.; Diegelmann (2008) S. 17f.; Döring (2007) S. 48; Kédia (2008c) S. 3-5; van der Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 28-30; van der Hart/van der Kolk/Weisaeth (2000) S. 71-73; Reddemann (2008) S. 33f.; Ruppert (2007) S. 71; Sabouraud (2008b) S. 21-25 -,
- die Abgrenzung des Traumabegriffs zum Krisenbegriff und der unterschiedliche phasenhafte einer traumatischen Krise im Vergleich zu sonstigen Krisen – vgl. Boos (2005) S. 31; Diegelmann (2007) S. 18f., S. 39; Ehlers (1999) S. 4; Fischer (2008) S. 22; Fischer/Riedesser (2009) S. 145; Kast (2000) S. 20; Lopez (2008a) S.70f.; Petzold/Wolf et al. (2000) S. 502f.; Rüther/Sachsse/Schäfer (2006) S. 15, S. 34 -,
- Maßnahmen der Krisenintervention - vgl. Sonneck (2000) S. 61-101 -,
- Pharmakotherapie – zur pharmakologischen Behandlung bei Posttraumatischer Belastungsstörung s. z. B. Ehlers (1999) S. 76-78 -,
- Umgang mit PatientInnen, die sich noch in Gefahr befinden,
- Umgang mit PatientInnen, bei denen die Traumatisierung hochaktuell und akut ist, d. h. direkte Krisenintervention notwendig ist - s. z. B. zum umstrittenen Debriefing Chidiac et al. (2007) S. 109-121 -,
- Therapiehinweise zur Phase der Traumakonfrontation und zur Integration des Traumas,
- die Fragestellung, welche Auswirkungen Vulnerabilität und Resilienz haben (inklusive der Risikofaktoren, die eine ungünstige Verarbeitung einer Traumaerfahrung nach sich ziehen) - Boos (2005) S. 21, S. 24, S. 86; Calhoun/Tedeschi/Zöllner (2006) S. 38; Diegelmann (2007) S. 33-38; Ehlert (2009) S. 837f.; Gahleitner (2007) S. 94-96; Heinerth (2007) S. 117-119; Jatzko (2007) S. 142; Kédia (2008e) S. 48-50; Kédia/Sistiva (2008) S. 181-184; Mc Farlane/Yehuda (2000) S. 141f., S. 159-167; Lecomte/Manciaux/Schweizer/Vanistendael (2001) S. 245f.; Lopez (2008e) S. 59ff.; Manciaux et al. (2001); Matsakis (2004) S. 66f.; Petzold/Wolf et al. (2000) S. S. 498; Reddemann (2005); Sadlier (2008) S. 185-188 -,
- Debatte über „Fehlerinnerungen“ („False-Memory“-Bewegung) – vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 300-303; van der Kolk/Mc Farlane (2000b)S. 60-68; Wöller et al. (2006) S. 403-410 -,
- der Prozess des Alterns und die Wirkung auf das Gedächtnis (Verlust der Filterfunktion) - vgl. Aarts/op den Velde (2000) S. 289-306 -,
- der mediale Umgang mit dem Thema - vgl. Fröhling (2008) S. 361-367; van der Kolk/Mc Farlane (2000b) S. 66f. - und dessen Auswirkung auf Opfer und TäterInnen,
- Effektstärken unterschiedlicher Verfahren - vgl. Boos (2005) S. 38, S. 42, S. 44 -,
- rechtliche Aspekte - vgl. Damiani (2007) S. 207-219; Pignol/Villerbu (2007) S. 275-286 -,
- ausführliche methodische Hinweise zum Umgang mit Imaginationsübungen (z. B. Unterstützung des häuslichen Übens, Umgang mit Widerständen/Problemen) - vgl. Reddemann (2008) S. 117-119 -,
- die Beschreibung der anderen Phasen der Traumatherapie, insbesondere der Möglichkeiten einer schonenden Traumakonfrontation – vgl. vgl. Boos (2005) S. 55, S. 86; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 275; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 80-84; Huber (2006) S. 213-219, S. 237-273; van der Kolk/Mc Farlane S. 382; Matsakis (2004) S. 206f.; Reddemann (2008) S. 148-158, 177-184; Vila (2007) S. 149; Wöller et al. (2006) S. 383-402 - und der Integration - vgl. Boos (2005) S. 66, S. 159f.; Diegelmann (2007) S. 18, S. 42, S. 190; van der Kolk/Mc Farlane S. 337f.; Lamprecht S. 141-143; Lecomte (2001) S. 163; Matsakis (2004) S. 249-266, S. 291-297, S. 273-275; Reddemann (2008) S. 184-193; Schnyder (2007) S. 499 -,
- die in anderen Phasen möglichen Interventionen wie z. B. EMDR - vgl. Boos (2005) S. 40; Boos (2007) S. 140; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 83f.; Diegelmann (2007) S. 28-31, S. 44-46; Guillerd (2008) S. 239-245; Hofmann/Liebermann (2006) S. 68-73; Matsakis (2004) S. 203-205; Tarquinio (2007a) S. 157-167; Tarquinio (2007b) S. 245-248; van der Kolk/Mc Farlane S. 328f., S. 342, S. 383-385 -, Beobachter-Technik - vgl. Diegelmann (2007) S. 192; van der Kolk/Mc Farlane S. 387f.; Lamprecht S. 224-234; Reddemann (2008) S. 158-175, S. 177 -, Bildschirmtechnik bzw. Screentechnik - vgl. Boos (2005) S. 144; Diegelmann (2007) S. 192; Reddemann (2008) S. 176f. -, Achtsamkeitsübungen - vgl. Boos (2007) S. 62-98, Arbeitsblätter Boos (2007) S. 158-171; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 153-156; Diegelmann (2007) S. 43; Heidenreich/Michalak (2009) S. 570f.; Jacob/Potreck-Rose (2008) S. 96-116; Klinkenberg (2007) -, Stressbewältigungsprogramme - vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 152f.; Diegelmann (2007) S. 38-42-.

Zur Beschreibung der Krankheitsbilder aus dem ICD-10, die in der Arbeit erwähnt werden, sei auf das Klassifikationssystem der WHO verwiesen.

[ii] Vgl. Ruppert (2007) S. 66; Rüther/Sachsse/Schäfer (2006) S. 11

[iii] S. Fischer/Riedesser (2008) S. 84, vgl. Diegelmann (2007) S. 18; Ruppert (2007) S. 66f.; Wöller et al. (2006) S. 11

[iv] Vgl. Herman (2006) S. 53; Maercker/Rosner (2006) S. 4

[v] Vgl. Huber (2007c) S. 37-51; Kepner (2003) S. 59-105; Levine (1998) S. 134

[vi] Vgl. Ruppert (2007) S. 68f.

[vii] Vgl. Crocq (2007e) S. 7

[viii] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 17

[ix] Vgl. Matsakis (2004) S. 366-380

[x] Vgl. Boos (2005) S. 85; Fischer/Riedesser (2009) S. 341-356; Herman (2006) S. 107-134; Huber (2007c) S. 31; Ruppert

(2007) S. 68; Wöller et al. (2006) S. 3, S. 12f. Die Begriffe Typ I/Typ II-Traumata wurden von Terr 1991 geprägt. Vgl.

Maercker/Rosner (2006) S. 8

[xi] Vgl. Ruppert (2007) S. 94-96, bes. Tabelle S. 95

[xii] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 17; Fischer/Riedesser (2009) S. 328-332; Hudé (2008) S. 103-110;

McFarlane/Yehuda (2000) S. 145-147; Lopez (2008a) S. 69-73; Matsakis (2004) S. 381-389

[xiii] Vgl. Arbeitsgemeinschaft Traumatherapie (2008)

[xiv] Vgl. Claas (2007) S. 40; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 17; Döring (2007) S. 52-56; Kédia/Lebourg (2008) S. 79-82;

McFarlane/Yehuda (2000) S. 145-147; Matsakis (2004) S. 390-404; Pariente (2008c) S.111f.; Sabouraud-Séguin (2008a)
S. 75f.

[xv] Vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 277-285

[xvi] Vgl. Chauvel (2008) S. 89-93; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 17; Fischer/Riedesser (2009) S. 371-378; Steinhage (2007)

S. 207

[xvii] Vgl. Bessoles (2008a) S. 305-346; Bessoles (2008b) S. 121-162, S. 219-242; Matsakis (2004) S. 301-344

[xviii] Vgl. Bessoles (2008a) S. 167-229; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 17; Fischer/Riedesser (2009) S. 297-328, S. 333-340;

Herman (2006) S. 135-165; Huber (2006) S. 56-64; Jérémic/Lebourg (2008) S. 95-102; Matsakis (2004) S. 345-365; Payet

(2008) S. 83-87

[xix] Vgl. Huber (2005); Huber (2006) S. 5155; Reddemann (2008) S. 230-232

[xx] Vgl. Goenjian/Pynoos/Steinberg (2000) S. 265-288; Sabouraud-Séguin (2008b) S. 22

[xxi] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 18, vgl. auch Mc Farlane/Yehuda (2000) S. 149f.

[xxii] Vgl. Herman (2006) S. 54

[xxiii] s. Fischer/Riedesser (2009) S. 59-62, S. 103-106, S. 112-117, S. 125f.; vgl. Ruppert (2007) S. 80

[xxiv] Vgl. Ruppert (2007) S. 79

[xxv] Vgl. Boos (2005) S. 34; Maercker/Rosner (2006) S. 13

[xxvi] Vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 173f.; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 59f.; Salmona (2008) S. 154

[xxvii] Vgl. den Boer/Mattheß/Nijenhuis (2007) S. 176; Boos (2005) S. 22, S. 25f., S. 33-35, 38f.; van der Kolk/Mc Farlane (2000b)

S. 61-63

[xxviii] Vgl. van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 115; Huber (2007c) S. 55; Huber (2008), Huber (2009a), Huber (2009b)

[xxix] Vgl. Bourgault (2008c) S. 37, 39

[xxx] Vgl. Boos (2005) S. 65, S. 154-160; Bourgault (2008b) S. 161-164; Bourgault (2008f) S. 165-159; Brett (2000) S. 137-139;

Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 80; Crocq (2007e) S. 7f.; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 57-59, S. 64-69, S. 106-111; Diegelmann (2007) S. 42; Döring (2007) S. 51f.; van der Hart/van der Kolk/Marmar (2000) S. 241f., 244-257; van der Hart/Mattheß/Nijenhuis (2006) S. 156; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 46-49; Herman (2006) S. 65-72; Kédia (2008b) S. 131-135; van der Kolk (2000b) S. 179f., S. 181-183; Reddemann S. 35-37; Ruppert (2007) S. 72, S. 74-76.; Wöller et al. (2006) S. 465-482. Weiterführend sei hier auf die Unterscheidung zwischen primären, sekundären und tertiären dissoziativen Persönlichkeitsanteilen nach van der Hart/Nijenhuis/Steele (neues Modell) hingewiesen, die betonen, dass bei dissoziierenden PatientInnen die mentale Verarbeitungsfähigkeit für belastende Erfahrungen eingeschränkt zu sein scheint. Vgl. van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 65-113; Huber (2007c) S. 129. Außerdem findet sich dort auch eine phänomenologische Unterteilung der Dissoziationssymptome – vgl. van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 127

[xxxi] Für genauere Informationen vgl. Boos (2005) S. 65, S. 81; Bourgault (2008f) S. 166f.; Claas (2007) S. 11f.; Dehner-Rau/

Reddemann (2008) S. 32-35; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 118f.

[xxxii] Vgl. Boos (2005) S. 158f.; Fischer/Riedesser (2009) S. 123; Herman (2006) S. 58-65; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 61f.,

S. 116, S. 123-126. Bei Boos findet sich ein Fragebogen zur Erkennung von Auslösern. Bei Fischer/Riedesser (2009) findet

sich ein neurobiologisches Modell des Flashback.

[xxxiii] Zitiert nach Grey et al. (2002) in: Boos (2005) S. 51

[xxxiv] Vgl. Boos (2005) S. 34; Crocq (2007c) S. 38; Ehlers (1999) S. 15f.; van der Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 33-35; Matsakis

(2004) S. 41-43

[xxxv] Vgl. van der Kolk (2000b) S. 187-189; van der Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 35f.

[xxxvi] S. Boos (2005) S. 53

[xxxvii] Vgl. Boos (2005) S. 33, S. 36; Boos (2007) S. 22, S. 56; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 38; van der Kolk/Mc Farlane

(2000a) S. 37f.; Matsakis (2004) S. 45f., S. 147-153

[xxxviii] Vgl. Boos (2005) S. 27

[xxxix] S. Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 93; vgl. Diegelmann (2007) S. 127-130; Reddemann (2008) S. 135; Ruppert (2007)

S. 76f.; Wöller et al. (2006) S. 32-36

[xl] Vgl. Boos (2005) S. 24; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 39, 119f.; de Foucault (2008d) S. 147f.; Gast (2007) S. 137-164 –

eine ideale zusammenfassende Darstellung -; Huber (2007c) S. 149-164 – Huber macht deutlich, warum eine Todessehnsucht entsteht, nachdem jemand eine traumatische Situation überlebt hat und dass auch Suizidraten in einem hohen Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen stehen -, S. 164-172; van der Kolk (2000b) S. 175-179; Reddemann (2008) S. 35, S. 204f.; Ruppert S. 78f., 107f., 128, 153-155, 191; Steinhage (2007) S. 218f.

[xli] Vgl. Arbeitsgemeinschaft Traumatherapie (2008); Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 48; Crocq (2007c) S. 40f.; Dehner-

Rau/Reddemann (2008) S. 38/39; Herman (2006) S. 56-58; van der Kolk (2000b) S. 172-175; van der Kolk/Mc Farlane

(2000a) S. 37f., Mc Farlane/Yehuda (2000) S. 157f.; Matsakis (2004) S. 48; Ruppert (2007) S. 66

[xlii] Vgl. Boos (2005) S. 66; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 80; Huber (2007c) S. 116; van der Kolk (2000b) S. 172-175; van der

Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 37f., Mc Farlane/Yehuda (2000) S. 157f., Reddemann (2008) S. 34f.

[xliii] Vgl. Arbeitsgemeinschaft Traumatherapie (2008); Matsakis (2004) S. 44f.; Wöller et al. (2006) S. 32

[xliv] Vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 87. Die Autoren führen diesen „Riss“ näher aus: vitales Diskrepanzerlebnis, Selbstver-

doppelung als Rettungsversuch, Wirkungslosigkeit, Hilflosigkeit (Kompetenzverlust), Erschütterung des Selbst- und

Weltverständnisses, Hoffnungslosigkeit. Vgl. auch Boos (2005) S. 69; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 81; Crocq (2007c)

S. 41; zur Weitergabe traumatisierter Bindungsmuster vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 19-24; Herman (2006) S. 77; Reddemann (2008) S. 35; Roche (2008) S. 177-180; Ruppert (2007) S. 93

[xlv] Vgl. Boos (2005) S. 46, S. 69f.; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 48; Crocq (2007c) S. 38f.; Dehner-Rau/Reddemann (2008)

S. 43f.; Ehlers (1999) S. 25; Herman (2006) S. 79; Matsakis (2004) S. 101-114; Ruppert (2007) S. 66 Boos nennt sie

„Trampelpfade im Kopf“ - s. Boos (2005) S. 56

[xlvi] Vgl. Huber (2007c) S. 116

[xlvii] Vgl. Boos (2005) S. 85; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 82; Lopez (2008e) S. 61; Wöller et al. (2006) S. 450-464

[xlviii] Vgl. Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 81; van der Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 39f.

[xlix] Vgl. eine andere Zusammenstellung von Symptomen bei Levine (1998) S. 148-150

[l] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 114-118; Kédia (2008a) S. 125-129; van der Kolk (2000b) S. 178f.; Matsakis (2004)

S. 76-85; Reddemann (2008) S. 206f. ; Ruppert S. 77f., 106f., 127, 152f., 190f. Z. T. werden als Symptome auch Psychosen genannt, die z. T. mit Intrusionen gleichgesetzt werden, aber van der Hart/Nijenhuis/Stelle (2008) weisen darauf hin, dass es sich dann wohl ebenfalls um dissoziative Phänomene handelt – s. van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 171

[li] Vgl. Boos (2007) S. 31f., Brett (2000) S. 135-137; Crocq (2007c) S. 42; de Foucault/ Sabouraud-Séguin (2008) S. 141-146

[lii] Vgl. Boos (2005) S. 89; Boos (2007) S. 32, de Foucault/ Sabouraud-Séguin (2008) S. 141-146; Matsakis (2004) S. 68-76;

Ruppert (2007) S. 124f., 130

[liii] Vgl. Bourgault (2008a) S. 189-192; Crocq (2007c) S. 41f.

[liv] Vgl. Crocq (2007c) S. 39; Matsakis (2004) S. 40f.; Rüther/Sachsse/Schäfer (2006) S. 21f.

[lv] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 120-122; Fischer/Riedesser (2009) S. 53f.; Kédia (2008f) S. 137-140; van der Kolk

(2000b) S. 177f.; Matsakis (2004) S. 85-88; Ruppert (2007) S. 160-163, 188f.

[lvi] Vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 47f.; Ruppert (2007) S. 158f.

[lvii] Vgl. Matsakis (2004) S. 89f.; Ruppert (2007) S. 163, 190

[lviii] Vgl. Bessoles (2008b) S. 121-162; Butollo/Hagl/Krüsmann (2002) S. 80; Crocq (2007c) S. 43; Fischer/Riedesser (2009)

S. 53; Huber (2008); Mc Farlane/Yehuda (2000) S. 152-154; Ruppert S. 81-85

[lix] Eine ausführliche Liste an möglichen körperlichen Beeinträchtigungen, Störungen und Erkrankungen nach körperlichen und

sexuellen Misshandlungen findet sich bei Huber (2007c) S. 115

[lx] Vgl. Lopez (2008c) S. 149; Salmona (2008) S. 155

[lxi] Vgl. Ruppert (2007) S. 178-188

[lxii] Vgl. van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 115

[lxiii] Vgl. Boos (2005) S. 42; Eine für PatientInnen geeignete Erklärung von Symptomen findet sich bei Ehlers (1999) S. 82-91

[lxiv] Vgl. Herman (2006) S. 165f.; Reddemann (2008) S. 20f.

[lxv] Vgl. Herman (2006) S. 176

[lxvi] Vgl. Matsakis (2004) S. 39

[lxvii] Eine gute Zusammenstellung findet sich auch bei Heinerth (2007) S. 117

[lxviii] Vgl. Boos (2005) S. 30f., Boos (2007) S. 28f.; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 138f.

[lxix] Vgl. Fischer/Riedesser (2009) S. 54f.

[lxx] Vgl. Van der Hart/Nijenhuis/Steele (2008) S. 301-303, S. 318-370. Es geht um den Abbau von Phobien in Bezug auf Bindung,

Bindungsverlust, traumabedingte mentale Handlungen (Scham, Schuld, Furcht, dysfunktionale Kognitionen) und dissoziierte Anteile.

[lxxi] Vgl. Boos (2005) S. 25, S. 33; Boos (2007), S. 18-20, S. 155-157; Brett (2000) S. 131-140; Dehner-Rau/Reddemann (2008)

S. 48-56, 60-63; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 139f.; van der Kolk/Mc Farlane (2000a) S. 33, S. 40-45

[lxxii] Vgl. Ehlers (1999) S. 13

[lxxiii] S. Boos (2007) S. 155-157; Ehlers (1999) S. 92-94

[lxxiv] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 57-60, 65-67, 69; van der Hart/Nijenhuis/Steele S. 144-158

[lxxv] Vgl. Boos (2005) S. 27; Claas (2007) S. 40; Dammann/Hofmann/Huber/Overkamp (1998); Huber (2007c) S. 131-135; Jatzko

(2007) S. 138; Steinhage (2007) S. 202-207

[lxxvi] Vgl. van der Kolk (2000b) S. 183f.; Reddemann (2008) S. 37-39; Steinhage (2007) S. 202-207

[lxxvii] Vgl. Boos (2005) S. 25f.; Dehner-Rau/Reddemann (2008) S. 63-69; de Foucault (2008a) S. 171-176; van der Hart/

Nijenhuis/Steele S. 141-144; Huber (2007c) S. 145-147, S. 145-147; van der Kolk (2000b) S. 189f.; Ruppert (2007) S. 148f.

[lxxviii] Vgl. Dehner-Rau/Reddemann (2008) S68f.

[lxxix] Vgl. Jatzko (2007) S. 138

[lxxx] Vgl. Huber (2007c) S. 117-130, die Skizzen S. 120f. machen die unterschiedlichen Wege deutlich, wie eine Persönlichkeit ein

Trauma verarbeiten kann.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten

Details

Titel
Stabilisierung traumatisierter Patientinnen
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
45
Katalognummer
V154136
ISBN (eBook)
9783640671229
ISBN (Buch)
9783640699520
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Arbeit werden mögliche Folgen und Krankheitsbilder von Traumata aufgezeigt, Informationen zur Traumatherapie gegeben und für HeilpraktikerInnen für Psychotherapie und PsychotherapeutInnen, aber auch für Betroffene hilfreiche Interventionen im Rahmen der Stabilisierung traumatisierter PatientInnen aufgezeigt.
Schlagworte
Trauma, Traumatherapie, Stabilisierung, Imagination, Imaginationsübungen, komplexe Posttraumatische Störung
Arbeit zitieren
Chantal Cordier (Autor:in), 2010, Stabilisierung traumatisierter Patientinnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154136

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