Zahlreiche Währungskrisen haben die Finanzmärkte in den vergangenen Jahren erschüttert. Dazu zählen die Krise des EWS-Systems 1992/93 sowie die Währungskrisen in Mexiko 1994/95 und in Asien 1997/98. Während einige betroffene Länder gestärkt aus ihrer Krise hervorgehen konnten, erlitten andere wiederum gravierende Konjunktureinbrüche verbunden mit starken wirtschaftlichen Problemen. In der wissenschaftlichen Literatur wird deshalb versucht mögliche Ursachen von Währungskrisen zu erklären. In den vergangenen Jahren haben sich drei Generationen von Theorieansetzen zur Erklärung von Währungskrisen herausgebildet, hervorgerufen durch unterschiedliche Krisenabläufe.
Ziel dieser Arbeit ist es die Ursachen und den Verlauf der EWS-Krise (1992/93) darzustellen und zu erläutern. Im ersten Schritt wird das Europäische Währungssystem dargestellt und erklärt. Danach werden die Währungskrisen definiert und die jeweils prägenden Erklärungsmodelle der ersten und zweiten Generation vorgestellt. Es folgen die Beschreibung der Uhrsachen und der Verlauf der EWS-Krise. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. EUROPÄISCHES WÄHRUNGSSYSTEM
2.1. Definition des EWS
2.2. Entstehungsgeschichte des EWS
2.3. Ziele und Aufgaben des EWS
3. WÄHRUNGSKRISEN
3.1. Definition von Währungskrise
3.2. Modellansätze zur Erklärung von Währungskrisen
3.2.1. Modelle erster Generation
3.2.2. Modelle zweiter Generation
4. DIE EWS-KRISE
4.1. Ursachen der EWS-Krise
4.2. Verlauf der EWS-Krise
5. SCHLUSSBETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen und den Verlauf der Währungskrise im Europäischen Währungssystem (EWS) von 1992/93 umfassend darzustellen und wissenschaftlich zu erläutern, wobei insbesondere die theoretischen Erklärungsmodelle für solche Krisen herangezogen werden.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte des EWS
- Wissenschaftliche Definition von Währungskrisen
- Modellansätze erster und zweiter Generation zur Krisenerklärung
- Ursachenanalyse der EWS-Krise
- Chronologischer Verlauf der EWS-Krise 1992/93
Auszug aus dem Buch
3.2.1. Modelle erster Generation
Ausgangspunkt der modernen Literatur über Währungskrisen ist das Modell von Krugman.18 Es erklärt die spekulativen Währungsattacken auf fixe Wechselkurssysteme als Folge öffentlicher Verschuldung. Ein festes Wechselkurssystem kann nicht aufrechterhalten werden und es kommt vor der Aufgabe der Parität zu einer spekulativen Attacke. Der Zeitpunkt des Zusammenbruchs kann bei dem Modell von Krugman nicht bestimmt werden.
Flood und Garber19 erweiterten dagegen Krugmans Modell und machen den Zeitpunkt für den Zusammenbruch berechenbar. Zusammen bilden die Ansätze von Krugman und Flood und Garber die Modelle zur Erklärung von Währungskrisen der ersten Generation. In beiden Modellen wird eine kleine offene Volkswirtschaft betrachtet, die ihre Währung an eine ausländische Währung anbindet. Der feste Wechselkurs kann nur durch Intervention der Zentralbank auf dem Devisenmarkt aufrechterhalten werden. Andere Mittel die zur Verteidigung eines Fixkurssystems benutzt werden können, wie Geldpolitik durch Offenmarktoperationen, bleiben außen vor. Somit besteht kein liquider Markt für öffentliche Schuldtitel. Tritt eine Schwäche der Inlandswährung auf, ist die inländische Zentralbank bzw. Regierung dazu gezwungen Devisenreserven aufzulösen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in das Thema Währungskrisen ein und beschreibt das Ziel der Arbeit, die Ursachen und den Verlauf der EWS-Krise von 1992/93 anhand theoretischer Modelle zu analysieren.
2. EUROPÄISCHES WÄHRUNGSSYSTEM: Dieses Kapitel erläutert die Definition, die historische Entstehung sowie die zentralen Ziele und Aufgaben des Europäischen Währungssystems.
3. WÄHRUNGSKRISEN: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung von Währungskrisen sowie die detaillierte Vorstellung theoretischer Modellansätze der ersten und zweiten Generation zur Erklärung dieser Phänomene.
4. DIE EWS-KRISE: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Ursachen der EWS-Krise und dokumentiert chronologisch den Verlauf der Krise von 1992/93.
5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst zusammen, dass die Krise durch mangelnde Realignments und spekulative Angriffe infolge einer Liberalisierung der Finanzmärkte entstand.
Schlüsselwörter
Währungskrise, EWS-Krise, Wechselkursmechanismus, WKM, Europäisches Währungssystem, Spekulation, Abwertung, Fixkurssystem, Krugman-Modell, Finanzmärkte, Geldpolitik, Währungsreserven, Europäische Währungsunion, Zinsparität, Kapitalliberalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Ursachen und den Verlauf der Währungskrise innerhalb des Europäischen Währungssystems (EWS) in den Jahren 1992 und 1993.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit gliedert sich in die Vorstellung des EWS, die theoretische Definition von Währungskrisen und die spezifische Analyse der EWS-Krise anhand ökonomischer Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Hintergründe der EWS-Krise aufzuzeigen und zu erklären, warum es trotz der bestehenden Wechselkursregeln zu einer Destabilisierung kam.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden wissenschaftliche Theorieansätze der ersten und zweiten Generation zur Erklärung von Währungskrisen (insbesondere von Krugman, Flood/Garber und Obstfeld) zur Analyse herangezogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung zu Währungskrisen sowie eine detaillierte Ursachen- und Verlaufsanalyse der EWS-Krise im Zeitraum 1992/93.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind EWS-Krise, Währungsspekulation, Wechselkursmechanismus, feste Wechselkurse und spekulative Attacken.
Warum konnte das EWS die Krise nicht verhindern?
Laut Arbeit lag dies an verfehlter Wechselkurspolitik, mangelnden Anpassungen der Leitkurse (Realignments) und dem Druck durch spekulative Bewegungen nach der Liberalisierung der Finanzmärkte.
Was unterscheidet die Modelle der ersten und zweiten Generation?
Während die erste Generation den Fokus auf öffentliche Verschuldung und den Verbrauch von Devisenreserven legt, berücksichtigen Modelle der zweiten Generation auch politische Ziele und Erwartungen der Marktakteure.
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- Natalia Borger (Author), 2009, Die Währungskrise im EWS: Darstellung und Erklärung der Ursachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154146