Die Währungskrise im EWS: Darstellung und Erklärung der Ursachen


Seminararbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. EUROPÄISCHES WÄHRUNGSSYSTEM
2.1. Definition des EWS
2.2. Entstehungsgeschichte des EWS
2.3. Ziele und Aufgaben des EWS

3. WÄHRUNGSKRISEN
3.1. Definition von Währungskrise
3.2. Modellansätze zur Erklärung von Währungskrisen
3.2.1. Modelle erster Generation
3.2.2. Modelle zweiter Generation

4. DIE EWS-KRISE
4.1. Ursachen der EWS-Krise
4.2. Verlauf der EWS-Krise

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

LITERATURVERZEICHNIS

INTERNETQUELLEN

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Zahlreiche Währungskrisen haben die Finanzmärkte in den vergangenen Jahren erschüttert. Dazu zählen die Krise des EWS-Systems 1992/93 sowie die Währungskrisen in Mexiko 1994/95 und in Asien 1997/98. Während einige betroffene Länder gestärkt aus ihrer Krise hervorgehen konnten, erlitten andere wiederum gravierende Konjunktureinbrüche verbunden mit starken wirtschaftlichen Problemen.1 In der wissenschaftlichen Literatur wird deshalb versucht mögliche Ursachen von Währungskrisen zu erklären. In den vergangenen Jahren haben sich drei Generationen von Theorieansetzen zur Erklärung von Währungskrisen herausgebildet, hervorgerufen durch unterschiedliche Krisenabläufe.

Ziel dieser Arbeit ist es die Ursachen und den Verlauf der EWS-Krise (1992/93) darzustellen und zu erläutern. Im ersten Schritt wird das Europäische Währungssystem dargestellt und erklärt. Danach werden die Währungskrisen definiert und die jeweils prägenden Erklärungsmodelle der ersten und zweiten Generation vorgestellt. Es folgen die Beschreibung der Uhrsachen und der Verlauf der EWS-Krise. Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst.

2. Europäisches Währungssystem

2.1. DEFINITION DES EWS

Das Europäische Währungssystem (EWS) war von 13. März 1979 bis 31. Dezember 1998 eine Form währungspolitischer Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Europäischen Gemeinschaft. Kernelement des EWS war der so genannte Wechselkursmechanismus (WKM), welcher die Wechselkursfluktuationen innerhalb der spezifisch festgelegten Bandbreiten halten sollte.2

2.2. ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES EWS

Die Zielsetzung des EWS hat der Europäische Rat in seiner Entschließung vom 5. Dezember 1978 über die Errichtung des Europäischen Währungssystems umschrieben.3

In den Aufbaujahren der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) bestanden zwischen den Währungen der Mitgliedsstaaten feste Wechselkurse.4 Es galten die Regeln der damaligen internationalen Währungsordnung, die 1944 mit dem Abkommen von Bretton Woods beschlossen worden waren. Es trafen dort im Juli 1944 die Vertreter aus 44 Ländern unter der Führung der USA und England zu einer internationalen Währungs - und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen zusammen, um gemeinsam die Leitlinien der neuen Weltwährungsordnung zu beschließen. Die Vereinbarungen von Bretton Woods sahen die Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) als eine internationale währungspolitische Institution vor.5 Die wichtigsten Aufgaben des Fonds bestanden darin, „die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik zu fördern, die Stabilität der Währungen zu sichern und von anderen Ländern mit vorübergehenden Zahlungsschwierigkeiten Währungskredite zu gewähren und somit insgesamt ein ausgeglichenes Wachstum des Welthandels zu erleichtern." Der IWF hatte auch die Aufgabe, die Einhaltung der Bestimmungen von Bretton Woods zu überwachen. Zu dem Zeitpunkt galt der US-Dollar als Leitwährung.6 Als dieses System 1972 zusammenbrach, ließen die EU-Länder ab dem Zeitpunkt ihre Währungen gegenüber dem Dollar schwanken und schränkten die Wechselkursfluktuationen ihrer Währungen untereinander immer weiter ein.7 Nach mehreren Versuchen der Währungsintegration wurde die Idee eines Europäischen Währungssystems, an dem alle EG-Länder beteiligt sein sollten, von Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing in den Jahren 1978/79 ausgearbeitet.8 Daraufhin wurde noch im Sommer 1978 im Europäischen Rat über deren Vorschläge beraten. Am 5. Dezember 1978 einigte sich der Europäische Rat auf die Errichtung des EWS, das an die Stelle des Europäischen Wechselkursverbundes treten sollte. Das Europäische Währungssystem trat rückwirkend zum 1. Januar 1979 am 13. März 1979 trat in Kraft.9

2.3. ZIELE UND AUFGABEN DES EWS

Die Europäische Währungseinheit (European Currency Unit (ECU)) bildete den Kern des Europäischen Währungssystems und wurde verwendet als Rechen- und Bezugsmittel der Wechselkurse sowie als Zahlungsmittel und Reservewährung der Zentralbanken. In einem so genannten Paritätengitter wurden Leitkurse, ausgedrückt in ECU, von den teilnehmenden Ländern festgelegt, aus denen sich bilaterale Leitkurse eines Währungspaares ermitteln ließen. Die meisten Wechselkurse konnten um bis zu 2,25 Prozent nach oben oder unten schwanken, die Schwankungsbreite betrug somit insgesamt 4,5 Prozent.10 Italien wurde eine erweiterte Bandbreite von ± 6 Prozent zugestanden, da es als einziges Land 1978 zweistellige Inflationsraten für Verbraucherpreise aufwies.11 Wenn der Wechselkurs zwischen zwei Ländern die zulässige Bandbreite von ± 2,25 Prozent überschritt, waren die Zentralbanken beider betroffenen Länder verpflichtet, durch beispielsweise An- und Verkauf von Devisen auf dem Devisenmarkt so lange zu intervenieren, bis der Kurs wieder innerhalb der Bandbreite lag.12

Durch das Europäische Währungssystem sollten in Europa durch die Einführung fester, jedoch anpassungsfähiger Wechselkurse eine Zone der Währungsstabilität zwischen den Währungen der teilnehmenden Länder geschaffen und somit eine Verbesserung der Stellung Europas im internationalen Währungssystem erreichet werden. Diese Wechselkursregelung sollte den Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr zwischen den EG-Ländern vor Wechselkursrisiken bewahren und somit erleichtern und fördern. Ein einheitlicher europäischer Markt nach Vorbild der USA sollte geschaffen werden.13

Ein weiteres Ziel des EWS war es, eine größere innere Stabilität der entsprechenden Länder zu schaffen und den Weg zu einer Europäischen Währungsunion zu ebnen.14

3. Währungskrisen

3.1. DEFINITION VON WÄHRUNGSKRISE

In der wissenschaftlichen Literatur gibt es keine klare Definition einer Währungskrise. Daher wird in diesem Kapitel versucht den Begriff „Währungskrise“ kurz einzuordnen.

Dieckheuer15 beschreibt sie als Liquiditäts- und Wechselkursprobleme auf den Devisenmärkten im Rahmen einer Finanzkrise. Aschinger16 definiert die Währungskrise als eine rasche, bestandsaufzehrende Devisenabnahme der Zentralbank. Dieser Devisenverlust führt dann zu einer Aufgabe der Bindung der inländischen Währung an eine ausländische. Daraus folg ein fließender Übergang von einem Fixkurssystem zu einem flexiblen Wechselkurssystem. Krugmann hat treffend formuliert, dass man die Währungskrise oft erst dann erkennt, wenn es schon zu spät ist.17

3.2. MODELLANSÄTZE ZUR ERKLÄRUNG VON WÄHRUNGSKRISEN

In diesem Kapitel werden die Modelansätze der ersten und zweiten Generation zur Erklärung von Währungskrisen vorgestellt. Die EWS-Krise 1992/93 kann durch das Modell der zweiten Generation erklärt werden. Aus diesen Gründen wird dieses Modell ausführlicher dargestellt.

3.2.1. Modelle erster Generation

Ausgangspunkt der modernen Literatur über Währungskrisen ist das Modell von Krugman.18 Es erklärt die spekulativen Währungsattacken auf fixe Wechselkurssysteme als Folge öffentlicher Verschuldung. Ein festes Wechselkurssystem kann nicht aufrechterhalten werden und es kommt vor der Aufgabe der Parität zu einer spekulativen Attacke. Der Zeitpunkt des Zusammenbruchs kann bei dem Modell von Krugman nicht bestimmt werden.

[...]


1 Vgl. Krugman (1999), S. 7-12.

2 Vgl. Europa-Lexikon unter: www.bundesregierung.de

3 Vgl. Entschließung des Rates vom 5. Dezember 1978, in Committee of Governors (1994).

4 Vgl. Pentzlin (1982), S. 215-223.

5 Vgl. Rübel (2005), S. 171-172.

6 Vgl. Pentzlin (1982), S. 215-223

7 Vgl. Krugman/Obstfeld (2006), S. 707.

8 Vgl. Hasse (1989), S. 14.

9 Vgl. Pentzlin (1982), S. 215-223.

10 Vgl. Pentzlin (1982), S. 215-223.

11 Vgl. Collignon (1993), S.19.

12 Vgl. Krugman/Obstfeld (2006), S.709.

13 Vgl. Sperber/Spink (2007), S. 124-127.

14 Vgl. Pentzlin (1982), S. 215-223.

15 Vgl. Dieckheuer (2001), S. 394.

16 Vgl. Aschinger (2001), S. 11.

17 Vgl. Krugmann (1999), S. 1 ff.

18 Vgl. Krugman (1999)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Währungskrise im EWS: Darstellung und Erklärung der Ursachen
Hochschule
Universität Hamburg  (Department Sozialökonomie)
Veranstaltung
Monetäre Aussenwirtschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V154146
ISBN (eBook)
9783640664825
ISBN (Buch)
9783640665068
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Währungskrise, Darstellung, Erklärung, Ursachen
Arbeit zitieren
Natalia Borger (Autor), 2009, Die Währungskrise im EWS: Darstellung und Erklärung der Ursachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154146

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