Die vorliegende Arbeit untersucht die Frage, wie WissensarbeiterInnen in KMU des Umwelttechnologiebereichs neues Wissen erwerben. Wesentliche Aspekte sind dabei die Zusammenarbeit in Netzwerken und die Unterstützung dieser Zusammenarbeit durch kollaborative Internetanwendungen (Stichwort: Web 2.0).
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt darin zu erheben, inwieweit unternehmens- und personenbezogenen Faktoren wie Firmengröße, Umsatz, Anteil der WissensarbeiterInnen, Alter, Ausbildung, Zeit im Betrieb sowie Berufs- und IT-Erfahrung der Mitarbeiter die Art des Wissenserwerbs beeinflussen.
Diese Analysen ergaben folgende, statistisch abgesicherte Ergebnisse:
Alter, Zeit im Betrieb und Berufserfahrung haben keinen Einfluss auf die Art des Wissenserwerbs
Unabhängig von der Art des Wissens werden vor allem von jüngeren MitarbeiterInnen beide Strategien verwendet, was bei dieser Gruppe zu einer höheren Wissenserwerbsintensität führt.
Persönliche Netzwerke sind für den Wissenserwerb nicht wichtiger als institutionelle. Entscheidend dafür ist die hohe Bewertung unternehmensinterner Wissenserwerbsquellen gegenüber externen und werden daher bevorzugt verwendet.
Kollaborative Internetanwendungen, vor allem soziale Netzwerke, werden nur wenig genutzt. Diese geringe Nutzung ist allerdings weder vom Alter noch von der IT-Erfahrung abhängig. Programme, die am firmeneigenen Server laufen (Foren, Wikis) werden häufiger genutzt als webbasierte Anwendungen.
Mangel an finanziellen Mitteln hemmen den Wissenserwerb, mitarbeiternahe Strukturen fördern ihn. Die Rolle von Firmenleitung und Firmenphilosophie wird als positiv für den Wissenserwerb angesehen, mangelhafte oder nicht vorhandene IT-Infrastruktur wird als hemmend empfunden.
Zustimmung fand, dass der Wissenserwerb immer stärker von Zusammenarbeit und Wissensteilung geprägt sein wird. Den Web 2.0 Anwendungen wird dabei aber keine entscheidende Rolle beigemessen.
Wichtigstes Anliegen der Befragten war, IT-Lösungen zu entwickeln (Suchmaschinen; Dokumentenmanagement), die ihnen helfen die Informationsflut zu bewältigen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit zeigen, wie notwendig es ist, Wissenserwerb sowohl auf personaler als auch unternehmerischer Ebene als Prozess zu begreifen. Die in der Literatur oft genannte große Bedeutung von externem Wissenserwerb besonders für KMU wird in dieser Arbeit zumindest auf der Ebene der einzelnen WissensarbeiterInnen nicht sichtbar.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Executive Summary
- 1 Einleitung
- 2 Theoretische Grundlagen
- 2.1 Wissen und Wissensmanagement
- 2.2 Wissenserwerb und Wissenstransfer
- 2.3 Kollaborative Strukturen und Web 2.0
- 2.4 Die Rolle von Netzwerken für Innovation
- 3 Empirische Untersuchung
- 3.1 Forschungsdesign
- 3.2 Datenerhebung und -analyse
- 3.3 Ergebnisse der Datenanalyse
- 4 Diskussion
- 4.1 Ergebnisse und Interpretation
- 4.2 Implikationen für die Praxis
- 4.3 Einschränkungen der Studie
- 5 Zusammenfassung und Ausblick
- Literaturverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Methoden des Wissenserwerbs von Wissensarbeitern in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) des Umwelttechnologiebereichs. Sie analysiert die Bedeutung von kollaborativen Strukturen und Web 2.0 Technologien in diesem Prozess, indem sie den Einfluss von unternehmens- und personenbezogenen Faktoren auf den Wissenserwerb untersucht.
- Wissenserwerb in KMU der Umwelttechnologie
- Die Rolle von kollaborativen Strukturen und Web 2.0 Technologien
- Einfluss von unternehmens- und personenbezogenen Faktoren auf den Wissenserwerb
- Hypothesenprüfung durch empirische Datenanalyse
- Implikationen für die Praxis und zukünftige Forschung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Wissenserwerb in KMU der Umwelttechnologie ein und skizziert die Bedeutung von kollaborativen Strukturen und Web 2.0 Technologien in diesem Kontext.
- Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die relevanten theoretischen Konzepte, darunter Wissen, Wissensmanagement, Wissenserwerb, Wissenstransfer, kollaborative Strukturen und Web 2.0 Technologien, sowie die Rolle von Netzwerken für Innovation.
- Empirische Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der Arbeit, die Datenerhebung und -analyse, sowie die Ergebnisse der Datenanalyse.
- Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die Ergebnisse der empirischen Untersuchung, interpretiert die Ergebnisse und zieht Implikationen für die Praxis ab. Es werden auch die Einschränkungen der Studie thematisiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Wissenserwerb, KMU, kollaborative Netzwerke, Web 2.0-Tools und Innovation. Sie untersucht den Einfluss von unternehmens- und personenbezogenen Faktoren auf den Wissenserwerb von Wissensarbeitern im Umwelttechnologiebereich.
Häufig gestellte Fragen
Wie erwerben Wissensarbeiter in der Umwelttechnologie neues Wissen?
Wissensarbeiter nutzen bevorzugt unternehmensinterne Quellen. Jüngere Mitarbeiter verwenden dabei häufiger eine Kombination aus verschiedenen Strategien, was zu einer höheren Wissenserwerbsintensität führt.
Welche Rolle spielt das Web 2.0 beim Wissenserwerb in KMU?
Bisher spielen Web 2.0-Anwendungen wie soziale Netzwerke eine untergeordnete Rolle. Foren und Wikis, die auf firmeneigenen Servern laufen, werden jedoch häufiger genutzt als öffentliche webbasierte Anwendungen.
Beeinflussen Alter oder Berufserfahrung die Art des Wissenserwerbs?
Statistische Analysen zeigen, dass Alter, Zeit im Betrieb und Berufserfahrung keinen signifikanten Einfluss auf die grundlegende Art des Wissenserwerbs haben.
Was sind die größten Hemmnisse für den Wissenstransfer in KMU?
Mangel an finanziellen Mitteln und eine mangelhafte IT-Infrastruktur werden als stark hemmend empfunden. Wissenserwerb wird jedoch durch mitarbeiternahe Strukturen und eine positive Firmenphilosophie gefördert.
Warum sind persönliche Netzwerke für Wissensarbeiter wichtig?
Obwohl unternehmensinterne Quellen dominieren, helfen Netzwerke bei der Innovation. Allerdings zeigt die Studie, dass persönliche Netzwerke nicht grundsätzlich wichtiger bewertet werden als institutionelle.
Welche IT-Lösungen wünschen sich Wissensarbeiter zur Bewältigung der Informationsflut?
Die Befragten fordern vor allem verbesserte Suchmaschinen und effiziente Dokumentenmanagementsysteme, um die tägliche Informationsmenge besser verarbeiten zu können.
- Arbeit zitieren
- Walter Geiger (Autor:in), 2009, Wissenserwerb und Wissenstransfer in der Umwelttechnologie aus der Sicht der WissensarbeiterInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154176