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Mithridates VI. - Ein Hannibal aus dem Osten?

Die letzten Pläne des Mithridates VI. von Pontos

Title: Mithridates VI. - Ein Hannibal aus dem Osten?

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M. Ed. Torsten Gruber (Author)

World History - Early and Ancient History
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Sind die letzen Pläne des Mithridates VI. von Pontos – durch Thrakien, Makedonien und Pannonien zu ziehen und schließlich über die Alpen in Italien einzufallen – Realität oder Fiktion? Von wem stammt der Plan und sollte er tatsächlich umgesetzt werden? Auf diese Kontroverse in der modernen Forschung werde ich in meiner Hausarbeit eingehen und dabei die verschiedenen Meinungen vorstellen.

Die Grundlage für diese kontroverse Diskussion bilden antike Schriften antiker Schriftsteller. Appian, Florus, Plutarch und Cassius Dio berichten in ihren Werken teils ausführlich, teil knapp über die diskutierte Frage. Dass es den Plan gab, stellt keiner der Autoren in Frage, aber wie die Umsetzung aussehen sollte oder ob es überhaupt eine Umsetzung geben sollte, bleibt unklar.
Dieser Mangel an Informationen bildet die Basis für die Diskussion. Daran beteiligt haben sich seit Mommsen mindestens sechs weitere Geschichtswissenschaftler: Reinach, Bengtson, Geyer, Sherwin-White, McGing, Strobel und Sonnabend.
Es haben sich fünf verschiedene Thesen herausgebildet, die von verschiedenen Wissenschaftlern unterstützt werden.
Die erste These besagt, dass es den Plan gegeben hat und für die Umsetzung bestimmt war. Die Erfolgsaussichten werden für gering gehalten. Diese These wird von Mommsen gestützt.
Die zweite These wird von Reinach und Geyer gestützt und besagt, dass der Plan real war und die Erfolgsaussichten gut waren. Der Plan scheiterte nur an dem von Pharnakes geplanten Aufstand und dem darauf erfolgten Selbstmord des Mithridates.
Die dritte These wurde von Bengtson aufgestellt und fand bei Sherwin-White und McGing Zuspruch. Sie besagt, dass der Plan von politischen Gegnern des Pompeius oder von Pharnakes erfunden wurde, um entweder Pompeius oder Mithridates Schaden zuzufügen.
Die vierte These besagt, dass die antiken Quellen nichts weiter als ein literarischer Topos sind und als Hannibal-Parallele gedeutet werden können. Diese These wird von Strobel vertreten.
Die fünfte These ist die jüngste und wurde von Sonnabend aufgestellt. Sie besagt, dass Mithridates den Plan erfand, um sich eine bessere Verhandlungsposition gegen Pompeius zu verschaffen. Zur Umsetzung war der Plan jedoch nie gedacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Chronologie

Quellen

Appian

Florus

Plutarch

Cassius Dio

Literatur

Theodor Mommsen

Theodore Reinach

Hermann Bengtson

Karl Strobel

Fritz Geyer

Adrian Nicholas Sherwin-White

Brian Charles McGing

Holger Sonnabend

Die verschiedenen Standpunkte moderner Historiker

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historische Kontroverse um die sogenannten „letzten Pläne“ des Mithridates VI. von Pontos, die einen Marsch durch Thrakien, Makedonien und Pannonien bis hin zu einem Einfall in Italien vorsahen. Das primäre Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt dieser antiken Überlieferungen zu prüfen und die verschiedenen wissenschaftlichen Positionen zu bewerten, die von einer historischen Realität bis hin zu reiner antiker Propaganda reichen.

  • Analyse antiker Quellenberichte (Appian, Florus, Plutarch, Cassius Dio)
  • Untersuchung der Forschungshypothesen moderner Historiker
  • Bewertung der strategischen Plausibilität eines Italienfeldzuges
  • Mithridates VI. als geschickter Akteur der hellenistischen Diplomatie
  • Die Rolle von Gerüchten und Propaganda in der antiken Historiographie

Auszug aus dem Buch

Die verschiedenen Standpunkte moderner Historiker

Den ersten Standpunkt stellte Mommsen auf. Er hält die Umsetzung des Plans für lächerlich, stellt aber seine Existent nicht in Frage. Mommsen bezieht sich in seiner Aussage lediglich auf die Quellenautoren, äußert sich aber nicht weiter zu der Thematik.

Der zweite Standpunkt wird von Reinach, Geyer und Autoren lexikalischer Darstellungen vertreten. Ein Punkt, der dafür spricht, ist z. B., dass Mithridates im Jahre 75 v. Chr. Kontakte zu Sertorius aufgenommen hatte und über die innenpolitische Situation in Rom sehr gut unterrichtet war. Die innenpolitischen Probleme könnten Mithridates also animiert haben, Rom direkt anzugreifen. Es wäre nicht das erste Mal gewesen. Für den Italienfeldzug könnte auch die Rüstungsoffensive sprechen, doch bei genauerem hinschauen spricht Appian davon nur im Zusammenhang mit dem Bosporanischen Reich und dass er seine Position dort festigen will (Mithr. 108). Außerdem lässt Appian Mithridates erst dann den Plan fassen, als alles verloren scheint (Mithr. 109), und in solch einer Lage ist es sehr unwahrscheinlich, dass seine militärische Macht dazu gereicht hätte, nach Italien zu ziehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die historische Kontroverse um die letzten Pläne des Mithridates und Vorstellung der fünf zentralen Forschungsthesen.

Chronologie: Detaillierter Überblick über das Leben und die militärische Laufbahn des Mithridates VI. von seiner Geburt bis zu seinem Tod.

Quellen: Kritische Untersuchung der antiken Berichterstattung durch Appian, Florus, Plutarch und Cassius Dio bezüglich der umstrittenen Italienpläne.

Literatur: Darstellung der kontroversen wissenschaftlichen Einschätzungen bedeutender Althistoriker zur Authentizität und Strategie des Mithridates.

Die verschiedenen Standpunkte moderner Historiker: Zusammenfassende Analyse und Bewertung der unterschiedlichen Erklärungsmodelle für die Entstehung der Überlieferung zu den letzten Plänen.

Schlüsselwörter

Mithridates VI., Pontos, Italienfeldzug, römische Republik, Pompeius, historische Kontroverse, antike Propaganda, Geschichtsschreibung, Hellenismus, Quellenkritik, Strategie, Hannibal-Parallele, Pharnakes, Sertorius, antike Quellen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historischen und wissenschaftlichen Fragen rund um die „letzten Pläne“ des pontischen Königs Mithridates VI., Italien anzugreifen, und untersucht, ob diese Pläne der Realität entsprachen oder ein historiographisches Konstrukt waren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die antike Quellenüberlieferung zu Mithridates, die Analyse moderner Forschungspositionen und die Rolle von Propaganda im hellenistischen Kontext.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob die Pläne des Mithridates, nach Italien einzufallen, als historisches Faktum zu betrachten sind oder ob sie lediglich ein literarischer Topos bzw. ein diplomatisches Propagandainstrument darstellten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Methode, indem er antike Primärquellen mit den Thesen moderner Historiker abgleicht und die Plausibilität der Überlieferung anhand des historischen Kontextes bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung des Lebens des Mithridates, eine Analyse der antiken Quellenautoren und eine Gegenüberstellung verschiedener moderner Interpretationen, von der Annahme realer Pläne bis hin zur Einordnung als reine Gerüchtebildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Protagonisten Mithridates VI. prägen Begriffe wie Quellenkritik, Italienfeldzug, hellenistische Propaganda und antike Historiographie die Analyse.

Welche Bedeutung kommt der Hannibal-Parallele in der Arbeit zu?

Die Arbeit diskutiert, dass die antiken Schriftsteller Mithridates oft als „zweiten Hannibal“ stilisierten, um ihn als unversöhnlichen Feind Roms darzustellen, was die Frage nach der Objektivität der antiken Quellen aufwirft.

Zu welcher Schlussfolgerung kommt der Autor bezüglich der Pläne?

Der Autor schließt sich der These von Sonnabend an, wonach Mithridates die Pläne als diplomatisches Machtmittel erfand, um seine Verhandlungsposition gegenüber Pompeius zu verbessern, ohne jedoch eine reale Umsetzung beabsichtigt zu haben.

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Details

Title
Mithridates VI. - Ein Hannibal aus dem Osten?
Subtitle
Die letzten Pläne des Mithridates VI. von Pontos
College
University of Osnabrück  (Historisches Seminar)
Course
Die Spätphase der römischen Republik
Grade
2,0
Author
M. Ed. Torsten Gruber (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V154207
ISBN (eBook)
9783640665440
ISBN (Book)
9783640665730
Language
German
Tags
Mithridates VI. von Pontos Rom Pompeius Hannibal
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M. Ed. Torsten Gruber (Author), 2005, Mithridates VI. - Ein Hannibal aus dem Osten?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154207
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