Das Internet ist ein Medium, dass sich in der heutigen Zeit rasch verbreitet und weiterentwickelt. Laut der Jim Studie 2008 nutzen mittlerweile 97% der Jugendlichen im Alter von 12-19 das Internet. „Fast alle Jugendlichen (96%) haben zuhause Zugang zum Internet, die Hälfte kann vom eigenen Zimmer aus im WWW surfen.“
Betrachtet man sich die Zahlen der Studie, muss man in Betracht ziehen, dass diese Jungendlichen im Internet auch auf Web - Angebote stoßen, die sie in ihrer Entwicklung negativ beeinflussen können.
In meiner Hausarbeit möchte ich mich aufgrund dessen mit rechtsextremen Inhalten im Internet beschäftigen, die seit 1990 den Zugang in das WWW gefunden haben. Um dieses Thema zu bearbeiten, werde ich zu Beginn die Entwicklung der Internetnutzung der Rechtsextremen darstellen, weil es wichtig ist, sich rückblickend die Anfänge anzuschauen, um dann festzustellen, wie professionell und rasant sich die Web- Angebote verbreitet haben.
Anschließend werde ich die Rechtslage näher betrachten und vorstellen. Um sich gegen rechtsextreme Angebote im Internet wehren zu können, muss man zunächst einen Überblick haben, was überhaupt „erlaubt“ ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wozu nutzen Rechtsextreme das Internet? Es ist wichtig für mich darzustellen, warum gerade dieses Medium für die rechtsextreme Szene so attraktiv ist und was die entscheidenen Vorteile sind.
Danach werde ich mich noch einmal näher mit den Maßnahmen gegen Rechtsextremismus im Internet beschäftigen.
Abschließend stelle ich den für mich entscheidenen Bezug zur Schule her. Hierbei ist die zentrale Frage: Wie kann ich als Lehrer/innen das Thema „Rechtsextremismus im Internet“ im Unterricht behandeln? Als angehende Lehrer ist dies ein wichtiger Punkt, weil ein so aktuelles Thema mit geschichtlichem Hintergrund nur mit Expertenwissen und guter Planung bearbeitet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Entwicklung der Internetnutzung
3. Die rechtliche Lage
4. Nutzen und Vorteile des Internets für Rechtsextreme
5. Maßnahmen gegen Rechtsextremismus im Internet
6. Rechtsextremismus im Internet und Schule
7. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbreitung und Nutzung rechtsextremer Inhalte im Internet sowie deren Auswirkungen auf Jugendliche, um daraus Handlungsoptionen für den schulischen Kontext abzuleiten.
- Entwicklung und Professionalisierung rechtsextremer Internetangebote
- Rechtliche Rahmenbedingungen und Grenzen der Meinungsfreiheit
- Strategien und Vorteile rechtsextremer Akteure im World Wide Web
- Gegenmaßnahmen und Präventionsmöglichkeiten
- Vermittlung von Medienkompetenz im Schulunterricht
Auszug aus dem Buch
Nutzen und Vorteile des Internets für Rechtsextreme
Die Rechtsextremisten nutzen das Internet vor allem, laut des Verfassungsschutzes Nordrhein – Westfalen, wegen der immensen Breitenwirkung. Kaum ein anderes Medium bietet die Möglichkeit, bei geringem Kosten- und Zeitaufwand, weltweit ein Millionenpublikum zu erreichen. Das Internet gewährleistet den Rechtsextremisten zudem, ihre Aussagen über die eigenen Kreise hinaus zu verbreiten. Somit bietet das WWW eine ideale Grundlage für Rechtsextreme, eines ihrer wichtigsten Ziele durchzusetzen.
Sie versuchen, durch ihre mittlerweile gut aufbereiteten Hompages, vor allem Jugendliche zu rekrutieren. Mediale Angebote, wie Musik, Videos etc. auf den Internetseiten sollen die Zugangsschwelle senken. Der Vorteil ist hierbei der Gewinn von neuen Anhängern.
Weiterhin dient das Internet zur Mobilisierung von Demonstrationen oder als Wahlpropaganda rechtsextremistischer Parteien. Zudem werden solche Homepages zum Vertrieb von Produkten genutzt. Dies ermöglicht zum Einen den Erwerb von rechtsradikalen Produkten, die im allgemeinen Handel nicht erhältlich sind und zum Anderen werden vor allem durch Musikangebote rechtsextreme Parolen und Motive verbreitet. Den Konsumenten wird der Zugang zu „Szene-Produkten“ erleichtert und die Hemmschwelle im Internet Produkte zu erwerben, ist aufgrund der höheren Anonymität stark gesenkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Internets bei Jugendlichen und definiert das Ziel der Arbeit, die Strategien rechtsextremer Akteure sowie den schulischen Umgang damit zu analysieren.
2. Entwicklung der Internetnutzung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung rechtsextremer Aktivitäten im Internet nach, von frühen Mailbox-Systemen bis hin zu professionell gestalteten modernen Webseiten.
3. Die rechtliche Lage: Hier werden die gesetzlichen Grenzen der Meinungsfreiheit sowie einschlägige Strafgesetze erläutert, die das Vorgehen gegen rechtsextreme Inhalte im Netz ermöglichen.
4. Nutzen und Vorteile des Internets für Rechtsextreme: Der Abschnitt erläutert, warum das Internet ein attraktives Instrument für Rechtsextreme zur Verbreitung von Propaganda, zur Rekrutierung Jugendlicher und zum Vertrieb von Szene-Produkten darstellt.
5. Maßnahmen gegen Rechtsextremismus im Internet: Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie gegen rechtsextreme Inhalte vorgegangen werden kann, etwa durch Information, Beschwerdestellen und zivilgesellschaftliches Engagement.
6. Rechtsextremismus im Internet und Schule: Das Kapitel diskutiert die Notwendigkeit, das Thema im Unterricht zu behandeln und durch modernen, schülerzentrierten Unterricht die Medienkompetenz der Lernenden zu stärken.
7. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert die Gefahr rechtsextremer Online-Angebote und unterstreicht die Verantwortung der Schule bei der Prävention.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Internet, Jugendliche, Medienkompetenz, Propaganda, Schule, Meinungsfreiheit, Strafgesetzbuch, Radikalisierung, Prävention, Online-Rekrutierung, Digitale Medien, Extremismusprävention, Politische Bildung, Netzaktivismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzung des Internets durch Rechtsextreme, den damit verbundenen Gefahren für Jugendliche und der Rolle der Schule bei der Prävention.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung rechtsextremer Internetnutzung, die rechtliche Situation, die strategischen Vorteile für die Szene sowie pädagogische Ansätze für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rechtsextreme das Internet für ihre Zwecke instrumentalisieren und wie Lehrkräfte dieses Thema fundiert in den Unterricht einbinden können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Studien zum Medienumgang Jugendlicher und Berichte des Verfassungsschutzes sowie medienpädagogische Ansätze auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Im Hauptteil wird die Entwicklung der Mailbox-Systeme zur modernen Webseite, die rechtlichen Möglichkeiten zur Intervention sowie die spezifischen Rekrutierungsmethoden der Szene bei Jugendlichen untersucht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Rechtsextremismus im Internet, Medienkompetenz, jugendliche Zielgruppen, rechtliche Rahmenbedingungen und pädagogische Verantwortung.
Inwiefern hat sich die rechtsextreme Propaganda im Netz gewandelt?
Laut der Autorin verlagerte sich der Fokus von rein politischen Inhalten hin zu einem hohen Unterhaltungs- und Freizeitwert, um Jugendliche über Musik und Videos niederschwellig zu erreichen.
Welche Rolle spielt die Schule bei der Thematisierung dieser Inhalte?
Die Schule ist laut der Arbeit ein zentraler Ort, um durch die Förderung kritischer Medienkompetenz und den selbstständigen Umgang mit Informationen der rechtsextremen Gefahr entgegenzuwirken.
- Quote paper
- Derya Özdemir (Author), 2009, Rechtsextremismus im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/154257